Die Arbeitslosigkeit ist auch in diesem Jahr im Januar gestiegen. Der Hauptgrund dafür war, dass weitere Betriebe aus den sogenannten witterungsabhängigen Berufen wie dem Baugewerbe (+ 154 Arbeitslose) sowie den daran angrenzenden Bereichen Fahrzeugführer (es gilt jeweils auch die weibliche Berufsbezeichnung) (+54) und Verkehr / Logistik (+122) sowie der Land-, Tier- und Forstwirtschaft (+9) und dem Gartenbau (+62) sowie dem Bereich Hotellerie/Tourismus (+34) und der daran angrenzenden Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (+51) Beschäftigte über die Wintermonate freigestellt haben. Da die Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember auch bei allen anderen Berufsgruppen außer „Recht und Verwaltung (-1) gestiegen ist, hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Januar insgesamt um 1.262 Personen auf 11.114 zugenommen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent (Januar 2025: 3,4 Prozent).
Dr. Nicole Cujai, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, erklärt mit Blick auf den Arbeitsmarkt: „Die konjunkturellen Eintrübungen hinterlassen weiterhin Spuren: Im Januar waren 180 mehr Menschen arbeitslos und 316 weniger Stellenangebote gemeldet als vor einem Jahr. Das bedeutet jedoch keinen Stillstand am Arbeitsmarkt: Im abgelaufenen Monat haben sich 862 Menschen in Arbeit abgemeldet. Das waren 25 mehr als vor einem Jahr, und es gibt Wirtschaftsbereiche wie Medizinische Gesundheitsberufe, Reinigung oder Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, in denen die Betriebe mehr Personal suchen als vor einem Jahr. Diese und weitere Berufe bieten auch in Zeiten eines sich wandelnden Arbeitsmarktes Perspektiven.“
Trotz der genannten Herausforderungen ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (svB) im Agenturbezirk Rosenheim im vergangenen Jahr insgesamt weiter angestiegen. Um den in vielen Bereichen nach wie vor hohen Personalbedarf zu decken, sind die Personalverantwortlichen zum einen auf die Zuwanderung von Arbeits- und Fachkräften aus dem Ausland angewiesen. Dr. Cujai sagt hierzu: „Wie dringend diese Frauen und Männer gebraucht werden, zeigt die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den vergangenen zehn Jahren. Diese hat bei Menschen mit ausländischem Pass in diesem Zeitraum um rund zwei Drittel zugenommen und machte zum aktuellen Stichtag am 30. Juni 2025 rund ein Fünftel der svB aus, gegenüber 13,3 Prozent vor zehn Jahren.“ Sie fügt hinzu: „Zum anderen möchte ich auf das Potenzial der sogenannten „stillen Reserve“ hinweisen. Diese umfasst die Frauen und Männer, die aus den unterschiedlichsten Gründen aktuell nicht arbeiten, aber dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stünden, wenn die Rahmenbedingungen passen. Wir unterstützen diese Personen dabei, ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt (wieder) zu finden. Unsere Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCAs) Melanie Rössler (Tel. 08031 / 202-484) und Monika Grün (Tel. 08031 / 202-381) stehen für Fragen zur Verfügung und beraten zu Themen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei möchte ich Interessierte ausdrücklich zu der großen Frauenmesse einladen, die die Agentur für Arbeit Rosenheim am Mittwoch, den 18. März, von 9 bis 12 Uhr in der Agentur für Arbeit (Wittelsbacherstr. 57) in Rosenheim ausrichtet. Ansprechpersonen von Arbeitsagentur und Jobcentern sowie weiteren Institutionen stehen für Fragen zur Verfügung und informieren zu Themen wie Kinderbetreuung, Hilfen für Alleinerziehende und Familien, Teilzeitausbildung, Bewerbungsunterlagen, Berufsberatung für Erwachsene und vieles mehr.“ Informationen zu dieser und weiteren Veranstaltungen, die die Arbeitsagentur Rosenheim anbietet, stehen unter https://web.arbeitsagentur.de/portal/metasuche/suche/veranstaltungen?volltext=Rosenheim.
Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt
Der Agentur für Arbeit Rosenheim liegt die Ausbildung junger Menschen am Herzen. Dr. Cujai sagt hierzu: „Wir möchten jede junge Frau und jeden jungen Mann dabei unterstützen, den beruflichen Weg zu finden, der am besten zu ihr bzw. zu ihm passt. Dabei gibt es Fragen zu beantworten wie: Wo liegen die persönlichen Vorlieben und Stärken, was macht Spaß und wo soll die Reise kurz-, mittel- und langfristig hingehen? Handwerk, Industrie, Verwaltung, Büro, … Die Möglichkeiten sind breit gefächert. Obwohl wir sehen, dass die konjunkturellen Eintrübungen leider auch auf dem Ausbildungsmarkt einzelne Spuren hinterlassen, haben uns die Betriebe seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober bereits 2.402 Ausbildungsplatzangebote mit Starttermin im Herbst gemeldet und haben längst begonnen, die „young talents“ zu umgarnen. Es lohnt sich also schnell zu sein mit der Bewerbung, damit es möglichst mit dem Wunschberuf klappt. Zahlreiche offene Angebote sind beispielsweise für Kaufleute Einzelhandel (308) und Büromanagement (72) sowie für Verkäufer (223) und für Medizinische Fachangestellte (71) oder Industriemechaniker (75) sowie für Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik (48) und für Fachkraft Lagerlogistik (49) gemeldet.“
Dem gegenüber stehen 1.411 junge Frauen und Männer, die sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben. Die Agenturleiterin wendet sich direkt an die Jugendlichen, die eine Lehrstelle für heuer suchen, und sagt: „Schreibt unseren Berufsberaterinnen und Berufsberatern am besten gleich eine Mail an „Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de“ und vereinbart einen Termin. Die Kolleginnen und Kollegen beraten gerne und helfen Euch, den passenden Ausbildungsplatz zu finden, unterstützen Euch bei der Bewerbung und geben Tipps, wie Ihr Euch auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten könnt. Eine abgeschlossene betriebliche Ausbildung ist weiterhin die ideale Grundlage für die spätere berufliche Karriere.“
Attraktive Angebote für Ausbildungsplätze und duale Studiengänge stehen auch in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (https://www.arbeitsagentur.de/jobsuche/). Weitere Informationen stehen unter meinBERUF (https://www.arbeitsagentur.de/bildung) und #AusbildungKlarmachen (https://www.arbeitsagentur.de/k/ausbildungklarmachen).
Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent (Vormonat: 4,9 Prozent; Januar 2025: 5,6 Prozent). Derzeit sind 2.106 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den Kundinnen und Kunden, die nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 207 auf 1.173. Beim Jobcenter Rosenheim Stadt werden 933 Frauen und Männer nach dem SGB II betreut, 37 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.038 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.585 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent (Vormonat: 3,1 Prozent; Januar 2025: 3,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 5.295. Hier sind 3.272 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 525 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim werden 2.023 Frauen und Männer nach dem SGB II betreut, 91 mehr als im Dezember. Insgesamt sind beim Jobcenter 3.896 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 2.964 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent (Vormonat: 2,2 Prozent; Januar 2025: 2,7 Prozent). Das entspricht 1.841 beschäftigungslosen Bürgerinnen und Bürgern. Davon sind 1.103 Männer und Frauen, 146 mehr als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 738 Betroffene, 47 mehr als im Dezember, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.256 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.703 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.872 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,2 Prozent (Vormonat: 2,9 Prozent; Januar 2025: 3,3 Prozent) entspricht. Davon sind 1.271 Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen arbeitslos gemeldet, 189 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und -Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 601 Menschen arbeitslos gemeldet, 20 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.439 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.160 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Allgemeine Hinweise:
• Ab Berichtsmonat Mai 2025 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
• Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.