20.05.2026 - Marta Potužníková-König -3 MinutenMitarbeiter qualifizieren
Das ist eine absolute Win-Win-Situation – für Arbeitgeber und ihre Arbeitskräfte, unabhängig von der Branche und Unternehmensgröße: Ein Praxisbeispiel aus der Pflege zeigt, wie eine gezielte Förderung Türen für Geringqualifizierte oder Ungelernte öffnet.
Die Nachfrage nach Pflegefachkräften ist nach wie vor hoch und ohne ausländische Arbeits- und Fachkräfte hätte das deutsche Pflegesystem noch einen höheren Personalnotstand. Derzeit arbeiten knapp über 30 Prozent der Beschäftigten in dieser Branche in einer Helfertätigkeit.
Einer davon ist Roman Brtan, der den Grundstein seiner Karriere in der Krankenpflege in seinem Heimatland Slowakei gelegt hat. Dort hat der 39-Jährige eine Ausbildung als Krankenpflegeassistent abgeschlossen und danach im Krankenhaus auf der Station für Innere Medizin und als Fahrer im Rettungsdienst gearbeitet. 2012 führte ihn sein Lebensweg nach Deutschland, nach Amberg in Ostbayern. Eine geförderte Qualifizierung über seinen Arbeitgeber führte ihm zu seinem Berufsziel.
Ein holpriger Start zahlt sich letztlich aus

Für Roman Brtan war der Anfang nicht leicht. Bürokratie bei der Einreise und mangelnde Deutschkenntnisse begleiteten seinen Alltag. Ohne große Erwartungen und mit Ungewissheit, ob er im neuen Land bleibt, suchte er nach einer Stelle als Helfer in der Altenpflege – und fand sie. Obwohl die Situation herausfordernd war, hat ihn die Arbeit mit Menschen erfüllt und motiviert, weiterzumachen.
Nach mehreren Jahren Tätigkeit als Helfer war der Slowake von seinem beruflichen Weg in Deutschland überzeugt: Er hatte Berufserfahrung bei verschiedenen Arbeitgebern sammeln und sein Deutsch dank Berufsalltag und Selbststudium verbessern können. Doch er wollte nicht für immer als Helfer tätig bleiben.
Zitat:Als Hilfskraft hatte ich nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten und Gehaltsaussichten. Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen und fachliche Tätigkeiten ausführen, die ausschließlich examiniertem Personal vorbehalten sind.
Eine berufliche Anerkennung seiner slowakischen Ausbildung in Kombination mit einer Ausgleichsmaßnahme schien ihm zunächst eine gute Möglichkeit, als Fachkraft durchzustarten. Nach einigen Monaten stellte sich aber heraus, dass der Abschluss nicht anerkannt werden konnte. Der Anerkennungsprozess war für Roman Brtan sehr aufwendig und am Ende eine Enttäuschung.
Meilenstein: Qualifizierung für Beschäftigte
Von guten Freunden erfuhr er von der Möglichkeit, eine geförderte Umschulung zu machen. Also hat er sich bei der Agentur für Arbeit beraten lassen. Da seine Qualifikation nicht anerkannt wurde, erfüllte er die Voraussetzungen. Auch sein bereits bestehendes sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis spielte ihm in die Karten.
Zitat:Die Förderung war für mich unerlässlich, da die laufenden Lebenshaltungskosten höher waren als die Ausbildungsvergütung. Ohne diese Unterstützung wäre die Umschulung für mich unrealistisch.
Roman Brtan zögerte nicht und informierte seinen Arbeitgeber über die Fördermöglichkeit. Als Chance für seinen beruflichen Aufstieg sah er eine 3-jährige generalistische Pflegeausbildung. Eine gute Perspektive ebenfalls für den Arbeitgeber: Die Agentur für Arbeit konnte die Lohnkosten und die Lehrgangskosten bezuschussen und am Ende gewinnt er eine qualifizierte Fachkraft. In der Praxis funktioniert das so, dass ein bisheriges Arbeitsverhältnis ruht und die Arbeitskraft mit dem Arbeitgeber einen Umschulungsvertrag schließt.
Zielgerade zur Fachkraft
Der 39-Jährige begann seine Ausbildung 2023. Eine der größten Herausforderungen war die medizinische Fachterminologie in deutscher Sprache, die er mit Fleiß und starkem Willen meisterte. Heute ist er nur noch einen kleinen Schritt von seinem Wunschberuf entfernt. In diesem Sommer beendet er an der Akademie für Gesundheit NEW Life in Neustadt an der Waldnaab seine Ausbildung, und nach erfolgreicher Abschlussprüfung wird er von seinem Arbeitgeber, dem Klinikum Nordoberpfalz, als Fachkraft eingestellt.
Zitat:Meine Aussichten sind sehr gut. Mit dem Berufsabschluss stehen die Türen für eine weitere Spezialisierung offen. Daran habe ich in Zukunft großes Interesse, um eine stabile Karriere aufzubauen.
Es gibt also eine echte Win-Win-Situation – ein Wunschberuf für Roman Brtan und eine qualifizierte, loyale Fachkraft für Arbeitgeber, die den Betrieb sowohl aus der Perspektive eines Helfers als auch aus der einer Fachkraft kennt.

