- 305.352 Arbeitslose im August 2025 (plus 4,1 Prozent gegenüber Vormonat)
- Arbeitslosenquote steigt auf 4,7 Prozent
- Saisonbereinigte Arbeitslosigkeit leicht gesunken
- Jugendarbeitslosenquote steigt auf 4,5 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit
Die Zahl der arbeitslosen Menschen liegt im August bei 305.352 (plus 4,1 Prozent bzw. 12.089 Personen mehr als im Vormonat). Der Anstieg um 4,1 Prozent ist für den Monat August als saisonüblich zu bewerten. In der Regel steigt die Arbeitslosigkeit von Juli zu August um 4 bis 6 Prozent. Dies gilt auch für die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Im Sommer enden viele Ausbildungsverträge; die neuen Arbeitsverhältnisse beginnen erst im September. Entsprechend steigt die Arbeitslosenquote junger Menschen im August auf 4,5% (+0,8 Prozentpunkte gegenüber Vormonat).
Mehr als 300.000 Menschen waren im Südwesten letztmals zu Beginn des Jahres 2010 als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise von Arbeitslosigkeit betroffen.
Der saisonbereinigte Bestand liegt im August bei 292.000 (minus 0,7 Prozent bzw. 2.000 Personen weniger als im Vormonat).
Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase verschärfen sich die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt. Fehlende Berufsabschlüsse und mangelnde Qualifikationen erschweren den Einstieg in den Arbeitsmarkt, führen aufgrund der geringeren Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes zu längerer Arbeitslosigkeit und damit wiederum zu mehr Arbeitsmarktferne. Entsprechend steigt die Langzeitarbeitslosigkeit in Baden-Württemberg gegenüber dem Vorjahr um 9.115 auf 90.250 Personen. Innerhalb dieses Personenkreises ist rund die Hälfte bereits länger als zwei Jahre arbeitslos gemeldet.
Ausbildungsmarkt bietet noch Chancen zum Berufseinstieg im Herbst
Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel in Bewegung, zahlreiche Ausbildungsverträge werden aktuell noch geschlossen. Ende August sind bei den Agenturen für Arbeit in Baden-Württemberg rund 21.100 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet (-25% gegenüber dem Vormonat). Gesucht wird noch in fast allen Branchen - im Handel, im Handwerk, im verarbeitenden Gewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Gleichzeitig wollen noch 10.800 Ausbildungsplatzsuchende im Herbst eine Ausbildung beginnen (-36% gegenüber dem Vormonat).
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, betont: „Angesichts der Herausforderungen am Arbeitsmarkt ist es wichtiger denn je, jetzt in Bildung, Ausbildung und berufliche Qualifizierung zu investieren.
Ich bitte deshalb die Unternehmen, den Jugendlichen, die noch eine Ausbildungsplatz suchen, eine Chance und damit auch eine Perspektive zu geben. Diese jungen Menschen sichern als gut ausgebildete Fachkräfte von morgen die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Wir wissen, dass sich die Unternehmen mehr Unterstützung bei der Ausbildung von leistungsschwächeren Jugendlichen wünschen. Mit der Assistierten Ausbildung bieten wir hier eine Lösung, die Unternehmen und Auszubildende unterstützt.“
Die Assistierte Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Unternehmen bei der Begleitung ihrer Auszubildenden im Betrieb, damit die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Des Weiteren appelliert Musati an die jungen Menschen, sich für eine Ausbildung zu entscheiden und von Absagen nicht entmutigen zu lassen. „Wer noch keine Zusage erhalten hat, sollte sich umgehend an die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit wenden und Unterstützung holen, um noch dieses Jahr in die Ausbildung zu starten.“
Kurzarbeit im Südwesten weiterhin auf hohem Niveau
Im Mai 2025 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 71.505 Personen in Kurzarbeit. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu 67.360 im April und 71.265 im März leicht an und liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Kurzarbeiterquote beträgt unverändert 1,4 Prozent und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen ist erneut die Metallindustrie und das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg.