Der sächsische Arbeitsmarkt im April 2026

Saisonbedingter Rückgang der Arbeitslosigkeit 

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 10

In Sachsen ist im April die Arbeitslosigkeit leicht zurückgegangen. Insgesamt sind rund 155.000 Männer und Frauen im Freistaat ohne Arbeit. Das sind rund tausend Menschen weniger als im März, jedoch 6.700 mehr als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 7,2 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit ist gesunken. Zurückzuführen ist das auf die saisonalen, positiven Effekte rund um Ostern. Es konnten wieder mehr Menschen eine Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt aufnehmen und wir haben wieder mehr Menschen mit Fördermaßnahmen unterstützt. Das sind in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Lage gute Nachrichten vom sächsischen Arbeitsmarkt. Herausforderungen sehe ich beispielsweise im weiteren Abbau der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit. Das wird dauerhaft nur gelingen, wenn die Unternehmen auch wieder einstellen – und das ist von der wirtschaftlichen Entwicklung der konjunkturnahen Branchen abhängig“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
 

Arbeitslosenzahl im April: 

154.824

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (155.767):

-943 oder 0,6 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (148.088): 

+6.736oder +4,5 Prozent 

Arbeitslosenquote im April: 

7,2 Prozent

Arbeitslosigkeit: 154.824 Arbeitslose in Sachsen – höchster Stand seit 10 Jahren
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuen 96.111 arbeitslose Frauen und Männer (62,1 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im April insgesamt 58.713 arbeitslose Menschen (37,9 Prozent).

In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 441 gestiegen (plus 0,5 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 1.384 (minus 2,3 Prozent) gesunken. Im Vorjahresvergleich sind in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 1.246 oder plus 1,3 Prozent; Arbeitsagenturen: plus 5.490 oder plus 10,3 Prozent).

Im langjährigen Vergleich erreicht die Arbeitslosenquote mit 7,2 Prozent den höchsten Stand in einem April seit 2016. Damals lag die Quote im April bei 7,8 Prozent.

Von den 154.824 Arbeitslosen in Sachsen suchen 69.234 eine Beschäftigung als Fachkraft (inkl. Spezialisten und Experten) und 80.658 als Helfer.

Entwicklung in den Regionen verschieden
In sieben Landkreisen ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf gesunken. Am kräftigsten fiel der Rückgang im Vogtlandkreis (minus 300 oder minus 4,2 Prozent), im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (minus 227 oder minus 3,1 Prozent) sowie in den Landkreisen Erzgebirgskreis und Görlitz (minus 2,8 Prozent) aus. Die kräftigsten Anstiege sind in der Stadt Leipzig (plus 487 oder plus 1,6 Prozent) und im Landkreis Leipzig (plus 109 oder plus 1,2 Prozent) zu verzeichnen.

Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – Höchste in der Stadt Chemnitz
Durch die leichte Veränderung der Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf hat sich in fast allen Regionen auch die Arbeitslosenquoten verändert. Aktuell reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten von 5,6 Prozent im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis 9,9 Prozent in der Stadt Chemnitz.

Ranking der Arbeitslosenquoten im April 2026 (in Prozent):
 

1.Sächs. Schweiz-Osterzgebirge  5,6
2.Meißen5,8
3.Erzgebirgskreis5,9
4.Mittelsachsen6,1
5.Vogtlandkreis6,2
6.Bautzen6,2
7.Zwickau6,5
8.Leipzig6,6
9.Nordsachsen7,2
10.Dresden, Stadt7,2
11.Görlitz8,9
12.Leipzig, Stadt9,0
13.Chemnitz, Stadt9,9


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB): Rückgang zum Vormonat und Vorjahr
Im Februar 2026 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen 1.610.400 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 2.200 weniger als im Januar 2026 und 17.900 weniger als im Februar 2025 (minus 1,1 Prozent).

Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen:
 

1.Gesundheitswesen(plus 2.800) 
2.Heime und Sozialwesen(plus 2.600) 
3.freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen(plus 1.200)


Beschäftigungsrückgänge sind von Februar 2025 auf Februar 2026 vor allem in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen:

1.Verarbeitendes Gewerbe(minus 10.700)
2. Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit)     (minus 4.100)
3.Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz (minus 2.900)
4.Erziehung und Unterricht  (minus 2.500)
5.Information und Kommunikation(minus 1.700)
6.Baugewerbe (minus 1.400)

Arbeitskräftenachfrage: 31.788 freie Stellen sind von sächsischen Betrieben gemeldet
Im April 2026 haben die sächsischen Betriebe insgesamt 6.407 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 696 weniger als im März (minus 9,8 Prozent) und 243 weniger als im April des vergangenen Jahres (minus 3,7 Prozent). Insgesamt sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 31.788 freie Stellen gemeldet. Das sind 557 mehr als vor einem Monat (plus 1,8 Prozent) und 1.174 mehr als im April vergangenen Jahres (plus 3,8 Prozent).

Diese und viele weitere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. Aktuell sind rund 40.000 freie Stellen in der Jobbörse der BA veröffentlicht.


Dynamik: 60.000 An- und Abmeldungen in vier Wochen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im April insgesamt 29.529 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 30.501 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unter-schieden. So meldeten sich im April beispielsweise 9.714 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 9.980 eine neue Arbeit gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. 
Auffällig war im April, dass die Zahl der Abmeldungen in den 1. Arbeitsmarkt im Vormonatsvergleich um 812 oder 8,9 Prozent gestiegen ist – ein Beleg für die angestiegene Einstellungsbereitschaft im Frühjahr.

Unterbeschäftigung: 30.600 Menschen zählen nicht als arbeitslos 
In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Im April 2026 haben sachsenweit rund 30.635 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.366 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 5.943 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 2.973 waren vorübergehend arbeitsunfähig. Weitere 10.960 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 2.996 gingen Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs) nach.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im April 185.459 Personen. Das sind 1.059 weniger als im März und 4.698 weniger als im April 2025.

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und beträgt 83,5 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,5 Prozent.