07.05.2026 - Marta Potužníková-König -3 MinutenRichtig führen
Wirksame Führung beginnt mit der Persönlichkeit der Führungskraft – mit Selbstreflexion und Empathie schaffen Führungskräfte hierfür eine gute Basis. Letztendlich geht es darum, ein wertschätzendes Arbeitsumfeld zu gestalten, in dem ein Team wachsen kann.
Was macht eine ideale Führungskraft aus? Zu dieser Frage wurde schon sehr viel Managementliteratur publiziert, in der erörtert wird, welche Eigenschaften der ideale Manager oder die ideale Managerin mitbringen muss. Oft wird das Profil eines „Alleskönners“ verbreitet. Das Idealbild klingt plausibel, aber ist es realistisch? Wohl eher nicht. Es gibt niemanden, der ständig Spitzenleistung erbringen oder alle an ihn herangetragenen Anforderungen erfüllen kann. So funktioniert es in der realen Welt nicht.
Wie wirksam eine Führungskraft tatsächlich ist, liegt nach dem Managerexperten Prof. Dr. Fredmund Malik nicht darin, wie der Mensch ist, sondern wie er handelt. Das ist entscheidend. In einem seiner Bücher beschreibt er: Auch „bei Chirurgen fragt man nicht, wie sie sind, sondern ob sie operieren können. Orchestermusiker werden danach beurteilt, ob sie ihr Instrument beherrschen.“ Führungskräfte sind so verschieden wie die Menschen selbst, sie haben jedoch eine gemeinsame Arbeitsweise und kennen ihre Werte.
Über die fachlichen Kompetenzen hinaus gibt es Kernkompetenzen, die ein Fundament für wirksame Führung und richtiges sowie faires Handeln schaffen. Hier sind fünf davon:
Tipps: 5 Kernkompetenzen einer wirksamen Führungskraft
- Reflexionsfähigkeit hilft, eigene Grenzen zu erkennen. Sich regelmäßig Zeit zu nehmen und über eigene Reaktionen und Handlungen nachzudenken, fördert die Entwicklung der Führungsqualität. Eine Person, die sich selbst reflektiert, beschäftigt sich nach einem Fehler damit, was sie beim nächsten Mal besser machen kann.
- Empathie und emotionale Intelligenz sind wichtig für ein gutes Arbeitsklima. Stellen Sie sich vor, dass die Leistungsfähigkeit eines Ihrer Mitarbeitenden nachlässt. Eine empathische Führungskraft sucht das Gespräch, versucht herauszufinden, warum dies so ist, und bietet Unterstützung an.
- Die Bereitschaft, sich stets weiterzuentwickeln, ist ein Muss, um einen „Stillstand“ zu vermeiden. Denn in der modernen Arbeitswelt ändern sich Arbeitsmethoden und neue Technologien halten Einzug. Eine Führungskraft, die offen ist, Neues zu lernen, hält letztendlich ihre Mitarbeitenden und das Unternehmen konkurrenzfähig. Außerdem kümmert sie sich um Workshops oder Fortbildungen, um das Team bestmöglich zu unterstützen. Das kann die Mitarbeitenden zusätzlich motivieren.
- Ehrliche und transparente Kommunikation ist das A und O. Eine Führungsperson, die ihre Entscheidungen erklären kann, Absprachen einhält, Antworten liefert, die sie verspricht und offen ihrem Team zuhört, schafft nach und nach Vertrauen. Wenn beispielsweise im Unternehmen Änderungen bevorstehen, versammelt eine Führungskraft das Team und erklärt, was passiert und aus welchen Gründen es passiert. Auch was das Team erwarten kann, ordnet eine gute Führungskraft ein.
- Strategisches Denken gehört neben dem effektiven Handeln zum Handwerkszeug eines Chefs oder einer Chefin. Im Kern geht es darum, langfristige Ziele zu setzen, den Weg dahin zu planen und die Marktänderungen im Blick zu behalten sowie auf mögliche Herausforderungen rechtzeitig zu reagieren.
Selbstführung: Warum Reflexion so wichtig ist
Gerade in Zeiten struktureller Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sollten auch die eigenen Handlungen und Strukturen überdacht werden. Eine gute Selbstführung, zu der auch Selbstreflexion gehört, ist daher essenziell. Sich dabei der eigenen Werte bewusst zu sein, hilft, authentisch zu sein und macht eine Führungskraft glaubwürdig.
Die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und Grenzen transparent zu machen, gehört dazu. Wenn eine Führungskraft ihre Stärken und Schwächen kennt, kann sie bewusster kommunizieren. Sich selbst kritisch zu hinterfragen, ist wichtig. Eine Offenheit für Feedback seitens der Mitarbeiter bringt eine Führungskraft jedoch auch weiter. So gewinnt sie eine andere Perspektive auf ihr eigenes Handeln.
So profitiert das Team von empathischer Führung
Eine empathische Führungskraft kann viel bewirken, denn Mitarbeitende fühlen sich ernst genommen und verstanden: Ein Gefühl von Wertschätzung und Motivation ist die positive Folge. Außerdem können empathische Führungskräfte den Zusammenhalt im Team stärken, da sie ein gutes Gespür dafür haben, wenn es unter den Mitarbeitenden Stimmungsschwankungen gibt. Sie erkennen Konflikte frühzeitig und können dementsprechend reagieren. Dies erfordert jedoch auch den Mut, in solchen Fällen Konflikte offen anzusprechen. Nur so lassen sie sich konstruktiv lösen.
Nicht jeder Mensch ist gleich empathisch und besitzt die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Diese Führungsqualität können Chefs und Chefinnen jedoch trainieren. Wenn es gelingt, ist ein positives und letztendlich produktives Arbeitsklima im Team vorprogrammiert.

