Der sächsische Arbeitsmarkt im Mai 2026

Weniger Arbeitslose im Mai

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 15

In Sachsen ist im Mai die Arbeitslosigkeit erneut zurückgegangen. Insgesamt sind rund 151.000 Männer und Frauen im Freistaat ohne Arbeit. Das sind rund dreitausend Menschen weniger als im April, jedoch über 4.000 mehr als im Mai des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist auf sieben Prozent gesunken.

„In Sachsen ist die Arbeitslosigkeit im Mai erneut leicht gesunken. Das hat auch saisonale Gründe: Viele Menschen haben eine Arbeit aufgenommen, gleichzeitig investieren wir verstärkt mit Maßnahmen und Qualifizierungen. Dennoch haben die Menschen Chancen eine Tätigkeit aufzunehmen. Es gibt mit knapp 32.000 freien Stellen weiterhin Jobchancen in Sachsen. Gerade junge Menschen sollten die kommenden Monate nutzen, um passende Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu finden. Auch für Arbeitgeber ist es jetzt wichtig, frühzeitig den Kontakt zur Arbeitsagentur zu suchen. Wir unterstützen bei der Besetzung freier Arbeits- und Ausbildungsstellen, der Auswahl geeigneter Bewerber und können Einstellungen mit finanziellen Zuschüssen sowie durch Probearbeit oder Praktika für junge Menschen fördern“, sagte Michaela Ungethüm, Geschäftsführerin operativ und Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
 

Arbeitslosenzahl im Mai: 

151.442

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (154.824):

-3.382 oder 0,1 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (147.032): 

+4.410 oder +3.0 Prozent 

Arbeitslosenquote im Mai: 

7,0 Prozent

Arbeitslosigkeit: 151.442 Arbeitslose in Sachsen – höchster Stand seit 10 Jahren
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuen 94.603 arbeitslose Frauen und Männer (62,5 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im Mai insgesamt 56.839 arbeitslose Menschen (37,5 Prozent).

In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 1.508 (minus 1,6 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 1.874 (minus 3,2 Prozent) gesunken. Im Vorjahresvergleich sind in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 264 oder plus 0,3 Prozent; Arbeitsagenturen: plus 4.146 oder plus 7,9 Prozent).

Im langjährigen Vergleich erreicht die Arbeitslosenquote mit 7,0 Prozent den höchsten Stand in einem Mai seit 2016. Damals lag die Quote im Mai bei 7,4 Prozent.

Von den 151.442 Arbeitslosen in Sachsen suchen 67.526 eine Beschäftigung als Fachkraft (inkl. Spezialisten und Experten) und 79.178 als Helfer.

Entwicklung in den Regionen verschieden
In allen 13 Landkreisen und Kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf gesunken. Am kräftigsten fiel der Rückgang im Landkreis Leipzig (minus 412 oder minus 4,6 Prozent), im Vogtlandkreis (minus 310 oder minus 4,5 Prozent) sowie in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Nordsachsen (jeweils minus 4,2 Prozent) aus. Die geringsten Rückgänge sind in der Stadt Chemnitz (minus 42 oder minus 0,3 Prozent), im Landkreis Bautzen (minus 70 oder minus 0,7 Prozent) und in der Stadt Leipzig (minus 1,1 prozent) zu verzeichnen.

Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – Höchste in der Stadt Chemnitz
Durch den Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Monatsverlauf in allen Regionen Sachsens sind auch in fast allen Regionen die Arbeitslosenquoten gesunken. Aktuell reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten von 5,4 Prozent im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis 9,8 Prozent in der Stadt Chemnitz.

Ranking der Arbeitslosenquoten im Mai 2026 (in Prozent):

1.Sächs. Schweiz-Osterzgebirge  5,4
2.Erzgebirgskreis5,7
3.Meißen5,8
4.Vogtlandkreis6,0
5.Mittelsachsen6,0
6.Bautzen6,2
7.Leipzig6,3
8.Zwickau6,4
9.Nordsachsen7,0
10.Dresden, Stadt7,0
11.Görlitz8,8
12.Leipzig, Stadt8,8
13.Chemnitz, Stadt9,8


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB): Rückgang zum Vormonat und Vorjahr
Im März 2026 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen 1.611.700 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 1.400 mehr als im Februar 2026 und 18.100 weniger als im März 2025 (minus 1,1 Prozent).

Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. 
So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen

1.Gesundheitswesen(plus 3.000) 
2.Heime und Sozialwesen(plus 2.100) 
3.freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen(plus 1.100)


Beschäftigungsrückgänge sind von März 2025 auf März 2026 vor allem in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen:

1.Verarbeitendes Gewerbe(minus 10.800)
2. Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit)     (minus 3.600)
3.Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz (minus 2.700)
4.Information und Kommunikation(minus 2.400)
5.Erziehung und Unterrichtung(minus 2.200)
6.Baugewerbe (minus 1.400)

Arbeitskräftenachfrage: 31.903 freie Stellen sind von sächsischen Betrieben gemeldet
Im Mai 2026 haben die sächsischen Betriebe insgesamt 6.576 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 169 mehr als im April (plus 2,6 Prozent) und 425 mehr als im Mai des vergangenen Jahres (plus 6,9 Prozent). 
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.903 freie Stellen gemeldet. Das sind 115 mehr als vor einem Monat (plus 0,4 Prozent) und 1.685 mehr als im Mai vergangenen Jahres (plus 5,6 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten Arbeitsstellen für Normalarbeitsverhältnisse gemeldet sind – 93 Prozent der Stellen sind unbefristete zu besetzen und 87 Prozent in Vollzeit.

Diese und viele weitere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. Aktuell sind rund 40.000 freie Stellen in der Jobbörse der BA veröffentlicht.


Dynamik: 56.000 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Mai insgesamt 26.350 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 29.742 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unter-schieden. So meldeten sich im Mai beispielsweise 9.609 Frauen und Männer aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und gleichzeitig haben 10.364 eine neue Erwerbstätigkeit (darunter 8.841 auf dem ersten Arbeitsmarkt) gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Auffällig in diesem Monat: Erstmals seit 2021 lag die Zahl der Abmeldungen in Erwerbstätigkeit im einem Mai bei über 10.000.


Unterbeschäftigung: 31.600 Menschen zählen nicht als arbeitslos 
In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Im Mai 2026 haben sachsenweit rund 31.637 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.585 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 6.082 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.329 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 10.840 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 3.329 gingen Arbeitsgelegenheiten nach.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im Mai 183.079 Personen. Das sind 2.861 weniger als im April und 4.308 mehr als im Mai 2025.

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und beträgt 82,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,4 Prozent.