Ausbildung erleben: Mein Alltag als Dachdeckerin

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Raus aus dem Klassenzimmer, rauf aufs Dach: Lena (17) ist in ihrem 1. Ausbildungsjahr zur Dachdeckerin bei DeinDach by Hemmersbach in Köln. Gekommen ist sie über ein Praktikum, geblieben ist sie wegen der selbstständigen Arbeit an der frischen Luft.

Lenas Weg zur Ausbildung

Lange wusste Lena nicht, in welche Richtung sie beruflich gehen möchte. In der 10. Klasse machte sie Praktika in unterschiedlichen Berufen. 

„Anschließend habe ich mitbekommen, dass eine Bekannte im 1. Lehrjahr der Dachdeckerausbildung ist. Das hat mein Interesse geweckt und ich habe mich entschieden, ein Praktikum bei einer Dachdeckerfirma zu machen“, erzählt Lena. „Da mir die körperliche Arbeit an der frischen Luft sehr gut gefallen hat, habe ich mich dann auf die Ausbildungsstelle beworben.“

Zwischen Berufsschule und Baustelle

Lena lernt während ihrer Ausbildung im Betrieb, auf Baustellen und in der Berufsschule. Je nach Ausbildungsjahr ist sie 1 bis 2 Tage pro Woche in der Berufsschule, um die Theorie zu lernen. Zusätzlich nimmt sie in jedem Ausbildungsjahr an einem überbetrieblichen Lehrgang teil, bei dem sie die praktischen Arbeiten noch einmal vertieft und Schritt für Schritt wiederholt. Das ist bei allen Dachdeckerauszubildenden so vorgeschrieben.

In der Berufsschule lernt sie neben allgemeinbildenden Fächern viele Grundlagen für ihren Beruf, beispielsweise wie sie ein Dach richtig abdichtet. In Lenas Betrieb kommen dann die praktischen Arbeiten dazu, etwa das Verkleiden von Wandflächen, das richtige Decken eines Dachs oder das Installieren eines Blitzableiters.

Zu einem typischen Arbeitstag gehören das Be- und Entladen des Autos sowie das Aufräumen der Baustelle. Außerdem unterstützt Lena die bereits ausgebildeten Gesellinnen und Gesellen bei ihrer Arbeit, beobachtet ihre Arbeitsweise und lernt dabei viel. Sie kann auch vieles allein beziehungsweise gemeinsam mit einem Gesellen ausführen, zum Beispiel Anschlüsse schweißen, Dämmung verlegen oder ein Dach eindecken. Am meisten Spaß macht es Lena, wenn ihr zuerst etwas gezeigt wird und sie es anschließend allein nachmachen darf. „Dadurch, dass ich dann selbstständig arbeite, kann ich sehr viel schneller und besser lernen und sehe sofort, bei welchen Aufgaben ich vielleicht mehr Lernbedarf habe als bei anderen.“

Lena erzählt, dass die Ausbildung manchmal auch anstrengend sein kann: „Ich muss zum Beispiel schwere Sachen heben oder sehr oft auf den Knien arbeiten.“ Da sie viel draußen arbeitet, ist neben der körperlichen Belastung besonders im Sommer und im Winter auch das Wetter eine Herausforderung. Hinzu kommt: „Da der Beruf noch immer männerdominiert ist, wissen die meisten Handwerker nicht, wie sie mit Frauen im Handwerk umgehen sollen. Oft wird man unterschätzt, oder es wird angenommen, dass man körperlich anstrengende Aufgaben nicht übernehmen kann.“

Lena,
17, Auszubildende zur Dachdeckerin im 1. Ausbildungsjahr

„Dadurch, dass ich selbstständig arbeite, kann ich sehr viel schneller und besser lernen.“

Eine Ausbildung mit guten Aussichten

Nach der Ausbildung gibt es viele Möglichkeiten: im Betrieb weiterarbeiten, die Meisterprüfung ablegen, ein Bauingenieurstudium aufnehmen oder sich selbstständig machen. 

Wie es bei Lena weitergeht, weiß sie noch nicht. Sie ist aber zuversichtlich: „Wenn ich in meinem Beruf gut bin und vor allem auch Qualität in meiner Arbeit zeige, stehen die Chancen sehr gut, nach der Ausbildung übernommen zu werden. Handwerker werden immer gesucht und gebraucht. Außerdem gibt es sehr viele Möglichkeiten, sich nach der Ausbildung weiterzubilden, sowohl im Betrieb als auch außerhalb. Eine davon ist zum Beispiel, einen Meister zu machen.“ 

Tipp:Info: Mehr zu Aufstiegsweiterbildungen für Dachdeckerinnen und Dachdecker findest du im BERUFENET.

Auch unabhängig von Lenas Erfahrung gilt: Es ist von Vorteil, wenn man vor der Ausbildung schon etwas mit dem Handwerk zu tun hatte. Am wichtigsten ist laut Lena aber, dass man Interesse an der Ausbildung hat und vor allem Lust darauf.

Die Ausbildung empfiehlt Lena allen, die teamfähig sind, gerne draußen arbeiten und körperlich aktiv sind.

Wichtig:Tipp: Auch mit Einschränkungen kannst du die Ausbildung zur Dachdeckerin oder zum Dachdecker machen. Es gibt auch eine Fachpraktiker-Ausbildung für diesen Beruf: Fachpraktiker/in für Dachdecker (§66 BBiG/§42r HwO)

Das Wichtigste zum Beruf

Dachdeckerinnen und Dachdecker bauen Dachstühle und bekleiden Dach- und Wandflächen. Sie installieren zum Beispiel auch Blitzableiter und Solaranlagen auf Dächern und unterstützen dabei, Gebäude energieeffizienter zu machen.

Duale Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule

3 Jahre

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe erwarten jedoch einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss.

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