Geschäftsbericht 2025

Der Geschäftsbericht der Bundesagentur für Arbeit informiert über die Geschäfts- und Rechnungsergebnisse für das Jahr 2025.

GEMEINSAM. bringt weiter

Gruß des Vorstands

Ein Portrait von Andrea Nahles der Vorsitzenden des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit.
Andrea Nahles
Vorsitzende des Vorstands

"In Zeiten konjunktureller Schwäche sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche bietet die Bundesagentur für Arbeit (BA) durch existenzsichernde Leistungen Sicherheit und steht mehr denn je als Beraterin und Vermittlerin zur Seite. Als stabiler Anker stellen wir uns den Herausforderungen des Arbeitsmarkts.
In diesem Geschäftsbericht können Sie im Detail erfahren, was wir 2025 geschafft haben, welche Aktivitäten umgesetzt wurden und welche Geschäfts- und Rechnungsergebnisse die BA im SGBIII erzielt hat."

Unsere Strategie: 
Ein Jahr „GEMEINSAM. bringt weiter“

Unser Leben ist geprägt von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Auswirkungen von Digitalisierung, demografischem Wandel, Energiewende und anderen großen Herausforderungen spüren wir täglich. Dieser Realität müssen und wollen wir uns als Bundesagentur für Arbeit stellen.

Unsere partizipativ erarbeitete Dachstrategie „GEMEINSAM. bringt weiter“ bildet seit diesem Jahr die Grundlage eines gemeinsamen, zielorientierten Handelns in der BA bis zum Jahr 2030:

  • positiv:Für uns stehen Menschen und Unternehmen im Mittelpunkt. Ihre Anliegen bestimmen unser Handeln. Zusammen mit unseren externen Partnerinnen und Partnern helfen wir Menschen, ihre Chancen in Arbeit und Ausbildung zu verbessern und zu nutzen. Mit Rat und Tat stärken wir als Expertin am Arbeitsmarkt die Wirtschaft und unterstützen Unternehmen, Fachkräfte zu gewinnen.
  • positiv:Als digitale Dienstleisterin nehmen wir eine Vorreiterrolle im Öffentlichen Dienst ein. Wir stellen Kundinnen und Kunden unsere Angebote und Leistungen schnell und zuverlässig zur Verfügung und halten unser Versprechen eines persönlichen Beratungsangebotes.
  • positiv:Wir handeln Hand in Hand, partnerschaftlich nach innen und außen, auf Augenhöhe und mit Respekt. Wir nehmen Eigenverantwortung ernst und fordern sie ein.
  • positiv:Wir stellen uns notwendigen Veränderungen und agieren dabei flexibel, lernend und krisenfest.

Mit diesem klaren Blick nach vorn sehen wir uns gut dafür gerüstet, die Herausforderungen von heute und morgen anzunehmen und die BA als moderne Dienstleisterin und führende Kraft für nachhaltige, innovative Arbeitsmarktlösungen in Europa zu etablieren.

Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer länger anhaltenden rezessiven Phase. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist nach aktuellen Schätzungen der Deutschen Bundesbank 2025 geringfügig um 0,1 Prozent gewachsen, nachdem es in den beiden Jahren zuvor geschrumpft war. Auf den Arbeitsmarkt wirkt sich die Wirtschaftsschwäche deutlich aus. So sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) im dritten Jahr in Folge gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat zwar etwas zugenommen, aber zu wenig, um den Anstieg von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung zu verhindern. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitenden gab weiter nach und erreichte bei den neu gemeldeten Stellen einen historischen Tiefstand.

Ein Ingenieur zeigt einem jungen Auszubildenden in einer Werkstatt, wie man CAD-Zeichnungen bemisst.

Im Kontext der wirtschaftlichen Schwäche sind von Oktober 2024 bis September 2025 die betrieblichen Ausbildungsstellenmeldungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter zurückgegangen. Die Bewerberzahl hat dagegen erneut zugenommen. Insgesamt standen 444.000 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber 477.000 gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen gegenüber.

Nach wie vor ist der Markt von großen Passungsproblemen geprägt, die den Ausgleich erschweren. Dies führte im Zusammenspiel mit der schwachen wirtschaftlichen Lage dazu, dass mit 191.000 Ausbildungsaufnahmen etwa 7.000 weniger gemeldete Bewerberinnen und Bewerber als im Vorjahr eine Ausbildungsstelle gefunden haben. Im Gegenzug ist die Zahl der am 30. September 2025 unversorgt gebliebenen Bewerberinnen und Bewerber mit 40.000 Personen auf dem höchsten Stand seit 2007. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist spürbar um 15.000 auf 54.000 zurückgegangen.

Beitrag der BA zum Ausgleich auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt gehen zunehmend auseinander. Diese Entwicklung wird durch den demografischen Wandel weiter verschärft. Zusätzlich wird der Arbeitsmarkt 2025 deutlich durch das wiederholt fehlende Wachstum der Wirtschaft belastet.

Daher legt die BA ihren Fokus auf eine frühzeitige Beratung und individuelle, auf den Unterstützungsbedarf abgestellte Integrations- und Kontaktstrategie, die den Eintritt der Arbeitslosigkeit verhindern oder eine frühzeitige, zielgerichtete Arbeitsuche und Integration ermöglichen soll.

Ein Jugendlicher steht in einer Schulbibliothek und tippt eine Nachricht in sein Handy.

In der Situation einer ebenso angespannteren Lage auf dem Ausbildungsmarkt setzt die BA bei jungen Menschen, vor allem mit schwierigen Startbedingungen, auf eine frühzeitige individuelle und verlässliche Unterstützung auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung oder eines Studiums. Die im Rahmen der Ausbildungsgarantie eingeführten oder modifizierten Förderinstrumente für junge Menschen konnten weiter etabliert werden.

Weiterführende Links zu Unterstützungsangeboten für junge Menschen.

Finanzergebnisse im SGB III

Das Geschäftsjahr 2025 schloss mit einem Defizit von 4,23 Milliarden Euro (Vorjahresdefizit 0,61 Milliarden Euro). Die Einnahmen beliefen sich auf 47,81 Milliarden Euro (Vorjahr 44,61 Milliarden Euro) gegenüber deutlich gestiegenen Ausgaben von 52,04 Milliarden Euro (Vorjahr 45,21 Milliarden Euro). Nach Abrechnung der umlagefinanzierten Rücklagen für die Winterbeschäftigungsförderung und das Insolvenzgeld erhöhte sich das Defizit auf 4,62 Milliarden Euro. Dieser Fehlbetrag wurde durch die komplette Auflösung der noch verfügbaren Rücklage (einschließlich Eingliederungsrücklage) in Höhe von 3,18 Milliarden Euro sowie durch Liquiditätshilfen des Bundes ausgeglichen.

Im Geschäftsjahr 2025 hat die BA 52,04 Milliarden Euro ausgegeben und damit 6,82 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Die im Haushalt vorgesehenen Ausgaben wurden um 4,24 Milliarden Euro überschritten. Aufgrund der Mehrausgaben beim Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld bei Weiterbildung, Kurzarbeitergeld und Insolvenzgeld wurden vom BMAS überplanmäßige Ausgaben in Höhe von rund 5,49 Milliarden Euro genehmigt. Die gesamtwirtschaftliche Schwäche führte zu einem weiteren Anstieg der Zahl der Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher. Lag diese im Jahresdurchschnitt 2024 noch bei rund 895.000, ist für 2025 ein Anstieg auf rund 999.000 Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher im Jahresdurchschnitt zu verzeichnen. Diese Zunahme und die im Durchschnitt höheren Ausgaben je Leistungsempfängerin oder Leistungsempfänger führten zu Gesamtausgaben beim Arbeitslosengeld von 26,47 Milliarden Euro (Vorjahr: 22,16 Milliarden Euro).

Ergebnisse in Zahlen

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

34.89 Mio + 0,1 % zum Vorjahr

Davon in Vollzeit

24.02 Mio - 0,7 %

Davon in Teilzeit

10.86 Mio + 2,0 %

Arbeitslose

2,95 Mio + 5,8 %

Davon Frauen

1,32 Mio + 5,8 %

Davon Männer

1,63 Mio + 6,5 %

55 Jahre und älter

732000 + 7,5 %

Unter 25 Jahren

273000 + 7,8 %

Arbeitslose in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

1,85 Mio + 2,3 %

Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung

1,10 + 12,2 %

Arbeitslose schwerbehinderte Menschen

185000 + 5,4 %

Arbeitslose Ausländerinnen und Ausländer

1,08 Mio + 3,9 %

Weitere Zahlen

Erwerbstätige

45,98 Mio - 0,01 %

Arbeitslosenquote

6,3 % + 0,3 % -Punkte

Gemeldete Arbeitsstellen

632.000 - 8,9 %

Personen in Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit

3,63 Mio + 1,4 %

Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik

677000 - 4,0 %

Eintritte in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung
auf dem 1. Arbeitsmarkt

2,47 Mio + 4,3 %

Beendigungen der Arbeitslosigkeit wegen Beschäftigungsaufnahme auf dem 1. Arbeitsmarkt

1,93 Mio + 4,8 %

Durchschnittliche abgeschlossene Dauer des Arbeitslosengeldbezugs

24,6 Wochen + 1,0 Wochen

Durchschnittliche Anspruchshöhe des Arbeitslosengeldbezugs

1.324 + 5,8 %

Leistungsbeziehende Arbeitslosengeld

1,00 Mio + 11,6 %

Personal der Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit steht für Vielfalt. Im IV. Quartal 2025 beschäftigte die BA 115.931 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit insgesamt 109 verschiedenen Staatsangehörigkeiten.

Haben Sie auch Interesse an einer Mitarbeit bei der BA?

Mitarbeitendenkapazität der Bundesagentur für Arbeit in Vollzeitäquivalenten

 

Stand: IV. Quartal 2025 (Aktueller Ist-Stand; Ist Vorjahr (VJ) wurde aus IV. Quartal 2024 übertragen; Datenquelle: Personalreport BA)
KräfteartInsgesamtArbeitslosenversicherung 
sowie Dienstleistungen Grundsicherung
GrundsicherungFamilienkasse
Gesamt101.277,40102.896,1055.281,8056.705,5039.450,1039.278,506.545,506.912,00
davon Dauerkräfte95.763,8097.026,4051.675,4052.407,5038.344,0038.278,505.744,406.340,40
davon befristete Kräfte5.514,005.869,603.606,504.298,001.106,101.000,00801,10571,60
Anteil Dauerkräfte in %94,5694,3093,4892,4297,2097,4587,7691,73
nachrichtlich        
Studierende1.538,001.603,00      
Auszubildende2.215,002.304,90