Schreibtisch sauber halten
Unser Fakt: Der Schreibtisch ist ein unscheinbarer Keimherd. Wenn ein Schreibtisch im Büro ordentlich aussieht, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch hygienisch ist. Es wurde nachgewiesen, dass ein durchschnittlicher Schreibtisch bis zu 400-mal mehr Keime als ein Toilettensitz haben kann.
Und die Maßnahme: Einiges lässt sich verbessern, wenn regelmäßig gereinigt wird. Mit Wasser drüber wischen, reicht aber nicht. Oberflächen sollten auch regelmäßig desinfiziert werden. Insbesondere beim Desk-Sharing gilt: Arbeitgeber sollten klare Verhaltensregeln zur Sauberkeit am Arbeitsplatz etablieren, Bürotische möglichst täglich professionell reinigen lassen und Desinfektionsmittel oder -tücher für Beschäftigte bereitstellen. Außerdem wichtig: Ein Bürotisch ist kein Esstisch. Beim Essen können Krümel, Essensspritzer oder kleine Reste nicht nur auf dem Bürotisch selbst, sondern auch auf der Tastatur und Maus landen. Eine Mittagspause gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen ist zudem die bessere Wahl.
Tastatur und Maus reinigen
Unser Fakt: Die Computertastatur ist einer der größten Hotspots für Keime. Dass eine Tastatur oft ein wahres Keim-Paradies ist, ist vermutlich nichts neues. Doch warum ist sie so belastet? Bei tausenden Tastaturanschlägen pro Tag besteht ständiger Hautkontakt, und auf der Oberfläche sammeln sich Schmutz, Schweiß, Fettrückstände und Staub. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom machen 25 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ihre Tastatur nie sauber. Ähnliches dürfte auch für die Computermaus gelten.
Und die Maßnahme: Wenn mehrere Personen eine Tastatur benutzen, steigt das Risiko, dass sie mit verschiedenen Krankheitserregern in Kontakt kommen. Deswegen sollte insbesondere bei Desk-Sharing auch die Tastatur gereinigt werden. Dummerweise ist es nicht so einfach, eine Tastatur und ihre Zwischenräume gründlich zu reinigen, ohne dass die Technik Schaden nimmt. In wenigen Schritten können Büro-Mitarbeitende ihre Tastatur selber vorsichtig reinigen:
- Tastatur vom Strom trennen bzw. Akkus entfernen
- Tastatur umdrehen und vorsichtig ausschütteln
- Tastenzwischenräume mit leichter Druckluft oder einem Pinsel reinigen
- Oberfläche mit leicht angefeuchtetem Mikrofasertuch abwischen
- Bei Bedarf Desinfektion
- Tastatur vollständig trocknen lassen
Bei Touchscreens und Bedienflächen verschiedener Geräte sind oft gängige Desinfektionsmittel nicht geeignet. Von Herstellern werden hier spezielle Produkte zur Desinfektion angeboten.
Werkzeuge und Baumaschinen reinigen
Unser Fakt: Wie bei Tastatur und Maus übertragen auch gemeinsam genutzte Werkzeuge Viren besonders schnell.
Und die Maßnahme: Im Büro sind Tastatur und Maus die häufigsten Werkzeuge. Auf der Baustelle und in der Werkhalle sieht das anders aus, aber es gilt das Gleiche: Wenn bestimmte Werkzeuge oder Baumaschinen von mehreren Personen genutzt und von vielen Händen berührt werden, sollten sie auch regelmäßig gereinigt werden. Sonst können sich Keime rasch verbreiten. Am besten desinfizieren Werkstatt-Mitarbeitende oder Beschäftigte auf einer Baustelle sämtliche Geräte nach der Arbeit, damit eine mögliche Übertragungskette unterbrochen wird.
Smartphone nicht vergessen
Unser Fakt: Auf einem Smartphone befinden sich durchschnittlich erheblich mehr Keime als auf einer Toilette. Eine Studie der britischen Firma Insurance2go, die sich auf die Versicherung von Elektronikgeräten spezialisiert, vergleicht die Keimbelastung von Handys mit der von Toilettensitzen. Die Smartphones gehören zu den am stärksten belasteten und kontaminierten Oberflächen.
Und die Maßnahme: Wir berühren die Smartphones ständig und reinigen sie selten. Es ist der Gegenstand, der sich vermutlich öfter als alle anderen Geräte an unserem Mund oder Ohr befindet. Bei Smartphones ist die Empfehlung daher eindeutig: Am besten mit Hygienetüchern reinigen, die für Touchscreens geeignet sind bzw. ein trockenes Mikrofasertuch verwenden und dabei nicht die Smartphone-Hülle vergessen. Außerdem: Wenn beim Essen am Smartphone rumgetippt wird und Essensreste zurückbleiben, ist dies ein idealer Nährboden für Keime. Die Nutzung auf der Toilette sollte vermieden werden.
Pausenraum und Kaffeeküche
Unser Fakt: In der Kaffeeküche oder im Pausenraum verbringen Mitarbeitende ihre Pausen, essen oder trinken Kaffee und nutzen dieselben Geräte. Dies kann zu einer Ansammlung von Keimen und Bakterien führen, insbesondere wenn die Geräte nicht ausreichend häufig gereinigt werden. Im Kühlschrank verstecken sich potenziell krankmachende Bakterien, wenn z. B. offene Verpackungen nicht entfernt werden. Alte Küchenschwämme verteilen Keime großzügig im gesamten Raum.
Und die Maßnahme: Jede Mitarbeiterin oder jeder Mitarbeiter sollte die Eigenverantwortung übernehmen, die Gemeinschaftsräume sauber zu hinterlassen. Nach einer Kaffeepause sollte man auch mal die Tasse abspülen, denn eine Kaffeetasse vom Vortag mit Milchresten und Zucker ist für Bakterien ideal. Geräte sollten sorgfältig gereinigt und die Kaffeemaschine entkalkt werden, damit sich keine Biofilme bilden können. Häufig ist die Verantwortung für solche Aufgaben in Gemeinschaftsräumen unklar: Ein guter Reinigungsplan mit gerechter Aufgabenverteilung und klaren Verantwortungen sollte für einen geregelten Ablauf sorgen.
Balance zwischen Übertreibung und Nachlässigkeit
Ein steriles Leben und ständige Furcht vor Keimen ist jedoch auch kein gangbarer Weg. Es gilt, einen gesunden Mittelweg zu finden. Kontakt mit Keimen ist zwar für das Trainieren des Immunsystems wichtig; jedoch ist Vorsicht vor allem zu Zeiten von Erkältungs- und Grippewellen geboten. Ein bewusster Umgang mit der Gesundheit ist besonders für Personen wichtig, die Vorerkrankungen haben, älter sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Für sie kann Nachlässigkeit ernsthafte Folgen bedeuten.
Für Arbeitgeber und ihre Beschäftigten gilt: Hygiene am Arbeitsplatz ist das A und O für ein verantwortungsvolles Arbeitsumfeld. Hygienemaßnahmen sollten als selbstverständlich in den Alltag integriert werden. Und noch ein Tipp: Nicht immer sind sich Mitarbeitende der Arbeitsplatzhygiene bewusst. Arbeitgeber können ihre Beschäftigten immer wieder sensibilisieren und bei Bedarf zu einem passenden Seminar anmelden.