Im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck, der die Hansestadt Lübeck und den Kreis Ostholstein umfasst, ist die Arbeitslosigkeit im Januar 2026 im Vergleich zum Vormonat saisonbedingt angestiegen und zum Vorjahr leicht zurückgegangen.
„Der Winter hat die Arbeitslosigkeit in witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau ansteigen lassen. Außerdem meldeten sich Menschen arbeitslos, deren befristeten Beschäftigungsverhältnisse endeten. Dennoch gibt es auch Lichtblicke. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der arbeitslosen Menschen erstmals seit Juli 2022 wieder leicht zurückgegangen. Auch die Nachfrage der Wirtschaft ist höher als im Vorjahr. Für den Start im Frühling sowie zum sofortigen Arbeitsbeginn werden Beschäftigte und insbesondere Fachkräfte in vielen Branchen gesucht. Nahezu 3.400 Arbeitsstellen sind aktuell zwischen Lübeck und Fehmarn im Angebot“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.
„Der Bedarf an Nachwuchskräften ist ebenfalls hoch. Rund 1.700 Ausbildungsstellen sind bereits in Lübeck und Ostholstein für den Herbst im Angebot. Nutzen Sie die Halbjahreszeugnissen und bewerben Sie sich jetzt! Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie machen möchten, unterstützt Sie die Berufsberatung dabei, Ihren Weg zu finden. Eine gute Gelegenheit Betriebe kennenzulernen, bieten für Jugendliche ebenso wie für Erwachsene Bewerbertage, Messen und Veranstaltungen. Informieren Sie sich auf unserer Internetseite und starten Sie beruflich durch“, rät Dusch.
Die Seite www.arbeitsagentur.de/luebeck hält weitere Informationen bereit, zum Beispiel zum Bewerbertag am 03. Februar im Hotel Deutscher Kaiser, zur Ausbildungsmesse des öffentlichen Dienstes am 13. und 14. Februar im Citti-Park oder zu Workshop-Angeboten für Berufstätige und Frauen.
Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk
Insgesamt waren in Lübeck und Ostholstein 16.536 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 1.022 Personen (6,6 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2025 gab es 8 (0,0 Prozent) Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,4 Prozentpunkte zum Vormonat an und fiel um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 7,2 Prozent.
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Im Rechtskreis SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) lag die Zahl der Arbeitslosen bei 6.328, das sind 725 (12,9 Prozent) mehr als im Vormonat und 156 (2,5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die anteilige SGB III Arbeitslosenquote betrug 2,8 Prozent.
Im Rechtskreis SGB II (Betreuung durch das Jobcenter) gab es 10.208 Arbeitslose. Das ist ein Plus von 297 (3,0 Prozent) gegenüber Dezember 2025. Im Vergleich zum Januar 2025 ging die Arbeitslosigkeit um 164 (1,6 Prozent) zurück. Insbesondere im Jobcenter Ostholstein ist die Integration vieler ausländischer Arbeitsloser, darunter auch Geflüchteter, gelungen. Die anteilige SGB II Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent.
Stellenangebote
Im Januar 2026 wurden 575 Stellen neu zur Besetzung angeboten, 117 (16,9 Prozent) weniger als im Vormonat und 106 (22,6 Prozent) mehr als im Vorjahr. Bei 3.394 Stellen werden noch Mitarbeitende gesucht, drei Viertel davon sind für Fachkräfte und Expert*innen gemeldet. Das waren 435 (11,4 Prozent) weniger als im Dezember 2025 und 292 (9,4 Prozent) mehr als im Januar 2025. Arbeitskräfte werden zum Beispiel im Baugewerbe, Gastgewerbe, Gesundheitswesen, Handel, verarbeitenden Gewerbe oder in der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.
Unterbeschäftigung
Neben dem gesetzlich definierten Kreis der Arbeitslosen gibt es weitere Menschen, die ohne Beschäftigung sind. Sie werden unter dem Begriff der Unterbeschäftigung erfasst und monatlich veröffentlicht, um den Arbeitsmarkt transparent zu machen. Die Unterbeschäftigung stellt damit das gesamte Defizit an regulärer Beschäftigung dar. Hier werden neben den Arbeitslosen beispielsweise Personen in Qualifizierungsmaßnahmen oder Arbeitsgelegenheiten, Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründende oder Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen ausgewiesen. Insgesamt 19.713 Personen befanden sich im Januar 2026 in Unterbeschäftigung. Die Zahl der Unterbeschäftigten ist in den letzten zwölf Monaten um 513 Personen (2,5 Prozent) gefallen.
Arbeitsmarkt Regional
Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit saisonbedingt in allen Regionen des Agenturbezirkes und insbesondere in den Arbeitsagenturen an. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit in den Ostholsteiner Regionen zurück, während es in der Hansestadt Lübeck und der Geschäftsstelle Lübeck einen Anstieg gab.
Hansestadt Lübeck
In der Hansestadt Lübeck waren im Januar 2026 10.335 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg um 460 (4,7 Prozent) zum Vormonat und um 169 (1,7 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr an. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Prozentpunkte zum Vormonat und um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahr auf 8,6 Prozent an.
3.107 Arbeitslose und damit 270 (9,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 111 (3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr waren dem Rechtskreis des SGB III (Betreuung durch die Arbeitsagentur) zuzuordnen.
Beim Jobcenter Lübeck (Rechtskreis SGB II) waren im Januar 2026 7.228 Arbeitnehmende arbeitslos gemeldet, das waren 190 (2,7 Prozent) mehr als im Dezember 2025 und 58 (0,8 Prozent) mehr als im Januar 2025.
Kreis Ostholstein
Im Kreis Ostholsein waren im Januar 2026 6.201 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg um 562 (10,0 Prozent) zum Vormonat an und ging um 177 (2,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte zum Vormonat auf 5,7 Prozent an und ging um 0,2 Prozentpunkte zum Vorjahr zurück.
3.221 Arbeitslose wurden bei den Arbeitsagenturen in Ostholstein im Rechtskreis des SGB III betreut, 455 (16,4 Prozent) mehr als im Dezember 2025 und 45 (1,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Beim Jobcenter Ostholstein (Rechtskreis SGB II) waren im Januar 2026 2.980 Arbeitslose gemeldet, das waren 107 (3,7 Prozent) mehr als im Vormonat und 222 (6,9 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Hier wirke sich die Integration vieler ausländischer Arbeitsloser, darunter auch Geflüchteter, aus.
Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung)
Im Südbezirk (Geschäftsstelle Hauptagentur Lübeck und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2026 11.748 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 584 (5,2 Prozent) gegenüber dem Vormonat und um 223 (1,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert an. Die Arbeitslosenquote betrug 7,9 Prozent (Vorjahr 7,8 Prozent). Es meldeten sich 2.493 Personen arbeitslos und 1.896 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 356 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 2.272 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.
Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung)
Im Mittelbezirk (Geschäftsstelle Eutin und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2026 2.646 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 160 (6,4 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 130 (4,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 5,6 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent). Es meldeten sich 574 Personen arbeitslos und 411 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 145 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 595 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.
Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung)
Im Nordbezirk (Geschäftsstelle Oldenburg und Umgebung) der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Januar 2026 2.142 Arbeitslose gemeldet. Ihre Zahl stieg um 278 (14,9 Prozent) gegenüber dem Vormonat an und ging um 101 (4,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahr zurück. Die Arbeitslosenquote betrug 6,6 Prozent (Vorjahr 6,9 Prozent). Es meldeten sich 573 Personen arbeitslos und 302 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 74 neue Stellen wurden im Laufe des Monats angeboten, so dass bei 527 Stellen noch Mitarbeitende gesucht werden.