Die Arbeitslosigkeit in Sachsen ist zum Jahresanfang gestiegen. Insgesamt sind im Januar rund 157.500 Männer und Frauen im Freistaat ohne Arbeit. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,3 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat steigt die Zahl der Arbeitslosen um rund 9.200 Menschen und im Vergleich zum Januar 2025 um 8.200.
Zitat:„Üblicherweise steigt die Arbeitslosigkeit in einem Januar. Aktuell haben wir über 9.000 mehr Arbeitslose als im Dezember. Zurückzuführen ist der Anstieg auf saisonale Gründe wie Kündigungen und Befristungen zum Jahresende sowie beendete Fördermaßnahmen. Auch die angespannte wirtschaftliche Lage trug dazu bei. Aber wo Schatten ist, ist auch Licht. Viele der jetzt arbeitslos gewordenen Menschen sind gut qualifiziert und bieten Chancen für suchende Arbeitgeber. Diese sind aufgerufen, sich bei uns zu melden. Wir bringen Menschen und Unternehmen zusammen und setzen auf Interaktion, Investition und Integration.“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Arbeitslosenzahl im Januar: | 157.487 |
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (148.271): | +9.216 oder +6,2 Prozent |
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (149.283): | +8.204 oder +5,5 Prozent |
Arbeitslosenquote im Januar: | 7,3 Prozent |
Arbeitslosigkeit: 157.487 Arbeitslose in Sachsen
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuen 95.978 arbeitslose Frauen und Männer (60,9 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützen im Januar insgesamt 61.509 arbeitslose Menschen (39,1 Prozent).
In den Jobcentern ist die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 2.951 (plus 3,2 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 6.265 (plus 11,3 Prozent) gestiegen. Im Vorjahresvergleich sind in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 933 oder plus 1,0 Prozent; Arbeitsagenturen: plus 7.271 oder plus 13,4 Prozent).
Im langjährigen Vergleich erreicht die Arbeitslosenquote mit 7,3 Prozent den höchsten Stand in einem Januar seit 2017. Damals lag die Quote im Januar bei 7,6 Prozent.
Von den 157.487 Arbeitslosen in Sachsen suchen 71.200 eine Beschäftigung als Fachkraft (inkl. Spezialisten und Experten) und 81.150 als Helfer.
Anstieg im Monatsverlauf in allen Regionen
Innerhalb der sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte entwickelt sich die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf einheitlich – überall stieg die Arbeitslosigkeit.
Die kräftigsten Anstiege der Arbeitslosigkeit gibt es im Vogtlandkreis (plus 9,5 Prozent), im Landkreis Leipzig (plus 8,6 Prozent) und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (plus 7,9 Prozent).
Geringste Arbeitslosenquote im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit erhöhen sich auch die Arbeitslosenquoten. Dabei reicht die Spanne der Arbeitslosenquoten im Januar 2026 von 5,9 Prozent im Landkreis sächs. Schweiz-Osterzgebirge bis 9,8 Prozent in der Stadt Chemnitz.
Ranking der Arbeitslosenquoten im Januar 2026 (in Prozent):
- Sächs. Schweiz-Osterzgebirge 5,9
- Meißen 6,0
- Erzgebirgskreis 6,1
- Mittelsachsen 6,2
- Bautzen 6,2
- Zwickau 6,5
- Vogtlandkreis 6,7
- Leipzig 6,7
- Dresden, Stadt 7,3
- Nordsachsen 7,4
- Leipzig, Stadt 9,0
- Görlitz 9,2
- Chemnitz, Stadt 9,8
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB): Rückgang zum Vorjahr
Im November 2025 waren in Sachsen nach jüngsten Hochrechnungen 1.637.500 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren rund 200 weniger als im Oktober 2025 und rund 8.204 weniger als im November 2024 (minus 1,0 Prozent).
Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Vorjahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Branchen:
| Gesundheitswesen | (plus 3.300) |
| Heimes und Sozialwesen | (plus 3.200) |
| sonstige wirtschaftliche Dienstleister (ohne ANÜ) | (plus 300) |
Bergbau, Energie- u. Wasserversorg., Entsorgungswirtschaft | (plus 200) |
| Gastgewerbe | (plus 100) |
Beschäftigungsrückgänge sind von November 2024 auf November 2025 in konjunkturnahen Bereichen zu verzeichnen:
- Verarbeitendes Gewerbe (minus 9.900)
- Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) (minus 4.500)
- Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz (minus 3.200)
- Erziehung und Unterricht (minus 2.900)
Im langjährigen Vergleich liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Menschen in einem November mit 1,655 Mio. auf hohem Niveau. Den höchsten Stand in einem November gab es 2022 mit 1,659 Mio. svB. Seitdem sinkt die Zahl der Beschäftigten, aktuell auf das Niveau von 2019/20.
Den Tiefstand erreichte die Beschäftigung in Sachsen im Jahr 2005. Damals waren im November 1,364 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 273.000 weniger als heute.
Arbeitskräftenachfrage: 30.000 freie Stellen – im Web oder App
Im Januar 2026 haben sächsische Betriebe insgesamt 5.371 freie Stellen neu gemeldet. Das waren 629 weniger als im Dezember (minus 10,5 Prozent) und 995 mehr als im Januar des vergangenen Jahres (plus 10,8 Prozent). Die rund 5.400 neu gemeldeten Arbeitsstellen zählen zu den niedrigsten Januarwerten der letzten 25 Jahre (niedrigster Zugang im Januar 2025 mit 4.376).
Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 30.352 freie Stellen gemeldet, 825 weniger als im Dezember (minus 2,6 Prozent) und 931 weniger als im Januar 2025 (minus 3 Prozent).
Alle gemeldeten freien Stellen sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden (www.arbeitsagentur.de/jobsuche/).
Dynamik: rund 55.000 An- und Abmeldungen
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Januar insgesamt 32.022 Menschen bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 22.862 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.
Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unterschieden. So meldeten sich im Januar beispielsweise 14.983 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 6.463 eine neue Beschäftigung gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden.