Future Skills im beruflichen Alltag vermitteln

Qualifizierung to go: Zukunftskompetenzen im Betrieb können niederschwellig vermittelt werden. Mit diesen Tipps gelingt es.


08.04.2026 - Matthias Haft -2 MinutenMitarbeiter qualifizieren

Nicht immer ist eine lange Weiterbildung notwendig, um Personal in wichtigen Kompetenzen zu schulen. Gerade die Vermittlung von Zukunftskompetenzen kann gut im beruflichen Alltag Platz finden. Faktor A hat fünf Tipps zusammengestellt, mit denen Arbeitgeber jederzeit und an den richtigen Stellen weiterbilden können.

Setzen Sie auf Soft Skills

Viele Arbeitgeber denken beim Thema Qualität in erster Linie an fachliche Aspekte der Arbeit: Das Werkstück muss einwandfrei gearbeitet sein, die Zahlen der Buchhaltung müssen korrekt sein, der ausgeführte Haarschnitt muss sitzen. Klar. Damit ein Betrieb erfolgreich im Geschäft ist, muss Qualität aber auch an anderen – vielleicht weniger offensichtlichen – Stellen geboten sein: im Kundendialog, in der Organisation von Aufgaben und in der Zusammenarbeit. In diesen Bereichen hängt Qualität ganz stark davon ab, über welche Soft Skills jemand verfügt und über welche nicht.

Denken Sie an relevante Zukunftskompetenzen

Kommunikationsfähigkeit, Selbstorganisation und strukturiertes Arbeiten sind heutzutage Future Skills, also Zukunftskompetenzen, da sie in einer Arbeitswelt, die tendenziell weniger hierarchisch organisiert ist und mehr Eigenverantwortung verlangt, unabdingbar werden. Sie haben einen starken Einfluss darauf, wie gut ein Arbeitsergebnis einerseits und ein Dienstleistungserlebnis andererseits ist. Sie sind also Fähigkeiten, die einen entscheidenden Teil dazu beitragen, dass Kundinnen und Kunden zufrieden sind. Future Skills sollten also unbedingt auf den Lehrplan.

Identifizieren Sie Probleme im Arbeitsalltag

Die Handlungsfelder, in denen Nachholbedarf besteht, lassen sich am besten in der täglichen Praxis feststellen. Während der Ausbildung sind Führungskräfte noch nah dran an der Arbeit ihrer Auszubildenden. Deshalb sollten in dieser Zeit nicht nur mögliche fachliche oder handwerkliche Defizite identifiziert werden, sondern eben auch selbstorganisatorische, zwischenmenschliche oder kommunikative Defizite. Nur so lassen sich später auch geeignete Maßnahmen ableiten, um gegenzusteuern. 

Das gilt auch bei Neueinstellungen oder internen Stellenwechseln: In diesen Situationen sollte nicht nur auf Arbeitsergebnisse geschaut werden, sondern auch darauf, wie gearbeitet wurde. Hat die Kollegin allein vor sich hingearbeitet, obwohl das Ergebnis in der Gruppe effizienter zustande gekommen wäre? Hat der Kollege proaktiv Rat gesucht? Dokumentieren beide ihre Arbeiten in ausreichender Form? Wie haben sie Urlaubsübergaben gestaltet?

Bilden Sie alltagstauglich weiter

Hat man erst einmal Defizite identifiziert, kann man sich daran machen, diese abzubauen. Um Zukunftskompetenzen und andere Soft Skills zu vermitteln, braucht es keine großen Seminare. Oft können diese bereits über kleine Lerneinheiten adressiert werden. Dann reicht vielleicht schon ein Hinweis wie „Versuche beim nächsten Kunden deutlicher zu machen, was du getan hast“ oder „Trag den erledigten Auftrag bitte gleich im System ein“. Und schon ist die Lerneinheit beendet. Das mag banal klingen. Aber es geht darum, nicht nur fachliches Feedback zu geben, sondern auch solches, das die Kernkompetenzen drumherum betrifft.

Denken Sie an die Kommunikation

Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt jeder Arbeit. Deshalb sollte diese auch nicht vernachlässigt, sondern als zentrale Kernkompetenz gefördert werden. Kommunikation im Betrieb kann dabei vieles sein: Das Gespräch mit dem Kunden oder einer Kollegin ist nur die offensichtlichste Form. Genauso sollte ein Auge darauf geworfen werden, wie schriftlich kommuniziert wird. Nutzt der Mitarbeiter die im Team üblichen digitalen Kommunikationskanäle? Legt die Kollegin Arbeitsergebnisse transparent ab, sodass das Team bei Bedarf damit arbeiten kann? Auch hier tun sich Kompetenzfragen auf, bei denen im Zweifel nachgebessert werden sollte.


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