5 Vorteile einer Ausbildung in Teilzeit

Teilzeit-Ausbildungen bieten Arbeitgebern eine Reihe von Vorteilen. Faktor A hat sie zusammengestellt und zeigt, was Betriebe davon haben. 


10.03.2026 - Matthias Haft -2 MinutenMitarbeiter finden

Von Lebenserfahrung bis Employer Branding: Arbeitgeber sollten die Ausbildung in Teilzeit in erster Linie als Chance sehen, nicht als Aufwand. Die bürokratischen Hürden sind sehr gering. Der Gewinn fürs Unternehmen hingegen groß.

Während Teilzeit im Beruf heutzutage weit verbreitet ist, fristet die duale Ausbildung in Teilzeit immer noch ein Nischendasein. Vielen Arbeitgebern und Auszubildenden ist nicht einmal bewusst, dass eine Ausbildung auch in Teilzeit absolviert werden kann. Ärgerlich, denn das Teilzeit-Modell bietet eine Reihe von Vorteilen, die das Ausbildungsangebot eines Betriebs gut ergänzen können. Faktor A hat die fünf wichtigsten Vorteile zusammengefasst.

1. Mehr Bewerberinnen und Bewerber

Eine Teilzeit-Ausbildung ermöglicht es Menschen, die aufgrund privater Umstände, wie z. B. der Betreuung von Kindern oder Angehörigen, nicht in Vollzeit tätig sein können, eine Ausbildung zu absolvieren. Dadurch erschließen sich Arbeitgeber also zusätzliche potentielle Bewerberinnen und Bewerber für ihre Ausbildungsstellen. Denn eine Ausbildung in Teilzeit kann Betroffenen die notwendige Flexibilität bieten. Das ist möglich, weil die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit um bis zu 50 Prozent reduziert werden kann.

2. Weniger Fluktuation

In den meisten Fällen entscheiden sich Menschen für Teilzeit-Ausbildungen, die Kinder erziehen oder andere Angehörige pflegen. Diese familiären Verpflichtungen bringen es meist auch mit sich, dass die Betroffenen weniger Interesse an örtlichen Veränderungen haben. Sie bleiben ihren Familien und ihrem Zuhause treu, ziehen also seltener um. Kündigungen allein aufgrund eines Wohnortwechsels kommen bei Teilzeit-Auszubildenden daher seltener vor. In der Regel bleiben diese Teilzeitkräfte also länger bei ihrem Arbeitgeber.

3. Jede Menge Soft-Skills

Wer ein Leben rund um die eigene Care-Arbeit organisieren muss, ist oft auch beruflich ein Organisationstalent und kann mit stressigeren Phasen umgehen. Natürlich ist die familiäre Situation einerseits eine zusätzliche Belastung, andererseits ist sie aber auch ein „Training“, das dabei hilft, den Herausforderungen im Betrieb zu begegnen. Auch ein erhöhtes Maß an Pflichtbewusstsein und Lebenserfahrung bringen diese Menschen mit. Für den Betrieb ist die Lebenserfahrung Gold wert: So können Perspektiven eingebracht werden, die die Dynamik unter den Auszubildenden positiv beeinflussen.

4. Flexibel bei Veränderungen

Lebensumstände können sich ändern, auch bei Auszubildenden, die bislang in Vollzeit tätig waren. Azubis, die in ihrer laufenden Ausbildung die Pflege von Angehörigen übernehmen, finden sich schnell in einer überlastenden Situation wieder. Eben konnten sie sich noch auf ihre Ausbildung konzentrieren, im nächsten Moment erfordert die heimische Pflege viele zusätzliche Stunden. Für Auszubildende ist dann meist der einzige Ausweg, die Ausbildung abzubrechen. Arbeitgeber, die in solchen Situationen mit einem Teilzeit-Angebot Abhilfe schaffen, können den Ausbildungsabbruch womöglich verhindern.

5. Ein Zeichen der Modernität

Im Wettbewerb um Auszubildende reichen Gehalt und Urlaubstage längst nicht mehr aus. Angehende Azubis – wie auch Arbeits- und Fachkräfte im Allgemeinen – erwarten von Arbeitgebern, dass sie zusätzliche Benefits bereitstellen. Über Leistungen im Gesundheitsmanagement oder bei flexiblen Arbeitsplatzregelungen können sich Arbeitgeber von der Konkurrenz abheben. Hierzu gehört auch die Teilzeit-Ausbildung, denn diese ist bei den meisten Betrieben immer noch nicht angekommen. Unternehmen, die sich bei der Frage nach Vollzeit oder Teilzeit flexibel zeigen, präsentieren sich ganz nebenbei als moderner Arbeitgeber. 
 


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