Studienwahl im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten"

Die Auswahlmöglichkeiten für angehende Studierende sind vielfältig. Die Informationsquellen im Internet ebenso. Die Berufsberatung hat ein paar Empfehlungen vorbereitet und rät, bei den eigenen Recherchen den 15. Januar 2021 im Blick zu behalten.

Das zu einem passende Studium zu finden, ist eine umfangreiche Aufgabe. Wer sich schon einmal damit beschäftigt hat, wird das bestätigen. Als Berufsberaterin werde ich deshalb oft mit dieser Frage konfrontiert: „Welches Studium passt zu mir?“ An dieser Stelle möchte ich zum einen auf Quellen im Internet eingehen, die Euch gut informieren, sowie zum anderen auf Fristen, die bei der Bewerbung für einen Studienplatz einzuhalten sind. Das kann in den nächsten Wochen, im Januar 2021, ganz wichtig für Euch werden.

Es gilt, die richtigen Informationsquellen herauszufinden. Ich möchte Euch, hier ein paar gute Seiten vorstellen. Einen umfangreichen Überblick über das Studienangebot in Deutschland und jede Menge Informationen bietet studienwahl.de, wo ihr einen guten Überblick über Studienfächer und die notwendigen Studienvoraussetzungen, über Finanzierungsmöglichkeiten und derlei Fragen mehr bekommt. Auch die Seite abi.de hilft Dir, einen ersten Überblick und vor allem Einblicke in mögliche Studienfächer zu bekommen. Dort findet ihr Erfahrungsberichte und Reportagen von einzelnen Studierenden oder Porträts zu vielen Hochschulen, die es in Deutschland gibt. Einen schnellen Überblick bietet Dir auch Berufe.TV, das Dir eine Auswahl an Filmen über Berufe und deren Anforderungen bietet.

Du hast dich für deine Fächer und einen Studienort entschieden? Für ein Studium an einer staatlichen Hochschule informierst Du dich dann bei der Hochschule selbst und schaust dort auch auf der Homepage nach, was die jeweils spezifischen Voraussetzungen sind und wie die Bewerbung abläuft. Wie das ganze Verfahren vonstattengeht, ist außerdem auf hochschulstart.de erklärt – eine ganz informative Seite im Internet.

Was insgesamt wichtig ist: Du hast auf jeden Fall bestimmte Fristen zu beachten. Hier gilt der 15. Januar für das nächste Sommersemester und der 15. Juli für das nächste Wintersemester. Ausnahmen sind natürlich möglich. Zum Beispiel können an privaten Hochschulen abweichende Fristen gelten. Für einige Studiengänge gibt es zusätzlich eine Eignungsprüfung. Beispielsweise für Sport, Kunst und Musik. Hier sind oft frühere Bewerbungstermine wichtig. Die musst Du beachten. Zu beachten sind neben den Fristen und möglichen Eignungsprüfungen außerdem, dass teilweise bestimmte Sprachkenntnisse nachzuweisen sind – wie in Latein oder Englisch. Auch der Abi-Notendurchschnitt kann eine Rolle spielen – mehr zum Numerus Clausus werde ich Euch dann in einer der nächsten Folgen von „BB-Blog – gute beraten ins Berufsleben starten“ berichten.

Solltet Ihr bis dahin Fragen haben, wendet Euch an uns Berufsberater. Vereinbart einfach einen Termin mit uns: 02161 4042500 (Mönchengladbach) oder 02131 9542500 (Rhein-Kreis Neuss), immer Montag bis Donnerstag von 10 bis 15 Uhr oder Freitag von 10 bis 12 Uhr.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im Januar 2021)

"Ich will etwas mit Management machen." Das ist ein oft geäußerter Wunsch, den ich als Berufsberaterin höre. Verbunden ist er vor allem mit einem gehobenen Job und entsprechendem Gehalt. Aber: Was versteht man eigentlich unter Management? Was genau machen Manager? Und wie werde ich überhaupt Manager? Diesen Fragen widme ich diesmal den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten".

Nummer 57

Diese und viele weitere Fragen werden außerdem am 31. März 2022 beim "Business-Tag Management" geklärt, der in Mönchengladbach über die MGConnect-Stiftung organisiert wird. Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe neun haben - nach Anmeldung - dort die Möglichkeit, in unterschiedlichen Workshops Aufgaben und Karrieremöglichkeiten im Management kennenzulernen und sich mit Vertretern verschiedener Unternehmen - Borussia Mönchengladbach, Schaffrath GmbH, Hochschule Niederrhein, Eventagentur 3S GmbH, Arbeiterwohlfahrt und Flughafen Mönchengladbach - auszutauschen.

So viel sei vorweg verraten: Es gibt nicht den einen Weg ins Management, die Ausbildungswege sind vielfältig. Auch wenn alle Manager mit Planung, Organisation, Führung und Controlling beschäftigt sind, unterscheiden sich die Aufgaben und Anforderungen je nachdem, in welcher Branche und in welchen Bereichen man arbeitet. Denn: Unter Managern versteht man nicht nur die Vorstandvorsitzenden oder Geschäftsführer großer Konzerne, gemanagt wird letztlich auf allen Unternehmenseben. Je nach Position in der Unternehmenshierarchie haben Manager dann mehr oder weniger weitreichende Entscheidungsbefugnisse.

Manager gibt es in nahezu allen Branchen: im Finanzwesen, in Industriebetrieben, im Marketing, in Social-Media-Unternehmen oder im Handwerk. Sie alle arbeiten daran, Unternehmensziele zu erreichen. Das können wirtschaftliche Erfolge sein aber auch non-profit-Ziele wie die Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Gesundheitsbranche.

In hohen Führungspositionen verfügen die meisten Manager über einen Studienabschluss. Nicht selten haben sie auch promoviert, also einen Doktortitel erworben. Dabei sind die Studienabschlüsse vielfältig. Neben den obligatorischen Absolventen der Wirtschaftswissenschaften finden sich häufig auch Ingenieure in Managementpositionen, die über Tätigkeiten in Entwicklungsabteilungen ins Management gelangt sind. Auch Geistes- und Naturwissenschaftler finden sich im Management. Aber auch der nicht-akademische Weg führt in Managementpositionen - über eine Berufsausbildung, praktische Erfahrung und Weiterbildung können Führungspositionen erreicht werden.

Mitbringen sollte man unabhängig vom Ausbildungsweg auf jeden Fall Kommunikations- und Organisationstalent, analytisches Denken und eine Affinität zu Zahlen. Eine hohe Sozialkompetenz ist unabdingbar, schließlich hat man mit Menschen zu tun. Auch eine gewisse Stressresistenz ist nötig, schließlich muss ein Manager auch unbequeme Entscheidungen treffen können.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen März 2022)

Besteht der Wunsch, Lehrer oder Lehrerin zu werden, müssen zunächst ganz viele Fragen geklärt werden. Dazu gehört nicht nur die Frage nach den möglichen Studienfächern, sondern ganz grundlegend auch diese: Mit welchem Alter von Kindern kann ich am besten umgehen? Fangen wir mit dem heutigen Blog-Beitrag bei den Jüngsten an, in der Grundschule.

Als Lehrerin oder Lehrer an einer Grundschule muss man motiviert sein, Wissen zu vermitteln, zugleich aber auch Spaß daran haben, Kinder spielerisch ans Lernen heranzuführen. Deshalb ist die Frage, die man sich beantworten muss, so wichtig, ob man sich eher vorstellen kann, Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene zu unterrichten. Von der Antwort nämlich hängt bereits die Studienwahl ab, ob man später an eine Grundschule, in die Sekundarstufe I und II oder an eine Berufsschule gehen will. Ich rate immer dazu, ein Praktikum und möglicherweise sogar einen Freiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Schule zu machen. Dabei erfährt man einen Perspektivwechsel: vom Schüler, der man bisher ist, zum Lehrer, der man werden will. Ich kenne junge Erwachsene, die das gemacht haben, die an einer Schule den Lehrerinnen und Lehrern zugearbeitet und in Projekten mitgearbeitet haben – nicht alle von ihnen haben dabei festgestellt, dass der Lehrerberuf für sie die richtige Wahl ist. Lehrer ist ein herausfordernder Beruf. Und bei Grundschullehrern sind vielleicht sogar noch einmal mehr soziale und kulturelle Kompetenzen gefordert, weil die Klassen sehr heterogen zusammengesetzt sein können.

Grundschullehrer und -lehrerinnen studieren alle Deutsch und Mathematik, und das auf demselben Niveau wie im Sek-I-Studium. Dazu kommen zur Auswahl Sachkunde, Religion und Englisch sowie nach bestandenem Eignungstest Sport, Musik oder Kunst. Sachkunde besteht im Studium übrigens aus einer Kombination aus Vorlesungen in Bio, Chemie, Physik und Erdkunde. Die eigenen Interessen und Fähigkeiten sollte bei der Auswahl der Uni bedacht werden, da man im Grundschul-Lehramtsstudium in Köln beispielsweise mit den Mathematikstudenten zusammen in Vorlesungen sitzt, andernorts wie in Wuppertal hingegen eigene Gruppen gebildet werden.

Der pädagogische und didaktische Anteil im Studium ist für Grundschulen höher als ansonsten. Ein wichtiges, grundsätzliches Thema dabei ist: Wie können Kinder das Lernen lernen. Studiert werden sechs Semester bis zum Bachelor und danach vier Semester bis zum Master. Ist das geschafft, folgt das Referendariat, das je nach Bundesland 18 bis 24 Monate dauert und mit der Staatsprüfung abschließt. Das Studium beinhaltet einen Praxisanteil, wozu unter anderem ein außerschulisches Berufsfeldpraktikum gehört, das den Blick weiten soll. Vor Studienbeginn ist zunächst aber ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum zu absolvieren, und manche Hochschulen bieten zusätzlich Orientierungstests an, um bei der Berufswahl zu unterstützen.

Studiert werden kann für das Grundschul-Lehramt in einer Reihe von Hochschulstädten. In der Nähe von Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss sind das unter anderem Köln, Münster, Wuppertal und Dortmund. Informationen im Überblick bietet im Internet unter anderem das NRW-Schulministerium, das auf www.lehrer-werden.nrw auch über die Aussichten informiert: Welche Fächer sind gefragt, an welchen Schulformen wird was gesucht. Sicher ist derzeit aber: Grundschullehrer und -lehrerinnen werden händeringend gebraucht. Das gilt im Übrigen auch für die, die das Lehramt mit einem sonderpädagogischen Schwerpunkt studieren wollen.

Wenn Euch interessiert, wie eine Referendarin an einer Grundschule ihren Alltag erlebt, könnt Ihr von Lisetta Hülsmeyer ganz persönliche Eindrücke auf abi.de lesen.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im April 2021)

Wer sich für ein Medizinstudium interessiert, kommt um die Internetseite hochschulstart.de nicht herum. Wer sich dafür interessiert, kommt außerdem nicht umher, sich intensiv mit dem sogenannten Medizinertest zu beschäftigen. Wieso beides so ist, erkläre ich in diesem Blog-Text von "Gut beraten ins Berufsleben starten".

Relativ komfortabel finde ich auf der Seite hochschulstart.de oben rechts in einem Hinweiskasten einen Link zu allen Informationen, die ich benötige, wenn ich mich um einen Studienplatz in Human-, Tier-, Zahnmedizin oder Pharmazie bewerben möchte. Von dort aus erfolgt für jeden, der sich interessiert, der Einstieg in das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH). Auf die wesentlichen Punkte konzentriert wird an dieser Stelle zunächst aber einmal erklärt, nach welchen Kriterien die Zulassung für ein Medizinstudium erfolgt: 30 Prozent aller Studienplätze werden streng nach der im Abitur erzielten Punktzahl vergeben, die noch genauer ist als der Abi-Schnitt. Weitere zehn Prozent aller Studienplätze werden von den Universitäten nach der "zusätzlichen Eignungsquote" vergeben. Dabei legen die Hochschulen ausschließlich notenunabhängige Kriterien an, wozu eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung im medizinischen Bereich gehören können oder der "Test für Medizinische Studiengänge", kurz Medizinertest genannt. Welche Kriterien herangezogen werden, kann zwischen den Universitäten variieren. Die restlichen 60 Prozent aller Studienplätze werden auf Basis der „Hochschulquote“ vergeben, wozu beispielsweise für Humanmedizin mindestens zwei schulnotenunabhängige Kriterien in Kombination mit den Abi-Punkten gebracht werden. Angerechnet werden beispielsweise der Medizinertest, ein anerkannter Freiwilligendienst, ein Preis bei einem bundesweiten Schülerwettbewerb mit naturwissenschaftlichem Hintergrund, eine Berufsausbildung im Medizinsektor oder ein Interview zur Eignungsabfrage, letzteres allerdings nur in Greifswald und Dresden.

Wenn ich mir die Auswahlkriterien der deutschen Hochschulen ansehe, stellte ich schnell fest, dass der "Test für Medizinische Studiengänge" eine erhebliche Rolle spielt und neben den Punkten im Abitur ein sehr wichtiges Kriterium ist. Was sich hinter dem stark naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizinertest verbirgt, werde ich als Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss regelmäßig gefragt: Innerhalb von gut sechs Stunden müssen neun Aufgabenfelder mit möglichst hoher Punktzahl bewältigt werden. Es gilt, Muster zuzuordnen, Textverständnis zu beweisen, Diagramme und Tabellen zu verstehen sowie medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis zu zeigen. Getestet werden die Problemlösungskompetenz und die Merkfähigkeit, wobei ich zum Beispiel innerhalb von sechs Minuten 15 Fallbeispiele lesen und mir einprägen muss – nach einer Unterbrechung durch ein anderes Aufgabenfeld muss ich anschließend Fragen zu diesen Fallbeispielen beantworten können. Höchst anspruchsvoll finde ich auch einen Aufgabenbereich, in dem ich zwei Abbildungen eines durchsichtigen Würfels sehe, in dem ein Schlauch-Gebilde liegt. Während das erste Foto von vorne fotografiert ist, muss ich beim zweiten Foto erkennen, aus welcher Perspektive es aufgenommen worden ist.

Abgelegt werden kann der Medizinertest bisher einmal im Jahr im Mai an unterschiedlichen Tagen und an verschiedenen Standorten in Deutschland (ab 2022 an einem Termin  im Frühjahr und einem im Herbst). Absolvieren kann ich den Test nur einmal im Leben, was bedeutet, dass ich meine Chancen auf einen Studienplatz in Medizin erheblich minimiere, wenn ich bei diesem Test schwach abschneide (ab 2022 wird eine Wiederholung innerhalb eines Jahres erlaubt sein). Deshalb rate ich immer dazu, diesen Test nicht im selben Jahr wie das Abitur abzulegen, damit ich mich in der Vorbereitung sowohl auf gute Schulnoten als auch auf ein gutes Testergebnis konzentrieren kann. Denn: Die Zahl der an einem Studium der Medizin und Pharmazie Interessierten kann sich sehen lassen, im Studiengang Humanmedizin wurden zum Wintersemester 2020/21 beispielsweise 49.885 Bewerberinnen und Bewerber für 9.660 Studienplätze an 38 deutschen Hochschulen registriert. Deshalb gilt, sich gut vorzubereiten. Im Buchhandel gibt es dazu entsprechende Lernmittel, und die Hochschulen bieten auf ihren Internetseiten gesonderte Informationsbroschüren an. Rat bietet außerdem die Berufsberatung der Agentur für Arbeit an.

Von Kristina Wintzen

(erschienen Oktober 2021)

Der Hochschulstart erfolgt nicht mit der Einschreibung, sondern mit der Vorbereitung auf die Einschreibung. Liegt auf dem Wunschfach ein Numerus clausus, kurz NC, beeinflusst dies das Bewerbungsverfahren. „Einschreiben, aber richtig“ heißt dieser Blog-Beitrag von „Gut beraten ins Berufsleben starten“, weil es gar nicht so einfach ist, das Einschreibeverfahren auf Anhieb richtig zu verstehen.

Es gibt zwei Wege, sich an einer Universität oder Hochschule zu bewerben. Eigentlich. Tatsächlich aber sind es eher vier Wege. Und nun ahnt Ihr schon, dass „Einschreiben, aber richtig“ ein komplexes Thema ist.

Einfach ist es bei Fächern, auf denen kein Numerus clausus (Zulassungsbeschränkung) liegt und für die man sich direkt an der Uni oder Hochschule bewerben kann. Mit etwas Recherche weiß man schnell, was wo gilt. Die Einschreibung erfolgt in dieser Konstellation in der Regel per Einschreiben.

Dann gibt es Hochschulen und Universitäten, die das Einschreiben für Fächer mit Numerus clausus selbst organisieren. Und dann gibt es Hochschulen und Unis, die diese Aufgabe für NC-Fächer an das Internetportal hochschulstart.de vergeben haben. Das gilt beispielsweise für die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für Betriebswirtschaftslehre oder an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach für das Fach Soziale Arbeit.

Der vierte Weg gilt bundesweit für Pharmazie und Medizin, sowohl Human- und Zahn- als auch Tiermedizin. Auf diesen Fächern liegt ein NC, und sie werden ausschließlich über das Internetportal hochschulstart.de vergeben.

Zu wissen, welcher Zugangswege für einen gilt, ist allerdings erst der Anfang. Zumindest für Fächer mit Numerus clausus. Für Medizin und Pharmazie gilt zusätzlich: 30 Prozent der Studienplätze erhalten die jahrgangsbesten Bewerber*innen, und bei 10 Prozent geben der Medizinertest, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine beispielsweise bereits absolvierte Ausbildung im Sozialen den Ausschlag. Die verbleibenden 60 Prozent der Studienplätze werden nach weiteren Kriterien der jeweiligen Hochschule vergeben. Wie genau das funktioniert, erklären Euch anhand Eurer individuellen Situation gerne die Abi- und Berufsberater*innen der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss.

Bei anderen Fächern, auf denen ein NC liegt und die über hochschulestart.de besetzt werden, gehen 20 Prozent der Studienplätze an die jahrgangsbesten Bewerber*innen, und 80 Prozent werden über hochschuleigene Auswahlverfahren verteilt. Zum Tragen kommen können dabei beispielsweise auch Wartezeiten, eine Zeit bei der Bundeswehr oder eine abgeschlossene Ausbildung. Hier müssen Abiturient*innen einfach Zeit für die Recherche einplanen und die Internetseite von jeder in Frage kommenden Hochschule besuchen, da es leider nicht die eine große Plattform gibt, die alle Informationen zusammenfasst.

Auf hochschulstart.de können Abiturient*innen bis zu zwölf Studienfächer auswählen, plus dazu ein Ranking der gewünschten Studienorte erstellen. Nach Ende der Bewerbungsfrist – in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie auf den 31. Juli verschoben – erhalten die Bewerber*innen per E-Mail Hochschulvorschläge. Die gilt es dann anzunehmen oder abzulehnen, wenn man noch auf eine bessere Alternative warten möchte. Nicht angenommene Studienplätze gelangen anschließend in ein Nachrückverfahren, und sollte es danach noch Restplätze geben, werden diese über die Internetseite hochschulkompass.de verlost; die bundesweite Börse öffnet in diesem Jahr am 1. August.

Manchmal steht einem Hochschulstart im Wunschfach der Abi-Schnitt im Weg. In den nächsten Wochen solltet Ihr also sowohl Euren Studienplan vorantreiben als auch einen Plan B entwickeln. Wie der aussehen könnte? Denkt über Alternativen nach. Funktioniert es zum Beispiel mit Rechtswissenschaften (Jura) nicht, könnte vielleicht Wirtschaftsrecht etwas sein, das beispielsweise in Aachen gelehrt wird. Macht Euch auch Gedanken über den Studienort. Einige Städte sind so beliebt, dass dort der Numerus clausus entsprechend höher als andernorts liegt. Vielleicht ist aber auch ein Studium in einem Nachbarland etwas für Euch. Die Niederlande sind beispielsweise NC-frei. Eine weitere Alternative könnte auch eine Ausbildung sein. Oder ihr verschiebt den Hochschulstart, wenn Ihr jetzt nicht den für Euch passenden Platz findet. Manchmal ist der Numerus clausus zum Start des Sommersemesters niedriger als jetzt zum Start in das Wintersemester – nicht alle Studiengänge haben allerdings einen Beginn zum Sommersemester.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im Juli 2021)

Abitur und gute Noten reichen nicht für jeden Studienwunsch aus. Wer ein Instrument spielt und Musik studieren möchte, muss zuvor eine Eignungsprüfung ablegen. Das trifft auch auf andere Studienfächer zu, von denen einige im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" vorgestellt werden sollen.

Nummer 40

Musik kann man studieren, um in einem Berufsorchester zu spielen oder um ein solches zu dirigieren, um junge Menschen zu unterrichten, um auf einer Opernbühne zu singen oder um eine Oper zu komponieren. Für alle Studiengänge, die praktisch-künstlerisch oder musikpädagogisch ausgerichtet sind, muss zuvor eine hohe Hürde genommen werden: Die auf den Studiengang bezogene künstlerische Eignung muss in Prüfungen nachgewiesen werden. Erwartet werden eine bildungsfähige Singstimme beziehungsweise das Beherrschen eines Haupt- und Nebeninstruments, gutes Gehör und Kenntnisse in der Musiktheorie.

Vor eine Auswahlkommission treten auch junge Menschen, die Schauspiel oder Tanz studieren möchten. Sie müssen Vorsprechen, Vorspielen oder Vortanzen, was Geduld und Durchhaltevermögen erfordert, bis man an einer Schauspielschule aufgenommen wird oder seinen Platz an einer künstlerischen Hochschule gefunden hat. Wie bei der Musik gilt es auch hier, früh Bühnenerfahrung zu sammeln, um so gut wie möglich auf die Eignungsprüfung vorbereitet zu sein.

Eine Eignungsprüfung kann auch denen abverlangt werden, die Architektur studieren möchten. Hierzu muss meist eine Mappe mit Arbeitsproben eingereicht werden. Manchmal wird einem auch von einer Kommission an einem Prüfungstag ein Thema gestellt, das man an der Hochschule innerhalb einer vorgegeben Zeit abarbeiten muss. Daran anschließend folgt meist noch ein Auswahlgespräch. Eher technisch ausgerichtete Studiengänge im Bereich der Architektur verzichten meist auf Eignungsprüfungen.

Komplett durchgetestet werden an den meisten Hochschulen künftige Sportstudenten. Die Deutsche Sporthochschule Köln ist nicht nur die einzige deutsche Sportuniversität, sondern in unserer Region die erste Anlaufstelle für junge Erwachsene, die Sport studieren wollen. Wer dort die Sporteignungsprüfung erfolgreich absolviert hat, kann sich diese in der Regel auch an anderen Hochschulen anerkennen lassen, um dort zu studieren. Die nächste Eignungsfeststellung findet vom 7. bis 10. Februar 2022 statt. Die Anmeldeplattform ist bis zum 15. Dezember 2021 geöffnet. Bis dahin muss die Anmeldung vollständig bei der Deutschen Sporthochschule Köln abgegeben sein. Wer zu dieser Prüfung oder zu anderen Eignungstests für Sportstudiengänge zugelassen wird, kann sich auf einen Tag voller sportlicher Herausforderungen einstellen, wobei es meist nicht ausreicht, nur in einer Sportart gut zu sein.

Wer ein Kunststudium anstrebt, muss seine besonderen Fähigkeiten ebenfalls zuvor unter Beweis stellen. Je nach Hochschule wird eine Mappe mit 10 bis 20 künstlerischen Arbeiten gefordert, die einzureichen ist. Wird dieses Portfolio erfolgreich bewertet, wird man zu einem Prüfungstag eingeladen, an dem Aufgaben zu meistern und ein Auswahlgespräch zu bewältigen sind. Ähnlich sieht es in Design-Studiengängen aus. Wer sich dafür interessiert, dem bietet die Hochschule Niederrhein in Krefeld und Mönchengladbach den besonderen Service der Mappenberatung an. Was genau in einer Mappe enthalten sein muss, die für ein Kunst- oder Design-Studium eingereicht werden müssen, variiert und ist an der jeweiligen Hochschule zu erfragen.

Um bestimmte Fächer studieren zu dürfen, können zuvor auch Sprachtests erforderlich sein. Beispielsweise muss das Latinum nachgewiesen oder nachgeholt werden. In der neueren Philologie können aber auch beispielsweise Englischtests beziehungsweise der Nachweise über bestandene Sprachzertifikate gefordert sein, von denen einige bereits während der Schulzeit gemacht werden können. Eine Studienberatung, wie sie jede Hochschule oder übergreifende die Agentur für Arbeit anbietet, kann bei der Orientierung helfen.

Von Sandra Inderfurth
und Kerstin Saß

(erschienen November 2021)

Mönchengladbach ist Hochschulstandort mit Tradition und Größe. Und das Studieren in der Heimatstadt ist – nicht zuletzt wegen des umfangreichen Studienangebots und der Möglichkeit „dual“ zu studieren – sehr beliebt. Alles Gründe, warum Oberstufenschüler mich als Berufs- und Studienberaterin regelmäßig zur Hochschule Niederrhein befragen.

Die Hochschule Niederrhein ist mit über 14.000 Studierenden eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Sie bietet an ihren Standorten in Mönchengladbach und Krefeld rund 80 Bachelor- und Master-Studiengänge, aufgeteilt auf zehn Fachbereiche, an. Während in Krefeld überwiegend die technischen Studiengänge, Informatik, Gesundheitswesen, Chemie und Design angesiedelt sind, hat die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach die Wirtschaftswissenschaften, Oecotrophologie, Sozialwesen, Textil- und Bekleidungstechnik konzentriert.

Der volle Name der Hochschule lautet: Hochschule Niederrhein –University of Applied Sciences. Die Hochschule verfolgt also einen anwendungsorientierten wissenschaftlichen Ansatz, das Studium orientiert sich stärker an den Anforderungen der Praxis. Das heißt auch, dass die Dozenten und Professoren aus der beruflichen Praxis kommen, dort schon ihren Weg gegangen sind. Die etwas älteren Mönchengladbacher wissen vielleicht noch, dass die Hochschule Niederrhein früher Fachhochschule geheißen hatte. Tatsächlich reichen ihre Wurzeln sogar noch weit über das Gründungsjahr 1971 zurück. Und zwar bis 1855, als die Crefelder Höhere Webeschule gegründet worden war.

Den größten Fachbereich bilden die Wirtschaftswissenschaften. Dazu gehören in Mönchengladbach neben Betriebswirtschaft (BWL) beispielsweise Studienangebote wie Wirtschaftsinformatik oder Sales und Marketing. Ein umfangreiches Programm bietet auch der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik, dieser lockt neben heimischen Studenten auch zahlreiche Studierende aus dem Ausland. Zum Fachbereich Sozialwesen gehören der Studiengang Soziale Arbeit, aber auch Kulturpädagogik und Kindheitspädagogik werden hier angeboten. Unter Oecotrophologie sind die Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften zu verstehen. Es ist spannend, sich an der Hochschule Niederrhein einmal genauer umzuschauen.

Dafür gibt es, abgesehen von der Fächervielfalt, vielerlei Gründe. So bietet die Hochschule neben den klassischen Vollzeitstudiengängen auch Teilzeitstudiengänge und einige berufsbegleitende Studiengänge. Wer noch zwischen einer Ausbildung und einem Studium schwankt, findet mit den dualen Studienangeboten die Möglichkeit, beides zu verbinden (Studium mit Ausbildung oder Studium mit Trainee). Handwerklich Interessierte haben sogar die Möglichkeit in einem trialen Studium drei Abschlüsse zu erwerben (Abschluss einer handwerklichen Ausbildung, Meisterbrief, Bachelor in Betriebswirtschaft).

Wer ein Studium anstrebt, sollte sich früh informieren, da es im Vorfeld einiges zu bedenken gibt. Zum Beispiel die Fragen, ob für den gewünschten Studiengang Zulassungsbeschränkungen bestehen oder ob vor Studienbeginn ein Praktikum zu absolvieren ist; wie bei Sozialer Arbeit an der Hochschule in Mönchengladbach. Vor der Aufnahme eines Design-Studiengangs ist beispielsweise eine künstlerisch-gestaltende Aufnahmeprüfung abzulegen. Die landesweiten „Wochen der Studienorientierung“ bieten bis zum 5. Februar die Möglichkeit, sich gebündelt zu informieren. Die Hochschule Niederrhein bietet dazu digital Schnuppervorlesungen, Workshops, Mappenberatung für Design-Studiengänge, Videochats und Info zur Studienfinanzierung an – Informationen dazu gibt es hier . Und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach hat drei Wochen lang eine Hotline geschaltet, an der Montag bis Freitag zwischen 10 und 15 Uhr unter 02161 4042500 zu Fragen rund ums Studium an Hochschulen und Universitäten informiert wird. Zusätzlich bieten die Berufs- und Studienberater der Arbeitsagentur in dieser Zeit Videochat-Beratungen an. Dazu können Terminanfragen an moenchengladbach.berufsberatung@arbeitsagentur.de gerichtet werden.

Von Sandra Inderfurth

(veröffentlicht im Januar 2021)

Bald starten die Erstsemester an den Hochschulen und Universitäten. Nicht alle haben bislang allerdings einen Studienplatz bekommen, manch ein junger Erwachsener wartet noch auf seine Zusage (oder eine Absage). Panik ist aber nicht angesagt. Noch bis in den Oktober hinein können einzelne Studienplätze zugeteilt werden. Es gibt noch Chancen, und es gibt Alternativen. Darüber möchte ich als Studien- und Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" aufklären.

Viele junge Erwachsene bewerben sich an mehreren Universitäten oder Hochschulen, um ihren Studienbeginn abzusichern. Das hat zur Folge, dass bei mehreren Studienplatzzusagen nicht benötigte Studienplätze nicht angetreten werden und somit wieder zur Verfügung stehen. Diese Studienplätze können dann in Nachrückverfahren vergeben werden. Wer bis jetzt noch keine Zusage oder nur Absagen bekommen hat, muss folglich nicht in Panik verfallen, da die Chance besteht, einen dieser Plätze zu erhalten. Dieses Verfahren kann sich zeitlich manchmal sogar bis über den Vorlesungsstart hinausziehen. Letzte Studienplätze können dann noch verlost werden. Über die Studienplatzbörse der Internetplattform www.hochschulkompass.de können Reststudienplätze von August bis Oktober (und für das Sommersemester von Februar bis April) veröffentlicht werden.

Auch für Bewerber, die sich für ihren Studienplatz über die Internetplattform hochschulstart.de bewerben mussten, können Studienplätze im sogenannten koordinierten Nachrücken vergeben werden, die Informationen hierzu finden sich unter www.hochschulstart.de.

Meine erste Botschaft lautet somit: Nicht in Panik verfallen! Und meine zweite: Macht Euch mit dem Nachrück- und dem Losverfahren vertraut. Schaut außerdem immer mal wieder auf die Studienplatzbörse von hochschulkompass.de, weil dort auch die noch unbesetzten Studienplätze eingestellt werden können, die keiner Zulassungsbeschränkung unterliegen.

Meine dritte Botschaft ist: Geht zur Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit und lasst Euch dabei helfen, in die Analyse zu gehen, weshalb es noch nicht funktioniert hat, einen Studienplatz zu bekommen. Hat vielleicht der Abi-Notendurchschnitt für die Wunsch-Uni nicht gereicht? Hätte man mit seinem Wunsch-Studienfach und seinem Notendurchschnitt vielleicht an einer anderen Hochschule die Chance gehabt, einen Platz zu bekommen? Sollte man sich darauf zum nächsten Semester einstellen? Hinterfragen sollte man gemeinsam außerdem noch einmal, was man mit seinem Studium erreichen möchte. Und dabei sollte man betrachten, ob das Ziel gegebenenfalls über andere Studienwege erreicht werden kann – vielleicht auch über einen zulassungsfreien Studiengang?

Hat es mit dem Studienbeginn zum Wintersemester nicht funktioniert, sollte der Blick auf das Sommersemester gerichtet werden. Hier können Zulassungsvoraussetzungen günstiger sein; allerdings muss man auch wissen, dass nicht alle Fächer zum Sommersemester starten. Passte der Abi-Schnitt so gar nicht zum angestrebten Studium, steht die Frage nach Alternativen zur Diskussion. Gibt es alternative Studienfächer, die Spaß machen könnten? Wäre ein duales Studium etwas oder vielleicht eine Ausbildung? Wäre ab dem nächsten Semester vielleicht ein Studium im Ausland eine Alternative? Von Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis Neuss aus bieten sich die Niederlande aufgrund der Pendelnähe geradezu an, hier werden auch englischsprachige Studiengänge angeboten. Ein Blick über die Landesgrenze kann sich lohnen, zumal der Studienzugang in den Niederlanden anders geregelt ist.

Sollte es mit dem Studienplatz jetzt nichts werden, sollte die freie Zeit als gewonnene Zeit betrachtet werden. In der kann man arbeiten und Geld zur Seite legen, da ein Studium durchaus teuer ist. In der kann gegebenenfalls noch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst absolviert werden. In der kann man auch Praktika machen und so Erfahrungen in dem Berufsfeld sammeln, auf das man hin studieren möchte.

Meine vierte Botschaft lautet abschließend: Denkt über Alternativen nach. Schaut Euch Studienangebote und Hochschulstandorte an, zum Beispiel über www.studienwahl.de. Klickt Euch auf www.abi.de durch die Seiten von „Hochschulpanorama“, auf denen Ihr Eindrücke von anderen Hochschulstandorten als den bisherigen Wunsch-Orten bekommt; man kann schließlich vor der Studienplatz-Bewerbung nicht überall hinreisen, um zu schauen, wo es einem gefällt.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen September 2021)

Du hast dich für einen Studienplatz beworben und gerade eine Absage erhalten? Geh zur Berufsberatung der Arbeitsagentur vor Ort und lass dich beraten. Dort wird man dir viele Fragen stellen, damit du Antworten auf die Frage findest, wie du dich und deine beruflichen Wünsche neu fokussieren kannst. Den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" widme ich diesmal diesen Fragen und ersten Lösungsansätzen.

Nummer 74

Für welches Studienfach hast du dich beworben? Wie war dein Notendurchschnitt im Abitur? Konntest du andere Voraussetzungen, wie ein studienvorbereitendes Praktikum, nicht erfüllen? Als Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss stelle ich viele Fragen, wenn junge Menschen zu mir kommen, weil sie keinen Studienplatz zugesagt bekommen haben. Auf möglichst viele dieser Fragen solltest du Antworten finden, um dich auf den nächsten Anlauf neu zu konzentrieren.

Warum willst du ein bestimmtes Fach studieren, hast du die richtigen Vorstellungen von einem Studium oder wäre ein anderes Fach für dich möglicherweise passender? Warst du bei der Bewerbung auf den Studienplatz ausreichend vorbereitet? Hast du zuvor die Hochschulberatung in Anspruch genommen oder könnte sie dir jetzt helfen? Warum genau hast du dich für den gewählten Studienort entschieden? Lag er vielleicht in räumlicher Nähe, weil du dich mit 18 Jahren vielleicht noch zu jung dafür gefühlt hast, um von zu Hause wegzugehen? Wärst du gegebenenfalls nächstes Jahr dazu bereit und könntest dir vorstellen, dann aus den nordrhein-westfälischen Ballungsgebieten zu ziehen, da das anderswo höhere Chancen auf eine Studienplatzzusage bedeuten könnte?

Solche Beratungsgespräche sind eine sehr individuelle Sache, da es darum geht, viele Fragen zu stellen, Antworten zu suchen und Lösungen zu finden, die zu jedem Einzelnen passen. Wir müssten hinterfragen, wie knapp die Absage gewesen ist. Wenn es arg knapp war, kann es sinnvoll sein, Wartezeit für einen neuen Anlauf zu sammeln. Dann solltest du dich fragen, wie du diese Zeit gestalten möchtest. Möchte ich die Zeit in eine Ausbildung investieren und erste Berufserfahrungen sammeln oder leiste ich zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr ab, was je nach Fach und Studienort "Sonderpunkte" bei der nächsten Bewerbung geben kann?

War die Absage nicht ganz so knapp, solltest du mit deiner Berufsberatung auch diese Fragen besprechen: War das dein einziges berufliches Interesse? Gibt es andere, vielleicht noch passendere Interessen? Dazu würden wir uns anschauen, wie in diesen Bereichen die Chancen stehen – Anregung können wir uns dabei über das Internetportal berufenet einholen. Dort gibt man das gewünschte Studienfach ein und erhält zusätzlich nahe, verwandte Studienvorschläge. Nehmen wir Humanmedizin als Beispiel: Dort kommen Hinweise unter anderem auf Biomedizin, Hebammenkunde, Neurowissenschaften, Sanitätsrettungswesen, Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie. Auf diese Weise können wir neue Perspektiven eröffnen und darüber ins Gespräch kommen, welche Alternativen für dich denkbar sind, wenn es in diesem Jahr noch keine Zusage für einen Studienplatz gegeben hat.

Sicherlich, das braucht seine Zeit. Neue Ideen entwickeln sich meist nicht auf die Schnelle. Es lohnt sich aber, diese Zeit in eine Berufs- und Studienberatung bei der Arbeitsagentur zu investieren. Wir können mit vielen Informationen weiterhelfen, stellen viele Fragen und helfen dir, die für dich passenden Antworten zu finden. Manchmal gibt es einfache Lösungen, oft sind sie aber komplexer. Ruf die Berufsberatung kostenfrei unter 0800 4555500 an, mach mit uns einen Termin aus und lass uns gemeinsam Strategien entwickeln.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen Oktober 2022)

Arbeiten im Öffentlichen Dienst kann vielerlei bedeuten, so unterschiedlich sind die Arbeitsverhältnisse. Denn Öffentlicher Dienst ist zunächst einmal ein Sammelbegriff für all die Behörden und Institutionen, die ein Staat benötigt, um zu funktionieren. Ich werde entsprechend der Fülle an Informationen sicherlich noch einige Male im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" auf die Berufschancen im Öffentlichen Dienst kommen – dieses Mal geht es um das duale Studium.

Gerade Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe II fragen oft nach den dualen Studienmöglichkeiten, die der Öffentliche Dienst bietet. Als Berufsberaterin der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss muss ich weniger beantworten, was Angestellte und Beamte im Öffentlichen Dienst machen. Das weiß jeder, da jeder schon mal Kontakt zu einer Stadtverwaltung, zum Straßenverkehrsamt, zur Polizei oder mit uns, der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit, hatte. Vielmehr geht es um Fragen, welche Fähigkeiten mitgebracht werden sollten und was getan werden muss, um einen dualen Studienplatz im Öffentlichen Dienst zu bekommen.

Mitbringen sollten Bewerber einen gewissen Ordnungssinn und den Willen, sehr genau zu arbeiten. Denn: Ganz viel geht es darum, Regeln und Gesetze anzuwenden oder umzusetzen, aber auch darum, die Anwendung oder Umsetzung zu dokumentieren. Dabei ist stets große Genauigkeit gefragt, um Rechtssicherheit zu gewährleisten. Benötigt werden außerdem ein Fachabitur oder das Abitur sowie eine deutsche Staatsangehörigkeit. Eine gute gesundheitliche Konstitution ist zusätzlich vonnöten, weil vor der Einstellung eine Gesundheitsprüfung erfolgt, da nach dem dreijährigen dualen Studium eine Verbeamtung auf Lebenszeit das Ziel ist.

Ein duales Studium im Öffentlichen Dienst bedeutet, sich bereits während dieser Zeit in eine Fachrichtung zu spezialisieren. In unserer Region werden Fachhochschulen in Duisburg und Mülheim/Ruhr besucht, an denen Rechts- und Betriebswissenschaften als mögliche Fachrichtungen zur Auswahl stehen – was für junge Leute immer auch eine Alternative zum Jura- oder BWL-Studium sein kann. Eine weitere mögliche Fachrichtung ist die Verwaltungsinformatik – die Digitalisierung ist ja gerade ein noch wichtiger gewordenes Thema in Behörden und staatlichen Institutionen. Drei Jahre dauert das duale Studium, und es endet mit einer Laufbahnprüfung. Duale Studierende im Öffentlichen Dienst haben anschließend hervorragende Chancen auf eine vielversprechende Karriere mit spannenden Aufgaben. Schließlich geht es nach dem Studium erst richtig los, folgen Fortbildungen und Spezialisierungen, um eine Stelle in einem Wunscharbeitsumfeld zu erlangen. Viele verbinden mit dem Öffentlichen Dienst berufliche Sicherheit. Das stimmt. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Entwicklungschance, die Vielzahl an möglichen Arbeitsfeldern und nicht zuletzt Chancen, die sich aus den angebotenen unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen ergeben.

Aber noch mal zurück auf Anfang. Ihr interessiert Euch für ein duales Studium im Öffentlichen Dienst? Wir Berufsberater der Arbeitsagentur beraten Euch dazu gerne. Immerhin sind die Auswahlverfahren nicht ohne. Mathefähigkeiten werden gefordert. Die Ausdrucksweise wird geprüft. Ein Diktat wird geschrieben. Das alles mit klaren Zeitlimits. Zusätzlich gibt es Gespräche in kleinen Gruppen, in denen politische und gesellschaftliche Themen angesprochen werden und Grundzüge des Bürgerlichen Rechts oder des Verwaltungsrechts anklingen. Eine Diskussionsfrage könnte zum Beispiel lauten: Was hat das Tempolimit auf Autobahnen gemeinsam mit dem Rauchverbot in Gaststätten? Man kann sich auf diese Auswahlverfahren vorbereiten. Die Berufsberatung unterstützt dabei mit vielen Informationen.

Informationen und Beratung können aber auch wichtig sein, um überhaupt erst die zu einem passende Behörde oder Institution zu finden. Stadtverwaltungen sind große Arbeitgeber vor Ort. Duale Studiengänge mit einem Bachelor-Abschluss bieten zum Beispiel aber auch die Finanzverwaltung des Landes, die Deutsche Rentenversicherung, der Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst sowie Bundesbehörden wie das Deutsche Patent- und Markenamt oder das Kraftfahrt-Bundesamt an – und auch die Bundesagentur für Arbeit bietet duale Studiengänge (mit einem vier- bis sechswöchigen Auslandspraktikum) an, die in ein Angestelltenverhältnis führen. Möglich sind hier die Fachrichtungen "Arbeitsmarktmanagement" und "Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung"  Eine junge Kollegin aus Mönchengladbach hatte darüber im vergangenen Herbst einen kleinen Film für die digitale Berufsbildungsmesse www.beruf-konkret.de in Mönchengladbach gedreht.

Von Kerstin Saß

(veröffentlicht im April 2021)

Nummer 76, Januar 2023

Praktika sind wichtig, um eine erfolgreiche Berufswahl treffen zu können. Praktika können aber auch wichtig sein, um einen Schulabschluss so zu ergänzen, dass ihr am Ende die volle Fachhochschulreife erlangt habt. Um euch zu erklären, in welchen Fällen das möglich ist, habe ich diesmal den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" reserviert.

Beim Besuch einer Höheren Berufsfachschule ist ein 24-wöchiges Praktikum nötig, um die volle Fachhochschulreife zu erlangen. Dieses Praktikum muss zum Bildungsgang passen, das heißt: Wer beispielsweise die Höhere Handelsschule besucht, muss das Praktikum im kaufmännischen  Bereich absolvieren. Habt ihr zum Schluss die volle Fachhochschulreife in der Tasche, ist damit an der Fachhochschule dann allerdings keine Fachbindung mehr verbunden. Ihr könnt studieren, was ihr möchtet.

Wichtig bei den Praktika, die einen Schulabschluss zur vollen Fachhochschulreife ergänzen, sind ein paar Punkte, die zu beachten sind: 1) Bei Höheren Berufsfachschulen läuft die Anerkennung des Praktikums über die Schule. Deshalb ist es ratsam, dort vorab und rechtzeitig nachzufragen, ob der geplante Praktikumsplatz anerkannt werden kann. 2) Ihr macht ein sogenanntes gelenktes Praktikum. Das heißt, dass es je nach Fachbereich vorgegebene Lern- und Arbeitsinhalte gibt, dass nach der Praktikumsordnung gearbeitet wird, dass ein Praktikumsvertrag empfohlen wird und dass die Stelle auf ihre Eignung hin geprüft werden muss.

Wer ein (berufliches) Gymnasium, eine Gesamtschule oder ein Berufskolleg nach dem ersten Jahr der Qualifizierungsphase verlässt und diese mit Erfolg abgeschlossen hat, kann ebenfalls über ein Praktikum zur vollen Fachhochschulreife gelangen. In diesem Fall besitzt ihr bereits den schulischen Teil der Fachhochschulreife und könntet in einem einjährigen Praktikum den praktischen Teil ergänzen. Die Anerkennung der Praktikumsstelle erfolgt in diesem Fall über die Bezirksregierung, die für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss in Düsseldorf sitzt. Ob eure Wunschstelle geeignet ist, muss dort vor Beginn geprüft werden. Fragt bitte rechtzeitig nach.

Solche einjährigen Praktika sind in der Regel in Ausbildungsbetrieben zu finden. Aber auch ein Freiwilliges Soziales Jahr kann anerkannt werden. Weil es allerdings viele Alternativen und Abweichungen gibt und weil es mit Blick auf einen möglichen Studienstart eine Frage von gutem Timing ist, ist es wichtig, sich sehr früh zu diesem Thema beraten zu lassen. Wir von der Berufsberatung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss helfen euch gerne weiter. Informationen bietet zudem die Bezirksregierung Düsseldorf im Internet.

Von Alexandra Kronenthal

Fangen wir mit nackten Zahlen an: 2018/19 lag die Studienabbruchsquote in Deutschland bei 27 Prozent an Hochschulen und bei 32 Prozent an Universitäten. Und damit sind wir auch schon bei etwas ganz Persönlichem: Die Frage eines Studienabbruchs ist keine, die verschämt behandelt werden sollte. Vielmehr sollte man offen darüber sprechen, um Rat und Hilfe zu bekommen. Darüber wollen wir dieses Mal im Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" reden.

Die Gründe, ein Studium ohne Abschluss zu beenden, sind während der Corona-Pandemie mehr geworden. Früher waren es vor allem die Leistungsanforderungen, die eigene Lernmotivation und die gemachten Erfahrungen mit der Theorielastigkeit des Studiums. Das galt übrigens über alle Fächer hinweg. Für junge Menschen, die weiterhin zu Hause wohnten, konnte außerdem der Faktor Zeit einen weiteren Abbruchsgrund darstellen, da das Pendeln zur Uni oder Hochschule unterschätzt worden war, ein Umzug wegen des Geldaufwands jedoch nicht infrage kam.

In den letzten Monaten sind nun aber weitere Gründe hinzugekommen. Diese fangen bei Geldsorgen an, weil pandemiebedingt der Nebenjob weggebrochen ist. Das wiederum löst Zukunftsängste aus. Gründe, von denen wir als Berufsberater der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss erzählt bekommen haben, waren aber auch Vereinsamung und technische Probleme mit dem Distanzlernen.

Ganz oft erleben wir, dass Studierende ein Schamgefühl entwickeln und sich selbst, damit auch ihren Eltern oder Freunden gegenüber, nicht eingestehen, dass das Studium nicht zu ihnen passt. In der Regel benötigen sie ein Semester, um diese Feststellung zu treffen und einen Plan B zu entwickeln. Offen darüber reden und Rat suchen – das ist mein heutiger Rat, denn: Wer Zweifel an seinem Studium hat, der muss kein Studienabbrecher werden. Und überhaupt klingt Studienabbrecher ziemlich negativ, dabei sind sehr viele Unternehmen sehr stark an Studienaussteigern interessiert.

Studienzweifler sollten sich im ersten Schritt frühzeitig an die Studienberater der Universitäten, der Hochschulen oder der Agentur für Arbeit wenden. Liegt das Problem, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, beispielsweise im digitalen Lernen und der fehlenden Vernetzung mit anderen Studierenden? Dann können die Beratungsstellen der Unis und Hochschulen bestimmt die gesuchten Kontakte vermitteln. Oder ist die Arbeitsorganisation ein Problem, dann gibt es Hilfestellungen oder Lerngruppen, die darüber vermittelt werden können. Jedenfalls ist es wichtig, sich jeden Rat und jede Hilfe zu holen, die möglich sind. Man sollte nicht in der als schwierig empfundenen Situation verharren, weil der Frust nur wächst und man dem Studienausstieg immer näherkommt. Deshalb rate ich zu folgenden drei Schritten, wie sie beispielsweise auch von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach beschrieben werden:

Erstens: Sich beispielsweise in Fragen der Lernorganisation beraten lassen und Studium fortsetzen.

Zweitens: Studienfach wechseln, sofern es daran liegt, und sich zuvor in Fragen der Studieninhalte neu beraten lassen. Oder: Studienort wechseln, wenn einem beispielsweise der aktuelle Campus zu groß oder zu anonym ist. Oder: Studienart wechseln. Wenn einem die bisherigen Fächer zu theoretisch sind, könnte möglicherweise ein duales Studium besser passen.

Drittens: Der Studienausstieg. Die Agentur für Arbeit berät in diesem Fall, wie ebenso die Kammern darüber informieren, welche Alternativen es gibt. Ausbildung, duales Studium oder zunächst eine Überbrückung in einem Freiwilligendienst? Chancen, sich neu zu orientieren, gibt es viele. Vielleicht aber ist zunächst vor allem die Erkenntnis wichtig, dass Arbeitgeber sehr gerne Studienaussteiger einstellen. Sie sehen in ihm nämlich keinen Studienabbrecher, sondern einen Menschen, der lebensälter und lebenserfahren ist – der schon gelernt hat, sich außerhalb des schulischen Rahmens durchzuboxen, der weiß, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, der Entscheidungen fällen kann, der gelernt hat, sich durch Formalia zu arbeiten, und nicht zuletzt, der mit seinen Studienerfahrungen weiß, was ihm eine Ausbildung bieten kann.

Von Kerstin Saß

(erschienen August 2021)

Ich habe drei Jahre lang bei der Agentur für Arbeit studiert und zugleich praktische Erfahrungen gesammelt. Rückblickend ist das genau die richtige Entscheidung für mich gewesen. Ich durfte ganz viel kennenlernen. Und ich werde im weiteren Berufsleben noch ganz viel kennenlernen können. Für den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" der Berufsberatung für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss habe ich einmal meine Erinnerungen aufgeschrieben.

Nummer 70

Meine Familie hatte mich zum Ende meiner Schulzeit auf die Idee gebracht, dass die Agentur für Arbeit ein duales Studium anbietet. Ich erkundigte mich und erfuhr, wie viele Dinge hier zusammenkommen, die ich mir von meinem Beruf erwünscht hatte. Ich bewarb mich, machte den Einstellungstest, kam weiter, und auch beim eintägigen Assessment-Center war ich erfolgreich. Das war vor etwas mehr als vier Jahren. Meine Zeit bei der Bundesagentur für Arbeit konnte beginnen.

Zunächst musste ich mich zwischen den zwei dualen Studiengängen Arbeitsmarktmanagement und Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung entscheiden. Weil ich gerne mit Jugendlichen arbeiten würde, entschied ich mich für den Beratungsstudiengang. Und als ich nach der Hälfte des dreijährigen Studiums noch einen selbstgewählten Schwerpunkt setzen konnte, nutzte ich das, um meine Kenntnisse und Fähigkeiten in der Berufsberatung noch weiter zu vertiefen.

Die beiden Studiengänge gliedern sich in viermonatige Blöcke. In denen wechseln sich Theorie an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim und Praxis in der Agentur und den Jobcentern vor Ort ab, was bei mir Mönchengladbach, Düren und Grevenbroich gewesen sind. Ich lernte dabei den Arbeitgeber-Service ebenso kennen wie ich später insbesondere die Berufsberatung und das Jugendjobcenter als Schwerpunkte hatte. Das war schon ein ganz abwechslungsreiches Leben – nicht nur im Beruflichen.

Ich hatte meine Wohnung in Mönchengladbach und eine Wohnung in Mannheim. Zuerst war ich skeptisch gewesen, weg von Familie und Freunden zu ziehen. Schnell aber stellte ich fest, dass der Wechsel zwischen den Orten mir ganz viel bieten konnte. Dabei lernte ich Mannheim als eine belebte Studentenstadt kennen, die immer viele Events hat, zumal dort nicht nur meine, sondern auch andere Hochschulen angesiedelt sind. Gemocht habe ich aber auch, dass man dort immer schnell am Wasser und in der Natur sein kann, am Rhein wie ebenso am Neckar.

Gefallen hat mir an diesem dualen Studium insbesondere, dass ich immer wieder neue Schwerpunkte bilden konnte und dass sich Theorie und Praxis klar voneinander trennen lassen, man nicht während der Woche praktisch arbeitet und sich am Wochenende an der Theorie abarbeiten muss. Dass ich einen verlässlichen Arbeitgeber und einen sicheren Job mit Zukunftsperspektiven vom ersten Tag an gefunden habe, gefiel mir ebenfalls. Ansonsten fand ich die Verdienstmöglichkeiten von fast 1.700 Euro im Monat ganz schön gut. Und letztlich haben mich immer auch die Aussichten gereizt, die wiederum mit den erwähnten variablen Schwerpunkten zusammenhängen. Bei der Arbeitsagentur besteht immer wieder die Möglichkeit, Schwerpunkte neu zu bilden. Hier muss niemand sagen: "Das ist jetzt mein Job, den mache ich bis ans Ende meines Berufslebens." Nein, das Weiterlernen ist gewünscht und wird gefördert. Momentan arbeite ich beispielsweise im Jobcenter in Mönchengladbach. Und wenn alles passt, ist es mein Traum, irgendwann einmal Jugendlichen in der Berufsberatung bei einem gelingenden Berufseinstieg zu helfen.

Von Jessica Manhold

(erschienen September 2022)

Wer nach der Schule studieren möchte, denkt meist an ein Vollzeitstudium an einer Universität oder Fachhochschule. Dort konzentriert man sich in der Regel auf ein oder zwei Studienfächer, mit denen man sich intensiv beschäftigt. Mittlerweile gibt es allerdings eine Vielzahl an Studienmodellen, von denen einige in diesem Blog von„Gut beraten ins Berufsleben starten“ vorgestellt werden.

Mit Hilfe des Vorlesungsverzeichnisses – einer Art Veranstaltungskalender – stellt man sich seinen eigenen Stundenplan für das Vollzeitstudium an einer Universität oder Fachhochschule zusammen. Hier gibt es Pflichtveranstaltungen, die man belegen muss, aber auch viele Gestaltungsmöglichkeiten. Oft bietet das Studium noch Zeit, in andere Studienfächer der Hochschule "hinein zu schnuppern". Damit kann man dann eigenen Interessen nachgehen oder seinen Horizont erweitern. Dazu gibt es zwischen den Semestern vorlesungsfreie Zeiten, die man frei gestalten kann (wenn nicht gerade Prüfungen stattfinden). Hier kann man arbeiten oder auch mal reisen oder auch freiwillige Praktika machen.

Das Studium an sich läuft größtenteils theoretisch ab und findet an der Hochschule oder Universität statt. Über Vorlesungen – einer Art Frontalunterricht – wird theoretisches Wissen vermittelt. In Tutorien oder Übungen werden die Inhalte dann in kleineren Gruppen bearbeitet. Daneben gibt es Seminare oder in naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern auch Praktika. In manche Studiengänge ist auch ein Praxissemester integriert.

Neben Vollzeitstudiengängen gibt es die dualen Studiengänge. Wer neben dem Studium schon Praxiserfahrung in einem Unternehmen sammeln möchte, kann diese absolvieren. Für Abiturienten sind vor allem zwei Arten des dualen Studiums interessant: das ausbildungsintegrierende und das praxisintegrierende duale Studium.

Ausbildungsintegrierende duale Studiengänge verbinden das Studium mit einer Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Bei praxisintegrierenden dualen Studiengängen sind längere Praxisphasen in einem Unternehmen in das Studium integriert. Das duale Studium läuft also nicht nur an der Hochschule ab, sondern man verbringt viel Zeit in einem Betrieb. Dort gibt es dann je nach Studienform unterschiedliche zeitliche Modelle. Auch Behörden bieten duale Studiengänge an. Unter anderem die Agentur für Arbeit.

Während man sein Vollzeitstudium selbst finanzieren muss, gibt es beim dualen Studium meist eine Ausbildungsvergütung oder ein Gehalt von der Firma, die einen angestellt hat. Das erleichtert die Studienfinanzierung und macht das duale Studienmodell für viele Schülerinnen und Schüler interessant. Man sollte aber den Aufwand für ein duales Studium nicht unterschätzen, schließlich muss man seine Leistungen an der Hochschule und im Betrieb erbringen. Das erfordert viel Motivation und Leistungsbereitschaft.

Bei einem dualen Studium legt man sich also stärker fest und hat im Studium klarere Vorgaben und weniger Gestaltungsfreiräume. Und während Vollzeitstudenten "Semesterferien" haben, arbeiten dual Studierende in ihrem Kooperationsbetrieb. Wer sich für ein duales Studium in unserer Region interessiert, findet unter anderem auf der Internetseite der Hochschule Niederrhein www.hs-niederrhein.de ein großes Angebot an dualen Studienmöglichkeiten.

Eine besondere Form des ausbildungsintegrierenden dualen Studiums bietet die Hochschule Niederrhein mit ihrem trialen Studium im Fach "Handwerksmanagement" an. Hierbei erwerben die Studierenden drei Abschlüsse: einen Ausbildungsabschluss in einem Handwerksberuf, ihren Meister und einen Bachelor-Abschluss. Dieses Modell ist insbesondere für Abiturienten und Schüler mit Fachhochschulreife konzipiert, die eine Karriere im Handwerk anstreben. Voraussetzung für das insgesamt viereinhalb- bis fünfjährige triale Studium "Handwerksmanagement" ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb. Das Studium ist in erster Linie auf die Kombination mit einer Berufsausbildung als Tischler/in, Elektroniker/in, Kfz-Mechatroniker/in und Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgerichtet. Die Verbindung mit anderen Ausbildungsberufen ist aber möglich. Vor der Aufnahme zum trialen Studium ist ein Eignungstest oder Testverfahren zu absolvieren.

Weitere Informationsmöglichkeiten finden sich zum Beispiel unter www.ausbildungplus.de, auf www.triales-studium.nrw/ oder bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen Oktober 2021)

Wer studieren möchte, sollte sich zuvor Gedanken machen, wie das Studium finanziert werden kann. Denn: Ein Studium kostet Geld. Wieviel, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Diese zu kennen, ist für die Studienplanung und -finanzierung wichtig. Letztlich hängt auch der Studienerfolg nicht unerheblich von einer gesicherten Studienfinanzierung ab. Deshalb habe ich ein paar Fragen für den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" gesammelt, die ihr der Berufsberatung der Arbeitsagentur ganz oft stellt.

Nummer 61

Welche Kosten können im Studium anfallen?

Das meiste Geld wird in der Regel für Miete und Nebenkosten ausgegeben, also macht es einen Unterschied, ob ich noch zu Hause bei den Eltern wohne oder einen eigenen Haushalt führe. Günstiger ist es sicherlich, bei den Eltern zu wohnen, aber nicht jeder möchte das und nicht jedes Studienfach wird in Wohnortnähe angeboten. Allein eine eigene Wohnung zu mieten, kann teuer sein, oftmals steht ihr euch mit einer Wohnung in einem Studentenwohnheim günstiger. Oder ihr teilt euch mit mehreren Studierenden eine Wohnung, lebt also in einer WG.

Wie stark hängen die Kosten von der Wahl des Studienfachs und der Hochschule ab?

Wieviel das Studium kostet, hängt tatsächlich auch von der Hochschule und teilweise auch vom Studienfach ab. Private Hochschulen nehmen in der Regel Studiengebühren, staatliche und kirchliche Hochschulen tun dies nicht. Allerdings ist das Studium auch dort nicht kostenfrei, fallen auch dort sogenannte Semesterbeiträge an, in denen Verwaltungskosten, Beiträge für die Studierendenvertretung, der Studentenwerksbeitrag und meist die Kosten für ein Semesterticktet für den Öffentlichen Personennahverkehr enthalten sind. Die Kosten können je nach Studienort oder Studienfach schwanken. So sind die Lebenshaltungskosten in München höher als in Mönchengladbach. In naturwissenschaftlichen Fächern ist die benötigte Fachliteratur häufig sehr teuer, in Studiengängen wie Architektur können Materialien für den Modellbau anfallen.

Gibt es Hilfsmittel, um die möglicherweise anfallenden Studienkosten im Voraus zu kalkulieren?

Eine Aufstellung durchschnittlicher Studienkosten bietet die Sozialerhebung, die auf den Seiten der Studentenwerke einsehbar ist. Habe ich mir dort einen Überblick über die für mein Wunschstudienfach anfallenden Kosten verschafft, kann die Finanzierung überlegt werden.

Wer trägt die bei einem Studium anfallenden Kosten?

Statistisch gesehen stemmen immer noch die Eltern den Großteil der Studienkosten. Laut 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks finanzieren 86 Prozent das Studium mit. Also ist es wichtig, zunächst mit den Eltern zu besprechen, ob und wieviel sie zum Studium dazugeben können. Die meisten Studenten haben zusätzlich noch einen Nebenjob, um selbst einen Teil ihres Studiums zu finanzieren. Allerdings sind gerade in der jüngsten Vergangenheit durch die Corona-Pandemie viele beliebte Studentenjobs in der Gastronomie weggefallen. Nebenjobs sorgen für praktische Erfahrung im Studium und sorgen für einen Ausgleich zum häufig theoriebestimmten Lernen. Besonders toll ist praktische Erfahrung, wenn man sie mit Studieninhalten verbinden kann, zum Beispiel indem ihr als Studentische Hilfskraft für die Hochschule arbeitet – meist ist das aber erst möglich, wenn ihr ein paar Semester lang Fachwissen gesammelt habt und Kontakte zu Instituten, Seminaren, Professorinnen oder Dozenten habt knüpfen können. Wer aber viel arbeiten muss, um sein Studium zu finanzieren, hat weniger Zeit für das Studium selbst oder zur Prüfungsvorbereitung, daher sollten auch andere Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden.

Wer kann die staatliche Ausbildungsförderung BaföG beantragen?

Eine gute Finanzierungsmöglichkeit ist die staatliche Ausbildungsförderung (BaföG), die es zur Hälfte als zinsloses Darlehen gibt, das später zurückgezahlt werden muss, und zur Hälfte als Zuschuss. Leider bekommt nicht jeder Studierende BaföG, weil die finanzielle Unterstützung von verschiedenen Voraussetzungen abhängig ist, zumeist spielt hierbei das Einkommen der Eltern eine entscheidende Rolle. Gute Informationen und eine Hotline gibt es unter www.bafög.de, und natürlich beraten die Studentenwerke ausführlich zum BaföG. Ich rate jedem dazu, sich zum BaföG und zu den Antragschancen ausführlich informieren zu lassen.

Gibt es andere Zuschüsse zum Studium als das BaföG?

Manchmal kann das Studium durch ein Stipendium (mit-)finanziert werden, das von unterschiedlichen Organisationen angeboten wird. Wie beim BaföG gibt es aber auch hierfür Voraussetzungen: Es müssen je nach Stipendienanbieter Kriterien erfüllt werden, wozu sehr gute Studienleistungen oder politisches, gesellschaftliches oder kirchliches Engagement zählen können. Eine gute Übersicht über Stipendienanbieter und Voraussetzungen bietet die Internetseite studienwahl.de.

Geben Banken Kredite, um ein Studium zu finanzieren?

Natürlich kann man für sein Studium einen Kredit aufnehmen – hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und Anbieter. Allerdings muss man hier sehr genau hinschauen, denn in der Regel muss der Kredit nach dem Studium mit Zinsen zurückgezahlt werden. Informationen hierzu und zu weiteren Möglichkeiten finden sich ebenfalls unter www.studienwahl.de.

Ab wann sollte ich mich mit dem Thema der Studienfinanzierung beschäftigen?

Unter dem Strich ist es wichtig, im Vorfeld gut zu planen und sich über alle Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Unterstützung finden Studenten unter anderem bei den Studentenwerken, die umfangreich zu den unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten beraten können. Da häufig Anträge gestellt werden müssen, ist eine sehr frühzeitige Planung nötig. Die Überlegungen zur Studienfinanzierung sollten vom ersten Tag der Studienplanung mit unternommen werden.

Von Sandra Inderfurth

(erschienen Mai 2022)

Wie gehe ich vor, wenn ich im Ausland studieren möchte? Für den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" haben ich mich über diese Frage mit Claudia Süß unterhalten, die bei der Bundesagentur für Arbeit viele Jahre für die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) gearbeitet hat. Sie rät dazu, sich im allerersten Schritt zunächst mit einer anderen Frage zu beschäftigen: Was möchte ich mit einem Auslandstudium erreichen, was ist meine Intention? Von der jeweiligen Antwort hänge ab, welche Studienvariante man wählen solle.

Nummer 55

Variante eins ist das komplette Studium im Ausland. Variante zwei ist, einen Teil des Studiums im Ausland zu verbringen. Und diese Variante ist auch noch einmal zu unterteilen in einen Auslandsaufenthalt, in dem das Studium fachlich vertieft wird oder in dem ergänzend andere Studienfächer belegt werden, um beispielsweise Sprachkenntnisse zu erweitern oder kulturelle Kompetenzen auszubauen.

Ein komplettes Studium im Ausland bedarf der umfassendsten Planung. Rechnen sollte man mit einer mindestens einjährigen Vorbereitungszeit, berichtet Claudia Süß. Eher länger dauert es, wenn ein Studium außerhalb der Europäischen Union angestrebt wird. Das Outgoing-Team der ZAV in Bonn, für das die Berufsberaterin lange tätig gewesen ist, ist ein wichtiger Ansprechpartner für euch. Es unterstützt bundesweit junge Menschen dabei, ein Studium im Ausland zu planen und zu organisieren. Wenn euch das Thema interessiert, könnt ihr dort über die Internetseite www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/startseite ein Kontaktformular herunterladen und eine erste Orientierungsberatung beantragen. An diese kann sich danach eine weiterführende Begleitung eures Vorhabens anschließen.

Geht es bei eurem Plan, im Ausland zu studieren, darum, euer Studienfach für eine gewisse Zeit an einem anderen Ort zu belegen, dann ist vor allem eure Hochschule in Deutschland die richtige Ansprechpartnerin. In der Regel gehören die Universitäten und Hochschulen bestimmten Netzwerken an, über die Auslandssemester organisiert werden können. In diesen Fällen ist das Auslandsstudium dann auch Teil des Curriculums – entweder als freiwillige oder als obligatorische Variante, was vor allem auf international ausgerichtete Studiengänge zutrifft wie International Management, Internationale Sport Management oder International Brand Management.

Wollt ihr hingegen ein Auslandssemester freiwillig und zusätzlich einbauen, in dem ihr nicht euer eigentliches Studienfach belegt, dann kommt wieder die ZAV ins Spiel. Zum einen könnt ihr dort Unterstützung bei der Planung finden. Die ist nämlich wiederum deutlich umfänglicher, weil ihr nicht auf ein Hochschulnetzwerk zurückgreifen könnt, sondern selbst den zu euren Interessen passenden Studienort finden müsst.

Klären müsst ihr zum anderen, ob der geplante Studiengang vollkommen unabhängig von eurem Studium sein soll (nicht-konsekutiv). Dann würde dieser euch nicht angerechnet, ihr wärt dafür aber vollkommen frei, auf diesem Weg ein Semester lang andere Sprachen, Kulturen oder für das Leben zu lernen. Oder ihr sucht euch einen Studiengang, dessen Inhalte im Nachhinein teilweise oder ganz in euer eigentliches Studienfach eingebunden werden können (konsekutiv). Hierbei wiederum ist die ZAV eine wichtige Ansprechpartnerin für euch, da es dabei behilflich ist, dass das Auslandssemester später in Deutschland anerkannt werden kann.

Nutzt die ZAV. Das ist mein Rat nach meinem Gespräch mit Claudia Süß. Die ZAV kann einem Möglichkeiten eröffnen, was in Fragen eines Auslandsstudiums alles geht. Sie gibt individuelle Hilfestellungen und hinterfragt mit jedem einzelnen die persönliche Situation, in die das Auslandsstudium integriert werden soll. Und zuletzt verfügt die ZAV über Quellen und Netzwerke, die es euch erleichtern können, zum Studieren ins Ausland zu gehen.

Zu guter Letzt noch drei Internettipps von mir zum vertieften Einstieg ins Thema, auch in die Fragen rund um die Finanzierung eines Auslandsstudiums:

www.daad.de

www.studieren-weltweit.de

www.erasmusplus.de

Von Heike Karsch

(erschienen März 2022)

Deutsche, die in einem anderen Land studieren möchten, gehen dafür am häufigsten nach Österreich und in die Niederlande. Weil Mönchengladbach und der Rhein-Kreis Neuss in einer Grenzregion liegen, möchte ich den Blog "Gut beraten ins Berufsleben starten" dazu nutzen, einmal zu erklären, wie ein Studium in den Niederlanden vorbereitet werden sollte.

Nummer 43

Wer darüber nachdenkt, in den Niederlanden zu studieren, der stellt zunächst einmal fest, dass sich einige Studienorte relativ einfach erreichen lassen. Arnheim, Maastricht, Nijmegen, Sittard und Venlo liegen, je nach Wohnort, in Pendeldistanz, sind über Autobahnen oder die Bahn gut angebunden. Man wird zudem schnell erkennen, dass das Hochschulsystem ähnlich wie in Deutschland mit Hochschulen und Universitäten aufgebaut ist, das heißt mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf Praxisanteilen und Forschung.

Wer über ein Studium in den Niederlanden nachdenkt, der sollte aber auch die Unterschiede kennen, da diese insbesondere vor Aufnahme des Studiums wichtig sind. In den Niederlanden gibt es keinen Numerus clausus, wie wir ihn in Deutschland kennen. Wohl aber können andere Auswahlkriterien, wie Aufnahmeprüfungen in künstlerischen Fächern, eine Rolle spielen. Notwendig sind auf jeden Fall die allgemeine Hochschulreife beziehungsweise die Fachhochschulreife. Und ein paar Fächer sind dann doch auch in den Niederlanden zulassungsbeschränkt, wie Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Physiotherapie. Anders als in Deutschland erfolgt auch der Studienbeginn, und zwar in der Regel einmal im Jahr zum 1. September und nur in wenigen Studiengängen auch im Februar. Wer beispielsweise am 1. September 2022 ein Studium in den Niederlanden aufnehmen möchte, muss bei den zulassungsbeschränkten Fächern außerdem beachten, dass die Anmeldung dafür bis zum 15. Januar 2022 erfolgt sein muss. Also weit im Voraus. Für alle Studienfächer gilt wiederum gleichermaßen, dass die Bewerbung unmittelbar an die Hochschule oder Universität gerichtet wird, an der man sich bewerben möchte. Ich empfehle, sich auf der Internetseite info.studielink.nl dazu weitergehend zu informieren.

Ein wesentlicher Unterschied zum Studium in Deutschland ist, dass der Unterricht meist in kleinen Gruppen erfolgt, große Vorlesungen gibt es hingegen weniger. Lernerfolge werden durch relativ viele Prüfungen festgehalten, die sich aus dem Unterricht heraus ergeben. Ein anderer, nicht weniger relevanter Unterschied sind die Studiengebühren. Ein Vollzeitstudium kostet 2168 Euro pro Jahr, wobei im ersten Jahr nur die Hälfte zu zahlen ist. Diese Gebühren werden direkt an die jeweilige Hochschule oder Universität entrichtet, die darüber eine – so sagt man – recht gute Ausstattung und intensive Betreuung durch Lehrkräfte finanzieren können. Möglichkeiten, bei den Studiengebühren finanziell unterstützt zu werden, gibt es übrigens für ein Studium im Ausland auch. Hier empfehle ich den Blick auf die Internetseiten www.auslandsbafoeg.de oder www.duo.nl.

Wer in den Niederlanden studieren möchte, sollte die Sprache beherrschen oder gewillt sein, sie zu erlernen. Unterrichtssprachen sind in der Regel Niederländisch und Englisch. Um die Sprache des Nachbarlandes zu lernen, bieten die Hochschulen und Universitäten vor Semesterbeginn kostenpflichtige vier- bis sechswöchige Sprachkurse an.

Fragen zum Studium im Nachbarland beantworten gerne die Berufs- und Studienberater*innen der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. Wer sich seine Informationen selbst suchen möchte, der sollte unbedingt einmal die Internetseiten www.studieren-in-holland.de und www.studienscout-nl.de besuchen. Schnell wird man feststellen, dass dort viel Wissenswertes für diesen Studienwunsch zusammengetragen worden ist - immerhin studierten im Jahr 2019 beispielweise rund 23.000 junge Deutsche in den benachbarten Niederlanden.

Von Heike Karsch

(erschienen Dezember 2021)

Ist eure Entscheidung für einen Studiengang gefallen, steht die Wahl des Studienortes an. Manche Schulabgänger können es gar nicht erwarten, zum Studium in die "große, weite Welt" zu ziehen, während andere nach dem Abschluss lieber in ihrem gewohnten Umfeld mit Familie und Freunden bleiben möchten. Funktioniert das, und ihr bekommt den Platz im Wunsch-Studiengang an der Wunsch-Hochschule im Nachbarort, ist alles in Ordnung. Anders sieht es aus, wenn gerade an den gut erreichbaren Hochschulen in Ballungsgebieten die Nachfrage das Angebot übersteigt und ein Studienplatz eben nicht sicher oder überhaupt erreichbar ist. Wie ihr vorgeht, wenn ihr den Suchradius fürs Studium erweitern wollt oder müsst, erkläre ich in diesem Blog von "Gut beraten ins Berufsleben starten".

Nummer 62

Bisweilen wird euch die Entscheidung durch formale Voraussetzungen abgenommen, zum Beispiel wenn ihr den benötigten Numerus Clausus (NC) für einen Studiengang nicht habt, wird es eben nicht diese Uni oder jene Hochschule. Was ist dann zu tun? Viele Studienwähler*innen bewerben sich dann einfach auf einen anderen (zulassungsfreien) Studiengang an der Wunsch-Hochschule oder einer anderen Hochschule in der Nähe, um zu Hause wohnen bleiben zu können. Ob es die richtige Entscheidung ist, statt dem gewünschten BWL-Studium dann etwa Maschinenbau zu studieren, nur weil es dort eventuell keinen NC gibt, sei dahingestellt.

Fakt ist: Nur weil es an der Hochschule XY nicht mit einem Studienplatz im gewünschten Studiengang geklappt hat, heißt das noch lange nicht, dass ihr euren Studientraum abhaken und durch Plan B ersetzen müsst. Denn glücklicherweise gibt es fast immer mehrere Hochschulen, an denen man sein gewünschtes Fach studieren kann. Und von diesen sind wiederrum einige – eventuell unter Inkaufnahme längerer Anreisezeiten – von zu Hause aus zu erreichen, andere erfordern einen Umzug in eine neue Stadt. 

Im Internet gibt es eine ganze Reihe von Suchmaschinen, die euch die Recherche nach einer passenden Hochschule in ganz Deutschland erleichtern können – exemplarisch seien www.studienwahl.de und www.hochschulkompass.de genannt.

Habt ihr im ersten Schritt eine Liste mit möglichen Hochschulen inklusive zu euch passender NC zusammengestellt, geht es an die Entscheidung. Diese ist nicht einfach zu treffen und selbst, wenn man rational weiß, dass die Wahl des Studiengangs nicht von der regionalen Erreichbarkeit abhängen sollte, kann es immer (persönliche, finanzielle, …) Faktoren geben, die gegen die Aufnahme eines Studiums in einer anderen Stadt sprechen. Sinnvoll kann es dabei zum Beispiel sein, sich eine Pro- und Contra-Liste zu erstellen und festzuhalten, welche Argumente für eure Studienwahl die höchste Priorität erhalten. Grundsätzlich geht es hier um Antworten auf diese Fragen: Was ist mir wichtiger, Lieblingsstudiengang oder Lieblingsstudienort? Und: Bin ich bereit, für einen gewissen Zeitraum wegzugehen, um meine beruflichen Ziele zu erreichen oder macht mich das so unglücklich, dass ich lieber mit Plan B gehe? Die Entscheidung ist eine Typfrage und muss letztlich jeder Einzelne für sich selbst treffen.

Trotzdem seid ihr bei dieser Entscheidung nicht allein. Neben euren Familien und Freunden können beim Abwägen und Gewichten der Argumente für und wider "Studium in der Ferne" die Berufs- und Studienberater der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss unterstützen. In Gesprächen in der Schule oder in unseren Büros können wir gemeinsam alternative Hochschulorte und/oder ähnliche/weitere in Frage kommende Studiengänge erarbeiten und uns überlegen, wie ihr an euer Ziel gelangt – und was sonst noch alles zu beachten ist (Fristen, weitere Zugangsvoraussetzungen, …).

Und schließlich: Viele Menschen in eurem gewohnten Umfeld stehen vor genau der gleichen schwierigen Entscheidung, und ein Großteil wird sich auch für das Zielstudium statt der Wohnortnähe entscheiden, so dass eine Konstanz im Bekannten- und Freundeskreis zu Hause nicht unbedingt als gegeben anzunehmen ist. Und ganz bestimmt könnt ihr euch an einem neuen Ort ein ganz neues soziales Gefüge mit tollen neuen Freundschaften aufbauen.

Von Alexandra Kronenthal

(erschienen Mai 2022)

Die "Wochen der Studienorientierung" sind ein wachsendes Projekt. Inzwischen ist ein Großteil aller Hochschulen in Nordrhein-Westfalen beteiligt. 2022 liegen die Aktionswochen zwischen dem 17. Januar und 4. Februar. Auch diesmal bietet die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach und Krefeld wieder ein vielfältiges Programm aus Workshops, Vorträgen und Schnuppervorlesungen an, an dem sich die Agentur für Arbeit Mönchengladbach beteiligt.

Nummer 47

Orientierung ist wichtig. Das zeigen die Zahlen. Knapp 30 Prozent aller Studierenden hängen ihr Studium irgendwann an den Nagel. Deshalb ist es wichtig, sich vorab schlau zu machen, was die angestrebte Fachrichtung einem bietet und was sie einem abverlangt. In den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern schnellt die Quote der Studienabbrüche teilweise sogar auf 60 bis 70 Prozent hoch.

Um ein Gefühl für die Hochschule, deren Vorlesungen, die Seminare und all ihre Angebote zu bekommen, dabei unterstützen die "Wochen der Studienorientierung". Das Programm der Hochschule Niederrhein ist im Internet zu finden, ebenso eine Übersicht über alle Hochschulen in NRW, womit diese sich beteiligen.

Die "Wochen der Studienorientierung" sind eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft, des Ministeriums für Schule und Bildung, der Regionaldirektion des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bundesagentur für Arbeit und der nordrhein-westfälischen Hochschulen. Die meisten Angebote werden als Online-Format stattfinden. Die Agentur für Arbeit Mönchengladbach bietet zusätzlich eine telefonische Studienberatung, vom 17. Januar bis 4. Februar 2022 montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ruft einfach unter 02161 4042412 an. Falls alle Plätze belegt sind, kann ein Rückruf ganz einfach per E-Mail (unter Angabe einer Telefonnummer) an rolf.doerr2@arbeitsagentur.de erbeten werden.

Bis zu einer Stunde solltet Ihr für eine Studienberatung einplanen. Das hat sich als maximale Beratungsdauer bewährt. Wenn diese Stunde nicht ausreicht, ist es sinnvoll, einen Cut zu machen und einen weiteren Termin anzusetzen. Dann habt Ihr zwischendurch Zeit, die Themen abzuarbeiten oder die Anregungen weiter zu denken, die sich aus dem ersten Gespräch ergeben haben. Für welches Thema habt Ihr am meisten Neugier? An welchem Fach habt Ihr den größten Spaß, Euch in den nächsten Jahren festbeißen zu wollen? Das gilt es in einer Studienberatung herauszukitzeln. Natürlich wird es dabei aber auch darum gehen, zu schauen, für welches Studienfach Ihr besondere Neigungen und Eignungen besitzt.

Besucht die "Wochen der Studienorientierung". Nutzt die Studienberatung der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss. Und testet Euch und Eure Studieninteressen. Beispielsweise gibt das Selbsterkundungstool "Check-U" der Agentur für Arbeit Orientierung und bietet www.osa-portal.de eine große Auswahl an Studieneignungstests unterschiedlicher Hochschulen. Und auch unsere lokale Hochschule Niederrhein bietet Euch fächerscharfe Tests an, um zu prüfen, ob das gewünschte Studienfach tatsächlich zu einem passt. Die Frage, ob man den Mathe-Anforderungen eines Studienfachs gewachsen ist, sollte dabei beispielweise nicht als Hürde, sondern als Hilfe verstanden werden. Mir selbst hat seinerzeit beispielsweise die dabei gewonnene Erkenntnis sehr geholfen, dass Mathe im VWL-Studium anders vorgeht als an der Schule. Mir wurde dabei klar, dass dieses Studium zu mir passt. 

Von Rolf Dörr

(erschienen Januar 2022)