„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli ist saisonbedingt und liegt auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Zu den üblichen saisonalen Gründen gehören das Ausbildungs- und Schulende, auslaufende Fördermaßnahmen und die Sommerpause vieler Betriebe – in der meist weniger eingestellt wird. Das allein ist für mich kein Grund zur Sorge. Positiv zu bewerten ist, dass sich der Abstand zum Vorjahr seit einiger Zeit verringert. Das ist noch kein Anzeichen für eine Trendwende aber deutet darauf hin, dass sich der Anstieg der Arbeitslosenzahlen langsam abschwächt. Gleichzeitig bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt schwierig und Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Eins ist jedoch gewiss: Auf die BA ist Verlass. Alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhalten von uns die Unterstützung, die ihnen hilft – um durch die schwierige Zeit zu kommen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
| Arbeitslosenzahl im Juli: | 155.078 |
| Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (149.970): | +5.108 oder +3,4 Prozent |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (152.111): | +2.967 oder +2,0 Prozent |
| Arbeitslosenquote im Juli: | 7,2 Prozent |
Arbeitslosigkeit: 155.078 Arbeitslose in Sachsen
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuen 95.472 arbeitslose Frauen und Männer (61,6 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im Juni insgesamt 59.606 arbeitslose Menschen (38,4 Prozent).
Im langjährigen Vergleich erreicht die Arbeitslosenquote mit 7,2 Prozent den höchsten Stand in einem Juli seit 2016. Damals lag die Quote im Juli bei 7,3 Prozent.
Von den 155.078 Arbeitslosen in Sachsen suchen 46.925 eine Beschäftigung als Fachkraft, 23.222 auf Spezialisten- und Expertenniveau (Meister/Techniker oder Akademiker) und 79.686 als Helfer.
Arbeitslosigkeit in allen Regionen gestiegen
In allen 13 Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf gestiegen. Am kräftigsten war der Anstieg in Mittelsachsen (plus fünf Prozent), in Chemnitz (plus 4,6 Prozent) sowie im Erzgebirgskreis (plus 4,4 Prozent). Die niedrigsten Anstiege gab es in Görlitz (plus 1,1 Prozent), in Zwickau (plus 1,2 Prozent) und in Meißen (plus 2,2 Prozent).
Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge – höchste in der Stadt Chemnitz
Durch den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Monatsverlauf in allen Regionen Sachsens sind auch in fast allen Regionen die Arbeitslosenquoten gestiegen. Ausnahmen sind Görlitz und Zwickau. Aktuell reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten von 5,5 Prozent im Landkreis Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis 10,1 Prozent in der Stadt Chemnitz.
Ranking der Arbeitslosenquoten im Juli 2026 (in Prozent):
1. Sächs. Schweiz-Osterzgebirge 5,5
2. Meißen 5,8
3. Erzgebirgskreis 5,8
4. Vogtlandkreis 6,1
5. Mittelsachsen 6,2
6. Bautzen 6,3
7. Zwickau 6,4
8. Leipzig 6,5
9. Nordsachsen 7,2
10. Dresden, Stadt 7,2
11. Görlitz 8,7
12. Leipzig, Stadt 9,1
13. Chemnitz, Stadt 10,1
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB): Rückgang zum Vormonat und Vorjahr
Im Mai 2026 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen 1.608.800 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 1.000 weniger als im April 2026 und 18.400 weniger als im Mai 2025 (minus 1,1 Prozent).
Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden.
So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen:
1. Gesundheitswesen plus 3.100
2. Heime und Sozialwesen plus 1.600
3. freiberufl., wissenschaftl. u. techn. Dienstleistungen plus 1.100
Beschäftigungsrückgänge sind von Mai 2025 auf Mai 2026 vor allem in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen
1. Verarbeitendes Gewerbe minus 10.000
2. Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz minus 4.100
3. Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) minus 2.700
4. Information und Kommunikation minus 2.300
5. Erziehung und Unterricht minus 2.100
Arbeitskräftenachfrage: 32.589 freie Stellen sind von sächsischen Betrieben gemeldet
Im Juli 2026 haben die sächsischen Betriebe insgesamt 6.680 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 228 mehr als im Juni (plus 3,5 Prozent) und 81 weniger als im Juli des vergangenen Jahres (minus 1,2 Prozent).
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 32.589 freie Stellen gemeldet. Das sind 126 mehr als vor einem Monat (plus 0,4 Prozent) und 2.558 mehr als im Juli vergangenen Jahres (plus 8,5 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten Arbeitsstellen für Normalarbeitsverhältnisse gemeldet sind – über neunzig Prozent der Stellen sind unbefristete zu besetzen. Auch der Vollzeitanteil liegt bei knapp neunzig Prozent.
Diese und viele weitere freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden. Aktuell sind rund 40.000 freie Stellen in der Jobbörse der BA veröffentlicht.
Dynamik: Fast 60.000 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Juli insgesamt 32.348 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 27.218 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.
Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unter-schieden. So meldeten sich im Juli beispielsweise 11.759 Frauen und Männer aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos und gleichzeitig haben 8.659 eine neue Erwerbstätigkeit (darunter 7.543 auf dem ersten Arbeitsmarkt) gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.