Herne. Das neue Jahr auf dem Arbeitsmarkt startet saisonüblich: Die Arbeitslosigkeit ist im Januar gestiegen. Ausschlaggebend dafür sind auslaufende befristete Verträge zum Quartals- und Jahresende. Darüber hinaus zeigt sich eine saisonal schwächere Nachfrage in den Wintermonaten. Wie bereits im Vorjahr lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen wieder über 10.000. Für diese Menschen bedeutet das, sie müssen sich zum Jahresbeginn neu orientieren.
Die Agentur verzeichnet wie jedes Jahr um diese Zeit bei den Arbeitslosmeldungen einen Anstieg. Insgesamt 712 Personen verloren im Laufe des Monats ihre Arbeit. Das sind 213 Personen mehr als im Vormonat. Lediglich 371 Personen haben im gleichen Zeitraum eine neue Anstellung gefunden (38 Personen weniger als im Vormonat). In der Summe sind damit 10.334 Personen in Herne im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 425 oder 4,3 Prozent mehr als im Vormonat Dezember. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit um 109 Personen oder 1,1 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Januar 12,4 Prozent. Das ist ein Anstieg zum Dezember um 0,5 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Dezember vor einem Jahr ist die Quote konstant geblieben.
Für Christopher Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, ist die aktuelle Entwicklung nicht überraschend: „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn ist ein bekanntes Muster und fällt in diesem Jahr nicht höher aus als sonst auch. Nach dem Weihnachtsgeschäft endet vielerorts die kurzfristige Beschäftigung. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen nachhaltig in Arbeit zu bringen auch wenn die Vermittlung anspruchsvoller wird. Klar ist, der Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt wird schwieriger. Eine fundierte Ausbildung bleibt aber nach wie vor der beste Schutz vor langfristiger Arbeitslosigkeit. Fachkräfte werden weiter gebraucht. Der Arbeitsmarkt verändert sich. Wer mithalten will, muss sich kontinuierlich weiterqualifizieren. Genau dabei setzen wir auch 2026 wieder an und unterstützen aktiv beim beruflichen Weiterkommen und Vermitteln.“
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 4.111 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Herne langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 99 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 203 Personen. 93,7 Prozent (3.851 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
987 Jugendliche sind aktuell in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 29 Arbeitslose (3,0 Prozent) mehr. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 44 arbeitslose junge Menschen oder 4,7 Prozent mehr.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 3.405 ältere Personen in Herne arbeitslos gemeldet. Zu den Älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 139 Personen oder 4,3 Prozent mehr. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 112 Arbeitslose mehr (3,4 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Herne 2.582 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 170 Personen oder 7,0 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 147 Personen oder 6,0 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im Januar 2026 insgesamt 7.752 Arbeitslose. Das sind 255 Arbeitslose mehr (3,4 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 38 Arbeitslose oder 0,5 Prozent weniger. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 75,0 Prozent aller Arbeitslosen in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
128 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im Januar 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 75 Stellenmeldungen weniger. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 12 neue gemeldete Stellen weniger. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 1.309 offene Stellen. Das sind 72 weniger als im Vormonat und 81 mehr als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 12.904 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 266 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 221 Personen.
Mehr Datenmaterial finden Sie anliegend oder unter: Agentur für Arbeit Bochum>Statistik
Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten:
• 0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit
• 0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer
• 0800 4 555520: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber
• Herne.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Jugendliche
• www.arbeitsagentur.de/eServices
• www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit
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