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Vorbei sind die Zeiten der klassischen Bewerbungsmappen: das mühsame Sortieren von Unterlagen, der Kampf mit dem Drucker, dessen Tinte ausgerechnet dann leer ist, wenn die Bewerbung dringend ausgedruckt und verschickt werden muss, und die Frage: „Wo finde ich jetzt noch schnell einen Copyshop?“. Gerade bei Bewerbungen aus dem Ausland wurde es da schnell kompliziert.
Neben den klassischen Bewerbungswegen per E-Mail und Co, erfolgt auch ein großer Teil der Bewerbungen heute direkt entweder über unternehmenseigene Portale, über Apps, per Videobewerbungen oder sogar Chatbots, was den Bewerbungsprozess grundlegend verändert hat.
Die Digitalisierung hat den Bewerbungsprozess zwar vereinfacht, aber nicht weniger anspruchsvoll gemacht. Sorgfalt, Struktur und eine klare Darstellung der eigenen Qualifikationen bleiben entscheidend.
Wir haben uns Online-Bewerbungsportale drei beliebter deutscher Unternehmen genauer angeschaut und für Sie die wichtigsten Empfehlungen herausgearbeitet.
Allgemeine Vorteile
Alle drei Online Bewerbungsplattformen bieten zahlreiche Vorteile, wie z.B.:
- Umfassende Informationen über das Unternehmen, wie z.B. Unternehmenswerte, Social-Media-Kanäle und Bewerbungstipps
- Direkter Zugang zu den aktuellen Stellenangeboten und Informationen zu den Einstiegsmöglichkeiten
- Transparenz über den Ablauf und die Dauer des Bearbeitungsprozesses
- Möglichkeit zur nachträglichen Bearbeitung der Bewerbung
- Option, sich auf mehrere Stellen oder an verschiedenen Standorten zu bewerben
- Sichere Rückmeldung über den Eingang der Unterlagen
Insgesamt bieten die Online-Bewerbungsportale eine einfache und transparente Möglichkeit, mehr über das Unternehmen zu erfahren, sich ein Bewerberprofil zu erstellen und auf passende Stellen zu bewerben.
Vorbereitung
Alle drei Portale weisen auf eine sorgfältige Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen hin und halten diese für besonders entscheidend.
Es gilt also zu klären:
- Sind meine Dokumente vollständig und fehlerfrei?
- Wird eine seriöse E-Mail-Adresse verwendet?
- Sind die Dateien korrekt benannt und in einem geeigneten Format gespeichert?
- Sind meine Social-Media-Profile (wie LinkedIn, Facebook, Xing etc.) seriös genug, um sie mit meiner Bewerbung verknüpfen zu können? Einige Portale bieten diese Möglichkeit, um die Bewerberin oder den Bewerber besser kennenzulernen.
Eine gründliche Überprüfung dieser Aspekte kann helfen, einen professionellen Eindruck zu vermitteln und die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung zu erhöhen.
Struktur des Portals
Für gewöhnlich sind die Online Bewerberportale recht ähnlich aufgebaut. Klickt man auf das ausgewählte Stellenangebot, hat man je nach Unternehmen zwei Möglichkeiten:
Man erstellt entweder sein eigenes Bewerberprofil, indem zunächst persönliche Daten erfragt werden oder- manche Unternehmen wählen einen noch kürzeren Prozess – und fragen persönliche Daten direkt ab.
Dann können Fragen zur Stelle, zum Lebenslauf, zu den Fähigkeiten und Kenntnissen folgen. Meist endet dies mit einem Freitextfeld, in dem man seine Motivation darlegen muss. Anschließend folgt der Teil in dem man seine Dokumente hochladen kann. Je nach Unternehmen kann diese Reihenfolge leicht variieren.
Was für alle unternehmenseigenen Bewerberportale gilt:
Für eine erfolgreiche Online-Bewerbung ist eine klare und übersichtliche Lebenslaufstruktur entscheidend. Je nach Unternehmensportal können Sie den Lebenslauf als Datei hochladen oder manuell eingeben. Wichtig ist, dass die Daten sorgfältig und genau eingegeben werden, um den Erfolg der Bewerbung zu sichern. Diese 5 Punkte sind dabei am wichtigsten:
- Persönliche Daten
Stellen Sie sicher, dass Ihre persönlichen Daten fehlerfrei und aktuell sind. Dazu gehören Ihre Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. - Berufserfahrung
Konzentrieren Sie sich auf die wirklich relevanten Stationen in Ihrem Berufsleben. Ein Lebenslauf sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Das bedeutet, dass Sie sich auf die wichtigsten Erfahrungen und Qualifikationen beschränken sollten, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Listen Sie diese Stationen chronologisch auf, beginnend mit der aktuellsten Position und arbeiten Sie sich rückwärts durch Ihre Karriere. - Berufliche Bildung
Listen Sie Ihre Berufsausbildung, Studium, Ausbildung und Schulbildung auf, wenn diese für die Stelle relevant sind. - Computer- und Fremdsprachenkenntnisse
Erwähnen Sie Ihre Computer- und Fremdsprachenkenntnisse und geben Sie an, welches Sprachlevel Sie haben. Dies gibt den Personalerinnen und Personalern eine bessere Vorstellung davon, welche Fähigkeiten Sie mitbringen. - Mehrwert und Erfolge
Es ist wichtig, nicht nur aufzulisten, welche Tätigkeiten Sie ausgeführt haben, sondern auch, welchen konkreten Mehrwert Sie geschaffen haben. Beispiele wie Kosteneinsparungen oder erfolgreich umgesetzte Projekte können Ihre Wirkung deutlich unterstreichen.
Indem Sie diese Struktur einhalten und Ihre relevanten Qualifikationen und Erfahrungen hervorheben, können Sie einen effektiven Lebenslauf erstellen, der Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Online-Bewerbung erhöht. Wie ein erfolgreicher Lebenslauf gestaltet werden kann, haben wir bereits im ersten Teil unserer Serie vorgestellt.
Anschreiben oder Motivationsschreiben in der digitalen Bewerbung?
In der heutigen digitalen Bewerbungslandschaft zeigt sich ein Wandel im Umgang mit Anschreiben und Motivationsschreiben. Viele Unternehmen verzichten darauf, um den Bewerbungsprozess zu beschleunigen und zu vereinfachen. Stattdessen bieten Bewerbungsportale oft Freitextfelder, in denen Bewerberinnen und Bewerber ihre Motivation kurz und prägnant darstellen können.
Wann ist ein Anschreiben sinnvoll?
Ein Anschreiben kann dennoch in bestimmten Situationen sinnvoll sein:
Für Quereinsteiger: Wenn Sie in eine neue Branche oder ein neues Feld einsteigen, kann ein Anschreiben hilfreich sein, um Ihre Motivation und Ihre relevanten Fähigkeiten zu erläutern.
Erklärung von Lücken im Lebenslauf: Wenn es Lücken in Ihrem Lebenslauf gibt, die erklärungsbedürftig sind, kann ein Anschreiben eine gute Gelegenheit sein, diese zu erklären und Missverständnisse zu vermeiden.
Kurzgesagt:
Ein Anschreiben ist kein Muss, kann aber in bestimmten Situationen sinnvoll sein und als Anlage beigefügt werden. Generell kann ein Anschreiben bei der Selbstreflexion hilfreich sein und ist eine ideale Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
Zeugnisse und Zertifikate sollten gezielt ausgewählt und auf das Wesentliche reduziert werden. Alle hier untersuchten Portale machen konkrete Angaben zu den hochzuladenden Unterlagen, die befolgt werden sollten.
Diese Angaben können wie folgt aussehen:
Bitte lade deine Unterlagen als Dateianhang im PDF-, DOC- TIF, GIF- oder JPG-Format hoch. Bitte beachte, dass ein einzelnes Dokument die Größe von 30 MB nicht überschreiten darf. Wenn du dich über den Chatbot bewirbst, dürfen deine Dateien maximal 4 MB groß sein.
Fasse alle Seiten Deiner Bewerbung in ein PDF zusammen (es sollte max. 8 MB groß sein). Ansonsten kannst Du die Dateiformate doc, docx, jpeg oder png nutzen.
Fazit
Online-Bewerbungen über unternehmenseigene Portale bieten zahlreiche Vorteile, wie Effizienz und Standardisierung, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Wer sich gut vorbereitet, strukturiert vorgeht und auf Details achtet, kann diese Hürden jedoch problemlos meistern und den digitalen Bewerbungsprozess erfolgreich für sich nutzen.
Neben den unternehmenseigenen Portalen lohnt sich auch immer ein Blick in die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit.
