In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 877 Männer und Frauen nach dem Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos. Gleichzeitig konnten 609 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Tätigkeit beenden, weitere 569 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme.
Ein Blick auf die Rechtskreise zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Beim Jobcenter Rems-Murr sank die Zahl der arbeitslosen Bürgergeld-Beziehenden um 67 auf 5.933 Personen. Bei der Agentur für Arbeit Waiblingen stieg sie hingegen um 39 auf 5.167 Personen. Damit werden derzeit 53,5 Prozent aller arbeitslos gemeldeten Menschen im Landkreis vom Jobcenter betreut, 46,5 Prozent erhalten Arbeitslosengeld von der Agentur für Arbeit.
Ein zentrales Thema bleibt der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Aktuell sind 3.404 Menschen im Rems-Murr-Kreis länger als zwölf Monate arbeitslos, das entspricht knapp 31 Prozent aller Arbeitslosen. Davon werden 2.898 Personen vom Jobcenter und 506 von der Agentur für Arbeit betreut.
„Gerade bei der Langzeitarbeitslosigkeit ist Qualifizierung der entscheidende Schlüssel“, betont Käferle. „Viele Betroffene verfügen nicht oder nicht mehr über die Qualifikationen, die der Arbeitsmarkt verlangt. Deshalb setzen wir weiterhin stark auf berufliche Weiterbildung.“ Im Jahr 2025 haben gut 1.900 Menschen eine von Agentur für Arbeit oder Jobcenter geförderte Weiterbildung begonnen – über sieben Prozent mehr als 2024. Dieser Kurs soll konsequent fortgesetzt werden.
Erfreulich entwickelt sich die Situation junger Menschen: Die Jugendarbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ging gegenüber dem Vorjahr um 34 Personen zurück. Mit einer Quote von 3,1 Prozent liegt deren Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Unterstützungsangebote beim Übergang in betriebliche und schulische Ausbildung zeigen Wirkung.
Ein bewährtes Instrument ist dabei die Assistierte Ausbildung. Sie unterstützt Auszubildende und Teilnehmende einer Einstiegsqualifizierung während ihrer betrieblichen Ausbildung oder ihres Praktikums – etwa bei schulischen Herausforderungen, persönlichen Problemen oder Konflikten im Betrieb. Auch Förderunterricht zum Abbau von Wissensdefiziten ist möglich. Zertifizierte Bildungsträger begleiten Betriebe und Teilnehmende mit festen Ansprechpersonen, die Kosten übernehmen Agentur für Arbeit und Jobcenter.
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dabei umfassend durch die Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit unterstützt – persönlich über die bekannte Ansprechperson des Arbeitgeber-Services oder telefonisch über die kostenfreie Hotline 0800 4 5555 20. Weitere Informationen zu Förderangeboten für junge Menschen finden sich unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen/ausbilden.
Trotz wirtschaftlicher Abschwächung und Strukturveränderungen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften insbesondere gut qualifizierten Fachkräften weiterhin vorhanden, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als vor der konjunkturellen Schwächephase: Im Dezember meldeten Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter 540 neue Arbeitsstellen aus dem Rems-Murr-Kreis. Besonders viele freie Stellen gibt es im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bereich Verkehr und Logistik sowie in Fertigungsberufen. Insgesamt sind kreisweit über 2.500 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Eine Übersicht bietet die Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de/jobsuche