„Die Arbeitslosigkeit ist im Juni leicht gesunken. Das zeigt, dass wir den Arbeitsmarkt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabilisieren können. Beispielsweise haben wir viele Menschen mit Qualifizierungen und Förderangeboten auf ihrem Weg zurück in Beschäftigung unterstützt. Allein im ersten Halbjahr konnten wir rund 60.000 Förderungen für die Arbeitslosen in Sachsen finanzieren, fast 9.000 mehr als im ersten Halbjahr 2025. Dennoch bleibt die Lage schwierig: Viele Arbeitgeber sind aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten mit Neueinstellungen zurückhaltend und werden wegen der bevorstehenden Ferienzeit erst später spürbar Personal einstellen. Deshalb rechnen wir in den kommenden Monaten mit dem üblichen saisonalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen – vor allem von jüngeren Menschen. Unser Versprechen: wenn der Arbeitsmarkt ins Stocken gerät, sind wir vor Ort und bleiben der Fels in der Brandung“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
| Arbeitslosenzahl im Juni: | 149.970 |
| Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (151.442): | -1.472 oder -1,0 Prozent |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (147.146): | +2.824 oder +1,9 Prozent |
| Arbeitslosenquote im Juni: | 7,0 Prozent |
Arbeitslosigkeit: 149.970 Arbeitslose in Sachsen – höchster Stand seit 10 Jahren
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuen 93.843 arbeitslose Frauen und Männer (62,6 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im Juni insgesamt 56.127 arbeitslose Menschen (37,4 Prozent).
In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 760 (minus 0,8 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 712 (minus 1,3 Prozent) gesunken. Im Vorjahresvergleich entwickeln sich die Rechtskreise verschieden (Jobcenter: minus 593 oder minus 0,6 Prozent; Arbeitsagenturen: plus 3.417 oder plus 6,5 Prozent).
Im langjährigen Vergleich erreicht die Arbeitslosenquote mit sieben Prozent den höchsten Stand in einem Juni seit 2016. Damals lag die Quote im Juni bei 7,2 Prozent.
Von den 149.970 Arbeitslosen in Sachsen suchen 45.271 eine Beschäftigung als Fachkraft, 21.578 auf Spezialisten- und Expertenniveau (Meister/Techniker oder Akademiker) und 78.274 als Helfer.
Entwicklung in den Regionen verschieden
In allen 13 Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf gesunken. Am kräftigsten fiel der Rückgang im Erzgebirgskreis (minus 265 oder minus 2,8 Prozent), im Vogtlandkreis (minus 101 oder minus 1,5 Prozent) sowie in den Landkreisen Bautzen und Meißen (jeweils minus 1,3 Prozent) aus. Die geringsten Rückgänge sind in der Stadt Leipzig (minus 35 oder minus 0,1 Prozent), im Landkreis Zwickau (minus 75 oder minus 0,7 Prozent) und in der Stadt Dresden (minus 172 oder minus 0,8 Prozent) zu verzeichnen.
Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – Höchste in der Stadt Chemnitz
Durch den Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Monatsverlauf in allen Regionen Sachsens sind auch in fast allen Regionen die Arbeitslosenquoten gesunken. Aktuell reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten von 5,4 Prozent im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis 9,7 Prozent in der Stadt Chemnitz.
Ranking der Arbeitslosenquoten im Juni 2026 (in Prozent):
- Sächs. Schweiz-Osterzgebirge 5,4
- Erzgebirgskreis 5,6
- Meißen 5,7
- Vogtlandkreis 5,9
- Mittelsachsen 5,9
- Bautzen 6,1
- Leipzig 6,2
- Zwickau 6,4
- Nordsachsen 6,9
- Dresden, Stadt 6,9
- Görlitz 8,7
- Leipzig, Stadt 8,8
Chemnitz, Stadt 9,7
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB): Rückgang zum Vormonat und Vorjahr
Im April 2026 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen 1.610.400 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 900 weniger als im März 2026 und 18.300 weniger als im April 2025 (minus 1,1 Prozent).
Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden.
So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen:
- Gesundheitswesen plus 3.100
- Heime und Sozialwesen plus 1.600
- freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen plus 1.200
Beschäftigungsrückgänge sind von April 2025 auf April 2026 vor allem in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen:
- Verarbeitendes Gewerbe minus 10.300
- Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz minus 3.500
- Arbeitnehmerüberlassung minus 3.200
- Information und Kommunikation minus 2.400
- Erziehung und Unterricht minus 2.300
- Baugewerbe minus 1.500
Arbeitskräftenachfrage: 32.463 freie Stellen sind von sächsischen Betrieben gemeldet
Im Juni 2026 haben die sächsischen Betriebe insgesamt 6.452 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 124 weniger als im Mai (minus 1,9 Prozent) und 300 mehr als im Juni des vergangenen Jahres (plus 4,9 Prozent).
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 32.463 freie Stellen gemeldet. Das sind 560 mehr als vor einem Monat (plus 1,8 Prozent) und 2.343 mehr als im Juni vergangenen Jahres (plus 7,8 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten Arbeitsstellen für Normalarbeitsverhältnisse gemeldet sind – rund neunzig Prozent der Stellen sind unbefristete zu besetzen und etwa genauso hoch ist der Vollzeitanteil.
Diese und viele weitere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. Aktuell sind rund 40.000 freie Stellen in der Jobbörse der BA veröffentlicht.
Dynamik: Fast 52.000 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Juni insgesamt 25.193 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 26.698 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.
Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unter-schieden. So meldeten sich im Juni beispielsweise 9.047 Frauen und Männer aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und gleichzeitig haben 8.770 eine neue Erwerbstätigkeit (darunter 7.543 auf dem ersten Arbeitsmarkt) gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.
Unterbeschäftigung: 31.600 Menschen zählen nicht als arbeitslos
In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.
Im Juni 2026 haben sachsenweit 31.661 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.620 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 5.949 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.425 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 10.776 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 3.515 gingen Arbeitsgelegenheiten nach.
Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im Juni 181.631 Personen. Das sind 1.756 weniger als im Mai und 3.698 mehr als im Juni 2025.
Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt 82,6 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,3 Prozent.