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Stärken und Interessen
In diesem Podcast sprechen Corinna und der Berufsberater Michael Hümmer darüber, wie junge Menschen sich beruflich orientieren können und welche Empfehlungen er hat.
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Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung
abi»: Hallo und herzlich willkommen zu deinem abi» Podcast. Mein Name ist Corinna und ich habe mich heute mit dem Berufsberater Michael Hümmer unterhalten. Er hat mir erklärt, wie junge Menschen vorgehen können, wenn sie nicht wissen, wohin es beruflich gehen soll, und an wen sich Schülerinnen und Schüler wenden können. Herr Hümmer, schön, dass Sie da sind. Ich steige gleich ein mit meiner ersten Frage: Zu welchem Zeitpunkt beginnen junge Menschen erfahrungsgemäß am besten damit, sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen?
Michael Hümmer: Sobald ich anfange zu leben. Also das Leben ist immer eine ganz reiche Ansammlung aus Erfahrungen. Es macht natürlich Sinn, wenn ich völlig planlos bin, so zwei Jahre spätestens bevor zum Beispiel die Schullaufbahn abgeschlossen ist in eine vertiefte Orientierung zu gehen und vertieft mir doch mal Gedanken zu machen.
abi»: Wie oft erleben Sie es denn, dass junge Menschen noch nicht wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten? Und was empfehlen Sie ihnen dann?
Michael Hümmer: Also ich erlebe das natürlich ganz, ganz, ganz oft. Schule, Studium oder Ausbildung führt immer in eine Tätigkeit irgendwann. Das geht meistens schneller, als Mann/Frau denkt. Und deswegen sollte ich mir frühzeitig Gedanken machen: „Was will ich tun?“ Und zwar möglichst konkret. Da versuche ich dann immer ganz grob, Tätigkeitsfelder mal zu clustern und ich würde mir dann erst mal die Frage stellen, wie möchte ich denn, dass so im Großen und Ganzen mein Tag ausschaut? Ist es ein Tag mit viel Kommunikation und Austausch oder ist es eher ein Tag, wo ich mich mit einem Thema sehr stark für mich allein beschäftige? Das wäre mal so der erste Schritt. Der zweite Schritt: Wo will ich dann so was tun? Wo ganz konkret? Job ist nie die Entscheidung für eine Aufgabenbeschreibung, eine DIN-A4-Seite Text, sondern Job ist immer eine Entscheidung für den konkreten Marktpartner, für konkrete Menschen. Ich würde mir da mal die Frage stellen, ob es irgendwas gibt in meinem Leben im weitesten Sinn, was ich per se einfach gut finde. Das kann sein: nachhaltige Themen, Umweltschutz. Das kann aber auch was ganz Simples sein wie Schokolade. Ja, und dann würde ich sagen, beschäftigen wir uns doch mal mit beruflichem Wegen und Möglichkeiten. Was gibt's da dann für Tätigkeitsfelder im Kontext Süßwaren, wo ich viel mit Menschen zu tun habe? Und dann können wir uns eigentlich einem Weg, einem Ziel ganz gut annähern und dann wäre der nächste Schritt natürlich zu überlegen, wie komme ich dahin und wie kann ich das realisieren?
abi»: Ja, um erst mal an diesen Punkt zu kommen. Gibt es denn bestimmte Tests und Tools, die einem dabei auch helfen können, das herauszufinden, in welche Richtung es da gehen soll?
Michael Hümmer: Also drei Impulsfragen: Was kann ich? Was will ich tun? Und da wirklich die Betonung auf der Tätigkeit. Und die Frage: Wo? Die erste Impulsfrage: Was kann ich? Da ist es natürlich wahnsinnig wichtig, mal so eine Momentaufnahme von mir zu bekommen. Das sind Tests wie der Check-U-Test, den die Bundesagentur für Arbeit neu und sehr valide entwickelt hat, sehr hilfreich, um einen Überblick über meine Stärken, Fähigkeiten und dann auch mögliche Berufs- und Tätigkeitsfelder, die dazu passen, zu bekommen. Dann ein weiterer Signalhinweis bei dem Punkt „Was kann ich?“, aber auch nur unter ferner liefen, sind natürlich durchaus auch Noten, Schulnoten in bestimmten Fächern. Und dritter wichtiger Punkt für die Eruierung rauszubekommen „Was kann ich?“ ist natürlich auch eine Fremdeinschätzung. Die Agentur für Arbeit hat auch einen Berufspsychologischen Service, das sind keine Therapeuten, sondern Psychologen, die Kompetenzanalysen sehr gut machen können, studienfeldbezogene Tests auch mit Ratsuchenden durchführen können und dann auch auswerten, wo es darum geht, Kompetenzen im Hinblick auf Studieninhalte die Anforderungen eines Studiums mit meinen individuellen Fähigkeiten abzugleichen, um ein Signal zu bekommen: Wenn ich mich für den Studiengang entscheide, dann kann es sein, dass ich in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern einfach einen sehr intensiven Lerninput im Studium einbringen muss, um das Studium dann erfolgreich zu bestehen. Aber es muss mir auch immer klar sein: Das ist die Momentaufnahme vom heutigen Tag. Wenn ich bereit bin für ein bestimmtes Ziel zum Beispiel auch einen hohen Lernaufwand in Kauf zu nehmen, dann werde ich das bestimmt auch erreichen, weil es mir wichtig ist. Wenn ich mich für ein Studium entscheide und ich gehe in eine teure Großstadt, dann bedeutet es natürlich durchaus auch andere Themen, die mit berührt sind, wie das Thema Finanzierung. Also deswegen würde ich das „Wo? Bin ich bereit wegzugehen von zu Hause, flexibel und wie finanziere ich mich dann?“. Das ist so ein Punkt, den müsste ich auf jeden Fall dann auch immer mit in meine Entscheidung mit einpreisen.
abi»: Okay, Vielen Dank, dass Sie das direkt eingeordnet haben. Jetzt gibt es ja junge Menschen, die bereits etwas weiter sind und schon ein Praktikum gemacht haben. Was raten Sie denen, die beispielsweise durch eine Praktikumserfahrung herausgefunden haben, was sie nicht machen möchten, aber noch keine Alternative kennen?
Michael Hümmer: Also das wäre mir mal ganz wichtig wirklich abzuklären. War diese Praxiserfahrung per se eine Erfahrung, wo ich sagen kann, das passt überhaupt nicht zu mir? Oder war es einfach eine negative Erfahrung bei einem ganz konkreten Unternehmen? Also das ist echt ein wichtiger Punkt und sehr oft stellt sich dann raus, na ja, eigentlich lag es eher an dem Marktpartner, dass ich der Meinung bin, das würde mich nicht so interessieren. Wenn ich zu der Entscheidung gekommen bin, die Tätigkeit an sich ist es überhaupt nicht, dann habe ich zumindest diese Erfahrung und kann die dann schon mal ausklammern, dass ich da nicht hinwill. Dann kann ich aber weitermachen. Jetzt ist ein Praktikum natürlich immer ein sehr hoher Zeitaufwand. Deswegen bin ich eher der Fan von gut vorbereiteten, strukturierten Schnuppertagen. Und Firmen sind da auch offen, mal so einen Probetag zuzulassen. Ich muss mich dann allerdings als Teilnehmerin oder Teilnehmer an so einem Probetag auch wirklich gut vorbereiten. Ich muss mir Fragen vorbereiten, die ich stellen will bei den Menschen, bei denen ich hospitiere, zuschaue. Ich muss diese Fragen dann auch bewerten, auswerten, und ich denke, dann bekomme ich auch einen guten, komprimierten Eindruck.
abi»: Gut, danke schön. Inwiefern kann denn eine Auszeit nach dem Abitur sinnvoll für die berufliche Orientierung sein?
Michael Hümmer: Jede Erfahrung ist positiv. Punkt. Ja, die habe ich in meinem Leben, in meinem Portfolio und bringt mir immer irgendwas. Es gibt natürlich dann durchaus den Ansatz zu sagen, ich gehe jetzt mal ins Ausland, weil danach weiß ich besser, was ich will. Nee, das ist kein Automatismus. Ich muss immer was dafür tun, damit die Erfahrung mir was bringt. Muss ich sie auch in irgendeiner Form sinnvoll für mich nutzen. Wenn ich ein Jahr ins Ausland gehe und zwölf Monate irgendwo am Pool lieg, dann kann ich mir vielleicht Gedanken machen, durchaus, aber das sind theoretische Gedanken. Ohne jeglichen Praxisbezug werde ich wahrscheinlich nicht wesentlich weiterkommen. Wenn ich im Ausland wahnsinnig viele Menschen kennenlerne, mich mit denen unterhalte, austausche, unterschiedliche Wege kennenlerne, vielleicht auch mal ein bisschen Job- oder Berufsfelder angreife in einer konkreten Tätigkeit, dann bringt mir so was auf jeden Fall was.
abi»: Alles klar. Vielen Dank, Herr Hümmer für Ihre Zeit.
Michael Hümmer: Immer gerne.
abi»: Weitere Beiträge zum Thema Berufsorientierung findest du auf abi.de in der Rubrik Orientieren. Hier findest du beispielsweise Tipps und Infos, wie du deinen Stärken und Interessen auf die Spur kommst und erste Ideen von deiner beruflichen Zukunft entwickelst. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
In diesem Podcast erhältst du Infos zum Girls’Day und Boys’Day. Du erfährst, wie der Aktionstag abläuft und wie er dich bei der Berufswahl unterstützen kann.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Der Girls'Day und Boys'Day - einfach erklärt
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Einmal im Jahr finden die Aktionstage Girls‘Day und Boys‘Day statt. Dabei werden Mädchen Berufe im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich vorgestellt. Jungen erfahren mehr über Berufe im sozialen Bereich.
Das Ziel der Aktionstage ist, dass du einen Beruf wählst, der zu dir persönlich passt – und dich nicht nur für eine Ausbildung entscheidest, weil sie angeblich für dich als Mädchen oder Junge geeignet ist.
Es kommt darauf an, was dich interessiert und worin deine Stärken liegen. Beim Girls’Day und Boys’Day findest du genau das heraus. Mehr über die Aktionstage und wie du daran teilnehmen kannst, erfährst du in dieser Podcast-Folge.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Warum gibt es den Girls‘Day und den Boys’Day?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Beim Girls’Day und Boys’Day lernst du viele Berufe kennen, an die du womöglich bei deiner Suche nach einer Ausbildung noch nicht gedacht hast. Vielleicht, weil in diesen Berufen viel mehr Frauen als Männer oder mehr Männer als Frauen arbeiten. Zum Beispiel hast du dir als Junge möglicherweise noch keine Gedanken über eine Ausbildung zum Erzieher gemacht. Als Mädchen hast du dir vielleicht noch keine technischen Ausbildungsberufe angesehen. Wichtig ist, dass dir deine Ausbildung gefällt – unabhängig davon, ob dort mehr Frauen oder Männer arbeiten. Um herauszufinden, was das Richtige für dich ist, dafür gibt es die Aktionstage.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Welche Berufe werden vorgestellt?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Mädchen lernen am Girls’Day Berufe in den Bereichen Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnologie kennen. Zum Beispiel den Beruf Elektronikerin oder Chemikantin. Als Junge schnupperst du beim Boys’Day in Berufe aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales, Erziehung oder Bildung. Zum Beispiel erfährst du mehr über die Berufe Erzieher und Pflegefachmann. Natürlich werden auch andere Ausbildungen vorgestellt.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wie läuft der Aktionstag ab?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Mit dem Girls’Day Radar unter www.girls-day.de/radar beziehungsweise dem Boys’Day Radar unter www.boys-day.de/radar bzw. findest du Angebote in deiner Nähe. Bei den Mitmach-Aktionen lernst du verschiedene Berufe kennen, entweder im sozialen oder im technischen Bereich. Die Aktion kann ein Schnupperpraktikum sein, zum Beispiel im Kindergarten, oder ein Workshop, zum Beispiel zum Löten.
Damit du dafür Zeit hast, bekommst du am Aktionstag schulfrei.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wie helfen mir die Aktionstage bei meiner Berufswahl weiter?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Durch das Schnupperpraktikum oder einen Workshop lernst du einen neuen Beruf kennen, den du vielleicht vorher nicht im Blick hattest. Du kannst ihn hautnah ausprobieren und erfährst, ob er dich interessiert oder nicht.
Die Teilnahme am Girls’Day und Boys‘Day kann dir auch für die Zukunft weiterhelfen. Wenn du bei einem Unternehmen schon ein Schnupperpraktikum gemacht hast und dich dort danach für eine Ausbildung bewirbst, verbesserst du deine Chancen, genommen zu werden, deutlich.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wann findet der Girls‘Day und Boys’Day statt und wer kann mitmachen?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Der Girls’Day und Boys‘Day findet jedes Jahr im April statt. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wie kann ich beim Girls’Day oder Boys‘Day dabeisein?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Das geht ganz einfach: Du meldest dich auf der Website www.girls-day.de oder www.boys-day.de für die Aktionen an. Die Veranstaltungen finden entweder vor Ort oder digital an einem Schultag statt. Frage vorher aber unbedingt bei der deiner Schule und deinen Eltern nach, ob du bei dem Aktionstag mitmachen darfst.
planet-beruf.de Sprecher/in 2:
Noch mehr zum Thema Girls’Day und Boys‘Day erfährst du auf planet-beruf.de und im Online-Heft MINT for you (PDF) und SOZIAL for you (PDF).
Praktikum
In diesem Podcast hörst du von Corinna Grümpel und der Berufsberaterin Anna Katharina Hirseland, wie dir ein Praktikum bei der Berufsorientierung hilft.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.
abi»: Einfach mal machen und ausprobieren: So könnte das Motto eines Praktikums lauten. Praktische Erfahrungen in einem Tätigkeitsbereich, einem Beruf und verschiedenen Unternehmen zu sammeln, kann ungemein förderlich für die Berufsorientierung sein. Wie ein Praktikum jungen Menschen bei der beruflichen Orientierung hilft und was Praktikantinnen und Praktikanten tun können, um das Beste aus ihrer Praxiserfahrung herauszuholen, beantwortet dir diese abi» Podcast-Folge, in der ich mich mit der Berufsberaterin Frau Anna Katharina Hirseland unterhalten habe. Viel Spaß dabei, und jetzt erst mal herzlich willkommen, Frau Hirseland!
Anna Katharina Hirseland: Danke für die Einladung.
abi»: Frau Hirseland, warum ist es sinnvoll, in der beruflichen Orientierung Praktika zu absolvieren?
Anna Katharina Hirseland: Oh, da gibt es sogar ganz viele Gründe, warum ein Praktikum sinnvoll sein kann. Zum einen ermöglicht ein Praktikum Einblicke in den beruflichen Alltag. Man hat Ideen von seinen Interessen und bestenfalls auch von den eigenen Fähigkeiten, die man mitbringt. Aber um zu überprüfen, wie dieser Berufsalltag tatsächlich abläuft und ob die eigenen Vorstellungen der Realität entsprechen, ist so ein Praktikum ganz wunderbar, um erste Einblicke in diesen Berufsalltag erhalten zu können. Und durch das Praktikum kann man dann eben herausfinden, was bedeutet das überhaupt, in einem bestimmten Beruf zu arbeiten, wie sind Arbeitsabläufe in einem Unternehmen, und welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten gibt es überhaupt, die damit verbunden sind, mit dem Beruf, den ich mir vorstellen könnte.
Man kann darüber hinaus Erfahrungen sammeln, einerseits über sich selbst, aber auch über die Arbeit, die im Praktikum vollzogen wird, die vielleicht auch für den Beruf später wichtig sind. Und man hat dann auch die Möglichkeit, eigene Stärken und eigene Schwächen nochmal zu reflektieren und zu erkennen, wo brauche ich vielleicht noch mal andere Fähigkeiten, oder welche Fähigkeiten darf ich noch ausbauen, um in meinem Beruf, den ich mir dann ausgewählt habe, noch erfolgreicher sein zu können. Ein dritter Punkt, den es noch gibt, sind die Netzwerke, die ich mir während eines Praktikums aufbaue. Es ist gerade jetzt zu Zeiten des Fachkräftemangels so, dass ganz oft auch Ausbildungsverhältnisse aus einem Praktikum heraus entstehen. Es ist eigentlich ganz schön, weil sowohl der Arbeitgeber als auch der Schüler oder die Schülerin merken, ja, es funktioniert mit den beiden ganz gut zusammen, von beiden Seiten dann eine positive Erfahrung, sodass dann eben auch ein positiver Faktor daraus entstehen kann, dass man vielleicht sofort einen Ausbildungsplatz oder einen Job später in der Tasche hat.
Ein Praktikum kann dann eben auch helfen, vielleicht nochmal als vierter und letzter Punkt, einfach Annahmen über einen Beruf oder eine Branche zu bestätigen, zu validieren oder auch vielleicht sogar zu revidieren, also, dass man merkt, okay, ich hatte jetzt in dem Moment Vorurteile, die lassen sich überhaupt nicht bestätigen. Es könnte doch ein Job für mich sein, den ich vorher gar nicht so in Betracht bezogen habe. Oder man bestätigt halt, die Realität des Berufsalltags passt mit dem überein, was ich mir vorgestellt habe.
abi»: Okay, Dankeschön schon mal. Also das heißt, es spricht ja wirklich viel dafür, mal ein Praktikum zu machen.
Anna Katharina Hirseland: Genau.
abi»: Was würden Sie denn sagen: Zu welchen Zeitpunkten sind Praktika empfehlenswert für Schülerinnen und Schüler?
Anna Katharina Hirseland: Da darf man tatsächlich so ein bisschen differenzieren. In manchen Schulen ist es ja so, dass das Praktikum sowieso ab Klasse zehn schon in den Lehrplan mit eingebaut ist. An anderen Schulen beginnen die Praktikumsphasen ab Klasse elf und zwölf. Die Chancen sollte man auf jeden Fall nutzen, sich für Praktika zu entscheiden, die vielleicht schon den Interessen entgegenkommen. Man darf aber ruhig auch gerne noch die Ferien nutzen, wenn man sich dazu motivieren kann. Es gibt auch ganz oft die Möglichkeit, in den Herbstferien oder in den Osterferien beispielsweise einfach mal die Wochen zu nutzen und verschiedene Berufe noch mal kennenzulernen, und dann ist eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt für die berufliche Orientierung, um dann eben auch später die Bewerbungsfristen einhalten zu können.
abi»: Wenn sie dann ein Praktikum antreten, wie können sich junge Menschen optimal auf die Erfahrung vorbereiten?
Anna Katharina Hirseland: Also, um sich vorzubereiten, hilft es, genau, sich gut zu informieren: Wer ist mein Ansprechpartner oder meine Ansprechpartnerin in dem Unternehmen? Man hat sich vielleicht auch schon mit den Arbeitszeiten vertraut gemacht, die einem bevorstehen werden. Das heißt, man erscheint pünktlich, man informiert sich vorher schon, wie wird mein Arbeitsweg sein während des Praktikums? Wie kann ich das organisieren, morgens pünktlich zum Praktikumsbetrieb hinzukommen? Muss ich gegebenenfalls noch mal vielleicht auch eine Fahrgelegenheit, eine Mitfahrgelegenheit, organisieren? Welche Kleidung benötige ich im Unternehmen, oder gibt es spezielle Vorgaben, die ich vielleicht vorher erfragen sollte? Dann ist es auch immer ganz gut, das Handy vielleicht an den Tagen des Praktikums aus zu lassen oder wenigstens stumm zu schalten, also nicht zu viel zu nutzen. Genau, vor allem während des Praktikums ist es einfach wichtig, präsent zu sein und viel Interesse und Eigeninitiative zu zeigen.
abi»: Ganz viele Tipps, das ist super. Jetzt sind sie schon darauf eingegangen: Die nächste Frage ist: Was kann ich als Praktikantin oder Praktikant tun, um das Beste aus dem Praktikum herauszuholen? Wenn sie noch etwas haben, was sie anfügen möchten? Jetzt sehr gerne.
Anna Katharina Hirseland: Genau, also, das Wichtigste ist eigentlich, dass man die Neugierde behält, dass man Lust auf Neues hat und die Eigeninitiative zeigt. Und ich glaube, man sollte sich auch keine Gedanken machen, ob man vielleicht in ein Fettnäpfchen treten könnte oder nicht, weil wichtig ist einfach, dass man freundlich bleibt, Fehler vielleicht auch zugeben kann, aber dass man vor allem aktiv bleibt im Praktikum.
abi»: Ja, das heißt, man lernt viele Softskills auch, oder darf schon mal viele Softskills anwenden.
Anna Katharina Hirseland: Ja, genau das ist ja auch das Schöne, dass man vielleicht auch im Nachgang einfach mal um ehrliches Feedback bitten kann, vielleicht auch eine Beurteilung erfragen darf. Und dann, im besten Fall erhält man natürlich auch eine Referenz, die man dann den Bewerbungsunterlagen zufügen kann.
abi»: Das ist natürlich ein weiterer Nutzen, den man aus einem Praktikum ziehen kann. Sprechen wir mal über die Vergütung. Wann werden denn Praktika vergütet, und welche Rechte und Pflichten habe ich?
Anna Katharina Hirseland: Die regulären Schulpraktika werden in der Regel nicht vergütet. Es ist so, dass man ab dem 18. Lebensjahr dem Mindestlohn unterliegt, also, dass dann, wenn man außerhalb der Schule ein Praktikum absolviert, dieses Praktikum vergütet werden könnte. Genau, früher war das tatsächlich anders, da wurden keine Praktika vergütet. Es ist aber so, dass man schon einen gewissen Kostenaufwand für ein Praktikum haben könnte, wenn es vielleicht Fahrtkosten sind, die der Arbeitgeber aber nicht übernimmt, oder wenn man vielleicht doch nochmal eine Unterkunft organisieren müsste. Das muss man dann mit dem Arbeitgeber klären, inwieweit der dann entgegenkommen könnte. Aber längere Praktika werden inzwischen in der Regel vergütet.
abi»: Und können Sie noch was zu Rechten und Pflichten während des Praktikums sagen?
Anna Katharina Hirseland: Genau, man unterschreibt in der Regel, also gerade bei längeren Praktika, einen Praktikumsvertrag, das heißt, man hat auch Tage zur Verfügung, die man sich frei nehmen kann, im Prinzip Urlaubstage. Und man ist dann auch über den Arbeitgeber versichert, in dem Moment, also hat eine Unfallversicherung, falls was passieren sollte.
abi»: Jetzt stellen wir uns mal vor, ich bin eine Schülerin, die gerade festgestellt hat, dass ihr die Tätigkeit und vielleicht sogar der Praktikumsbetrieb gut gefallen. Wie könnte es jetzt weitergehen?
Anna Katharina Hirseland: Das ist erst mal richtig schön, wenn man so gestärkt aus einem Praktikum rausgeht, dass man für sich validiert hat, das, was ich mir vorgestellt habe, entspricht auch tatsächlich der Realität, und ich könnte mir das für meinen späteren beruflichen Weg gut vorstellen. Dann gibt es einmal die Möglichkeit zu schauen, wie ist das Verhältnis mit dem Praktikumsunternehmen: Hat man da so gute Kontakte geknüpft, dass sich vielleicht im Abschlussgespräch Gelegenheit bietet, anzugeben, dass man sich durchaus vorstellen könnte, im Unternehmen zu bleiben? Oder, im besten Fall, wird man vielleicht sogar tatsächlich angesprochen, ob man sich nicht eine Ausbildung oder eine weitere berufliche Karriere im Unternehmen vorstellen könnte. Man hat sonst auch immer die Möglichkeit, sich natürlich auf andere Ausbildungsstellen in diesem Bereich zu bewerben. Und da könnte man auch immer gerne sich an die Berufsberatung beispielsweise wenden, die dann mit Rat und Tat zur Seite steht, natürlich auch noch verschiedene Arbeitgeber kennen in diesem Bereich, die vielleicht eine Ausbildung anbieten. Dann wäre der nächste Schritt, sich einfach fleißig zu bewerben.
abi»: Das ist das Positivbeispiel. Jetzt gibt es natürlich auch noch die andere Seite. Was raten sie jungen Menschen, die durch ein Praktikum herausgefunden haben, was sie nicht machen möchten, aber noch keine Alternative kennen?
Anna Katharina Hirseland: Auch da würde ich jetzt erst mal versuchen, das Ganze positiv zu sehen. Das heißt, es ist im ersten Augenblick natürlich eine Enttäuschung, dass das, was man sich vorgestellt hat, einfach nicht den eigenen Interessen entspricht. Andererseits bietet das auch eine Chance, andere Bereiche noch mal zu betrachten und neue Chancen zu sehen, um nochmal andere berufliche Felder kennenzulernen. Auch da kann man sich nochmal an seine Berufsberaterin oder an seinen Berufsberater wenden, um nochmal neu anzusetzen, zu überlegen, welche Alternativen könnte man sich noch vorstellen? Welche beruflichen Felder hat man vielleicht auch noch gar nicht im Blick gehabt? Und auch dann kann ich immer dazu ermutigen zu sagen: Okay, ich lerne vielleicht einfach noch mal andere Felder kennen und gehen nochmal in weitere Praktika.
abi»: Oder man schaut auch einfach mal auf abi.de.
Anna Katharina Hirseland: Oder auf abi.de, selbstverständlich.
abi»: Ja, vielen Dank, liebe Frau Hirseland, für die vielen Antworten und die Tipps und Hinweise. Danke, dass Sie heute dabei waren.
Anna Katharina Hirseland: Gerne, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
abi»: Sehr schön! Weitere Beiträge zum Thema Praktikum findest du auf abi.de, beispielsweise im Top Thema „Berufsorientierung mit Praktika“. Bewerbungstipps für ein Praktikum gibt es auf abi.de in der Rubrik Bewerbung > Praktikum und Nebenjob. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
In diesem Podcast erklärt Kim Stember aus dem Personalwesen der ASO GmbH, warum Praktika wichtig sind, und gibt Tipps, wie du einen Praktikumsplatz findest und dich darauf vorbereitest.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecherin 1: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher 2: Tipps für dein Praktikum - einfach erklärt
planet-beruf.de Sprecherin 1: Hallo, schön, dass du reinhörst! In dieser Folge erklärt Kim Stember, warum es wichtig ist, Praktika zu machen. Sie gibt außerdem Tipps, wie du einen Praktikumsplatz findest, und wie du dich auf ein Praktikum vorbereitest. Frau Stember arbeitet im Personalwesen und ist verantwortlich für die Auszubildenden in ihrem Unternehmen. Das ist die ASO GmbH in Lippstadt in Nordrhein-Westfalen, ein Betrieb, der unter anderem Sensoren für Sicherheitseinrichtungen baut, die Berührungen wahrnehmen.
Hallo Frau Stember! Vielen Dank für Ihre Zeit!
Kim Stember: Hallo.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Gut, steigen wir ein ins Thema Praktikum. Können Sie mir einmal kurz sagen, wofür ein Praktikum oder auch mehrere Praktika gut sind?
Kim Stember: Ja, also generell ist es gut ein Praktikum zu machen, einfach um praxisnahe Erfahrungen sammeln zu können. Man kann das theoretische Wissen in der Praxis einfach anwenden und auch wirklich in einem realen Arbeitsumfeld mitarbeiten. Die Schüler können natürlich auch viele verschiedene Berufsfelder erkunden, verschiedene Praktika machen und so herausfinden, welche Tätigkeit ihnen am besten so liegt, was ihnen gefällt, was ihnen nicht so gefällt. Ein Praktikum ist ja generell nicht nur eine Chance für die Praktikanten, einfach Berufserfahrung zu sammeln, sondern, glaube ich das Wichtigste, sich selbst weiterzuentwickeln, über sich hinauszuwachsen. Ich glaube, da ist ein Praktikum immer hilfreich, auch wenn man am Ende dann vielleicht für sich herausgefunden hat, dass das gar nicht so der Weg ist, den man selber einschlagen will, aber auch das ist ja eine gute Erkenntnis.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Mhm.
Kim Stember: Aber auch aus der Sicht der Unternehmen bringt es natürlich auch immer etwas, Praktikanten einzustellen. Die Praktikanten können oft auch neue Ideen oder Perspektiven mitbringen. Aber auch - für die Unternehmen wahrscheinlich der wichtigste Punkt -, dass Praktika es ermöglichen, einfach potenzielle zukünftige Mitarbeiter kennenzulernen. Da hat man schon einmal den ersten leichten Berufseinstieg.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Okay, man hat also eigentlich mehrere Vorteile, wenn man sich da mal umguckt!
Kim Stember: Genau, ja.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Inwiefern unterstützen Praktika bei der persönlichen Weiterentwicklung?
Kim Stember: Die Schüler können lernen, im Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Also einfach so die Soft Skills ein bisschen zu entwickeln.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Können Sie einmal kurz darstellen, welche verschiedenen Arten von Praktika es gibt?
Kim Stember: Ja, genau, also es gibt verschiedene Arten von Praktika, die unterscheiden sich dann in Bezug auf die Dauer oder die Zielsetzung. Da gibt's zum Beispiel Pflichtpraktika, die von den Schulen angeboten werden für einen bestimmten Zeitraum. Aber genauso freiwillige Praktika, die von den Schülern zum Beispiel in den Ferien durchgeführt werden können. Genau, dann gibt’s auch noch so etwas wie Berufsorientierungspraktika oder Berufsfelderkundungstage, wo die Schüler dann in den Betrieb kommen können.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Hm, also eine ganze Menge! Haben Sie denn Tipps oder Hinweise, wie man einen Praktikumsplatz findet, wie man einen bekommt und was man vielleicht dabei beachten sollte?
Kim Stember: Genau, also unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Interessen ist es wahrscheinlich am besten da einfach zu schauen, und sich über die Unternehmen in der eigenen Region so ein bisschen zu informieren. Man kann dann da die Unternehmen gezielt ansprechen, ob die Praktika anbieten. Vielleicht einfach dort anrufen oder auch zum Beispiel auf Ausbildungsmessen direkt mit den Unternehmen in Kontakt treten, da gezielt nach einem Praktikum fragen. Da gibt’s natürlich auch oft Karriereseiten, auf denen man sich schon informieren kann. Genau.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Mhm, das klingt gut. Wie kann man sich denn auf ein Praktikum vorbereiten?
Kim Stember: Man kann natürlich sich die Unternehmenswebseite anschauen. Genauso gut kann man sich auf den sozialen Medien bisschen umschauen, wir sind zum Beispiel auch immer sehr aktiv auf Instagram. Ja, vielleicht gibt's auch noch aktuelle Nachrichten, irgendwie passend zu der Branche oder vielleicht zum Unternehmen selber. Genau, ich glaube, dann ist man schon sehr gut auf ein Praktikum einfach vorbereitet.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Gibt es denn bestimmte Verhaltensregeln, die man im Praktikum auch schon einhalten sollte? Damit man auch, eben wie Sie vorhin gesagt haben, vielleicht ist es ja der potenzielle Arbeitgeber, damit man da einen guten Eindruck hinterlässt.
Kim Stember: Ja auf jeden Fall, also so ein paar Verhaltensmuster sollte man mitbringen: Dass man generell pünktlich ist, aufmerksam zuhört, einfach neugierig ist auf den Beruf, den man sich da ausgesucht hat.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Wenn jetzt das Praktikum vorbei ist, wie bereiten denn dann Jugendliche am besten das Praktikum nach? Sie haben es vorhin schon mal so ein bisschen gesagt: Auch wenn es nicht so gut gefallen hat, kann man trotzdem daraus was Positives mitnehmen.
Kim Stember: Genau, also gerade bei einem Pflichtpraktikum von der Schule oder Berufsschule ist es ja oft so, dass auch eine Praktikumsmappe angefertigt wird, das kann man natürlich auch in Absprache mit dem Unternehmen machen und kann dann da einfach genau aufführen, was zum Beispiel gemacht worden ist, was einem vielleicht gut oder auch nicht so gut gefallen hat. Genau, dass man einfach auch offen damit umgeht, ob der Berufszweig jetzt was für einen ist oder nicht, da kann man ja auch ganz offen sagen, wie einem das Praktikum so gefällt.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Super! Danke für das Interview!
Kim Stember: Sehr gerne! Danke auch, dass wir dabei sein durften.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Tschüss.
Kim Stember: Tschüss.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Willst du mehr zum Thema Praktikum wissen? Schau dich um in der Rubrik Praktikum. Hier findest du viele hilfreiche Tipps und Infos für dein nächstes Praktikum.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
Ausbildung
In diesem Podcast sprechen Tobias und Ann-Kathrin Lauf, Karrierescout und Referentin für Hochschulfragen, über die duale Ausbildung und welche Voraussetzungen es dafür gibt.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Tobias: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecherin: Duale Ausbildung - einfach erklärt
Tobias: Hallo zusammen, hier ist Tobias. Ich unterhalte mich heute mit Ann-Kathrin Lauf. Sie ist Karrierescout und Referentin für Hochschulfragen bei der Handwerkskammer Düsseldorf. Als Karrierescout berät sie Jugendliche, die gerne eine Ausbildung oder ein Studium machen möchten. Sie kennt sich also gut aus mit dem Thema Ausbildung und erklärt mir deshalb in diesem Podcast alles Wichtige zur dualen Ausbildung.
Hallo Frau Lauf. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Ann-Kathrin Lauf: Hallo.
Tobias: Ich starte gleich mit meiner ersten Frage: Was bedeutet eigentlich „dual“?
Ann-Kathrin Lauf: Ja, wie der Name „dual“ schon sagt, sind wir eben an zwei Lernorten unterwegs. Das ist in der Regel die Berufsschule und der Betrieb und dort wird dann eben Praxis und Theorie vermittelt, im Gegensatz zu einer schulischen Ausbildung, wo man zum Beispiel nur am Berufskolleg Unterricht hat.
Tobias: Und wie lange dauert eine duale Ausbildung in der Regel?
Ann-Kathrin Lauf: Eine duale Ausbildung dauert in der Regel 2 bis 3,5 Jahre. Das hängt immer so ein bisschen vom Beruf ab. Die meisten Berufe bilden aber innerhalb von 3 Jahren aus.
Tobias: Okay… Und welche Vorteile habe ich da?
Ann-Kathrin Lauf: Der größte Vorteil ist sicherlich, dass man direkt mit der Praxis startet. Man ist direkt in die Betriebsabläufe eingebunden und sammelt da sehr viel Berufserfahrung, die einem dann nachher hilft, wenn man nach der Ausbildung ins Arbeitsleben startet. Außerdem bekommt man direkt ein Ausbildungsgehalt, man muss also nicht für die Ausbildung bezahlen, sondern bekommt eben eine Vergütung jeden Monat gezahlt, und viele Unternehmen übernehmen dann die Auszubildenden eben auch direkt nach der Ausbildung.
Tobias: Das klingt ja gut. In welchen Bereichen kann ich denn eine duale Ausbildung machen?
Ann-Kathrin Lauf: Es gibt ja über 320 Ausbildungsberufe, die dual ausgebildet werden. 130 davon gehören zum Handwerk. Man kann aber auch eine Ausbildung in der Industrie und im Handel machen, in der Landwirtschaft, im öffentlichen Dienst, in der Hauswirtschaft.
Tobias: Also zum Beispiel eine Ausbildung als Bäcker oder als Mechatronikerin. Frau Lauf, welche Voraussetzungen gibt es für eine duale Ausbildung und wie gehe ich bei der Bewerbung vor?
Ann-Kathrin Lauf: Erstmal ist wichtig zu sagen, dass es keine einheitlichen Voraussetzungen gibt für eine duale Ausbildung. Das entscheidet immer das Unternehmen, welchen Schulabschluss sie haben möchten, welche Noten vielleicht Voraussetzungen sind. In der Regel ist es so, dass man sich mit Lebenslauf, Zeugnissen und eben vielleicht auch einem Anschreiben bewirbt.
Tobias: Und was gibt es da so zu beachten?
Ann-Kathrin Lauf: Wichtig ist es vor allem, dass man sich rechtzeitig bewirbt und rechtzeitig umschaut nach einem Ausbildungsplatz. Je nach Beruf kann das ein Jahr vorher sein, manchmal auch nur sechs Monate und mit ein bisschen Glück hat man dann nachher sogar die Chance, dass man sich aus mehreren Angeboten dann eben auch den perfekten Ausbildungsplatz aussuchen kann.
Tobias: Also sollte ich besser nicht zu lange mit der Bewerbung warten. Eine letzte Frage habe ich noch an Sie: Sind duale Ausbildungen für jeden zugänglich, also kann ich auch mit einer Behinderung eine duale Ausbildung machen?
Ann-Kathrin Lauf: Ja, auch Menschen mit Behinderung können eine duale Ausbildung absolvieren. Je nachdem, in welchem Bereich dann die Einschränkungen liegen, gibt es da eben entsprechende Hilfsmittel, die man nutzen kann oder auch Unterstützungsangebote. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine sogenannte Fachpraktiker-Ausbildung zu machen. Das ist eine Ausbildung, wo der Fokus eher auf der praktischen Arbeit liegt und wo man nicht so viel Theorieunterricht hat.
Tobias: Das duale System ist also für jeden sinnvoll! Vielen Dank, dass Sie all meine Fragen beantwortet haben, Frau Lauf.
Ann-Kathrin Lauf: Ja, sehr gern.
Tobias: Tschau.
Ann-Kathrin Lauf: Tschüss.
Tobias: Wenn du noch mehr zur dualen Ausbildung wissen möchtest, dann informiere dich weiter auf planet-beruf.de. Den Link dazu findest du hier auf der Website am Ende des Beitrags in den „Weiterführenden Informationen“. Hier erhältst du auch Infos zur schulischen Ausbildung und wie sich diese beiden Ausbildungswege unterscheiden.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
In diesem Podcast sprechen Tim und Astrid Sittl, Lehrerin an einer Berufsfachschule, über die schulische Ausbildung und welche Voraussetzungen es dafür gibt.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Tobias: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecherin: Duale Ausbildung - einfach erklärt
Tobias: Hallo zusammen, hier ist Tobias. Ich unterhalte mich heute mit Ann-Kathrin Lauf. Sie ist Karrierescout und Referentin für Hochschulfragen bei der Handwerkskammer Düsseldorf. Als Karrierescout berät sie Jugendliche, die gerne eine Ausbildung oder ein Studium machen möchten. Sie kennt sich also gut aus mit dem Thema Ausbildung und erklärt mir deshalb in diesem Podcast alles Wichtige zur dualen Ausbildung.
Hallo Frau Lauf. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Ann-Kathrin Lauf: Hallo.
Tobias: Ich starte gleich mit meiner ersten Frage: Was bedeutet eigentlich „dual“?
Ann-Kathrin Lauf: Ja, wie der Name „dual“ schon sagt, sind wir eben an zwei Lernorten unterwegs. Das ist in der Regel die Berufsschule und der Betrieb und dort wird dann eben Praxis und Theorie vermittelt, im Gegensatz zu einer schulischen Ausbildung, wo man zum Beispiel nur am Berufskolleg Unterricht hat.
Tobias: Und wie lange dauert eine duale Ausbildung in der Regel?
Ann-Kathrin Lauf: Eine duale Ausbildung dauert in der Regel 2 bis 3,5 Jahre. Das hängt immer so ein bisschen vom Beruf ab. Die meisten Berufe bilden aber innerhalb von 3 Jahren aus.
Tobias: Okay… Und welche Vorteile habe ich da?
Ann-Kathrin Lauf: Der größte Vorteil ist sicherlich, dass man direkt mit der Praxis startet. Man ist direkt in die Betriebsabläufe eingebunden und sammelt da sehr viel Berufserfahrung, die einem dann nachher hilft, wenn man nach der Ausbildung ins Arbeitsleben startet. Außerdem bekommt man direkt ein Ausbildungsgehalt, man muss also nicht für die Ausbildung bezahlen, sondern bekommt eben eine Vergütung jeden Monat gezahlt, und viele Unternehmen übernehmen dann die Auszubildenden eben auch direkt nach der Ausbildung.
Tobias: Das klingt ja gut. In welchen Bereichen kann ich denn eine duale Ausbildung machen?
Ann-Kathrin Lauf: Es gibt ja über 320 Ausbildungsberufe, die dual ausgebildet werden. 130 davon gehören zum Handwerk. Man kann aber auch eine Ausbildung in der Industrie und im Handel machen, in der Landwirtschaft, im öffentlichen Dienst, in der Hauswirtschaft.
Tobias: Also zum Beispiel eine Ausbildung als Bäcker oder als Mechatronikerin. Frau Lauf, welche Voraussetzungen gibt es für eine duale Ausbildung und wie gehe ich bei der Bewerbung vor?
Ann-Kathrin Lauf: Erstmal ist wichtig zu sagen, dass es keine einheitlichen Voraussetzungen gibt für eine duale Ausbildung. Das entscheidet immer das Unternehmen, welchen Schulabschluss sie haben möchten, welche Noten vielleicht Voraussetzungen sind. In der Regel ist es so, dass man sich mit Lebenslauf, Zeugnissen und eben vielleicht auch einem Anschreiben bewirbt.
Tobias: Und was gibt es da so zu beachten?
Ann-Kathrin Lauf: Wichtig ist es vor allem, dass man sich rechtzeitig bewirbt und rechtzeitig umschaut nach einem Ausbildungsplatz. Je nach Beruf kann das ein Jahr vorher sein, manchmal auch nur sechs Monate und mit ein bisschen Glück hat man dann nachher sogar die Chance, dass man sich aus mehreren Angeboten dann eben auch den perfekten Ausbildungsplatz aussuchen kann.
Tobias: Also sollte ich besser nicht zu lange mit der Bewerbung warten. Eine letzte Frage habe ich noch an Sie: Sind duale Ausbildungen für jeden zugänglich, also kann ich auch mit einer Behinderung eine duale Ausbildung machen?
Ann-Kathrin Lauf: Ja, auch Menschen mit Behinderung können eine duale Ausbildung absolvieren. Je nachdem, in welchem Bereich dann die Einschränkungen liegen, gibt es da eben entsprechende Hilfsmittel, die man nutzen kann oder auch Unterstützungsangebote. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine sogenannte Fachpraktiker-Ausbildung zu machen. Das ist eine Ausbildung, wo der Fokus eher auf der praktischen Arbeit liegt und wo man nicht so viel Theorieunterricht hat.
Tobias: Das duale System ist also für jeden sinnvoll! Vielen Dank, dass Sie all meine Fragen beantwortet haben, Frau Lauf.
Ann-Kathrin Lauf: Ja, sehr gern.
Tobias: Tschau.
Ann-Kathrin Lauf: Tschüss.
Tobias: Wenn du noch mehr zur dualen Ausbildung wissen möchtest, dann informiere dich weiter auf planet-beruf.de. Den Link dazu findest du hier auf der Website am Ende des Beitrags in den „Weiterführenden Informationen“. Hier erhältst du auch Infos zur schulischen Ausbildung und wie sich diese beiden Ausbildungswege unterscheiden.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
In diesem Podcast sprechen Sarah und Davood über verschiedene Wege, um Ausbildungsstellen zu finden sowie Tipps für die Suche.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Sarah: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Davood: Ausbildungsstellen finden - einfach erklärt
Sarah: Hallo und herzlich Willkommen zum Podcast! Ich heiße Sarah und ich bin hier heute mit Davood.
Davood: Hi Sarah! Grüß dich!
Sarah: Schön, dass du dabei bist! Heute geht es um Ausbildungen. Davood, weißt du denn schon, welche Ausbildung du machen willst?
Davood: Ja, so einen ungefähren Plan hab ich schon. Ich bin nämlich handwerklich begabt und arbeite gerne mit Holz. Darum habe ich mir gedacht, eine Ausbildung als Tischler wäre doch was für mich. Ich weiß nur noch nicht genau, wann ich am besten mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz beginnen soll.
Sarah: Das lässt sich leider nicht so allgemein beantworten, denn das hängt von den Ausbildungsberufen ab, für die du dich bewerben willst. In der Regel solltest du aber nach dem Jahreszeugnis der vorletzten Klasse mit den Bewerbungen starten. Also in der 8. oder 9. Klasse. Vor allem bei Banken und Versicherungen starten die Bewerbungsphasen oft schon anderthalb Jahre vor Ausbildungsbeginn. Im öffentlichen Dienst oder bei großen Unternehmen auch.
Davood: Gut. Naja dann sollte ich langsam mal mit der Suche anfangen. Ich wusste nicht, dass es so lange Fristen gibt.
Sarah: Ja, und die gibt es auch bei vielen schulischen Ausbildungen. Zum Beispiel, wenn du dich an einer Berufsfachschule für die Ausbildung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann bewirbst. Deswegen ist es auch gut, wenn du dich rechtzeitig vorher über wichtige Termine zu deinem gewünschten Ausbildungsberuf informierst. Es wäre sehr ärgerlich, wenn es daran scheitert.
Davood: Alles klar. Hast du auch einen Tipp für mich, wie ich am besten nach freien Ausbildungsstellen suche?
Sarah: Den hab ich! Am einfachsten geht das online: Mit der App AzubiWelt suchst du gezielt nach Ausbildungsberufen. Oder du nutzt die Ausbildungsplatzsuche der Bundesagentur für Arbeit. Die findest du unter Ausbildungsplatzsuche. Schulische Ausbildungsangebote findest du unter Berufsausbildung.
Davood: Dann sollte ich wohl gleich mit der Suche anfangen. Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie ich freie Ausbildungsstellen finden kann?
Sarah: Die gibt es! Speziell von den Handwerkskammern und den Industrie- und Handelskammern gibt es auch eigene Apps zur Stellensuche, zum Beispiel den Lehrstellenradar für das Handwerk oder die IHK: Meine Ausbildung in Deutschland.
Schau dich doch mal auf den Ausbildungsmessen und Infoveranstaltungen um. Die finden vor Ort oder virtuell statt. Auf Ausbildungsmessen stellen sich Ausbildungsbetriebe vor und du kannst ihnen deine Fragen zu ihren Ausbildungsplätzen stellen.
Davood: Perfekt! Ich hab mir sogar ein Unternehmen rausgesucht, bei dem ich meine Tischlerausbildung machen will. Hier, ich kann dir die Webseite von denen zeigen … Da unten siehst du auch die Ausbildungsstellen, die sie anbieten und da ist auch meine Tischlerausbildung dabei.
Sarah: Hast du denn bei dem Betrieb mal angerufen, den du mir gerade gezeigt hast?
Davood: Nein, noch nicht. Aber das möchte ich auf jeden Fall noch machen, bevor ich meine Bewerbung hinschicke. Ich möchte einen guten ersten Eindruck machen und ich denke, dass das eine gute Möglichkeit ist.
Sarah: Das ist eine sehr gute Idee, Davood. Was noch wichtig ist: Falls es mit deinem Ausbildungsplatz doch nicht auf Anhieb funktioniert, hol dir unbedingt die Unterstützung bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Bundesagentur für Arbeit. Einen Termin kannst du telefonisch unter 0800 4 5555 00 vereinbaren oder du gehst online auf den Button "Kontakt".
Davood: Und was nützt mir ein Termin bei der Berufsberatung?
Sarah: Die Berufsberatung schlägt dir Alternativberufe vor oder vermittelt dich in ein Überbrückungsangebot. Das ist zum Beispiel die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, kurz BvB. Das ist eine Mischung aus Praktika im Betrieb und Unterricht. Dadurch sammelst du erste Berufserfahrungen und hast so bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
Davood: Ok, dann bin ich ja gechillt. Es scheint ja echt viele Alternativen zu geben, wenn es nicht gleich klappt.
Sarah: Ganz genau!
Davood [grinsend]: Mit diesen Tipps werde ich bestimmt die perfekte Ausbildungsstelle finden. Dank dir, Sarah!
Sarah: Sehr gerne, Davood. Viel Erfolg dabei!
Noch mehr zum Thema Ausbildungsplatzsuche erfährst du unter Ausbildungsplatzsuche.
Mach dich schlau - Es lohnt sich!
In diesem Podcast lernst du finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten während einer Ausbildung kennen.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten - einfach erklärt
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Du bist auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder hast vielleicht schon einen gefunden. Nicht jeder kann oder möchte während der Ausbildung bei seinen Eltern wohnen. Aber wie lässt sich eine Wohnung finanzieren? Und: Welche anderen Kosten fallen neben der Miete monatlich an? Im Podcast beantworten wir dir deine Fragen.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wo kann ich während meiner Ausbildung wohnen, wenn ich nicht zu Hause bei meinen Eltern bleiben kann oder will?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo du wohnen kannst. Jugend- und Schülerwohnheime bieten zum Beispiel günstige Einzel-, Doppel- oder Mehrbettzimmer an und du wirst verpflegt. Das hat den Vorteil, dass du viel mit anderen Azubis unternehmen kannst. Manchmal hilft dir auch dein Ausbildungsbetrieb bei der Suche nach einer Unterkunft.
Passende Wohnheime findest du unter www.auswaerts-zuhause.de.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Was gibt es noch für Möglichkeiten?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Du kannst in eine Wohngemeinschaft ziehen oder dir eine eigene Wohnung suchen. Das kostet aber meistens mehr Geld. Achte darauf, dass du deine Finanzen im Blick hast.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Neben der Miete, worauf muss ich sonst noch achten?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Neben den Mietkosten hast du monatliche Ausgaben für Lebensmittel, Internet, Versicherungen, Handyverträge und Rundfunkbeiträge. Außerdem benötigst du Fahrgeld, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu deinem Arbeitsplatz oder zur Berufsschule zu kommen.
Gib nicht gleich dein ganzes Geld aus. Wenn du jeden Monat etwas zurücklegst, dann bist du auf unerwartete Ausgaben wie Reparaturen vorbereitet. Außerdem hast du dann auch genügend Geld für einen kleinen Urlaub oder gelegentliche Freizeitaktivitäten.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Was mache ich, wenn meine Ausbildungsvergütung nicht ausreicht?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Wenn das Geld für die Miete, Lebensmittel oder Fahrten in die Heimat knapp ist, hilft dir die Berufsberatung in bestimmten Fällen weiter. Sie unterstützt dich mit der Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB. Lass dich beraten, ob du diese Unterstützung bekommst und wie du sie beantragen kannst.
Vereinbare dafür einen Termin mit der Berufsberatung. Das geht persönlich, telefonisch oder auch per Video. Die Telefonnummer lautet: 0800 4 555500.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Gibt es noch andere finanzielle Unterstützung?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Ja, du kannst BAföG beantragen. BAföG steht für das Bundesausbildungsförderungsgesetz. Ob und wie viel BAföG du bekommst, hängt von verschiedenen Dingen ab. Zum Beispiel, wie hoch dein eigenes Einkommen ist und wie hoch das Einkommen deiner Eltern ist. Den Antrag kannst du beim Amt für Ausbildungsförderung am Wohnort deiner Eltern stellen.
Noch mehr zum Thema finanzielle Unterstützung während der Ausbildung erfährst du auf planet-beruf.de. Suche dort nach "Finanzielle Hilfen“.
Hier kannst du Angelo und Ellen zuhören, wie sie sich über die Vorbereitung für die Ausbildung unterhalten und hilfreiche Tipps geben.
Textversion des Podcasts zum Mitlesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1 (Angelo): Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher/in 2 (Ellen): Ausbildungsstart vorbereiten - einfach erklärt
Angelo: Hallo, hier ist Angelo.
Ellen: Und ich bin Ellen.
Angelo: Heute geht es um die Vorbereitung für die Ausbildung. Wenn du also schon eine Zusage hast, bist du hier genau richtig.
Ellen: Meine Zusage habe ich schon. Dann lass mal hören, was ich als nächstes tun muss.
Angelo: Naja, zunächst einmal gibt es da bestimmte Bescheinigungen, die du brauchst. Manche Betriebe verlangen ein Führungszeugnis. Darin steht dann, ob und wenn ja, wie du vorbestraft bist. Das Führungszeugnis kannst du bei der Verwaltung deiner Stadt oder bei der Gemeinde abholen. Wenn du zu Beginn deiner Ausbildung unter 18 Jahre alt bist, oder in bestimmten Berufen arbeiten willst, wie zum Beispiel im Gesundheitsbereich oder in der Gastronomie, brauchst du auch eine Gesundheitsbescheinigung.
Ellen: Die kenn ich schon! Das Formular bekomme ich auch bei der Verwaltung meiner Stadt oder Gemeinde, stimmt das?
Angelo: Genau, richtig. Für die Untersuchung kannst du dir selbst eine Ärztin oder einen Arzt aussuchen. Damit zeigst du, dass du auch fit genug für die Ausbildung bist. Außerdem gibt es die Schulzeitbescheinigung. Die brauchst du, damit deine Schulzeit, seit dem du 17 Jahre alt bist, auch als Zeit für deine Rente anerkannt wird.
Ellen: Und wo bekomme ich die Bescheinigung her?
Angelo: Die Schulzeitbescheinigung bekommst du von deiner Schule und schickst sie ganz einfach zusammen mit einer Kopie deines Abschlusszeugnisses an deine Krankenkasse. Stichpunkt Krankenkasse, hast du denn schon eine eigene Krankenversicherung?
Ellen: Nein, hab ich nicht. Ich bin noch bei meinen Eltern mitversichert.
Angelo: Bis jetzt ging das auch, aber als Auszubildende oder Auszubildender brauchst du deine eigene Krankenversicherung. Sie bieten alle unterschiedliche Leistungen an. Auch die Kosten sind verschieden. Am besten vergleichst du Krankenversicherungen und überlegst dir, welche Leistungen dir persönlich wichtig sind. Such dir dann einfach eine Krankenkasse aus, die am besten zu dir passt.
Ellen: Mhm. Das war dann alles zu den Versicherungen?
Angelo: Noch nicht ganz. Es gibt noch die sogenannte Haftpflichtversicherung. Sie schützt dich, wenn du jemandem, absichtlich oder unabsichtlich, Schaden zugefügt hast.
Ellen: Was meinst du denn damit?
Angelo: Naja. Stell dir da zum Beispiel vor, du hilfst deinem Freund beim Umzug. Und da lässt du aus Versehen einen Laptop fallen und der geht dann kaputt.
Ellen: Oh je! Und da hilft mir dann die Haftpflichtversicherung?
Angelo: Genau. Sie übernimmt dann die Kosten für einen neuen Laptop. Wenn deine Eltern aber schon eine Familienhaftpflichtversicherung haben, bist du während deiner Ausbildung in der Regel schon mitversichert.
Ellen: Ok. Jetzt sind wir aber mit dem Thema Versicherungen durch, oder?
Angelo: Ja, keine Sorge. Das war alles zu den Versicherungen.
Ellen: Ein ganz wichtiges Thema fehlt aber noch! Während meiner Ausbildung verdiene ich ja mein eigenes Geld. Da gibt es dann doch bestimmt auch Dinge auf die ich achten muss, oder?
Angelo: Da hast du recht. Gut, dass du es ansprichst. Während deiner Ausbildung bekommst du nämlich die sogenannte Ausbildungsvergütung. Wie viel Geld du monatlich bekommst, steht in deinem Ausbildungsvertrag. Dafür benötigst du ein eigenes Bankkonto. Banken bieten unterschiedliche Leistungen an, mit verschiedenen Gebühren.
Ellen: Genau wie bei den Krankenkassen!
Angelo: Richtig. Hier wählst du auch, wie schon bei der Krankenkasse, eine Bank aus, die am besten zu dir passt.
Ellen: Alles klar. Danke für die Infos, Angelo.
Angelo: Bis bald!
Angelo (weiter): Jetzt kennst du die wichtigsten Punkte für deinen erfolgreichen Einstieg in die Ausbildung. Noch mehr zum Thema Ausbildungsstart findest du unter Zusage.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
In deiner Ausbildung hast du Rechte und Pflichten. In diesem Podcast erzählen Kesha und Nina was du in der Ausbildung machen musst und was dir in der Ausbildung zusteht.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Kesha: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Nina: Deine Rechte und Pflichten in der Ausbildung - einfach erklärt
Kesha: Hallo! Ich bin Kesha und neben mir sitzt Nina.
Nina: Hey! Worum geht es denn heute?
Kesha: In dieser Podcastfolge geht es um deine Rechte und Pflichten als Azubine und Azubi. Also, darum, was du in der Ausbildung machen musst, damit du den Beruf später ausüben kannst. Und es geht darum, was dir in der Ausbildung zusteht. Das ist sogar gesetzlich festgelegt - im Berufsbildungsgesetz.
Nina: Hm? Also, ich weiß, dass ich in der Ausbildung lernen und arbeiten muss. Und dass ich dafür Geld bekomme. Gibt‘s da wohl noch mehr zu wissen?
Kesha: Da gibt es auf jeden Fall mehr zu wissen. Aber du hast Recht, du musst lernen und arbeiten. Es geht vor allem darum, dass du dir das nötige Wissen und Können aneignest, das zu deiner Ausbildung gehört, und es ist ganz wichtig, dass du Erfahrungen sammelst. Deine Ausbilderin oder dein Ausbilder müssen dich dabei unterstützen. Es stimmt außerdem, dass du in die Berufsschule gehen musst. Dafür stellt dich dein Ausbildungsbetrieb normalerweise frei.
Und wie du schon richtig bemerkt hast, bekommst du für deine Arbeit auch Geld. Wie hoch die Vergütung ist, hängt vom jeweiligen Beruf ab und zum Teil von deinem Ausbildungsbetrieb.
Nina: Ok,so genau wusste ich das jetzt noch nicht. Was gibt es denn jetzt noch für Pflichten?
Kesha: Fangen wir mal damit an, wenn du krank bist.
Nina: Wie jetzt? Muss ich dann trotzdem arbeiten?
Kesha: Nein, natürlich nicht. Du kannst zu Hause bleiben, wenn du krank bist. Du musst aber auf jeden Fall im Ausbildungsbetrieb Bescheid geben.
Nina: Ach so. Ja klar, dann schreib ich meinen Arbeitskollegen, dass ich nicht kommen kann.
Kesha: So einfach ist es nicht. Sobald du merkst, dass du krank bist, rufst du gleich bei der Personalabteilung in deinem Ausbildungsbetrieb an oder in der Berufsschule. Du musst nicht sagen, was du hast. Es ist aber wichtig, dass du sofort Bescheid gibst. Vielleicht musst du auch ein Attest von deiner Ärztin oder deinem Arzt vorlegen. Das kommt immer ganz darauf an, was dein Ausbildungsbetrieb vorschreibt.
Nina: Gut, das verstehe ich. Und worauf muss ich in der Ausbildung noch achten?
Kesha: Während deiner Ausbildung bekommst du kostenlos Arbeitsmittel gestellt. Das kann zum Beispiel Werkzeug oder Berufskleidung sein. Wenn es für deine Arbeit wichtig ist, bekommst du auch einen Computer, ein Tablet oder ein Handy. Du musst dich nicht selbst um diese Sachen kümmern. Aber du musst natürlich gut darauf aufpassen.
Nina: Ja, schon klar. Das ist ja logisch, dass ich auf meine Arbeitsmittel gut aufpassen muss. So Kesha, du hast mir jetzt die ganze Zeit was über meine Pflichten erzählt, jetzt erklär mir doch mal was ich für Rechte in der Ausbildung habe.
Kesha: Stimmt Nina! Genug von den Pflichten, kommen wir mal zu den Rechten, zum Beispiel das Recht auf Urlaub. Während deiner Ausbildung hast du eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen. Wenn du zum Beispiel unter 16 bist, hast du ein Recht auf mindestens 30 Tage Urlaub im Jahr.
Nina: Das klingt ja echt gut! Aber ich verstehe nicht so ganz was das mit meinem Alter zu tun hat.
Kesha: Ganz einfach, wenn du noch nicht volljährig bist, hast du zusätzliche Rechte. Die sind im Jugendarbeitsschutzgesetz festgelegt. Du darfst zum Beispiel nicht mehr als acht Stunden am Tag arbeiten. Es gibt auch Regelungen zu Pausenzeiten. Wenn du volljährig bist, gibt es auch welche, aber da gelten andere Zeiten.
Das steht dann aber alles ganz genau in deinem Ausbildungsvertrag.
Nina: Ok, es gibt ja wirklich viele Rechte und Pflichten für mich als Auszubildende. Danke Kesha, dass du mir das nochmal so genau erklärt hast.
Kesha: Sehr gerne Nina und wenn du Fragen hast, komm einfach nochmal auf mich zu.
Nina: Das werd ich machen!
Kesha: Wenn du noch mehr über deine Rechte und Pflichten in der Ausbildung wissen willst, dann informiere dich unter Ausbildungsvertrag unterschrieben und jetzt?. Dort findest du auch Informationen über finanzielle Hilfen während deiner Ausbildung und Tipps zum Ausbildungsstart.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
Studium
In diesem Podcast sprechen Nina und Veronika Riedl, Referentin von hochschule dual, über das duale Studium, welche Vorteile und Herausforderungen es bietet und wie man den Einstieg erfolgreich meistert.
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Jingle: abi», dein Podcast für die Berufsorientierung,
abi»: Theorie und Praxis, Studium und Berufserfahrung, das Beste aus zwei Welten in einem Paket – klingt gut, dann bleib dran, denn unser Thema heute ist das duale Studium. Egal, ob du einen technischen, wirtschaftlichen oder sozialen Beruf im Blick hast, das duale Studium bietet dir ein gutes Gleichgewicht aus Lernen und Arbeiten. Ich bin Nina und spreche heute mit Veronika Riedl, Referentin von hochschule dual im bayerischen Zentrum für innovative Lehre, über das duale Studium, darüber, was es ausmacht, welche Vorteile und Herausforderungen es bietet und wie man den Einstieg erfolgreich meistert. Hallo, Frau Riedl, schön, dass Sie da sind. Wir wollen uns ja heute über das duale Studium unterhalten und können Sie vielleicht zunächst mal erklären, was genau ein duales Studium ist und wie es abläuft.
Veronika Riedl: Ja, also auch herzlichen Dank für die Einladung heute. Also, das duale Studium bedeutet, dass man studiert und gleichzeitig auch bei einem Unternehmen Praxiszeiten hat, wie diese Praxiszeiten sich gestalten oder wie, sagen wir mal, wie der Ablauf ist, wie viele Tage man an der Hochschule ist und wie viele Tage man die Praxis hat beim Unternehmen, das ist relativ unterschiedlich, und das kann unterschiedlich auch gestaltet werden. Bei uns ist es überwiegend an den bayerischen Hochschulen so, dass man da immer die Vorlesungszeit an der Hochschule ist, also da wirklich regulär mit allen anderen Studierenden studiert und dann in den Semesterferien, also in den vorlesungsfreien Zeiten, beim Unternehmen ist und dort seine Praxisphase hat.
Es gibt auch die Modelle, dass man das in drei Monatszyklen abwechselt, drei Monate da, drei Monate da, das gibt es auch; es gibt auch tagesweise Wechsel oder genau in der Woche. So läuft es eigentlich ab, und der große Mehrwert, der Inhalt ist beim dualen Studium, dass man eben Studium und Praxis miteinander verbindet, und zwar auch so, dass man natürlich die Zeiten verbindet, dass man auch vertragliche Regelungen hat miteinander, wie die Hochschule und das Unternehmen zusammenarbeitet, und auch, wie man es inhaltlich gut verzahnt, dass das, was man an der Hochschule lernt, auch reflektierenderweise oder einfach gucken kann, wie man das umsetzt im Unternehmen, und das, was man im Unternehmen lernt, wie kann man das wiederum in die Hochschule tragen. Also dieser Theorie-Praxis-Transfer, diese Reflexion zwischen diesen beiden Lernorten, das ist, so glaube ich, der Kern des dualen Studiums.
Genau also, es gibt das praxisintegrierende und das ausbildungsintegrierende. Das ausbildungsintegrierende hat es ja schon im Namen, da ist eine Berufsausbildung mit integriert, das heißt, man studiert im Bachelor, man macht nebenbei oder integriert eben auch eine duale Berufsausbildung, wo man auch die Prüfung dann bei den entsprechenden Berufskammern ablegt, und hat am Ende zwei Abschlüsse – also einmal einen Studienabschluss, den Bachelor, und einmal den von der Berufsausbildung. Dann gibt es noch das praxisintegrierende Studium, und das ist inhaltlich eigentlich gleich aufgesetzt. Also, man hat auch Praxis, und man hat Studium. Die Praxiszeiten sind jetzt nicht auf eine Berufsausbildung ausgelegt.
abi»: Das duale Studium birgt viele Vorteile, aber sicherlich auch die eine oder andere Herausforderung, gerade vielleicht auch zum klassischen Hochschulstudium. Können Sie uns dazu noch was erläutern?
Veronika Riedl: Ja, gerne. Also Vorteile gibt es natürlich auch viele, also gerade im dualen Studium. Ich würde mal sagen, der größte Vorteil, der manchmal auch wirklich vergessen wird, ist, dass man einfach dadurch, dass man einen Praxispartner hat und auch die Praxis erlebt und auch lernt, für was man lernt, also man setzt es gleich um, gibt es einen wahnsinnigen Motivationsschub. Man lernt viel leichter, das ist dieses Learning by Doing. Durch die Praxis lernt sich einfach viel leichter, und man weiß auch, für was man lernt, und bekommt einfach auch schon mit, wie es denn läuft im Unternehmen. Und das ist einfach diese Kompetenzentwicklung, die man einfach da hat durchs duales Studium; die ist immens und unterscheidet sich einfach stark als wenn man nur immer dieses Wissen aufbaut. Es ist einfach so, dass man natürlich auch in die Praxis geht. Also, das ist ein großer, großer Vorteil.
Und dann gibt es natürlich auch noch so Vorteile wie, dass man finanzielle Sicherheit hat, also man bekommt jeden Monat Vergütung, egal ob man an der Hochschule ist oder direkt im Betrieb ist. Ein großer Vorteil, gibt einem Sicherheit. Man hat natürlich unglaublich gute Karrierechancen, weil man einfach die Arbeitswelt schon kennt, weil man auch ganz anders studiert. Also, man weiß einfach, wenn man da wählt, welchen Schwerpunkt man möchte, dann kennt man die Arbeitswelt schon und weiß, ah, da will ich hin, den Schwerpunkt nehme ich, da bin ich gut drin. Man kann ganz anders agieren als Studierender und hat natürlich auch schon innerhalb seine Netzwerke, bekommt Unterstützung vom Betrieb. Und das ist einfach alles, was sehr stark auch die Motivation fördert und die Freude am Studium.
Natürlich ist der Nachteil, dass eine sehr hohe Belastung da ist durchs duale Studium. Natürlich ist es auch so, dass man gebundener ist. Man sagt, man geht mit einem Praxispartner dreieinhalb Jahre lang oder viereinhalb Jahre gemeinsam den Weg. Im besten Fall gibt's noch die Übernahme, und dann bleibt man länger miteinander zusammen. Also, man kann nicht jede Semesterferien woanders ein Praktikum machen, sondern ist natürlich immer bei einem. Das kann man natürlich auch als Nachteil sehen. Und natürlich ist man dann, wenn man in den vorlesungsfreien Zeiten beim Unternehmen ist, um dort seine Praxisphasen zu machen, kann man natürlich nicht dann die Semesterferien hat man dann einfach nur, sind auf die Urlaubstage beschränkt und sind dann nicht, keine Ahnung, die drei Monate voll, sondern man hat halt dann die Urlaubstage von zwei, drei Wochen, die man dann da nur nehmen kann. Also ich denke, das sind die zwei Sachen, die man so ein bisschen, diese Vor- und Nachteile, die man miteinander ein bisschen abwägen muss.
abi»: Und können Sie noch was zum Bewerbungsprozess sagen? Was gibt's da zu beachten?
Veronika Riedl: Ja, der Bewerbungsprozess. Es ist natürlich wichtig, dass man frühzeitig beginnt. Die Unternehmen suchen wirklich ein Jahr vorher, also das ist wirklich auch so wie bei der dualen Berufsausbildung. Man sollte gut ein Jahr vorher starten und sich halt Überlegungen machen. Dann gilt es natürlich, sich zu überlegen, welchen Studiengang, welche Hochschule einem gefällt und auch, in welches Unternehmen man gern gehen möchte. Das gilt es einfach, auch zu überlegen und auszusuchen und auch, welches Modell man möchte, ob man lieber das ausbildungsintegrierte Studium machen möchte, also das Verbundstudium, so nennen wir es in Bayern, oder eben das praxisintegrierte Studium, das ist das Studium mit vertiefter Praxis, nennen wir's, das muss man halt vorher, das sind diese Überlegungen, die vorher zu treffen sind.
Und wenn man die Entscheidung dann getroffen hat, dann gilt es, sich einmal bei der Hochschule zu bewerben, also für den Studiengang und auch dort mitzuteilen, dass es dual stattfinden soll, und dann auf der anderen Seite sich ein Unternehmen auch zu suchen, mit dem man das duale Studium gemeinsam machen kann – das ist sozusagen ein paralleler Weg.
abi»: Aber ist es nicht oft auch so, dass man sich erst das Unternehmen sucht und sich dann da direkt bewirbt und dann dieses Auswahlverfahren und so weiter durchläuft und man sich dann einfach nur noch in der Hochschule einschreiben muss?
Veronika Riedl: Sowohl als auch, also das ist der Weg. Es ist schon ein paralleler Weg, aber natürlich liegt man den Fokus. Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, ich möchte unbedingt an die Hochschule München und den und den Studiengang, und ich möchte in München bleiben, dann bewerbe ich mich an der Hochschule und suche mir ein Unternehmen, das in München mit mir das duale Studium macht. Also dann ist es schon der Fokus auf der Hochschule und auf den Ort. Und wenn ich ziemlich frei bin, weil ich sage, ich möchte bei einem sehr großen Unternehmen sein, hab da so einen Favoriten, dann kann man sich beim Unternehmen bewerben, und dann sagen die meistens, wir kooperieren mit der Hochschule xy und dass man sich dort eben einschreiben muss.
abi»: Also, ich habe jetzt herausgehört, wichtig ist auf jeden Fall, sich frühzeitig zu bewerben. Und was würden Sie aus Ihrer Erfahrung heraus jetzt Abiturientinnen, Abiturienten noch raten, die ein duales Studium in Erwägung ziehen?
Veronika Riedl: Ich würde ihnen auf jeden Fall raten, wenn sie im Freundeskreis jemanden haben, der dual studiert, einfach mit dem auch ins Gespräch zu gehen und sich da zu informieren. Und wirklich, wirklich würde ich ihnen empfehlen, sich die Hochschulen anzugucken.
abi»: Und Sie haben es vorhin anklingen lassen: Das duale Studium ist nicht für jede oder jeden was. Also ist auch so eine realistische Selbsteinschätzung wichtig, dass man die eigene Belastbarkeit hinterfragt und natürlich immer praktische Erfahrungen sammelt. Das hilft auch weiter.
Veronika Riedl: Genau, man sollte es mit der Praxis sehr mögen. Man sollte sich nicht so schwer tun mit dem Lernen. Man sollte auch zielorientiert sein, genau, und auch diese Neugierde und sollte einfach auch dieses auf Praxis-Lust-Haben, das ist einfach darauf bezogen, dass man natürlich einen Preis bezahlt, und der ist, dass man natürlich in den Semesterferien im Unternehmen ist.
abi»: Wie können sich Interessierte informieren?
Veronika Riedl: Man muss jetzt zum einen ja die Hochschule finden und zum anderen den Praxispartner, und das Herzstück jetzt von Hochschul Dual ist natürlich unsere Datenbank. Also da kann man sich sehr gut informieren in unserem Studienplatzportal, unter www.hochschule-dual.de. Da findet man alle Hochschulen, und dann findet man auch Praxispartner; und darüber hinaus kann man natürlich auf anderen Webseiten ganz gut gucken. Studysmarter gibt's ja auch. Also, da gibt es verschiedene Webseiten, wo man schauen kann. Man kann auch direkt auf die Webseiten der Hochschulen, kann auch direkt dort an den Hochschulen anrufen und sich beraten lassen.
abi»: Herzlichen Dank, Frau Riedl, für Ihre Zeit und die informativen Ausführungen. Das war's für heute mit unserer Folge zum Thema duales Studium. Ich hoffe, du hast viele interessante Einblicke gewonnen und vielleicht sogar eine neue Perspektive auf deine berufliche Zukunft. Wenn du dich für ein duales Studium interessierst, findest du weitere Beiträge zum Thema auf abi.de > Orientieren und ganz besonders im Topthema „Studium oder Ausbildung – oder beides?". Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktives > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
In diesem Podcast unterhalten sich Corinna und Dr. Michael Lindner, Coach und Dozent an der TH Köln, über gutes Zeitmanagement im Studium sowie Möglichkeiten, wie man die Zeit besonders sinnvoll nutzen kann.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: abi» – dein Podcast für die Berufsorientierung
abi»: Nur mal schnell auf TikTok, und schon sind die Minuten und Stunden dahingeflogen, während die lange Aufgabenliste immer noch wartet. Dir kommt das bekannt vor? Dann bist du jetzt genau richtig bei dieser Folge des abi» Podcasts, in der ich, Corinna, mich mit Dr. Michael Lindner über gutes Zeitmanagement im Studium unterhalte. Herr Dr. Lindner ist aktuell Coach und Dozent an der TH Köln und in der Vergangenheit auch schon an weiteren Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gewesen. Er bietet regelmäßig Seminare für Studierende zum Thema Zeit- und Selbstmanagement an. Ihr dürft euch auf Tipps und Hintergründe zu diesem Thema freuen, und ich sage herzlich willkommen, Herr Dr. Lindner! Schön, dass Sie heute dabei sind!
Dr. Michael Lindner: Ja, danke auch von meiner Seite.
abi»: Das große Thema Zeitmanagement im Studium: Was ist das eigentlich, und wozu brauche ich als Studentin oder Student ein gutes Zeitmanagement?
Dr. Michael Lindner: Zeitmanagement heißt ganz einfach gesprochen, dass ich bewusst mit meiner Zeit umgehe, dass ich also in der Lage bin, meine Zeit zu strukturieren, und dass ich auch dann natürlich Zeit finde für das, was wirklich wichtig ist. Warum brauche ich das als Student oder als Studentin? Das ist für viele, die jetzt am Anfang des Studiums stehen, erst mal noch nicht so ganz klar. Ich erlebe das immer selbst. Ich arbeite als Dozent an Hochschulen. Ich erlebe das mit Erstsemestern, Zweitsemestern. Da ist für viele das Studium so ein kleiner Schock. Es wird plötzlich sehr viel mehr, es wird anspruchsvoller, man muss die Zeit selbst strukturieren, man ist nicht mehr so in einem Korsett wie in der Schule, und das ist eine große Umstellung. Deswegen ist Zeitmanagement wichtig, dass ich in der Lage bin, mein Studium auch auf eine effiziente Art und Weise zu absolvieren, dass ich in der Lage bin, mein Studium auch voranzubringen, und nicht das Gefühl habe, dass ich allen Sachen hinterherlaufen muss.
abi»: Okay, und jetzt, wenn Sie sagen, es ist gerade zu Beginn des Studiums erst mal relativ schwierig, mit all diesen neuen Dingen zurechtzukommen, und vielleicht auch mit den Eindrücken, die man da hat, und dem Workload, wie viel Planung und vor allem, welche Form der Planung ist denn sinnvoll im Studium und dann auch darüber hinaus?
Dr. Michael Lindner: Es gibt für mich sozusagen zwei große Themen beim Zeitmanagement. Wir haben das Thema Planung, und wir haben das ganze Thema Motivation/Psychologie. Die hängen ein bisschen miteinander zusammen. Aber es sind zwei verschiedene Töpfe, wenn man so will. Beim Thema Planung... Wir werden noch zur Prokrastination kommen. Das hat ja viel mit Motivation zu tun.
Aber jetzt erst mal zum Thema Planung, was auf jeden Fall sinnvoll ist, ist sowas wie ein einfaches Zeitmanagement im Sinne von Timeboxing, dass ich mir also im Studium so einen Stundenplan mache, dass ich nicht nur im Blick habe, was muss ich denn an Vorlesungen machen, sondern zum Beispiel mir auch bestimmte Lernzeiten plane. Diese Planung kann sehr unterschiedlich aussehen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Menschen das sehr unterschiedlich ausfüllen, und das ist auch vollkommen okay. Es gibt Leute, die sehr detailliert planen und für die das total super ist, und es gibt andere, die eher eine gröbere Planung bevorzugen, und beides kann funktionieren.
Also, wie viel Planung ist notwendig im Studium, um darauf zu antworten, ich würde immer vorschlagen, dass es sinnvoll ist, gerade Fächer, die ein bisschen schwieriger sind oder wo ich mich als Student so ein bisschen schwer tue, die frühzeitig auch planerisch zu erfassen, in dem Sinne, dass ich mir zum Beispiel dann Zeiten nehme, wann ich diese Fächer wiederhole, wann ich mich vorbereite, dass ich gerade diese Fächer dann im Blick halte.
Also Timeboxing ist für mich eine der der Techniken. Eine andere Technik, die ich auch sehr schätze, die im Studium auch sehr wichtig ist, sind so einfache Fokussierungstechniken. Pomodoro ist eine Technik, die sehr häufig eingesetzt wird, die ich auch immer wieder empfehle. Pomodoro bedeutet arbeiten in kleinen Zeitabschnitten, 25 Minuten fokussiertes Arbeiten, fünf Minuten Pause, wieder 25 Minuten arbeiten und fünf Minuten Pause. Dieses kleinschrittige Vorgehen hat den Vorteil, dass man die Hürde für den Einstieg herabsetzt. Ich muss jetzt nicht sagen „Oh Gott, jetzt muss ich zwei Stunden lernen“, sondern sind es erst mal nur 25, und da setze ich mich dran, und dann geht das weiter.
abi»: Da sind Sie jetzt auch gleich schon auf Methoden eingegangen, die man gerade als Studentin, als Student anwenden könnte und was ich nochmal mitgenommen habe für das Thema Planung, was ich jetzt sehr, sehr wichtig finde: Es ist einfach sehr individuell, und man sollte sich vielleicht auch von der Planung gar nicht so sehr stressen lassen, weil man sich die Dinge anschauen muss, für die man selbst eben die Planung braucht.
Dr. Michael Lindner: Also ich empfehle immer eine Minimalplanung, für viele Studierende ist es einfach schon so ein kleiner Aha-Effekt. Die haben hier einen Kalender, da einen Kalender, und da sind die Geburtstage drin, und da sind meine Arzttermine drin, und was weiß ich, und ich empfehle einfach, diese Kalender mal zusammenzufügen. Also das kann ich in Form eines klassischen analogen Buchkalenders machen, oder ich arbeite digital mit dem Apple-Kalender, mit dem Google-Kalender oder was auch immer.
abi»: Jetzt haben wir über Möglichkeiten gesprochen, die Zeit besonders sinnvoll zu nutzen. Was halten Sie denn für den Zeitfresser, und wie kann ich das als Studentin oder Student vielleicht vermeiden, diesen Zeitfresser in meinem Leben zu haben?
Dr. Michael Lindner: Das ist keine große Überraschung. Der größte Zeitfresser ist Social Media und Internet. Da sind so diese kleinen Unterbrechungen, die sich einschleichen. Computer spielen kommt dann auf den zweiten Platz. Das sind so die typischen Zeitfresser. Das hat sehr viel mit Aufschiebeverhalten zu tun, also Social Media, online shoppen oder was auch immer, diese kleinen Ablenkungen sind Zeitfüller, wenn ich eigentlich was anderes machen sollte, und dann lande ich dann doch irgendwo auf meiner Lieblingsseite, anstatt mich dann mit dem Stoff zu beschäftigen. Und das hat sehr viel mit Prokrastination zu tun.
Was hilft dagegen? Was hilft gegen diese Zeitfresser? Ein planerisches Vorgehen kann helfen. Das ist das eine, was ich schon gesagt habe. Was ich auch auf jeden Fall empfehle ist sowas wie Pomodoro, diese Arbeitszeiten ganz bewusst mal klein zu setzen, so in kleinen Sequenzen zu arbeiten. Es gibt noch eine dritte Technik: Gewohnheiten aufbauen, also Lerngewohnheiten aufbauen, das heißt, dass ich zum Beispiel mir angewöhne, zu ein und derselben Zeit auch aufzustehen unter der Woche. Wir brauchen es nicht übertreiben: Unter der Woche zur selben Zeit aufzustehen und vielleicht zur selben Zeit auch lernen. Dass ich bestimmte kleine Rituale einsetze, um das Lernen zu starten. Ich lerne immer in der Bibliothek oder ich habe ein bestimmtes Setting, wo ich lerne, oder dass ich zum Beispiel mir so kleine Lerngewohnheiten mache.
Was ganz hilfreich sein kann, ist, dass ich sage, ich lerne jeden Tag 15 Minuten an einem Thema und ich mache konkret: „Das muss ich dann ausfüllen“, „Ich fasse Folien zusammen“, „Ich löse eine Aufgabe“ und so weiter und baue damit eine Gewohnheit auf, und das ist eine Lerngewohnheit, und das hilft vielen Studierenden sehr, dann dieses Aufschieben und diese Zeitfresser zu unterbinden.
abi»: Ja, das klingt doch schon mal nach einem ganz guten Tipp, und ich glaube, es ist auch nochmal wichtig zu sagen an der Stelle, dass diese Zeitfresser nicht nur Studierende betreffen, sondern natürlich auch alle anderen. Also wir sind da auch nicht vor gefeit. Deswegen kann ich da jetzt auch was mitnehmen, und vielleicht auch der eine oder andere Hörer, die Hörerin.
Sie haben schon einige Male jetzt das Wort prokrastinieren erwähnt, und ich würde jetzt gerne in aller Kürze - Sie haben es auch schon angerissen – aber ich würde gerne in aller Kürze wissen, warum prokrastinieren Menschen, und was hilft ganz konkret dagegen?
Dr. Michael Lindner: Also prokrastinieren, also das Aufschieben, „pro cras“, also „für morgen“, das Aufschieben von Aufgaben auf morgen, und morgen wird es dann wieder auf morgen verschoben. Also das chronische oder gewohnheitsmäßige Aufschieben, das ist das, was mit prokrastinieren gemeint ist.
Woran liegt's? Es gibt ganz interessante psychologische Forschung dazu. Also das Thema ist ganz gut verstanden, und es lässt sich ganz grob so zusammenfassen: Prokrastinieren ist häufig eine Reaktion auf Unlust und Frustrationsgefühle: Ich bin mit einem Thema beschäftigt, was mir keine Lust macht, weil es vielleicht irgendwie besonders langweilig ist oder wo ich andere Arten von Frustrationsgefühlen habe. Also, es ist ein Thema, wo ich weiß, dass ich in der Prüfung nicht besonders glänzen werde. Das ist sind so Klassiker, dass ich diese Unlustgefühle, wenn ich mich dann damit beschäftigen soll oder möchte, versuche zu vermeiden, indem ich etwas anderes tue. Und das kann alles Mögliche sein.
Ja, früher, ich habe mit meiner Mutter gesprochen, die hat mal gesagt, ich habe früher vor der Prüfung war meine Studentenbude war immer total geputzt. Der Klassiker, es ist Aufschiebeverhalten. Ich mache was, was mir so einen kleinen Push gibt. Die Wohnung ist sauber, ich fühle mich besser, und heute haben wir natürlich alle Möglichkeiten, uns abzulenken. Die sind einen Klick einfach entfernt, und diese Ablenkung, Prokrastination hängt dann eben auch mit bestimmten Gewohnheiten auch zusammen. Ich mache dann halt etwas anderes. Ich fange an zu surfen, Computerspielen, Social Media oder whatever. Also das ist so der psychologische Hintergrund.
Das Ganze kann auch noch mal chronisch gehen. Also, das kann auch chronisch sein. Das kann sich psychologisch in einer Art sich ausprägen, wenn es Richtung Depression geht, dass da auch Prokastinationsverhalten mit verbunden ist. Aber es gibt auch die, sagen wir mal, nicht klinische Form. Das ist diese Reaktion auf Unlusterfahrung.
abi»: Das steckt dahinter, und Sie haben jetzt Techniken natürlich schon genannt, aber gibt es da auch eine Abhilfe?
Dr. Michael Lindner: Also, was ich jetzt aus meinen Kursen kenne, das sind sehr simple Lerngewohnheiten, die da sehr gut helfen, dass ich zum Beispiel in dem schwierigen Fach, in dem ich bin, wirklich was ganz Kleines mache. Ich hatte mal eine Studierende, die hatte eine sehr umfangreiche Prüfung, wo sie Wissen reproduzieren musste. Klassischer Prokrastinationsfall. Es macht einfach keinen Spaß, sie musste viel Wissen reproduzieren. Es ging nicht darum, das zu verstehen, und die Abhilfe, die wir gefunden haben, war, wir haben eine Gewohnheit aufgebaut, nämlich, dass sie pro Tag zwei Seiten in dem großen, umfangreichen Lehrbuch liest einfach. Diese Gewohnheit erst mal etablieren, also wirklich jeden Tag zu machen. Okay, und die Beobachtung ist, dass es dann häufig mehr wird. Aber der der Witz dabei ist, wenn ich so eine Gewohnheit aufbaue, kann ich dieses Unlustgefühl überwinden dadurch, dass ich plötzlich so kleine Erfolgserlebnisse habe. Ich lese, mehr als ich mir vorgenommen habe. Ich verstehe plötzlich etwas. Diese positiven Gefühle, die ich dann habe, diese kleinen Erfolgserlebnisse, die können einen dann dazu führen, das Prokrastinationsverhalten zu überwinden.
Gewohnheitsaufbau ist eines, das Thema Pomodoro, ich komme wieder zurück, ist für mich so eine Erste-Hilfe-Kit gegen Prokrastination. Ich setze das auch manchmal ein, ganz gerne. Auch das würde ich einfach mal so empfehlen, das mal probieren, mit Gewohnheiten arbeiten, und das wären so meine beiden Tipps gegen Prokrastination.
abi»: Ja, dann vielen Dank, dass Sie einen Teil dieses großen Wissens rund ums Zeitmanagement mit uns und den Hörerinnen und Hörern geteilt haben. Ich bedanke mich für ihre Zeit.
Dr. Michael Lindner: Danke auch.
abi»: Weitere Tipps, die dir dein Studium erleichtern, beispielsweise Checklisten zu Lernmethoden oder einem optimalen Studienstart, findest du auf abi.de, insbesondere in der Rubrik „Ausbildungs- und Studienstart“. Weitere Podcasts findest du auf abi.de „Interaktiv > Podcasts“. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion, Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.
abi»: Was erwartet dich, wenn du ein Studium beginnst? In dieser Folge des abi» Podcasts spreche ich mit Ricardo über seine ersten Tage an der Hochschule. Er studiert Lateinamerikanische Betriebswirtschaftslehre mit Doppelabschluss an der Münster School of Business der FH Münster und befindet sich im zweiten Semester. Sein Studienstart ist also noch gar nicht so lange her und war ein, wie er es nennt, großer Schritt. Über seine ersten Eindrücke an der Hochschule, was er unterschätzt hat und was ihm zum Studienstart leichtgefallen ist und warum er alles für grundsätzlich machbar hält, erzählt er in dieser abi» Podcast-Folge. Lieber Ricardo, herzlich willkommen, schön, dich heute begrüßen zu dürfen!
Ricardo: Danke!
abi»: Wie hast du denn deine ersten Tage an der Hochschule noch in Erinnerung?
Ricardo: Natürlich waren die ersten Tage sehr, sehr aufregend. Bei mir war es ja auch verbunden mit einem Umzug, also ich komme ja ursprünglich aus der Gegend von München. Und dann natürlich die ersten Tage an der Hochschule, wo man natürlich erst mal das Gebäude kennenlernt, die ganzen Lehrkräfte und die Leute, die involviert sind, und so weiter. Dann auch die Kommilitonen, natürlich, das war auch sehr interessant. Und da kennt man natürlich keine Leute, und da ist man sehr gespannt natürlich, auf was für Leute man dann hier trifft. Dann gab es ja die Orientierungswoche, die ja auch bei den meisten sehr begehrt ist, sehr beliebt ist. Da haben wir dann auch viele coole Aktivitäten gemacht, um sich natürlich besser kennenzulernen, um die Uni kennenzulernen und die Stadt und so weiter. Ich habe es sehr, sehr gut in Erinnerung, ein sehr guter Empfang hier in Münster. War eine coole Woche, ein cooler Start!
abi»: Sehr cool! Dann hast du jetzt schon die zweite Frage, die ich an dich hätte, fast vorweggenommen. Ich wollte dich nämlich jetzt fragen, oder, ich frage dich jetzt auch direkt: Was war die erste Veranstaltung an der Hochschule, die du besucht hast?
Ricardo: Es ging los mit der Orientierungswoche, die ja vier bis fünf Tage ging, ungefähr. Die erste Veranstaltung an sich war eine Infoveranstaltung, wo es allgemein nochmal darum ging, was den Studiengang noch mal ausmacht. Dann auch die ganzen Lehrkräfte, die vorgestellt wurden und, genau, einfach noch mal so organisatorische Dinge, die vorab geklärt werden mussten. Und danach wurde eigentlich recht viel unter uns Kommilitonen selber gemacht, sodass wir uns besser kennenlernen konnten. Und nach der ersten Woche ging es dann auch schon mit den ersten Vorlesungen los.
abi»: Was fandest du denn zu Beginn deines Studiums besonders herausfordernd?
Ricardo: Also jetzt aus persönlicher Sicht würde ich sagen, besonders herausfordernd war auf jeden Fall die Wohnungssuche. Ich glaube, das habe ich vielleicht zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Ich war nämlich noch ein halbes Jahr im Ausland davor unterwegs, und die Wohnungssuche, auch aus dem Ausland dann, gestaltet sich ja dann doch ein bisschen schwieriger. Und ich habe tatsächlich den ersten Monat hier bei einer Freundin von meiner Mutter gewohnt. Und ich musste dann während dieses ersten Monats noch eine Wohnung suchen hier in Münster. Und das parallel zu den ganzen neuen Eindrücken und zu dem Studienstart et cetera. Das war wahrscheinlich so die größte Herausforderung damals. Aber hat letzten Endes auch alles geklappt. Jetzt bin ich super angekommen hier, passt alles perfekt.
abi»: Okay, und hast du jetzt dann eine Wohnung gefunden oder eine WG? Wie hat sich das dann geklärt?
Ricardo: Mittlerweile wohne ich in einem Studentenapartment hier, also alleine auch.
abi»: Okay, hast du denn da Unterstützung bekommen bei der Wohnungssuche?
Ricardo: Ja, also, es gibt ja diverse Plattformen und auch Ansprechpartner. Aber letzten Endes geht dann auch viel über Kontakte. Natürlich, man braucht auch ein bisschen Glück und Geduld, vor allem, also, das habe ich gelernt. Also, ich habe tatsächlich, glaube ich, ein, zwei Monate dann schon hier gebraucht, bis ich dann eine Wohnung gefunden hab. Aber ja, wie gesagt, es gibt immer Lösungen, und letzten Endes findet man dann auch welche.
abi»: Okay gut. Jetzt haben wir die Herausforderungen direkt schon mal zu Beginn gehabt. Schönere Frage gleich: Was fiel dir denn leichter als erwartet?
Ricardo: Puh, leichter als erwartet. Ich denke, das ist ja schon noch mal ein großer Schritt, alleine in der fremden Stadt, bisschen weiter weg von zu Hause, hier das ganze neue Umfeld und das auch alleine zu bewerkstelligen, ist ja auch kein Selbstläufer, sag ich mal. Aber es ist dann doch recht einfach gelaufen. Also, ich denke, all die Bedenken, die man sich vorab macht, lösen sich mehr oder weniger dann schon in Luft auf. Es ist alles machbar, wirklich. Und es gibt einem natürlich auch Mut, vielleicht auch Selbstbewusstsein, dass man die Dinge ja auch alle bewerkstelligen kann. Insofern, das ist mir echt leichtgefallen, dann auch neue Kontakte hier zu knüpfen.
abi»: Okay, also, das heißt das Ankommen vor Ort und die Kontakte zu knüpfen, war leicht.
Ricardo: Genau richtig!
abi»: Sehr schön. Wenn du dich an die Zeit kurz vor deinem Studienstart erinnerst: Hattest du konkrete Erwartungen an die ersten Tage, und wenn ja, könntest du sagen, dass sie zutrafen?
Ricardo: Also, ich würde sagen, an die ersten Tage jetzt nicht konkret. Also Erwartungen insgesamt an die Stadt, an die Uni, an das Studienprogramm an sich – das auf jeden Fall. Ähm, das ist aber, denke ich, ein längerfristiger Prozess, wo sich dann herauskristallisiert, ob die Erwartungen eben zutreffen oder nicht. Und aber, da kann ich sagen, nach zwei Semestern auf jeden Fall. Die meisten Erwartungen wurden so erfüllt. Ich wurde jetzt nicht großartig überrascht bei bestimmten Inhalten, also passt alles perfekt. Für mich hätte es wirklich nicht besser laufen können, jetzt auch nach zwei Semestern.
abi»: Gibt es denn etwas, was du vor dem Studienstart gerne gewusst hättest?
Ricardo: Ja, gute Frage. Also, bei mir war der Fall ein bisschen anders: Und zwar, ich habe ja nach meinem Abitur erst mal eine Ausbildung gemacht, zweieinhalb Jahre als Bankkaufmann. Insofern habe ich da vielleicht auch noch mal andere Voraussetzungen gehabt als Leute, die direkt jetzt von der Schule kommen. Prinzipiell ist natürlich immer zu beachten, beim Studium an sich ist einfach viel mehr Eigenverantwortung gefragt. Das heißt, du musst einfach dich selbst, also dir deiner Verantwortung bewusst sein, diese auch wahrnehmen, und dann eben auch entsprechend dich um die ganzen Sachen kümmern. Also seien es jetzt so Sachen wie zum Beispiel, ja, du meldest dich für alle Vorlesungen an, du meldest dich für alle Prüfungen an. Du hast halt keinen, der dir über die Schulter schaut und der dich dann ständig darauf hinweist, ob du die ganzen Sachen gemacht hast, ob du auch in der Deadline bist und so weiter. Da ist schon wirklich Eigenverantwortung gefragt und auch vorausgesetzt. Aber auch da, also, wenn man sich dessen bewusst ist und, ich sage mal, sich die Sachen aufschreibt und auch im Kopf hat, dann ist es alles machbar. Da werden dann auch keine Hindernisse auftreten.
abi»: Du machst den Eindruck, als wären die Dinge grundsätzlich machbar.
Ricardo: Ja, das ist schon eine Sache, die ich auch gelernt habe. Ich meine, wahrscheinlich würde jeder, der in der Entscheidungsphase ist, gerade nach dem Abitur, nach der Schule damit konfrontiert, welche Bedenken man auch hat in Zukunft. Aber letzten Endes ist es wirklich so: Also, die meisten Bedenken, die man hat, die sind, sind alle umzusetzen, sag ich mal, und viele lösen sich auch in Luft auf. Deswegen finde ich schon, man muss auch Mut machen, auch sich zu trauen, sage ich mal, gerade im jungen Alter rauszugehen, sag ich mal, auch neue Sachen zu machen, auch aus dem Elternhaus mal rauszugehen, den nächsten Schritt zu machen, alleine auszuziehen, in eine fremde Stadt zu gehen. Also, das sind alles Sachen, die ich, wo ich jetzt im Nachhinein erst merke: Okay, das hat mir so viel gebracht und wird mir wahrscheinlich auch in Zukunft viel bringen. Ja, genau. Wahrscheinlich deswegen sage ich das immer mit dem „machbar“.
abi»: Ja, aber das ist doch cool! Du hast auch schon direkt die letzte Frage, die ich habe – ich stelle sie dir trotzdem –, fast schon beantwortet, und zwar: Welchen Tipp kannst du künftigen Erstsemestern mitgeben?
Ricardo: Gut recherchieren, vor allem auch Kontakt aufnehmen. Also das war auch eine Sache, die mir damals sehr geholfen hat: Ich habe wirklich Kontakt schon mit Professoren im Vorfeld aufgenommen, aber auch mit bereits Studierenden. Und dann, wenn man die Entscheidung getroffen hat – wie soll ich sagen: durchziehen. Die ersten paar Tage oder auch Wochen, ist es, finde ich, enorm wichtig, den Mut zu haben, aus sich rauszugehen und auch auf Leute zuzugehen, also sowohl auf Professoren als auch auf Studierende als auch auf Kommilitonen, und da schon die ersten Kontakte zu knüpfen. Weil, das wird später sehr, sehr viel Wert sein im weiteren Verlauf des Studiums. Aber auch da, wie gesagt, das wird sich alles von alleine ergeben, und da würde ich mir keinen großen Kopf machen.
abi»: Sehr cool! Ich nehme das jetzt als dein Schlusswort.
Ricardo: Perfekt.
abi»: Vielen herzlichen Dank, Ricardo, fürs Mitmachen.
Ricardo: Ja, danke dir, Corinna.
In diesem Podcast informieren Corinna Grümpel und Matthias Nowak vom Studentenwerk Würzburg über Finanzierungsmöglichkeiten im Studium.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.
abi»: Ich will studieren. Bei den einen ist es dieser feste Wunsch, der die jungen Menschen dazu bewegt, sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten für ihr Vorhaben auseinanderzusetzen. Bei den anderen steht der Entscheidung für ein Studium möglicherweise die Sorge vor nicht stemmbaren Kosten im Weg. Aber welche Kosten kommen in einem Studium überhaupt auf zukünftige Studierende zu? Welche Möglichkeiten gibt es, ein Studium zu finanzieren, und wo finden Studieninteressierte Unterstützung zu diesem Thema? Für die heutige Folge des abi» Podcasts habe ich mich mit Matthias Nowak vom Studentenwerk Würzburg unterhalten. Herr Nowak schön, dass Sie da sind!
Matthias Nowak: Ja, herzlich willkommen, gerne!
abi»: Das große Thema Studienfinanzierung, gleich die erste Frage. Was bedeutet das eigentlich? Was muss in einem Studium überhaupt finanziert werden?
Matthias Nowak: Vordergründig geht es natürlich bei dem Thema Studienfinanzierung zunächst mal um die Lebenshaltungskosten, die ein Student monatlich hat. Wie kann ich meine Lebenshaltungskosten im Studium bestreiten, und was kommt da tatsächlich auf mich zu?
abi»: Ja, genau darauf werden wir heute eingehen. Was kommt auf Studierende zu? Jetzt habe ich aber erst mal eine Nachfrage. Könnten sie bitte noch mal den Unterschied zwischen einem Studium und einer Ausbildung beziehungsweise einem dualen Studium mit Hinblick auf die Finanzierung darstellen?
Matthias Nowak: Jemand, der eine normale Berufsausbildung aufnimmt, wird in der Regel ja für diese Ausbildung bezahlt. Bei einem dualen Studium ist das ähnlich, denn das ist in der Regel eine Kombination aus einem Studium und einer beruflichen Ausbildung beziehungsweise einem Studium und einer Erwerbstätigkeit für eine Firma. Auch hier wird man entsprechend bezahlt, während tatsächlich der normale Student, der an einer Hochschule studiert, selber gucken muss, wie er seinen Lebensunterhalt finanziert.
abi»: Danke, dass sie diesen Unterschied noch mal herausgestellt haben. Nun stellen sich, die Hörerinnen und Hörer ja die Frage, wie teuer kann denn jetzt so ein Studium werden?
Matthias Nowak: Das wird tatsächlich ermittelt, in regelmäßigen Abständen von der Bundesregierung zusammen mit dem deutschen Studierendenwerk, und die letzte dieser Erhebungen hat 2021 stattgefunden. Die durchschnittlichen monatlichen Lebenshaltungskosten eines Studenten betragen circa 842 Euro im Monat. Wenn man das dann hochrechnet auf ein Bachelorstudium mit sechs Semestern, dann ist man bei über 31.000 Euro. Wenn man dann nach dem Bachelor noch ein Masterstudium absolviert, dann ist man bei mindestens zehn Semestern in der Regel und bei Kosten von über 52.000 Euro.
abi»: Eine ganze Menge Geld erst mal. Vielleicht haben sie noch ein paar Beispiele. Sie haben jetzt gesagt Lebenshaltungskosten, aber was genau zählt denn da alles so rein? Was kann sich ein Hörer/eine Hörerin darunter vorstellen?
Matthias Nowak: Der größte Posten, der da reinfällt, sind tatsächlich die Mieten, dann natürlich der tägliche Einkauf, Verpflegung, auch mal das Ausgehen. Dazu gehören natürlich auch Studienmittel, die man kaufen muss. All das fällt in diese Lebenshaltungskosten mit rein.
abi»: Ja, jetzt weiß ich, was da in etwa auf mich zukommt als angehender Studi, und jetzt frage ich mich natürlich, welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es da?
Matthias Nowak: Die wichtigste Finanzierungsquelle sind, das wird niemanden wundern, nach wie vor die Eltern. Zweitwichtigste Finanzierungsquelle ist die eigene Arbeit. Das kann sinnvoll sein, während des Studiums neben dem Studium zu arbeiten. Man wird nur nie in der Lage sein, alleine aus eigener Arbeit ein Studium zu finanzieren und gleichzeitig dieses Studium halbwegs in einer vernünftigen Zeit zu Ende zu bringen. Nach wie vor die wichtigste Finanzierungsquelle ist eigentlich das BAföG, also die staatliche Unterstützung während des Studiums. Es gibt die Möglichkeit, auf Studiendarlehen zurückzugreifen, Stipendien in Anspruch zu nehmen, und einen Punkt hatten wir schon angesprochen: das duale Studium, bei dem man sich eben für die Dauer des Studiums an einen Betrieb bindet und von diesem dann finanziert wird.
abi»: Also verschiedene Möglichkeiten. Wie finde ich denn heraus, welche Form der Studienfinanzierung jetzt für mich ganz konkret passt?
Matthias Nowak: Man sollte tatsächlich den Blick mal auf alle Möglichkeiten werfen, wobei ich eines immer vorneweg sagen würde: Studiendarlehen sind momentan relativ leicht in Anspruch zu nehmen, aber man sollte tatsächlich ein solches Darlehen immer erst als allerletzte Finanzierungsmöglichkeit in Betracht ziehen, weil diese Darlehen eben immer die teuerste Form der Studienfinanzierung sind. Ich würde grundsätzlich jedem empfehlen, in jedem Fall einen BAföG-Antrag zu stellen, denn nur so weiß man tatsächlich verlässlich schwarz auf weiß: „Ja, ich habe einen Anspruch“ oder „Nein, ich habe keinen Anspruch“. Ansonsten Stipendien: Wenn man tatsächlich von den Studienleistungen her, ich sag mal, über dem Durchschnitt liegt, dann macht es auch Sinn, sich mit dem Thema Stipendien zu beschäftigen.
abi»: Genau das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen. Sie sind schon darauf eingegangen, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, beispielsweise eben Stipendien oder BAföG, gibt es für Studieninteressierte und Studierende? Und jetzt noch ein Nachtrag. Was müssen junge Menschen tun, um diese Unterstützung zu bekommen? Vielleicht können sie dazu noch was sagen.
Matthias Nowak: Also, man muss einen entsprechenden BAföG-Antrag stellen. Da eine ganz wichtige Sache vorne weg, man sollte sich sehr frühzeitig um diesen BAföG-Antrag kümmern. Sobald man weiß, wo man studieren wird, sollte man beim zuständigen Studentenwerk, das für den BAföG-Vollzug zuständig ist, den Antrag stellen. Denn die Bearbeitung gerade eines ersten BAföG-Antrages dauert relativ lange, und je früher man den Antrag stellt, umso eher ist der Antrag bearbeitet und die Gelder fließen. Bei Stipendien ist es so, dass es hier die verschiedensten Möglichkeiten gibt. Es gibt Stipendien, wo man sich selber bewerben kann. Es gibt Stipendien, wo man vorgeschlagen werden muss. Da sollte man tatsächlich mal gucken, welche Stipendienorganisationen an der Hochschule jeweils vertreten sind. Das kann man sehr schön meistens über die Webseite herausfinden. Vor allem steht dort auch zu den einzelnen Stipendienorganisationen jeweils, wer der zuständige Vertrauensdozent ist, an den man sich mit seinen Fragen wenden kann und der einen dann auch unterstützt bei dem Verfahren, um in den Genuss eines Stipendiums zu kommen.
abi»: Okay, vielen Dank. Haben sie noch weitere Anlaufstellen für Unterstützung? Also wo ich mir jetzt eine Beratung holen kann, wenn ich sage, ich weiß jetzt gar nicht, wie ich das angehen soll, wie ich zum Beispiel mit so einem BAföG-Antrag umgehen soll?
Matthias Nowak: Also grundsätzlich empfehlen wir immer – und das gibt es an nahezu allen Hochschulen im Rahmen der Erstsemestereinführungstage – Veranstaltungen zum Thema Studienfinanzierung, die wir selber betreiben, beziehungsweise häufig schon im Vorfeld des Studiums auch an den einzelnen Schulen oder für die Schulen gesammelt, entsprechende Veranstaltungen. Die sollte man in jedem Fall mal wahrnehmen und sich da anhören, was so alles für Möglichkeiten bestehen. Ansonsten tatsächlich immer die Empfehlung, vor Ort beim zuständigen BAföG-Amt beraten lassen. Wir verstehen uns insoweit auch als Studienfinanzierungsberater und versuchen auch bei denen, die vielleicht keinen BAföG-Anspruch haben, ihnen den Weg zu einer anderen Finanzierungsmöglichkeit zu weisen. Und es gibt ja durchaus, sage ich mal, manchmal Möglichkeiten, die nur sehr wenigen Studenten zur Verfügung stehen, häufig dann Studenten, die in besonderen Lagen sind, die eventuell eine Behinderung haben oder Studenten mit Kind. Auch hier haben wir entsprechend erfahrene Berater, die hier Wege in die Studienfinanzierung weisen können.
abi»: Also man bekommt Unterstützung, wenn man sie möchte ...
Matthias Nowak: Richtig.
abi»: Herr Nowak. Wir sind schon durch mit den Fragen. Haben sie denn noch irgendwas, was sie jungen Menschen in Sachen Studienfinanzierung mitgeben möchten?
Matthias Nowak: Eine wichtige Sache. Ich möchte an der Stelle noch mal wirklich Werbung machen für das BAföG. Das BAföG ist kompliziert. Ja, das Verfahren kann langwierig sein, ja, aber es ist nach wie vor die beste Fremdfinanzierung. Das, was man an BAföG-Finanzierung bekommt, ist zur Hälfte geschenkt, nur die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden, und auch hier gibt es eine entsprechende Obergrenze. Niemand muss mehr als 10.010 zurückzahlen, egal wie viel er tatsächlich an BAföG-Darlehen erhalten hat, also auch das, was bei einem Studiendarlehen zum Beispiel das Problem ist. Eine mögliche Überschuldung kann im Rahmen des BAföG nicht funktionieren oder kann nicht vorkommen im Rahmen des BAföG. Von daher meine Empfehlung: immer in jedem Fall einen Antrag stellen.
abi»: Das nehme ich jetzt einfach mal mit als Ihr Schlusswort. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unseren Hörerinnen und Hörern einiges zum Thema Studienfinanzierung zu erklären. Dankeschön dafür!
Matthias Nowak: Dankeschön.
abi»: Weitere Beiträge zum Thema Studienfinanzierung findest du auf abi.de > Ausbildungs- und Studienstart > Studienfinanzierung. Schau hier auch mal unter Stipendium nach, denn hier erfährst du auch von Stipendien, die nicht nur nach guten Noten, sondern persönlichem Engagement vergeben werden. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
In diesem Podcast erzählen die Medizinstudentinnen Olivia und ihre Mentorin Sarina von ihren Erfahrung mit dem Mentoring im Studium an der Universität des Saarlandes, geben Einblicke in den Ablauf des Programms und zeigen, wie beide Seiten davon profitieren können.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl-Podcast. Wissenswertes für deinen Weg ins Studium.
studienwahl.de: Willkommen zum Studienwahl-Podcast. Schön, dass du dabei bist. Der Start ins Studium ist aufregend, aber oft auch ganz schön überwältigend: neue Stadt, neuer Campus, neue Abläufe. Damit du dich schneller zurechtfindest, setzen viele Hochschulen auf sogenannte Mentoring-Programme. Dabei stehen dir erfahrene Studierende als Mentorinnen und Mentoren zur Seite, als Unterstützung, Orientierungshilfe und manchmal einfach als erste Anlaufstelle bei Fragen rund ums Studium. Ich bin Nina und in dieser Folge spreche ich mit Olivia und ihrer Mentorin Sarina. Beide studieren Medizin an der Universität des Saarlandes. Wir schauen gemeinsam darauf, wie das Mentoring-Programm dort abläuft, wo konkret geholfen wird und warum Mentoring für beide Seiten spannend ist. Hallo, Olivia. Hallo, Sarina. Schön, dass ihr da seid.
Sarina: Hi.
Olivia: Hallo.
studienwahl.de: Olivia, wie hast du denn von der Möglichkeit eines Mentoring-Programms erfahren? Du studierst ja Medizin. Und wie kam es dazu, dass Sarina dich unterstützt?
Olivia: Als ich die Zusage bekommen habe für meinen Studienplatz an der Uni, habe ich E-Mails bekommen und unter anderem dann auch die E-Mail, dass ich mich zu einem Mentoring-Programm anmelden kann. Und letztendlich habe ich das dann einfach gemacht und irgendwann kam dann die E-Mail von Sarina und sie hat mich gefragt, ob es auch okay ist, wenn wir anderweitig als über E-Mail kommunizieren. Und dann letztendlich hat es so seinen Lauf genommen.
studienwahl.de: Also war es relativ einfach, daran teilzunehmen. Gab es eine Art Bewerbungsverfahren oder irgendwelche Hürden, die es zu überwinden galt?
Olivia: Nein, überhaupt nicht. Also ich habe mich da einfach nur angemeldet und das war's dann eigentlich auch schon.
studienwahl.de: Und Sarina, du warst ja zu Beginn selbst Teilnehmerin an diesem Mentoringprogramm. Wie war dein Erstkontakt dazu und wie wurdest du darauf aufmerksam?
Sarina: Das war bei mir tatsächlich ziemlich ähnlich wie bei Olivia. Wenn man sich immatrikuliert, bekommt man eine E-Mail und in der E-Mail steht dann seitens der Uni, dass sie sich erstmal freuen, dass man jetzt an der Universität des Saarlandes eingeschrieben ist. Und dann haben sie da halt auf das Mentoring-Programm aufmerksam gemacht, und ich habe mich dann auch einfach angemeldet. Ich musste da, glaube ich, auch nur meine Kontaktdaten angeben, mehr auch gar nicht. Und dann hat sich später auch eine Mentorin bei mir gemeldet.
studienwahl.de: Und ist das Programm jetzt ausschließlich für Studierende der Medizin?
Sarina: Genau, das ist ein fachspezifisches Mentoring. Das bedeutet, dass jeder Studiengang mitmachen kann und es wird immer versucht, dann auch jemanden zu finden, der im eigenen Studiengang ist, weil das natürlich einfach deutlich sinnvoller ist, als wenn das jetzt Leute aus einem anderen Studiengang sind.
Olivia: Genau. Einfach auch, weil da natürlich auch die Expertise da ist und die bestmöglichste Unterstützung.
Sarina: Und man ist dann in kleinen Gruppen. Also es ist nicht eine Eins-zu-eins-Betreuung. Meistens so eins zu vier. Also ein Mentor und circa 4 Mentees.
studienwahl.de: Kannst du noch ein bisschen von deinen eigenen Erfahrungen berichten? Also anscheinend hat dir dieses Mentoring-Programm als Mentorin sehr weitergeholfen. Und was hat dich dann letztlich dazu bewogen, selbst Mentorin zu werden?
Sarina: Bei mir war das so, ich habe das als sehr positiv wahrgenommen, das eigene Mentoring. Und da wurde dann auch Werbung gemacht, dass man im nächsten Jahr selbst Mentor oder Mentorin werden kann. Und das habe ich eigentlich für mich dann direkt schon mit Ja beantwortet, dass ich das gerne machen würde. Also erstmal fand ich das eine total schöne Möglichkeit, dass man an der Universität ankommt und direkt so jemanden an der Hand hat, der schon deutlich weiter ist – einfach wie so ein Pate sozusagen, der ein bisschen hilft und ein paar Dinge durchspricht, die vielleicht anfangs noch ein bisschen überfordernd wirken dürften. Und deshalb fand ich das dann schön, dass ich dann im nächsten Jahr die Hilfe auch an neue Erstis weitergeben konnte.
studienwahl.de: Du sagtest jetzt: im ersten Jahr. Also läuft dieses Programm dann über zwei Semester?
Sarina: Das ist eigentlich sehr individuell. Generell wird uns da sehr viel Freiheit gelassen bei dem Mentoring. Also es gibt vorher eben einen Workshop, an dem man teilnehmen muss. Da wird man auf alles vorbereitet und wenn man den dann absolviert hat und die Kontaktdaten der Mentees bekommt, ist man in der Gestaltung sehr frei. Also wir haben das zum Beispiel so gemacht, dass wir unsere Mentees dann angeschrieben haben und eine Gruppe erstellt haben. Also eine Freundin von mir und ich hatten unsere Vierergruppen zusammengelegt, waren also 2 Mentorinnen und circa 8 Mentees. Wir haben uns online getroffen per Videochat, wo dann schon mal die ersten Fragen geklärt werden konnten. Und kurz vor Semesterstart sind wir dann auch mal zusammen auf dem Campus gewesen, haben uns den angeguckt. Und bei uns war das tatsächlich so, dass wir uns mit den Mentees so gut verstanden haben, dass daraus auch Freundschaften entstanden sind und wir uns dann auch die nächsten Semester immer mal wieder getroffen haben. Natürlich mit allen, um zu gucken, wie geht es allen? Und gibt es noch irgendwelchen Klärungsbedarf? Wie gesagt, da sind Freundschaften daraus entstanden, die jetzt auch noch bis heute halten.
studienwahl.de: Das ist sehr toll.
Sarina: Das muss natürlich auch sowohl von der Mentorenseite als auch von der Mentee-Seite passen, dass man sagt: Hey, wir verstehen uns gut, lass doch noch mal was zusammen machen. Aber es ist natürlich keine Pflicht.
studienwahl.de: Du hast es gerade schon angedeutet. Du hast vorher den Vorbereitungsworkshop durchlaufen. Kannst du zu dieser Vorbereitung noch was sagen?
Sarina: Also bei uns an der Uni ist es so: Man kann entscheiden, ob man an einem Online- oder an einem Präsenz-Workshop teilnehmen kann. Im September findet der statt und der Workshop bestand daraus, dass wir anfangs erstmal allgemeine Infos durchgegangen sind und darüber geredet haben: Was sind unsere Aufgaben als Mentoren und welche Voraussetzungen gibt es? Also es würde keinen Sinn machen, bei so einem Mentoring mitzumachen, wenn man kein Interesse an sozialer Interaktion hat. Das wurde uns einfach vorher noch mal mitgeteilt, dass wir uns selbst dazu entschieden haben sollten und ob wir denken, dass wir den Anforderungen entsprechen.
Und dann haben wir uns 2 wichtige Fragen gestellt. Und zwar: Welche Grenzen könnte es beim Mentoring geben und wie gehen wir damit um? Also zum Beispiel, wenn wir selbst uns überfordert fühlen, weil wir eigenen Unistress haben oder vielleicht auch, weil Mentees sich unangemessen uns gegenüber verhalten. Zum Beispiel wenn es Grenzüberschreitungen zwischen dem privaten und dem studentischen Leben gibt, die halt nicht gewünscht sind. Aber es kann ja zum Beispiel auch passieren, dass manche Mentees einfach nicht erreichbar sind, warum auch immer. Vielleicht, weil sie nicht zu Hause sind, im Urlaub oder kein Internet haben und einfach nicht antworten. Oder es vielleicht auch Fragen gibt zu formalen Abläufen, wo wir gar nicht die richtigen Ansprechpartner sind. Und da zum Beispiel, wenn man jetzt einen Fachwechsel gemacht hat, oder zu Prüfungsordnungen, wo wir uns auch nicht mit auskennen. Das haben wir einfach vorher besprochen. Und dann haben wir uns noch die Frage gestellt: Wer hilft uns denn bei bestimmten Anliegen, wenn wir mal nicht die richtigen Ansprechpartner sind? Und da haben wir dann noch mal eine Liste an die Hand bekommen mit ganz vielen wichtigen Ansprechpersonen, zum Beispiel in der Zentralen Studienberatung für formale Probleme oder auch den Prüfungssekretariat usw. Und das hat mir persönlich schon viel geholfen. Dann gab es noch eine Gruppenarbeit. Da haben wir uns so mit fünf, sechs Leuten ungefähr zusammengesetzt und besprochen, was wir denn alles in unseren Mentorings an Themen vermitteln wollen, was ich auch sehr gut fand, weil dann konnte man sich noch mal mit anderen Leuten austauschen. Und dann haben wir noch mal abschließend darüber geredet, wie man die Inhalte gut vermitteln kann.
Und es wurde ja generell sehr viel Freiheit gelassen. Es ging halt eher darum, wie man zum Beispiel in einer neuen Gruppe das Eis bricht, zum Beispiel durch eine Vorstellungsrunde oder so und wie man das Treffen gestaltet, um möglichst viele Informationen zu vermitteln. Auch wenn manche vielleicht anfangs ein bisschen schüchterner sind oder so, zum Beispiel indem man dann eine gezielte Frage-Antwort-Runde macht. Also da wurden uns einfach ein paar Tipps und Tricks mit an die Hand gegeben und dann haben wir uns gut vorbereitet gefühlt. Circa 2 Wochen später, Ende September, haben wir dann die Kontaktdaten von den Mentees bekommen.
studienwahl.de: Danke dir. Das klingt nach einer umfassenden Vorbereitung. Ja. Und Olivia, in welchen Bereichen kann dich denn Sarina besonders unterstützen? Wo hat es dir bislang am meisten gebracht? Kannst du da konkrete Beispiele nennen?
Olivia: Ja, also am Anfang. Vor allem dadurch, dass man natürlich gerade von der Schule kommt oder vielleicht auch ein Gap Year gemacht hat, aber im Prinzip das ganze Unileben noch gar nicht so richtig kannte, dann auch in eine neue Stadt gezogen ist, noch den Campus nicht kannte und noch niemanden auch an Menschen hatte in der neuen Umgebung. Praktisch hat mir persönlich das Mentoring-Programm bzw. dann auch Sarina explizit dabei geholfen, erste Kontakte zu knüpfen. Wie sie gerade auch schon angesprochen hat, haben wir eine Campus Tour gemacht und da hat man dann den Campus schon kennengelernt. Man wusste: Okay, hier ist die Bibliothek, hier ist die Mensa, was davor halt einfach noch nicht so richtig klar war. Außerdem, was mir auch sehr geholfen hat, ist einfach die ganzen Erfahrungsberichte auch zu bestimmten Kursen in der Uni, zu Professoren. Welche Vorlesungen sich lohnen oder auch nicht. Genau dann aber auch in Richtung Lerntechniken, was man anwenden kann oder was wenig Sinn macht. Und dann natürlich auch die ganze Gruppe an sich hat einem auch schon so erste soziale Kontakte in der neuen Umgebung. Das tat auch sehr gut, sich da auch auszutauschen und auch direkt. Wenn man dann den ersten Tag wirklich Uni hatte, dann stand man auch nicht ganz alleine da und kannte zumindest jemanden, an den man sich irgendwie wenden kann oder mit dem man sich austauschen kann. Dann direkt, was mir auch sehr positiv in Erinnerung ist: Sie hat uns auch immer geschrieben und noch viel Erfolg für Klausuren gewünscht. Also da war einfach immer so eine Unterstützung da und man hat gemerkt, dass man irgendwie immer jemanden im Rücken hatte, sag ich mal. Also dahingehend einfach sehr, sehr viel Unterstützung gehabt bzw. einfach den Start sehr erleichtert.
studienwahl.de: Das hilft da natürlich gerade am Anfang gewaltig und es bezieht sich auch nicht nur jetzt auf das soziale Umfeld, sondern auch auf fachliche Aspekte, oder? Ihr könnt euch auch über medizinische Fragen aus dem Studium austauschen.
Olivia: Ja, genau.
Sarina: Ja, auf jeden Fall.
studienwahl.de: Sarina, wie empfindest du euer Tandem? Läuft es so, wie du dir das vorgestellt hast? Was nimmst du daraus Positives mit? Auch vielleicht in Bezug auf dein Studium selbst.
Sarina: Also ich finde es eigentlich sehr gut, so wie das alles gelaufen ist. Natürlich weiß man vorher ja auch nicht, welche Leute man zugeteilt bekommt bei dem Mentoring. Und ich würde sagen, die Leute, die die Freundin von mir und ich zugeteilt bekommen haben, waren super. Es hat echt super gut gepasst. Und das ist natürlich auch schön, wenn man dann so lange noch gut miteinander klarkommt und sich trifft, sich austauscht, unterstützt. Genau da habe ich anfangs auch nicht so richtig damit gerechnet. Aber umso schöner ist es natürlich, wenn das dann klappt.
studienwahl.de: Also profitieren beide Seiten.
Sarina: Doch auf jeden Fall. Ich denke auch, dass generell bei diesen Mentoring-Programmen sowohl die Mentees als auch die Mentoren eigentlich einen enormen Nutzen daran haben, weil man lernt ja auch als Mentor vielleicht eine Gruppe zu leiten, was man vielleicht vorher noch nicht so gemacht hat. Man kann die sozialen und persönlichen Kompetenzen ja stärken. Sei es jetzt zum Beispiel Empathie zu zeigen, wirklich aktiv mal zuzuhören, Feedbackfähigkeit auch zu entwickeln. Und irgendwie hat man ja vielleicht auch eine kleine Vorbildfunktion für die Erstis, weil man ja schon weiter ist und einfach auch viel Fachwissen hat. Und was natürlich auch einfach schön ist: Wir sind alle in einem ähnlichen Alter. Dadurch, dass ich ja auch im dritten Semester direkt daran teilgenommen habe und da ist ja auch die Distanz viel kleiner, Fragen zu stellen jetzt seitens der Mentees, weil man einfach vermutlich nicht so viel Angst hat, als wenn das jetzt eine ältere Person wäre, vor der eben deutlich mehr Respekt da ist. Genau. Und was für uns auch schön war, dass eigentlich auch die Mentoren uns alle widergespiegelt haben, dass es ihnen Spaß gemacht hat. Es gab halt so einen Feedbackbogen und der wurde nachher ausgewertet und da war eigentlich das Feedback von beiden Seiten durchweg positiv.
Olivia: Ich finde auf beiden Seiten ist es ein sehr, sehr tolles Programm und würde es immer wieder machen.
Sarina: Genau. Und für uns ist es ja auch schön. Später im Berufsleben arbeiten wir ja sehr viel im Patientenkontakt und das ist natürlich dann auch gut, wenn man eben die sozialen Kompetenzen fördert, aber gleichzeitig auch berufliche Kompetenzen wie zum Beispiel die Organisationsfähigkeit weiterzuentwickeln, weil man Termine plant, Treffen plant. Und wir erhalten nachher auch ein Zertifikat über unser Ehrenamt. Und das können wir dann ja auch Bewerbungen beilegen, was ja auch eigentlich immer gut ankommt, wenn man so was mal gemacht hat.
studienwahl.de: Ja, dann danke ich euch sehr für eure Einblicke und dass ihr eure Erfahrungen so weitergebt und uns daran teilhaben habt lassen. Vielen Dank.
Olivia: Gerne.
Sarina: Gerne doch.
studienwahl.de: Das war unser Einblick in Mentoring im Studium. Wir haben gehört, wie wertvoll es sein kann, jemanden an der Seite zu haben, der den Studienalltag schon kennt. Sei es bei der Organisation, bei ersten Unsicherheiten oder einfach beim Ankommen im Studium. Gleichzeitig wurde deutlich: Auch Mentorinnen und Mentoren profitieren von dieser Rolle und wachsen daran. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, wie Mentoring-Programme an Hochschulen noch aussehen können, dann schau dir gerne die weiteren Beiträge zum Topthema Mentoring im Studium an. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Das war der Podcast von studienwahl.de. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
In diesem Podcast lernst du von Katharina Ritz mehr über ein Semester im Ausland während des Studiums, den Ablauf und die Organisation sowie Einblicke von Leonie Oyen über ihr Auslandssemester in Rom.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl-Podcast – Wissenswertes für deinen Weg ins Studium
studienwahl.de: Ein Semester im Ausland: Für viele der Traum im Studium. Neue Städte, neue Menschen, eine neue Sprache. Aber wie fühlt sich das wirklich an? Wie viel Organisation steckt dahinter? Wie läuft das Studieren in einer Fremdsprache? Und lohnt sich der Aufwand? Ich bin Nina und in dieser Folge nehme ich euch mit auf eine kleine Erasmus+-Reise. Leonie berichtet von ihren ganz persönlichen Erfahrungen in Rom – von Highlights bis zu echten Herausforderungen. Außerdem gibt uns Katharina aus dem International Office an der Uni Tübingen praktische Tipps rund um Bewerbung, Vorbereitung und den richtigen Zeitpunkt.
studienwahl.de: Und damit geht's auch direkt los. Hallo Katharina, hallo Leonie! Schön, dass ihr da seid.
Katharina Ritz: Hallo! Danke für die Einladung.
Leonie Oyen: Hallo!
studienwahl.de: Leonie, meine erste Frage an dich: Was studierst du?
Leonie Oyen: Ich studiere Sozial- und Kulturanthropologie im Hauptfach und Geschichtswissenschaften im Nebenfach.
studienwahl.de: Du bist gerade in Italien. Wie bist du denn eigentlich auf das Erasmus+-Programm aufmerksam geworden? Und warum hast du dich dafür entschieden, ein Auslandssemester zu machen?
Leonie Oyen: Auf das Erasmus+-Programm bin ich gekommen, weil ich davor tatsächlich ein Kurzprogramm gemacht habe. Und zwar habe ich 10 Tage in Bukarest verbracht und danach habe ich einfach geschaut, was es sonst noch so gibt und bin eben auf die Universität Rom gestoßen, also die Sapienza Universität, eben auch im Rahmen von einem CIVIS-Auslandsprogramm. Das hat mich irgendwie gecatcht, dass ich einfach ein halbes Jahr in Rom verbringen kann – also in einer der geschichtsträchtigsten Städte überhaupt. Wunderschön, jede Straße – schon in meiner Vorstellung. Und das hat sich jetzt auch so bestätigt.
studienwahl.de: Katharina, wann ist es denn sinnvoll, ein Erasmus+-Semester zu planen? Gibt es da einen idealen Zeitpunkt im Studienverlauf?
Katharina Ritz: Ja, das ist immer ein bisschen abhängig von dem eigentlichen Studiengang, was in den einzelnen Modulplänen vorgesehen ist. Manchmal ist da schon ein Auslandssemester miteingeplant, ist auch dann verpflichtend und entsprechend können sich dann die Studierenden daran orientieren. Wir merken bei uns, dass die Studierenden meistens im Bachelorstudium im fünften Semester herum ein Auslandssemester bei sich einplanen. Und wir empfehlen auch tatsächlich, dass man, wenn man im Bachelorstudium einsteigt, sich erstmal an der Uni orientiert, ungefähr ein Jahr dort studiert und dann ins Ausland geht. Weil man braucht auch einfach schon für die Vorbereitung von einem Auslandssemester ungefähr ein Jahr Vorlaufzeit bei der Vorbereitung.
studienwahl.de: Gut, also erst mal ein bisschen Studienerfahrung ist sicherlich sinnvoll. Leonie, wie war es jetzt bei dir? Wie hast du deinen Auslandsaufenthalt organisiert? Also als du dann gesagt hast, aufgrund der Erfahrungen, die du gemacht hast, du möchtest auch unbedingt ein Semester im Ausland verbringen: Was waren die ersten Schritte?
Leonie Oyen: Erstmal würde ich auch damit übereinstimmen, dass man sich das gut überlegen sollte und auch gut im Voraus planen muss. Denn bei so Sachen wie Wohnungssuche, aber auch dieses ganze Bürokratische, da will man sich schon die Zeit nehmen. Vor allem man ist ja mitten im Semester. Deswegen hat das bei mir, glaube ich, ein Dreiviertel Jahr vorher angefangen, dass ich diesen Entschluss gefasst habe und mich dann erstmal mit dem International Office in Verbindung gesetzt habe, mit der Auslandskoordinatorin. Also für jedes Fach gibt es eine Referentin oder einen Referenten, mit dem kann man dann erstmal die Ideen durchsprechen. Passt das überhaupt in mein Studium rein? Was sind die nächsten Schritte, die ich machen muss? Und auch mit den Professoren absprechen, ob das von den Modulen her überhaupt so klappt. Und das ging dann bei mir ganz gut nach einiger Planung. Dann ging es eben schon los mit den Bewerbungen.
studienwahl.de: Also du hast es angesprochen, Leonie, das International Office, das unterstützt da auch auf jeden Fall. Katharina, könntest du noch mal zusammenfassen, welche Unterstützung ihr da bietet, während der Bewerbung und der Vorbereitung und auch dann während des Auslandsaufenthalts?
Katharina Ritz: Es gibt zwei unterstützende Säulen. Einmal die Erasmus-Fachkoordinatoren in den Fachbereichen, die auf der akademischen Seite unterstützen. Das ist so der erste Anlaufpunkt, wo man hingeht, um sich eine Beratung einzuholen. Wo könnte man denn überhaupt hingehen? Welche Partneruniversität ist passend? So wie Leonie das jetzt gerade schon sehr schön beschrieben hat. Und vor allem, wenn es dann auch genau darum geht: Welche Kurse sind denn richtig? Wie läuft denn der ganze Prozess dann auch mit den Noten, wenn ich wieder zurückkomme, mit den Prüfungen, die ich im Ausland belegt habe? Und wir nennen uns immer das „zentrale Erasmusbüro“ hier an der Universität Tübingen. Wir unterstützen dann bei dem ganzen Bewerbungsablauf. Also für das Erasmus-Programm ganz viele Dokumente ausfüllen und während des Aufenthalts sind wir auch da. Wir sind da auch gerne die ersten Ansprechpartner, wenn es irgendwelche Fragen gibt, dann kann man uns da immer gerne kontaktieren. Also ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man weiß, man ist in dieser ganzen Phase, also sobald man sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet und dann auch während des Aufenthaltes, man ist nicht alleine. Wir sind immer da und unterstützen.
studienwahl.de: Das klingt gut! Leonie, gab es bei dir bestimmte Herausforderungen bei der Vorbereitung? Wo du sagst: Oh, das war ein bisschen hakelig. Zum Beispiel bei der Wohnungssuche?
Leonie Oyen: Oh ja. Also jetzt vor allem, wo du Wohnungssuche sagst. Da kommt ein bisschen dunkle Erinnerung hoch. Aber in Rom ist es natürlich auch besonders schlimm. Es ist hier eine riesige Metropole, und es gibt nicht wie bei vielen anderen Orten Studentenwohnheime, die bereitgestellt werden. Und deshalb muss man halt privat auf Wohnungssuche gehen. Was ich empfehlen kann, ist wirklich mindestens ein halbes Jahr vorher schauen. Es wird einem auch an der Sapienza in Rom selber gesagt, wo man da gucken kann und wirklich einfach sich so ein bisschen in WhatsApp-Gruppen reinkriegen und dann findet man das auch heraus. Also, auf jeden Fall nicht aufgeben und früh genug starten.
studienwahl.de: Leonie, wie erlebst du jetzt das Studium an der ausländischen Hochschule? Welche Unterschiede hast du auch vielleicht zu deiner Heimathochschule in Tübingen festgestellt?
Leonie Oyen: Ja, also schon einige. Ich muss sagen, es ist wirklich ein komplett anderes System hier in Italien. Zum Beispiel die Vorlesungen sind viel frontaler, es gibt keine richtigen Seminare, wo man sich miteinander austauscht und auch bei den Prüfungen. Ich bin gerade in der Prüfungsphase. Es ist ganz anders. Man muss ganz viele Zahlen und Fakten auswendig lernen, die dann abgerufen werden bei der Prüfung. Da muss man sich auch erstmal darauf einstellen, dass man eben nicht mehr Hausarbeiten schreibt, die auf sehr spezifische Themen sich beziehen, sondern dass man zum Beispiel die Geschichte von einer gesamten Epoche wirklich komplett auswendig lernen muss. Aber ich meine, es ist auch eine Erfahrung und super spannend, einfach zu sehen, wie Universität hier gemacht wird. Und beides hat seine Vor- und Nachteile, meiner Meinung nach. Deswegen ist es schön, das mal zu erleben.
studienwahl.de: Wie ist die Unterrichtssprache? Ist es schwierig für dich, in einer Fremdsprache zu studieren?
Leonie Oyen: Weil unsere Universität so groß ist, gibt es auch viele englische Kurse, die wir belegen können. Viel Administratives ist dann doch auf Italienisch und das Englisch der Professoren ist manchmal auch etwas holprig. Aber ich würde sagen, mit so einer Mischung aus Englisch, Italienisch und einem Lächeln kommt man eigentlich ganz gut durch. Also, da muss man sich nicht so viele Sorgen machen, wenn man jetzt auch nicht so gut die Sprache kann.
studienwahl.de: Ja, sehr schön mit dem Lächeln! Freizeit, Kultur und man lernt ja sicherlich auch sehr viele neue Leute und andere Erasmus-Studierende kennen – kannst du das auch gut miteinander verbinden?
Leonie Oyen: Ja, also unterhalb des Semesters, vor allem in der Klausurenphase ist es dann eher das man zusammen lernen geht. Den ganzen Tag in der Bibliothek oder im Café. Aber das ist ja auch schön. Also Erasmus ist wirklich diese Gemeinschaft, von der immer viele schwärmen – das habe ich mir gar nicht vorstellen können, bevor ich selber ins Erasmus gegangen bin. Aber ich finde es wirklich unglaublich, wie sehr und wie schnell man mit allen in Kontakt kommt. Also man geht zu einer Erasmus-Veranstaltung. Es gibt hier nämlich so eine freiwillige Organisation, die heißen Erasmus Student Network und die organisieren jeden Abend eine Party quasi. Und dann gibt es auch sowas wie Pasta-Class oder am Wochenende einen Ausflug und da kann man einfach mit allen quatschen. Und dann hat man sofort gute Leute kennengelernt, mit denen man dann auch was machen kann außerhalb. Deswegen würde ich mir da nicht so viele Sorgen machen. Also es gibt immer wieder neue Chancen, Leute kennenzulernen. Und wenn man sich die Kurse gut legt, hat man auch viel Freizeit. Und es gibt ja auch genügend zu sehen und zu tun in Rom.
studienwahl.de: Ja, auf jeden Fall. Ich fand es damals tatsächlich so aus eigener Erfahrung ein bisschen schwierig, zu den Einheimischen Kontakt zu kriegen. Es war eher immer so diese Erasmus-Bubble, wie ist es da bei dir? Also triffst du auch Römerinnen und Römer? Oder Italienerinnen und Italiener?
Leonie Oyen: Man muss schon ein bisschen aktiver gucken, wenn man Italiener kennenlernen will. Also ich und meine Mitbewohnerin, wir gehen zum Beispiel immer lernen in der Bibliothek hier in der Nähe. Und das ist das philosophische Departement, wo nur Italiener sind. Und da haben wir tatsächlich Leute kennengelernt, die irgendwie immer zur selben Zeit wie wir da waren. Und da kam man halt ins Gespräch. Und dann haben die uns auch eingeladen zu ihrem Filmabend in der Universität. Und das war wirklich so, wie die Leute, die hier leben auch studieren. Also ich denke, wenn man sich da offen zeigt und auch viel unterwegs ist, dann kann man das auf jeden Fall auch schaffen.
studienwahl.de: Reist du auch durch Italien oder was machst du sonst noch so in deiner Freizeit?
Leonie Oyen: Ja, auf jeden Fall. Also ich würde schon sagen, Erasmus macht auch aus, dass man sehr aktiv ist. Es gibt einfach eine riesige Fülle von Aktivitäten. Eigentlich war ich überall. Ich war in Florenz. Ich war in Bologna. Ich war auf Capri. Ich war in Pompeji. Ich war in Neapel. Und die Züge in Italien sind hier wirklich sehr billig. Und wie gesagt, gibt es halt immer vom Erasmus Student Network das Angebot, wenn man mal niemanden hat, der mit einem zusammen fahren will, dann kann man sich da anmelden und dann setzt man sich in den Zug neben jemanden und dann ist es vielleicht schon eine neue Freundin. Also es ist auf jeden Fall sehr aktiv und mit dem Reisen auch schön.
studienwahl.de: Ach, da bekommt man gleich Lust, das selbst noch mal zu machen. Katharina, wie geht es dir damit? Du hast ja täglich mit diesen Themen zu tun. Welche Fragen und Herausforderungen begegnen Erasmus-Studierenden denn und wie werden diese gemeistert? Wie sind da deine Erfahrungen?
Katharina Ritz: Die größten Herausforderungen, denke ich, sind natürlich erst mal im Vorfeld. Wir bekommen natürlich viele Anfragen vor dem Erasmus-Aufenthalt und da ist häufig eine große Sorge der Studierenden der finanzielle Aspekt. Dann natürlich auch das Thema Unterkunft, was wir jetzt schon gehört haben oder auch die Sprachvoraussetzungen. Da bekommen wir immer viele Anfragen dazu.
studienwahl.de: Und da helft ihr dann aber auch ganz konkret weiter.
Katharina Ritz: Ja und nein. Also wir helfen natürlich gerne, wenn es um die Fragen finanzieller Art geht oder auch Sprachvoraussetzungen, wie man sich zum Beispiel noch vorbereiten kann. Aber tatsächlich Thema Wohnraum ist eben so eine Sache, da können wir leider auch nur sehr begrenzt weiterhelfen, gerade jetzt auch in der Situation in Rom. Es gibt andere schöne Beispiele, wo wir auch eben auf unser Partnernetzwerk zurückgreifen können. Die Universität Tübingen ist ja auch Teil einer EU-Allianz. Also Rom ist da zum Beispiel auch eine Partner-Universität in unserer CIVIS-Allianz, nennt sich das Ganze. Und mit anderen Partner-Universitäten gibt es dann Vereinbarungen, dass die Partner-Universitäten ein bestimmtes Kontingent an Wohnheimsplätzen für unsere Tübinger Studierenden reserviert behalten.
studienwahl.de: Könntet ihr beide noch mal was zu dem Thema Finanzen sagen, was ja sicherlich nicht ganz unerheblich ist?
Leonie Oyen: Also jetzt aus der studentischen Perspektive ist das Geld natürlich immer ein bisschen knapp. Man wird schon finanziert vom Erasmus-Stipendium. Für drei Monate bekommt man da 600 Euro pro Monat und das ist schon echt nötig, das Geld. Also allein für die Miete geht hier in Rom das gesamte Geld drauf. Und ich denke, wenn man in einer sehr teuren Stadt lebt, dann sollte man sich vielleicht kümmern, dass man davor noch mal arbeiten geht oder irgendwie ein bisschen Geld anspart. Aber abgesehen davon kann man das auf jeden Fall schaffen, auch dank des Erasmus-Stipendiums, was wirklich richtig cool ist.
Katharina Ritz: Das ist schön zu hören, dass das Geld gut angenommen wird. Aus unserer Perspektive haben wir leider immer zu wenig Geld. Wir haben sehr viele Bewerberinnen an der Universität Tübingen, die ein Auslandssemester machen wollen. Und deshalb ist auch unsere Strategie, dass wir allen Bewerber*innen möglichst einen Auslandsaufenthalt ermöglichen wollen. Das bedeutet aber gleichzeitig auch für uns, dass wir da leider mit der monatlichen Finanzierung ein bisschen zurückstecken müssen und können dann leider nicht so viele Unterstützungen anbieten, wie wir es gerne möchten und täten. Was vielleicht noch ganz schön ist, was ich auch noch gerne erwähnen würde: Leonie hat schon diese monatliche Rate oder monatlichen Zuschuss angesprochen von 600 Euro. Ich nenne das immer die Basisförderung. Es gibt dann aber jetzt auch noch die sogenannten Top-Ups. Also man kann, wenn man in eine bestimmte Gruppe Studierender gehört, wenn man zum Beispiel mit Kind ins Ausland gehen möchte oder eine chronische Erkrankung hat, nebenher erwerbstätig ist oder Erst-Akademiker, dann kann man noch eine Zusatzförderung beantragen. Das finde ich eine ganz schöne Möglichkeit. Und dann das andere Top-Up, das es auch noch gibt: Ich weiß nicht, Leonie, ob du das gemacht hast, das sogenannte Green-Top-Up.
Leonie Oyen: Ja!
Katharina Ritz: Das bedeutet, wenn man mit einem nachhaltigen Transportmittel angereist ist, bekommt man auch noch mal ein bisschen zusätzliches Geld.
studienwahl.de: Vielleicht nochmal an euch beide: Welche Tipps habt ihr für Studierende, die sich auf einen Erasmus+-Aufenthalt vorbereiten wollen? Und auch: Wie lässt sich die Erfahrung später beruflich nutzen?
Leonie Oyen: Mein Tipp, um sich gut vorzubereiten: Dass man vielleicht versucht, sich eine kleine Gruppe zusammenzustellen. Dass man nicht auf sich alleine gestellt ist und das auch schon bei der Planung. Also eine kleine Gruppe, die alle zusammen dieses Auslandssemester antreten und alle dieselben Probleme haben mit Wohnungssuche, mit Geld. Und dann fühlt man sich einfach nicht so alleine und irgendwie auch ein bisschen sicherer aufgehoben. Das ist auf jeden Fall mein Tipp.
Katharina Ritz: Also meine Tipps wären auf jeden Fall, dass man frühzeitig mit der Planung beginnt, dass man anfängt, sich zu informieren. Einmal in den Fachbereichen, gerne auch einfach mal schauen auf unseren Webseiten vom International Office, was wir anbieten: Infoveranstaltungen, offene Sprechstunden, einfach mal vorbeikommen, Fragen stellen. Und es gibt auch eine Webseite vom DAAD oder auch von studieren weltweit. Da findet man viele Testimonials von Studierenden, die schon im Ausland waren. Das ist immer ganz spannend, da auch die Berichte von den Ehemaligen zu lesen. Ich denke, das Berufliche später dann: Diese Netzwerke sind total wertvoll. Gar nicht nur fürs Berufliche, sondern auch einfach für das Private, Persönliche. Da kann man Jahre später noch davon profitieren und auch einfach dieses neue, die neue Umgebung, das Über-den-Tellerrand-hinausschauen ist einfach das, was das Erasmus-Programm so wertvoll für einen macht.
studienwahl.de: Ja, das ist doch wirklich eine gute Zusammenfassung. Ich kann das nur bestätigen. Also Erasmus war wirklich was fürs Leben. Dann danke ich euch beiden sehr für die Einblicke und für die vielen Infos. Und ich sag Tschüss nach Tübingen und Ciao nach Rom! Und vielen Dank, dass ihr da wart.
Katharina Ritz: Tschüss! Danke!
Leonie Oyen: Danke schön. Tschüss!
studienwahl.de: Wenn du jetzt Lust bekommen hast, selbst einmal Hörsaal-Luft im Ausland zu schnuppern, dann schau dich unbedingt auf studienwahl.de um. Dort findest du weitere Infos rund um Erasmus+, Auslandssemester sowie internationale Studienmöglichkeiten. Ob ein Semester, ein ganzes Jahr oder vielleicht sogar mehr – Wege ins Ausland gibt es viele. Und vielleicht ist genau dort der Ort, an dem dein Studium eine neue Richtung bekommt. Das war der Podcast von Studienwahl. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag, im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
In diesem Podcast bekommst du Einblicke in die Finanzierung von einem Studium und die verschiedenen Möglichkeiten wie BAföG, Nebenjobs, Stipendien und Studiendarlehen. Dazu geben Psychologiestudent Felix und Matthias Nowak vom Studierendenwerk Würzburg praktische Tipps.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl-Podcast – Wissenswertes für deinen Weg ins Studium
studienwahl.de: Hallo und herzlich willkommen zum Studienwahl-Podcast. Ein Studium eröffnet viele Möglichkeiten: mehr Freiheit, neue Erfahrungen und interessante Perspektiven. Doch eine wichtige Frage taucht dabei fast immer auf: Wie funktioniert das eigentlich mit der Studienfinanzierung? Ich bin Nina und in dieser Folge dreht sich alles ums liebe Geld. Wie lässt sich Studium und Job gut miteinander vereinbaren? Darüber spreche ich mit Felix, der Psychologie studiert, BAföG erhält und nebenbei jobbt. Außerdem zu Gast: Matthias Nowak vom Studierendenwerk Würzburg. Er gibt einen Überblick über die verschiedenen Wege der Studienfinanzierung. Hallo Felix, hallo Herr Nowak, schön, dass Sie da sind. Wir wollen uns ja heute zum Thema Studienfinanzierung unterhalten. Herr Nowak, vielleicht mal ganz grundsätzlich: Welche Möglichkeiten gibt es denn überhaupt, ein Studium zu finanzieren? Können Sie uns da einen kurzen Überblick geben?
Matthias Nowak: Ja, wenn man mal die Eltern weglässt, die natürlich in der Regel, wenn sie das können, zur Finanzierung beitragen, bleibt eigene Arbeit. Also ein Nebenjob, was sehr viele Studierende machen. Man kann BAföG beantragen, was leider relativ wenig Studierende tun, auch weil sie häufig falsch informiert sind. Es gibt noch die Möglichkeit, Studiendarlehen in Anspruch zu nehmen. Das ist aber tatsächlich etwas, was man nur dann empfehlen kann, wenn es wirklich gar keine andere Finanzierungsmöglichkeit mehr gibt. Und last but not least: Stipendien. Auch hier gilt: Viele machen sich darüber überhaupt keine Gedanken, obwohl sie vielleicht sogar infrage kämen.
studienwahl.de: Sie meinten jetzt auch, viele sind gar nicht gut informiert zum Thema BAföG, vielleicht auch abgeschreckt von diesem doch, glaube ich, langwierigen Prozedere.
Matthias Nowak: Na ja, man muss, wie mal ein Vater geschrieben hat, doch einige bunte Blätter ausfüllen, bis man mal einen BAföG-Bescheid kriegt. Aber es gibt eine gerade veröffentlichte interessante Studie des Fraunhofer Instituts, die also mal geguckt haben, was sind so die Hauptgründe, einen BAföG-Antrag nicht zu stellen. Und das ist zum einen Mal: Sie halten sich für nicht berechtigt, überhaupt BAföG zu bekommen. Das ist eine tatsächliche Fehleinschätzung, denn über 60 Prozent der Studierenden, die glauben, sie könnten wegen zu hohen Elterneinkommens kein BAföG bekommen, haben tatsächlich einen Anspruch. Und ein zweiter Punkt, der sehr wichtig ist: Viele haben Angst vor Verschuldung durch das BAföG, wissen aber dann tatsächlich nicht, dass zum einen nur die Hälfte des BAföG zurückgezahlt werden muss, die andere Hälfte ist geschenkt. Und dass es eine Darlehensobergrenze gibt. Niemand muss mehr als 10.010 Euro tatsächlich zurückzahlen.
studienwahl.de: Ja, Sie haben es jetzt schon angedeutet. Wer kann denn dann eigentlich BAföG bekommen und was sollte man dabei beachten?
Matthias Nowak: Also grundsätzlich würde ich jedem empfehlen, mal sich im Internet ganz kurz etwas schlau zu machen über die Grundvoraussetzungen. Also in der Regel kann jeder, der ein erstes Studium oder der im Anschluss an ein Bachelorstudium ein Masterstudium absolviert, BAföG bekommen. Die Berechnung selber ist relativ kompliziert. Insofern würde ich hier tatsächlich jedem empfehlen, einmal den Antrag zu stellen, sich einmal die Mühe zu machen, denn so kann man am einfachsten rausfinden, ob ein Anspruch besteht oder nicht. Und selbst wenn am Ende nur 150 oder 200 Euro monatlich rauskommen, das ist das doch auch ein Betrag, der helfen kann, ein Studium mitzufinanzieren. Und er ist zur Hälfte geschenkt und das vielleicht auch noch als eines der Ergebnisse dieser Untersuchung des Fraunhofer Instituts: Viele Studierende, der Großteil der Studierenden schätzt tatsächlich auch ihren eigenen BAföG-Anspruch viel zu niedrig ein. Das heißt, häufig kriegt man mehr, als man tatsächlich erwartet hat.
studienwahl.de: Danke für die Einordnung und für diese spannenden Erkenntnisse. Felix, Wie finanzierst du denn jetzt dein Studium?
Felix: Ich kriege, seitdem ich studiere, auch BAföG, und das war am Anfang ein bisschen weniger. Und auch diese 100 Euro, von denen so ein bisschen gesprochen wurde, die haben auch schon richtig viel geholfen. Dann bin ich aber umgezogen und zurzeit sieht es so aus, dass ich halt BAföG erhalte und auch tatsächlich relativ viel, also so, dass ich auch davon gut leben kann. Und ich habe on top halt auch noch diesen Minijob, den ich dazu haben kann, dass ich einfach so ein bisschen noch mal mehr Geld dazu kriege.
studienwahl.de: Was machst du da für einen Job?
Felix: Ich arbeite bei Aldi. Also ich räume die Regale ein und aus und da gefällt es mir momentan am besten.
studienwahl.de: Und was sind denn deine monatlichen Fixkosten?
Felix: Also ich wohne in Gießen und meine Miete beträgt so 350 Euro. Dann zahle ich ungefähr so 200 € fürs Essen pro Monat. Ich habe auch ein eigenes Auto, also ich habe so ungefähr 800 Euro Fixkosten und dann, wenn ich vielleicht mal irgendwie ins Kino oder so gehe, das kostet dann auch noch was. Aber das passt. Also ich kriege vom BAföG zurzeit um die 650 Euro plus meine 500 Euro von diesem Minijob. Das heißt, ich bin so bei 1.150 Euro. Also ich habe auf jeden Fall einen Überschuss und das hilft auch gerade in Monaten, wo ich irgendwie mal eine Durststrecke oder so habe.
studienwahl.de: Herr Nowak, was ist denn beim Thema Nebenjob wichtig, etwa in Bezug auf Arbeitszeit oder Verdienstgrenzen?
Matthias Nowak: Fürs BAföG ist eigentlich nur die Verdienstgrenze relevant. Da hat man jetzt bei der letzten Gesetzesänderung einen Automatismus ins Gesetz übernommen, der dafür sorgt, dass letztendlich ein Verdienst innerhalb der Minijobgrenzen im BAföG immer anrechnungsfrei bleibt. Das Schöne daran ist: Im Rahmen des BAföG spielt es keine Rolle, wie sich das Geld oder das Einkommen über die einzelnen Monate verteilt, sondern es wird immer für den sogenannten Bewilligungszeitraum, also den Zeitraum, für den ein BAföG-Bescheid Geltung hat, die Gesamtsumme genommen. Und solange die eben den Betrag, der sich aus dem Minijob ergibt, nicht übersteigt. Im Moment sind das, glaube ich, 6.672 Euro. Solange der nicht überstiegen wird, ergibt sich auch keine Anrechnung.
studienwahl.de: Und Felix, du hast es jetzt schon ein bisschen angesprochen. Das klingt so, dass du mit deinem Geld ganz gut auskommst oder musst du sehr sparsam leben?
Felix: Also, es kommt so ein bisschen darauf an, ohne BAföG, muss ich sagen, könnte ich gar nicht jetzt irgendwie von zu Hause ausgezogen sein und das Traumstudium machen, was ich will. Aber ich muss tatsächlich schon sehr auf das Geld achten und vor allem – und das ist echt schwierig – irgendwie halt langfristig planen, weil wenn irgendwie zum Beispiel das BAföG-Amt mir das Geld nicht rechtzeitig zahlt und ich dann so ein paar Monate in Verzug komme, dann muss ich ja weiterhin leider halt Essen holen und auch meine Wohnung bezahlen. Das muss man so ein bisschen leider mit einkalkulieren.
studienwahl.de: Aber wie kommt es da zu dem Verzug? Noch mal zum Verständnis: Also wird es nicht immer zu einem bestimmten Fixtermin überwiesen oder resultiert es daraus, dass man das immer wieder neu beantragen muss?
Felix: Also sobald dieser Bewilligungszeitraum akzeptiert wurde, klappt es auch wunderbar. Also, dann schickt das BAföG-Amt auch immer zu einem festen Termin. Ich glaube das ist immer Ende des Monats, und dann hat man sozusagen keine Sorgen für diesen Zeitraum. Problem sind nur immer die Zwischenzeiten. Also, ich glaube auf den Homepages wird auch immer geschrieben, man soll sich so zwei, drei Monate vorher melden, dass das bündig mit einhergeht. Aber sobald man irgendwie da ein paar Probleme hat oder Dokumente noch mal erneut hochladen muss, kann es sein, dass dieser Bewilligungszeitraum sich super verspätet und das kann dann auch echt mal Monate sein. Was ich dazu sagen muss: Wenn dann der Bewilligungszeitraum akzeptiert wurde, zahlt BAföG auch das Geld rückwirkend. Also, das finde ich echt richtig, richtig gut.
studienwahl.de: Kennen Sie diese Problematik auch, Herr Nowak, aus Ihrer Beratungstätigkeit oder haben Sie da noch was zu ergänzen?
Matthias Nowak: Da könnte man stundenlang erzählen. Also Fakt ist: Tatsächlich BAföG wird in der Regel immer für 2 Semester, also 1 Jahr bewilligt, in der Regel eben von Oktober bis September des Folgejahres beziehungsweise von April bis März des Folgejahres. Das sind die Termine der Semesterzeiten bei uns in Bayern. Das hat natürlich zur Folge, weil ein Großteil der Studierenden im Herbst mit dem Studium beginnt, dass wir gerade eben im Oktober dann auch in Richtung Weihnachten 80 Prozent unserer Arbeit kriegen oder 80 Prozent der Anträge, die wir dann abarbeiten müssen. Und das ist natürlich ein Problem. Der Gesetzgeber kennt dieses Problem. Deswegen gibt es im Rahmen des BAföG die sogenannte Weiterleistung. Das heißt, es gibt einen Passus im Gesetz, der festlegt, wenn ein Bewilligungszeitraum endet. Und der Studierende hat 2 Monate vor dem Ende dieses Bewilligungszeitraums einen – und das ist häufig das Problem, im Wesentlichen – vollständigen Antrag eingereicht, dann hat er Anspruch darauf, dass die Zahlungen nahtlos weiterlaufen. In der Regel, wenn der neue Bescheid noch nicht erstellt werden kann, zahlen wir einfach den alten Bewilligungsbetrag unter Vorbehalt weiter und sorgen damit dafür, dass zumindest Geld fließt und rechnen das dann, wenn der neue Bescheid erstellt wurde, einfach miteinander ab. Kleiner Tipp: Es gibt häufig auch die Möglichkeit – zumindest wir in Würzburg haben das und ich weiß, dass auch andere Studierendenwerke das haben –, wenn es zu Verzögerungen kommt, beim BAföG kurzfristige Darlehen in Anspruch zu nehmen, die bei uns in Würzburg tatsächlich auch kostenfrei sind. Das heißt, wir zahlen aus Studentenwerks-Mitteln dann mal einen Betrag als Abschlag, bis die reguläre BAföG-Zahlung eintrifft. Wichtig ist: grundsätzlich möglichst frühzeitig immer um den Antrag kümmern, damit es eben solche Verzögerungen nicht gibt.
studienwahl.de: Ja, vielleicht war das ja ein ganz guter Tipp für dich auch, Felix, und für alle, die uns zuhören. Noch mal zu einer anderen Möglichkeit, die Sie angesprochen haben, Herr Nowak, das Thema Stipendien. Für wen kommen denn Stipendien infrage und wo kann man sich da bewerben?
Matthias Nowak: Das ist ein sehr vielfältiges Feld. Stipendien gibt es von nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen. Das fängt an bei den Stipendienorganisationen der Parteien. Jede Partei hat ihre parteinahe Studienstiftung – das geht über die Kirchen, über die Gewerkschaften bis hin zu einzelnen Industrieunternehmen, die Stipendien vergeben. Je nachdem, wer hinter einem solchen Stipendium steht, hängt es auch immer davon ab, was so die Voraussetzungen sind, um das Stipendium zu bekommen. Natürlich sollte man gute Studienleistungen haben, aber genauso wichtig wie die Studienleistungen ist auch, ob der Student ein gesellschaftliches, politisches, soziales Engagement zeigt. Und diese Dinge spielen eine genauso große Rolle wie die Studienleistungen. Und das übersehen viele und machen sich da tatsächlich keine Gedanken darüber, sich mal umzusehen, ob ein Stipendium infrage kommt. Für die Informationen bezüglich der Stipendien sollte man am besten schauen auf der Webseite der Hochschulen, denn da sind die Organisationen aufgelistet mit den jeweiligen Vertrauensdozenten. Und die können dann genauer Auskunft darüber geben: Was sind die Voraussetzungen? Wie läuft das Bewerbungsverfahren?
studienwahl.de: Danke für die Einordnung. Wäre das, Felix, für dich vielleicht auch eine Möglichkeit? Hattest du schon mal über ein Stipendium nachgedacht?
Felix: Also nachgedacht habe ich schon mal über ein Stipendium. Aber es war dann immer, dass ich mir unsicher war, wo ich mich überhaupt melden kann. Deswegen fand ich, war der Tipp jetzt ganz gut, dass man zu Dozenten hingehen kann, dass man da so die Infos herkriegt. Aber ich glaube tatsächlich, dass ich nicht ganz von den Studienleistungen da reinpasse. Ich glaube, das wäre leider keine Möglichkeit, aber ich glaube, es bringt immer was, wenn man sich trotzdem einliest und es wenigstens probiert. Weil so war das beim BAföG bei mir auch. Am Anfang dachte ich, ich kriege kein BAföG, was ja auch so ein bisschen am Anfang angeklungen ist, und schlussendlich kriege ich ja BAföG.
studienwahl.de: Ja, also wir haben bisher schon gemerkt, das Thema Studienfinanzierung ist ein vielschichtiges Feld und es lohnt sich, da tiefer einzusteigen. Sicherlich ist auch ein wichtiges Thema: Ressourcen. Also du musst ja auch Studium und Nebenjob gut vereinbaren können. Wie gelingt es dir, Studium und Nebenjob unter einen Hut zu bringen? Hast du vielleicht Tipps für gutes Zeitmanagement oder Stressvermeidung?
Felix: Oh, das ist sehr schwierig. Also, ich habe mehrere Jobs jetzt schon gehabt. Man muss halt ein bisschen gucken, dass man irgendwie natürlich das Studium unter einen Hut kriegt und dann halt auch noch irgendwie auf der Arbeit abklären kann, dass man an gewissen Tagen halt nicht kann aufgrund des Studiums oder dass man dann auch nicht zu spät arbeitet. Also ich kenne viele Freunde, die auch in der Gastronomie arbeiten und dann abends kellnern, und das wäre irgendwie gar nicht so was für mich. Also ich glaube, man muss einfach relativ offen mit seinem Arbeitgeber darüber reden. Ich finde, es erzeugt auch irgendwie total Stress und das zieht auch Nerven, wenn man irgendwie kein Geld hat oder Geldnöte. Und dann hilft es mir eher, halt noch einen Nebenjob zu machen, dass ich die Sorge praktisch nicht habe und das dann versuchen, irgendwie zu managen, dass das doch unter einem Hut halt funktioniert.
studienwahl.de: Ja, Herr Nowak, haben Sie dem noch was hinzuzufügen? Oder allgemein, wie sich Studierende oder Studieninteressierte beraten lassen können, wenn sie Fragen zum Thema Studienfinanzierung haben?
Matthias Nowak: Erst mal zu dem, was gerade angeklungen ist. Ich habe tatsächlich mein Studium zum Teil in der Gastronomie in der Nacht hinter der Theke verdient. Ja, es ist stressig, aber ich glaube, es zeigt auch oder es hilft, mit jedem Nebenjob neben dem Studium etwas zu lernen, nämlich seine Zeit richtig einzuteilen. Das ist ein Soft Skill und derjenige, der vielleicht nicht jobben muss neben dem Studium, dem entgeht dieser Erwerb dieser Soft Skills. Ansonsten kann man immer nur raten, wer jobben will: Wenn es eine Möglichkeit gibt, sollte man versuchen, sich einen Nebenjob zu suchen, der vielleicht irgendwo mit dem Studium zu tun hat. Im Idealfall vielleicht tatsächlich ein Hiwi-Job an der Uni an einem Lehrstuhl. Da ergeben sich auch entsprechende Synergien. Wer sich generell zum Thema Studienfinanzierung informieren will: Ansprechpartner sind die Studierendenwerke mit Ausnahme des Landes Rheinland-Pfalz. Da sind die BAföG-Ämter direkt bei den Universitäten beheimatet. Wir versuchen auch gerade im Rahmen der Erstsemester-Einführungsveranstaltungen, präsent zu sein auf den entsprechenden Messen mit Ständen, wo man uns ansprechen kann. Ansonsten gilt immer: Fragen kostet nichts. Die Studierendenwerke sind eben genau dafür da, um den Studierenden in allen sozialen Fragen zu helfen. Und wer bei uns anfragt, der kriegt eine Antwort.
studienwahl.de: Das ist doch ein wunderbares Schlusswort. Ich danke Ihnen sehr für die Zeit. Vielen Dank fürs Mitmachen und die Einblicke, doch auch sehr privaten Einblicke rund ums Thema Finanzierungsmöglichkeiten im Studium. Vielen Dank.
Matthias Nowak: Ja, gerne geschehen.
Felix: Ja, danke.
studienwahl.de: Das war's für heute mit unserer Folge zum Thema Studienfinanzierung – So klappt's mit dem Geld im Studium. Ich hoffe, du konntest hilfreiche Tipps für deinen eigenen Weg mitnehmen. Denk dran, wer frühzeitig plant, sich über verschiedene Optionen informiert und sich bei Unsicherheiten Unterstützung holt, ist klar im Vorteil. Wenn du noch mehr wissen möchtest: auf studienwahl.de findest du zahlreiche Infos rund um BAföG, Stipendien, Nebenjobs und andere Wege, dein Studium zu finanzieren. Zum Beispiel im Beitrag Finanzierungsmöglichkeiten. Das war der Podcast von studienwahl de. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
In diesem Podcast hörst du von Studentin Anne Kochs, wie inwiefern KI Teil des Studienalltags und Studiengangs ist. Dazu berichtet Ricardo Knauer aus Sicht eines Lehrenden wie KI im Studium unterstützen kann und wo ihr Einsatz sinnvoll ist.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl Podcast – Wissenswertes für deinen Weg ins Studium.
studienwahl.de: Das Thema KI ist in aller Munde. Künstliche Intelligenz – sie begegnet uns inzwischen allen im Alltag. In sozialen Medien, Messenger-Apps, aber auch in der Schule oder im Beruf. Und natürlich gibt es sie auch an Hochschulen und Universitäten. Deshalb beleuchten wir bei Studienwahl in diesem Monat das Thema „KI im Studium“. Ich heiße Anne und möchte heute erfahren, welche Rolle die KI dort inzwischen spielt. Darüber spreche ich mit der Studentin Anne Kochs von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. An der HTW Berlin gibt es seit einigen Jahren im Rahmen eines Forschungsprojekts auch eine sogenannte KI-Lehrwerkstatt. Ricardo Knauer ist als Lehrender Teil dieses Projekts und wird uns erklären, was das überhaupt ist.
studienwahl.de: Hallo Anne, hallo Ricardo, schön, dass ihr dabei seid! Anne, was studierst du denn genau?
Anne Kochs: Ich studiere ein Fach, das nennt sich Ingenieurinformatik, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin wird das angeboten, und ist quasi so ein Mix aus Informatik und Maschinenbau.
studienwahl.de: Und wieso hast du dich für diesen Studiengang entschieden?
Anne Kochs: Ich glaube, es war vor allem die Mischung. Ich habe davor was ganz anderes studiert – Psychologie. Habe aber während Corona dann gemerkt, meine Interessen liegen woanders und mich dann informiert und den Studiengang Ingenieurinformatik gefunden und fand es super spannend, dass ich in dem Studiengang mich erst mal nicht so richtig entscheiden muss, ob es jetzt Maschinenbau oder Informatik wird, sondern einen sehr schönen Einblick in beides bekomme.
studienwahl.de: Welche Rolle spielt denn KI jetzt in deinem Studium?
Anne Kochs: Ich würde sagen, in den Grundlagenfächern noch keine so große Rolle, weil man gerade in den ersten Semestern im Studium schon erst mal vor allen Dingen lernt: Wie programmiere ich eigentlich, wie berechne ich überhaupt irgendwelche Statiken oder so? Aber dadurch, dass es jetzt generative KI gibt, die ja auch für jeden zugänglich ist, spielt es eine immer größere Rolle. Also ich merke auch, ich habe das Tutorium geleitet für Programmierung 1 und 2, also für die Studentinnen die gerade erst ganz neu anfangen, auch mit der Programmierung zu tun zu haben. Und für die ist das mittlerweile gang und gäbe, KI zu nutzen. Also zum Beispiel ChatGPT, das was, sage ich mal, jede oder jeder kennt, um die Studieninhalte zu lernen. Das heißt, es ist eigentlich mittlerweile von Anfang an großer Bestandteil im Studium, wenn auch nicht direkt im Lehrplan. Sondern es wird eher genutzt, um Aufgaben zu lösen, um zu lernen. Und ein guter Umgang damit wird auch von vornherein beigebracht. Und in den höheren Semestern hat man dann die Möglichkeit, sich zu vertiefen und da spielt KI eine sehr viel größere Rolle. Also da gibt es Vertiefungsmodule, in denen man zum Beispiel Bildverarbeitung mit KI, mit Machine Learning und so weiter und so fort lernen kann, die Modelle lernen kann, lernen kann, wie das überhaupt funktioniert. Das ist ja oft immer so ein bisschen eine Blackbox, man nutzt es und weiß gar nicht, wie kommt es eigentlich zustande und wie funktioniert es? Und im weiteren Verlauf des Studiums gibt es viele Möglichkeiten, sich da zu spezialisieren oder das Wissen zu vertiefen.
studienwahl.de: Und nutzt du jetzt für deine Abschlussarbeit auch in irgendeiner Form KI?
Anne Kochs: Absolut. Ja. Also natürlich nutze ich auch KI, um Fragen zu stellen. Das ist oft eine sehr schnelle Variante, aber ich schreibe gerade meine Bachelorarbeit über die Anwendung von KI-Modellen, die Zellen segmentieren. Das bedeutet: Zellen erkennen und bestimmen können. Das ist Zelle A, das ist Zelle B und da ist der Zellkern von Zelle A und da ist der Zellkern von Zelle B und da gibt es unterschiedliche Modelle und die untersuche ich gerade.
studienwahl.de: Sehr spannend. Ricardo Wie kann denn aus deiner Sicht KI im Studium unterstützen?
Ricardo Knauer: Ja, ich denke, Anne hat da schon sehr schöne Beispiele genannt. Also ich sehe auch, dass KI immer mehr wirklich von Studierenden genutzt wird – auf ganz verschiedene Arten und Weisen. Ich glaube, KI kann eine sehr tolle Lernhilfe zum Beispiel sein, bei komplexen Rückfragen, bei Themen, die man in der Vorlesung noch mehr vertiefen wollen würde. Da kann KI quasi als eine Art Tutor agieren und Fragen zu Inhalten beantworten. Es kann schwere Inhalte relativ einfach zusammenfassen. Komplexe Studien zum Beispiel in Literaturrecherche kann es helfen, wenn Studierende quasi Inhalte suchen zu spezifischen Themen, liefert KI wahrscheinlich nicht den finalen Überblick, aber einen ersten Überblick über das Feld. Und ich denke auch, in Bereichen wie der Ingenieurinformatik, was auch Anne gemeint hatte, kann es natürlich auch bei dem Programmieren helfen, bei dem Lösen oder zumindest bei anderen Blickwinkel auf mathematische Aufgaben usw. Also ich glaube gerade durch das Aufkommen der generativen KI, so seit 2022, hat sich glaube ich extrem viel getan. Da sehe ich ganz, ganz tolle Entwicklungen.
studienwahl.de: Aber siehst du es auch kritisch?
Ricardo Knauer: Ja, auf jeden Fall. Also ich denke es bilden sich durch KI ganz, ganz tolle Möglichkeiten heutzutage. Aber KI hat natürlich auch Limitierungen und Schwächen und da kennt man natürlich auch schon viele. Also KI-Systeme können sich einfach Sachen ausdenken, zum Beispiel wenn sie gewisse Dinge nicht wissen. Früher war das noch ein großes Problem, wenn man zum Beispiel Literatur gesucht hat und sich die KI-Systeme einfach irgendwelche Quellen ausgedacht hat, die es eigentlich gar nicht gab. Andere Beispiele sind zum Beispiel die Privatsphäre. Man sollte wissen, dass gewisse KI Systeme von kommerziellen Anbietern natürlich nicht Privatsphäre garantieren, also man keine sensiblen Daten hochladen sollte, usw. Da gibt es ganz, ganz viele Schwächen und Limitierungen der Systeme. Ich bin Teil der KI-Werkstatt einer HTW Berlin und wir entwickeln, sage ich mal, auch Lehrkonzepte, um KI wirklich in die Breite zu tragen, weil wir eben denken, dass KI wirklich eine extrem wichtige Kompetenz ist und bei dem, was wir auch anbieten als Module, Bausteine und so weiter ist aber auch ein ganz großes Anliegen zu zeigen, wo eben diese Limitierungen liegen, dass man die Systeme auch wirklich gut und reflektiert nutzen kann. Das ist, glaube ich ganz, ganz wichtig.
studienwahl.de: Du sprichst sie selbst gerade an? Was ist denn eine KI-Lehrwerkstatt? Was kann ich mir darunter vorstellen? Eine Werkstatt im klassischen Sinne wahrscheinlich nicht, oder?
Ricardo Knauer: Also es ist keine Werkstatt im eigentlichen Sinne. Wir sehen uns eigentlich so, dass wir die KI-Nutzung an der HTW Berlin wirklich fördern und begleiten wollen, bei ganz vielen verschiedenen Projekten in allen möglichen Studiengängen. Und dazu haben wir eigentlich verschiedene Angebote, die wir bereitstellen. Unser erstes Angebot ist: Wir bieten eine Infrastruktur. Das heißt, bei verschiedenen KI-Projekten wie dem, was Anne zum Beispiel gerade macht, stellen wir einfach Möglichkeiten bereit, dass Studierende Infrastruktur von uns nutzen können. Das kann sowas sein wie Laptops, das kann Zugang zu unserem Hochleistungsrechen-Cluster sein. Das kann Zugang zu Sprachmodellen sein, die bei uns auch lokal an der HTW laufen, die von Studierenden auch genutzt werden können. Das ist so der eine große Faktor. Andererseits erforschen wir auch KI für die Lehre. Das heißt, wir haben zum Beispiel in Forschungsgebiet an der KI-Werkstatt, wo wir KI-Anwendungen entwickeln, die personalisierte Lernpfade in Selbstlernblöcken für Studierende vorschlagen. Wir haben auch einen Chatbot bereitgestellt für das Studierenden-Service-Center zum Beispiel, also KI für die Lehre ist so ein anderer großer Block. Und ein 3. großer Block ist eigentlich, dass wir KI in der Lehre anwenden wollen oder KI in die Lehre bringen wollen. Und da bieten wir eben Module an, wir bieten Lehrbausteine an, wir haben ABEs zum Datenverständnis angeboten und bieten natürlich auch Konsultationen an für auch Lehrende, sind quasi Anlaufstelle, dass Leute auch zu uns kommen können und Rückfragen zu KI bezogenen Fragestellungen an uns weiterleiten können.
studienwahl.de: Wie ist denn die Resonanz zu diesem Projekt bisher?
Ricardo Knauer: Also der Bedarf ist gerade sehr, sehr hoch, haben wir das Gefühl. Also seit Projektbeginn, wenn wir jetzt nur auf diese kleinen Lehrbausteine gucken, die wir entwickelt haben, konnten wir die zum Beispiel in über 50 Veranstaltungen anbringen. Das heißt, wir sind wirklich ganz groß in den Austausch mit Lehrenden gegangen, haben uns zusammengesetzt, geguckt, wo sind Bedarfe, also was macht wirklich Sinn zu entwickeln mit Bezug zu KI? Ja und sind dann zu ganz vielen Lehrveranstaltungen gegangen, waren quasi Gastdozenten und haben wirklich versucht, KI in der Breite zu verankern. Und der Bedarf ist riesig aus meiner Sicht. Wir bieten auch regelmäßig jetzt andere Workshops an, also haben quasi auch gewisse Sachen schon fest etabliert, zum Beispiel am Berliner Zentrum für Hochschullehre, wo wir auch direkt Dozierende, Lehrende begleiten, selber KI in ihre eigene Lehre zu implementieren.
studienwahl.de: Anne, wie sehen denn deine Berührungspunkte zur KI-Lehrwerkstatt aus?
Anne Kochs: Ich habe im 5. Semester das Modul Bildverarbeitung belegt, von dem ich auch eben gesprochen hatte und habe da ein Projekt umgesetzt, was aus meinen eigenen Interessen kam. Und zwar reite ich schon, seitdem ich klein bin und wollte herausfinden, ob so aktuelle Modelle in der Bildverarbeitung eigentlich in der Lage sind, Pferde zu unterscheiden und konnte da die KI-Werkstatt nutzen. Das hat mir sehr geholfen, Datenaustausch zu haben, innerhalb der Werkstatt auch einfach einen Raum zu haben, in den wir reingehen können. Orte, wo man weiß, ich kann mir auch einen Laptop ausleihen, es gibt Bildschirme, es gibt Stehschreibtische, genau. Ein Austauschort. Und da habe ich das Projekt durchgesetzt und konnte ganz gut nachweisen, dass KI schon in der Lage ist, Pferde zu unterscheiden. Es hat sehr viel Spaß gemacht und das war einer der Berührungspunkte. Und jetzt in der Bachelorarbeit natürlich auch.
studienwahl.de: Was würdet ihr denn Interessierten jetzt mitgeben? Also ich habe schon herausgehört, für Studierende: Die Tools immer mit Bedacht nutzen, aber gerne nutzen, reflektiert darauf gucken, welche Gefahren sie vielleicht auch beinhalten. Was würdet ihr noch sagen?
Ricardo Knauer: Ja, ich glaube, das sind schon 2 sehr gute Punkte. Ich sehe eigentlich auch 2 große Gruppen: von Studierenden und von Lehrenden. Also ich glaube, für die eine Gruppe ist es ganz wichtig, einfach die Tools wirklich zu nutzen. Es gibt glaube ich, immer noch eine relativ große Gruppe an Personen, die vielleicht noch Bedenken hat, die Tools zu nutzen oder einfach noch nicht dazu gekommen ist oder vielleicht denkt, dass es für sie gar nicht relevant ist. Also ich glaube, für ganz viele ist es wichtig, einfach das mal zu versuchen, weil es kann im Grunde nicht viel schiefgehen, wenn man es für einfache Fragestellungen benutzt. Ich glaube, der Schritt, es einfach mal für sich zu testen. Der ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, weil für einige Fragestellungen wird KI vielleicht nicht die beste Lösung sein, aber für sehr viele eben schon. Und ich denke, das zu testen, das lohnt sich auf jeden Fall. Und wie du auch schon richtig gesagt hast, ich glaube, der andere Punkt ist eben dann, sich bewusst zu machen, dass es eben wirklich auch Limitierungen gibt. Also wirklich immer kritisch zu hinterfragen: Kann ich Daten mit KI-Anwendungen teilen, zum Beispiel? Sollte ich persönliche Sachen hochladen zu KI-Anwendungen und auch ist der Auftritt, also die Ausgabe dieser KI Systeme wirklich immer das, wie ich es auch haben möchte und erwarten würde? Und da einfach einen kritischen Blick drauf zu haben, weil wir wissen aus der Praxis, dass das nicht immer der Fall sein muss. Die Systeme können manchmal falschliegen, sie können sich manchmal Sachen ausdenken, sie können manchmal Stereotype wiedergeben, also Vorurteile, die wir auch in der Gesellschaft haben usw. Also ich glaube, der kritische Blick, aber auch das Trauen ist ganz, ganz wichtig.
studienwahl.de: Anne, möchtest du noch was ergänzen?
Anne Kochs: Ja, sehr gerne. Ich glaube, aus so einer Studentinnenperspektive finde ich vor allen Dingen das gute alte Mittelmaß sehr wichtig. Also gerade im Lernen der Grundlagen sollte man keinen falschen Stolz oder auch keine falsche Angst davor haben, das zu benutzen und als Unterstützung zu nutzen, aber gleichzeitig sich auch nicht zu sehr darauf zu verlassen, weil gerade im Lernen der eigenen Fähigkeiten es doch sehr wichtig ist, auch manche Fehler selbst zu machen. Sonst fragt man bei den immer gleichen Fragen auch immer wieder die KI für dieselben Themen. Zum Beispiel gibt es sowas wie Github Copilot, also eine Assistenz beim Programmieren, die automatisch Programmcode erweitert. Also sie erkennt schon innerhalb der ersten 2 geschriebenen Wörter meistens, was man eigentlich schreiben will und man muss nur zweimal die Tab-Taste drücken, damit der ganze Programmcode steht. Und gerade am Anfang, wenn man die kompletten Basics quasi in der Programmierung lernt, ist das natürlich in der Abgabe der Übung eine sehr schnelle Lösung. Aber häufig fehlen diese Kenntnisse dann später im weiteren Verlauf und auch die Übung und das sehe ich als eine Gefahr im Lernprozess an sich. Und darauf sollte man auf jeden Fall achten. Und noch so 2, 3 kleine Tipps im Umgang mit generativer KI wie ChatGPT oder auch Claude oder so immer wieder zu erinnern, kurze Antworten zu geben. Weil häufig kriegt man sehr viele Informationen, nach denen man gar nicht gefragt hat. Und dass man auch nicht verlernt, selber zu lesen. Also auch selber mal Paper durchzulesen, auch selber zu versuchen, Texte zu übersetzen. Es gibt mittlerweile KI, wo man einfach Texte reinkopieren kann und man hat es komplett auf Deutsch übersetzt oder halt auch auf die Muttersprache. Und trotzdem finde ich sehr wichtig, das selber zu lernen, in einer anderen Sprache auch zu lesen und auch zu schreiben und das nicht eine KI komplett machen zu lassen.
studienwahl.de: Ja, gerade weil dann ja auch Übersetzungsfehler entstehen können.
Anne Kochs: Absolut.
Ricardo Knauer: Ich denke, das ist auch ein sehr guter Punkt, was Anne gerade noch mal gemeint hat. Es gibt ja auch manchmal die Diskussion: Fallen jetzt Kompetenzen weg für uns, wo es jetzt diese tollen Tools gibt, die wir wirklich nutzen können. Und ich glaube, die Antwort ist ganz oft: nicht wirklich. Weil es braucht halt wirklich die Fachkenntnis, um auch die Ausgaben der KI einschätzen zu können. Wenn ich mir Code generieren lasse zum Beispiel oder Programmiercode generieren lasse, muss ich zumindest auch wissen: Ist der Code so plausibel? Gibt es da vielleicht Fehler drin, die bedenklich sein könnten? Ist der Code sicher? Usw. Also ich glaube ganz viele Kompetenzen fallen gar nicht weg, auch wenn es manchmal diskutiert wird. Und wie Anne auch gemeint hat, es bleibt halt ganz, ganz wichtig, selber auch den Prozess zu durchlaufen, glaube ich, selber auch eine sehr große Fachkenntnis aufzubauen, um die KI wirklich bestmöglich nutzen zu können. Also ich glaube, das fällt nicht weg. Auch wenn es oft in der Diskussion ist.
studienwahl.de: Dann bedanke ich mich recht herzlich.
Ricardo Knauer: Ich glaube, wir haben zu danken. Vielen Dank für die Einladung.
Anne Kochs: Vielen Dank!
studienwahl.de: Wenn ihr noch mehr zum Thema KI im Studium erfahren wollt, findet ihr neben dieser Podcastfolge noch weitere spannende Beiträge auf studienwahl.de. Ein Professor, der in einer deutschlandweiten Studie zur Nutzung von KI-Tools im Studium geforscht hat, beantwortet beispielsweise im neuen Studienwahl-Interview unsere Fragen. In der Studienreportage erfahrt ihr etwas über den Studiengang "Künstliche Intelligenz und Data Science" an der Uni Würzburg. Das war der Podcast von studienwahl.de. Redaktion und Produktion: Anne Kreitlein für den Meramo Verlag, im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
Bewerbung
In diesem Podcast sprechen Klaus und Mandy Rusch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit, über Bewerbungen für einen Ausbildungs- oder Studienplatz und worauf es wirklich ankommt, um zu überzeugen.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: abi», dein Podcast für die Berufsorientierung
abi»: Herzlich willkommen zum abi» Podcast. Mein Name ist Klaus und heute geht es um die Bewerbung – der erste entscheidende Schritt auf dem Weg zum Ausbildungsplatz, zum Studienplatz oder zum dualen Studium. Ein durchdachter und professionell gestalteter Bewerbungsprozess kann hier den entscheidenden Unterschied ausmachen. Aber worauf kommt es wirklich an, um zu überzeugen? Bei Bewerbungen für Ausbildungen stehen oft Praxis und Berufstauglichkeit im Vordergrund, während bei Studienbewerbungen eher akademische Motivation und Zielstrebigkeit eine Rolle spielen. Ein duales Studium vereint beide Anforderungen und erfordert daher eine besondere Vorbereitung. Um dieses Thema etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, unterhalte ich mich heute mit Mandy Rusch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Leipzig. Hallo, Frau Rusch.
Mandy Rusch: Ja, hallo. Ich grüße Sie.
abi»: Worin unterscheiden sich denn Bewerbungen für Ausbildungsplätze, Studienplätze oder duale Studiengänge?
Mandy Rusch: Die Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle beziehungsweise um ein duales Studium ähneln sich, aber nicht die Bewerbungen zu einer Hochschule beziehungsweise zu einem Studiengang. Wir können ja gerne mal mit der Ausbildung und mit dem dualen Studium beginnen, denn hierbei handelt es sich tatsächlich noch um eine ganz komplette Bewerbungsunterlage. Das heißt also, hier muss sich der Bewerber oder die Bewerberin wirklich mit einem Anschreiben, mit einem tabellarischen Lebenslauf, gern auch noch mit einem Bewerbungsfoto bewerben. Diesen beiden Unterlagen folgen dann die Zeugnisse. Im besten Falle das letzte Zeugnis. Ich empfehle aber auch gern noch das vorletzte oder das vorvorletzte mit reinzulegen, wenn es denn besser war als das letzte Zeugnis, ist es noch wichtig, ja sich doch ins beste Licht zu rücken. Und das macht man dann natürlich auch mit einem besseren Zeugnis. Und wenn die Zeugnisse beigelegt sind, dann wäre jetzt Zeit Praktika Nachweise, Teilnahmebescheinigungen an Wettbewerben, wie „Jugend forscht“ oder man hat an „sozialgenial“ teilgenommen und da wäre es auch gut, entsprechende Teilnahmebescheinigungen mit hineinzulegen.
Jetzt habe ich gesagt hineinzulegen – das passiert ja physisch in den seltensten Fällen noch. Die meisten wünschen ja eine Onlinebewerbung. Das heißt also, all diese Unterlagen kommen dann in eine Datei, in eine PDF-Datei, und werden dem Arbeitgeber online zugeschickt. Jetzt gibt es aber auch Unternehmen, die haben schon Bewerbungsportale. Das heißt also, hier an der Stelle ist dann eher ein Hochladen angesagt. Das ist also die eine Seite.
Geht es aber um eine Bewerbung zu einem Studium an einer Hochschule oder Universität, sieht das Auswahlverfahren beziehungsweise das Bewerbungsverfahren ganz anders aus. Denn hier habe ich teilweise sogar weniger vorzunehmen, denn hier geht es mitunter tatsächlich nur darum, einen Onlineantrag auszufüllen. Entweder auf der Webseite der Hochschule oder mein Studiengang nimmt am sogenannten DOSV-Verfahren teil, das heißt, hier muss ich mich dann über ein zentrales Bewerbungsportal, nämlich Hochschulstart, bewerben. Und das geht dann wirklich sehr formal zu. Ich muss also dann online mich registrieren lassen und schicke dann die Anträge weg.
abi»: Wie wichtig ist es denn, Bewerbungsunterlagen gezielt auf die jeweilige Stelle oder auf das Studienfach zuzuschneiden?
Mandy Rusch: Ganz, ganz, ganz, ganz wichtig. Einfach eine 0815-Bewerbung fertig zu machen und die gefühlt jetzt an alle Firmen zu schicken, das ist nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Hier wäre es schon schön, der Bewerber oder die Bewerberin machen sich Gedanken, warum sie bei dem Unternehmen die Ausbildung oder das duale Studium machen möchten. Deshalb empfiehlt sich vielleicht im Einleitungsabsatz schon ein paar Sätze zum Unternehmen zu formulieren, warum man gerne dorthin möchte oder was einfach das Unternehmen auch auszeichnet. Und dann sollte im folgenden Abschnitt dann auch eine Begründung kommen, warum ich denn diese Ausbildung oder dieses duale Studium absolvieren möchte. Es ist einfach auch für einen selber natürlich auch gut, sich dadurch mit dem Betrieb einfach auch ein bisschen mehr auseinanderzusetzen. Und am Ende will man vielleicht gar nicht hin, weil einfach das Portfolio vielleicht nicht zusagt und so weiter. Es sind also im Endeffekt auch wichtige Informationen für den Bewerber oder die Bewerberin.
abi»: Welche Tipps hätten Sie denn, um im Anschreiben und im Lebenslauf die eigenen Stärken und Persönlichkeit authentisch darzustellen?
Mandy Rusch: Was immer gut hilft, ist sich damit auseinanderzusetzen, welche Fähigkeiten und Interessen der Beruf wünscht oder braucht. Da hilft auf jeden Fall, BERUFENET sich erst mal vorzunehmen. Das ist ja eine Datenbank der Bundesagentur für Arbeit. Hier findet man unter der Rubrik Zugang und Anforderungen eine Übersicht über geforderte Interessen und Fähigkeiten. Und das kann ich mit meinen Interessen abgleichen und habe damit schon mal einen sehr guten Einstieg. Des Weiteren helfen an der Stelle auch einschlägige praktische Erfahrungen, die ich dann schon mal mit einsetzen kann. Ich kann das mit untermauern, dass ich eben aufgrund meiner praktischen Erfahrungen meine Fähigkeiten da schon mal unter Beweis gestellt habe.
abi»: Worauf sollten Bewerberinnen und Bewerber denn besonders achten, vor allem wenn sie noch wenig Praxiserfahrung haben, also noch keine Praktika gemacht haben oder noch nie sich beworben haben?
Mandy Rusch: Da wäre es schön, wenn zum Beispiel auch im Anschreiben der Bewerber selber den Vorschlag unterbreitet, bevor die Ausbildung beginnt, die Bereitschaft besteht, ein Praktikum zu absolvieren. Und je weniger man quasi selber praktische Erfahrungen hat, umso mehr sollte dann auch der Berufswunsch begründet werden. Hier hilft auch wieder BERUFENET, weil da natürlich die ganzen Aufgaben beschrieben sind. Man muss das Rad an der Stelle nicht neu erfinden, sondern man kann hier wirklich darauf aufbauen und sagen: „Hier, ich habe mich mit den Inhalten des Berufes oder des dualen Studiengangs auseinandergesetzt. Und diese Aufgabenbeschreibungen entsprechen auch meinen Interessen.“
abi»: Im nächsten Schritt kommt ja jetzt das, wovor sich viele fürchten: das Bewerbungsgespräch. Wie können sich denn junge Menschen auf Vorstellungsgespräche vorbereiten?
Mandy Rusch: Also nie unvorbereitet reingehen! Das ist erst mal das oberste Credo. Es gilt immer, sich auf jedes Gespräch, egal ob online oder in physischer Form, es gilt, sich immer darauf vorzubereiten. Das heißt, als Erstes mache ich mir Gedanken: „Wie kann ich das Unternehmen pünktlich erreichen, was ziehe ich an?“ Beziehungsweise „Was nehme ich denn alles mit?“ Im optimalen Fall bringe ich auch noch mal das Anschreiben beziehungsweise meine Unterlagen mit, um einfach noch mal die fünf Minuten, die ich dann in der Regel noch vor dem Zimmer sitze, mir noch mal durchzulesen: „Was habe ich denn eigentlich damals geschrieben?“
Und dann im Gespräch gilt es, durchaus viele Dinge zu beachten. Nämlich zum einen: Ich brauche eine gute Körperhaltung. Gestik und Mimik sind ja ganz entscheidend. Lächeln, freundlich sein, offen sein, sympathisch wirken, auf die gegenübersitzenden Personen eingehen, Blickkontakt halten. Natürlich dann auch auf die Frage hin „Stellen Sie sich mal bitte kurz vor und begründen Sie Ihren Berufswunsch“, dass dann auch der Bewerber, die Bewerberin nicht nach zwei Sätzen aufhört mit Erzählen, sondern tatsächlich also wirklich vier bis fünf Minuten am Stück redet und dem Gegenüber auch sagt „Was ist meine Motivation?“, „Warum habe ich mich denn hier für diesen Beruf entschieden und dann natürlich auch für diese Firma?“ Da kommt eben noch mal der andere Aspekt dazu. Ich habe mich natürlich im Vorfeld auch über das Unternehmen zu informieren, was also im Anschreiben schon ein bisschen angeklungen ist. Das ist jetzt quasi noch mal die Vertiefung. Es geht jetzt hier darum, zu zeigen und zu sagen „Warum gefällt mir dieses Unternehmen denn?“ Es kommt sehr, sehr, sehr wahrscheinlich eine Frage „Warum hast du dich bei uns beworben?“ Und darauf kann ich mich natürlich dann auch vorbereiten.
abi»: Was würden Sie Schülerinnen und Schülern raten, die sich in dem gesamten Bewerbungsprozess unsicher fühlen?
Mandy Rusch: Hier würde ich sagen: Übung macht den Meister. Viele Bewerbungen schreiben, um auch zu vielen Gesprächen geladen zu werden, weil es kann dann schon vorkommen, dass das erste Gespräch ein bisschen in die Hose geht und man sagt „Och nee, das ist mir jetzt gar nicht gut gelungen.“ Aber spätestens das fünfte, sechste, siebte Gespräch wird dann schon routinierter und man gewinnt auch eine Selbstsicherheit. Nach jedem Gespräch kann ich mich auch noch mal für den Moment zurückziehen und mir dann auch noch mal Fragen aufschreiben, die der Arbeitgeber mir gestellt hat. Weil sehr wahrscheinlich kommen ähnliche Fragen dann in einem nächsten Gespräch und so kann ich mich dann darauf vorbereiten und natürlich immer wieder üben, üben. Ein nächstes Gespräch und noch ein Gespräch und dann merkt man im Lauf der Zeit, dass es dann einem dann doch immer besser von der Hand geht.
abi»: Welche Ressourcen oder Angebote können unsere Zuhörerinnen und Zuhörer denn nutzen, um ihre Bewerbung zu verbessern?
Mandy Rusch: Auf jeden Fall abi.de. Das ist eine Seite, die ich sehr, sehr empfehle, da ganz viele Informationen und Tipps gegeben werden zum Schreiben von Bewerbungen, aber auch zur Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen. Noch mal ein ganz wichtiges Auswahlinstrument ist ja das Assessment-Center, und auch hier sind noch mal ganz wichtige Informationen hinterlegt. Also das empfehle ich vielen Bewerbern und Bewerberinnen, sich da zu informieren. Und eine weitere Seite ist auch noch mal planet-beruf.de. Und hier sind auch noch mal ganz, ganz viele Informationen zum Bewerbungsverfahren hinterlegt.
abi»: Vielen, vielen Dank.
Mandy Rusch: Ja, sehr gern.
abi»: Ihr habt es gerade schon gehört. Wenn ihr euch zum Thema Bewerbung noch weiter informieren wollt, schaut bei abi.de in die Rubrik „Bewerbung“. Dort findet ihr alles zum Thema Bewerbung auf Ausbildungsplätze, Studienplätze oder duale Studiengänge, aber auch zu Tests und Assessment-Centern, Bewerbungsmappen oder zum Vorstellungsgespräch. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion: Klaus Harfmann für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
In diesem Podcast wird dir erklärt, was alles zur Bewerbung gehört und welche Unterlagen du brauchst.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Berufswahl – Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Bewerbungsunterlagen erstellen – einfach erklärt
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Du hast dich für einen Ausbildungsberuf entschieden. Glückwunsch, der erste Schritt ist geschafft! Als nächstes schreibst du eine Bewerbung. Mit guten Bewerbungsunterlagen punktest du bei deinem möglichen Arbeitgeber. Der Betrieb macht sich damit ein Bild von dir und deinen Stärken.
Was alles zur Bewerbung gehört und welche Unterlagen du brauchst, erfährst du hier.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Wie funktioniert eigentlich eine Bewerbung?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Es gibt verschiedene Arten, sich zu bewerben. Zum Beispiel die Online-Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular oder die klassische Bewerbung mit der Post. Der Betrieb sagt dir, welche Bewerbungsform er sich wünscht. Meistens steht das in der Stellenanzeige. Manchmal kannst du ein Bewerbungs-Video schicken.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Auf was muss ich bei meiner Bewerbung achten?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Eine klassische Bewerbung besteht aus einem Anschreiben und einem Lebenslauf. Im Anschreiben zeigst du, dass du die oder der Richtige für den Ausbildungsplatz bist, um den du dich bewirbst.
In die Kopfzeile trägst du deine Adresse und die der Firma ein. Wichtig ist, dass du die richtige Ansprechperson nennst und in der Anrede ansprichst. Danach beschreibst du, warum du genau diese Ausbildung machen willst. Du schreibst, was dich daran interessiert, ob du schon ein Praktikum in dem Bereich gemacht hast und welche deiner Stärken du für diese Tätigkeit einbringen kannst. Erkläre auch, warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst.
Achte darauf, dass du keine Rechtschreibfehler machst. Am besten fragst du jemanden, ob sie oder er noch einmal über deine Bewerbung schaut. Auf planet-beruf.de findest du ein Musteranschreiben, das dir bei deinem Anschreiben hilft.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Was gehört noch zur Bewerbung?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Nach dem Anschreiben folgt dein Lebenslauf. Dort stehen Infos zu dir. Dazu gehören: dein Name, deine Adresse, dein Geburtsdatum, von wann bis wann du auf welche Schule gegangen bist, welchen Schulabschluss du hast und welche Praktika du gemacht hast. Du kannst ein Foto von dir hinzufügen, das du am besten von einer Fotografin oder einem Fotografen machen lässt. Als Vorlage kannst du den Muster-Lebenslauf auf planet-beruf.de nutzen.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Was mache ich mit meinen Zeugnissen?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Kopien von deinen Schulzeugnissen und Bescheinigungen für Praktika fügst du nach dem Lebenslauf ein. Damit ist deine Bewerbung vollständig. Deine Dokumente kommen dann alle in eine Bewerbungsmappe. Oder du hast die Dokumente als Scans auf dem Computer und fügst sie alle zu einer PDF-Datei zusammen. Die verschickst du dann im Anhang einer E-Mail.
Übrigens: Im Berufsinformationszentrum (BiZ) gibt es Computer, Scanner und Drucker. Damit kannst du deine Bewerbung schreiben und ausdrucken, Unterlagen einscannen und deine Bewerbung verschicken.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Worauf achte ich bei einer Online-Bewerbung?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Bei einer Online-Bewerbung schickst du deine Bewerbung per E-Mail. Suche dir die Ansprechpartnerin oder den Ansprechpartner aus der Stellenanzeige heraus und leite deine Bewerbungsunterlagen als ein PDF-Dokument an sie oder ihn weiter. In der E-Mail weist du auf deine Bewerbungsunterlagen im Anhang hin. Auch hier ist es wichtig, dass du Rechtschreibfehler vermeidest und dein Anhang nicht zu groß ist, also wenige Megabyte nicht überschreitet. Achte darauf, dass deine E-Mail-Adresse seriös ist, z.B. Vorname- Punkt-Nachname-at-mailmuster.de. Und kontrolliere, ob deine Bewerbungsunterlagen vollständig sind, bevor du sie abschickst.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Ich habe meine Bewerbungsunterlagen verschickt. Was mache ich nun?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Jetzt heißt es abwarten. Entweder wirst du per E-Mail benachrichtigt oder du bekommst einen Anruf. Schaue immer wieder in deinen Spam-Ordner, um nichts zu verpassen, falls die Antwort dort landet.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Noch mehr zum Thema Bewerbung findest du unter Wie bewerbe ich mich?.
Mach dich schlau, es lohnt sich!
In diesem Podcast bekommst du Tipps für dein Bewerbungsfoto.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1 (Nastasja): Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher/in 2 (Angelo): Tipps für dein Bewerbungsfoto - einfach erklärt
Nastasja: Hi, ich bin Nastasja und das ist Angelo.
Angelo: Hallo auch von mir!
Nastasja: In der heutigen Podcastfolge geht es darum, was ein gutes Bewerbungsfoto ausmacht. Und wo du es am besten in deiner Bewerbung platzierst.
Angelo: Moment mal, ich dachte das Thema Bewerbungsfoto sei durch …
Nastasja: Da hast du grundsätzlich Recht. Es ist schon seit vielen Jahren nicht mehr erlaubt, dass Unternehmen ein Bewerbungsfoto verlangen.
Angelo: Sag ich doch die ganze Zeit!
Nastasja: Jetzt warte doch mal. Also, Fotos dürfen nicht gefordert werden, weil Unternehmen in Versuchung kommen könnten, die Bewerberin oder den Bewerber zu nehmen, der ihnen auf den Fotos am besten gefällt. Und genau das ist nicht erlaubt. Trotzdem sind Bewerbungsfotos immer gerne gesehen. Viele Personalverantwortliche finden es gut, wenn sie vorab sehen, mit wem sie es bald zu tun haben könnten.
Angelo: Okay, das habe ich kapiert. Es ist also meine Entscheidung, ob ich ein Bewerbungsfoto mitschicke oder nicht. Was muss ich denn beachten, wenn ich mich dafür entscheide?
Nastasja: Eine ganze Menge! Ein Kinderfoto geht natürlich nicht, auch kein Foto vom letzten Urlaub oder das …
Angelo: Schau mal, das tolle Selfie von mir! Kann ich das für meine Bewerbung verwenden?
Nastasja: Das ist wirklich super! Lass trotzdem besser die Finger davon. Meistens ist ein Selfie nicht geeignet für ein Bewerbungsfoto: es hat den falschen Bildausschnitt, ist zu nah an der Kamera fotografiert, hat keine gute Belichtung oder man sieht den Schatten deines Smartphones. Das spricht alles gegen ein Selfie.
Angelo: Mhm …, heißt das, ich sollte für mein Bewerbungsfoto also am besten in ein professionelles Fotostudio gehen?
Nastasja: Das ist am einfachsten. Wenn du eine sehr gute digitale Kamera oder Handykamera hast und einige Punkte beachtest, kannst du dein Bewerbungsfoto aber auch selbst schießen. Ich erkläre dir gleich, was wichtig ist. Wenn du aber auf Nummer sicher gehen willst, gehe zu einer Fotografin oder einem Fotografen. Das sind Profis und die Investition lohnt sich!
Angelo: Du machst es ja ganz schön spannend! Verrätst du mir jetzt endlich, was ein gutes Bewerbungsfoto ausmacht?
Nastasja: Nur keine Hektik … Wichtig ist erstens der Hintergrund. Er sollte neutral sein. Muster oder Ähnliches lenken ab. Zweitens deine Kleidung: Wähle ein Outfit, das zu deinem Wunschberuf passt und in dem du dich wohl fühlst. Die Kleidung sollte natürlich gut sitzen, sauber und im Idealfall gebügelt sein. Meinst du, du kriegst das hin?
Angelo: Logo!
Nastasja: Nächstes Thema: Haare und Make-up. Auch hier gilt: Nicht übertreiben! Die Hauptsache ist ein gepflegtes Äußeres. Zum Schluss die Körperhaltung. Finde eine Pose, in der du dich wohlfühlst und bleib natürlich. Setze oder stelle dich aufrecht hin und achte auf eine gute Körperspannung. Jetzt nur noch direkt in die Kamera schauen, natürlich lächeln und Auslöser drücken.
Angelo: Gut so?
Nastasja: Ja, genau so, Angelo, jetzt bitte noch atmen!
Angelo: Okay! Und was ist mit der Bearbeitung von Bildern? Wie sieht es da aus? Hast du da auch noch einen Tipp?
Nastasja: Na klar! Das beste Bewerbungsfoto ist das, auf dem du dich selbst wiedererkennst. Das heißt, extreme Filter oder starke Retusche kommen nicht gut an.
Angelo: Okay, danke! Wenn du mit jetzt noch sagst, wo ich mein Foto in der Bewerbung am besten unterbringe, bin ich wunschlos glücklich.
Nastasja: Wenn‘s weiter nicht ist … Es kommt darauf an, ob du ein Deckblatt verwendest oder nicht. Hast du denn eines?
Angelo: Ja. Ein Deckblatt, das habe ich.
Nastasja: Dann fügst du das Bild direkt im Deckblatt ein, bevor du es speicherst und ausdruckst. Wenn du kein Deckblatt hast, platzierst du das Foto auf deinem Lebenslauf oben rechts.
Angelo: Super. Jetzt kann nichts mehr schief gehen.
Nastasja: So, das waren meine wichtigsten Tipps zum Bewerbungsfoto. Wenn du alles nochmal genau nachlesen willst und mehr Tipps bekommen möchtest, dann checke auf planet-beruf.de die Beiträge zum Thema. Du findest sie unter Foto, Anlagen und Versand.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
In diesem Podcast lernst du, welche Fehler bei einer E-Mail-Bewerbung häufig vorkommen und wie du sie vermeiden kannst.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Nina: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Angelo: Online-Bewerbungsformulare - einfach erklärt
Nina: Hey Leute, ich bin’s, Nina!
Angelo: Und ich bin Angelo!
Nina: Heute geht's um Online-Bewerbungsformulare. Angelo möchte sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Stimmt's, Angelo?
Angelo: Ja, genau. ich würde mich gerne als Medienkaufmann Digital und Print bewerben. Ich weiß nur noch nicht ganz genau, wie ich meine Bewerbungsunterlagen verschicken soll.
Nina: Deine Bewerbung musst du aber meistens nicht mit der Post versenden. Soll ich dir erklären, wie das online mit Bewerbungsformularen geht?
Angelo: Super, ja. Da könnte ich echt ein bisschen Hilfe gebrauchen.Wie bewerbe ich mich denn online mit einem Bewerbungsformular?
Nina: Okay, fangen wir mal ganz von vorne an. Einige Unternehmen haben Online-Bewerbungsportale. Du kannst dich dort anmelden und dir offene Stellen anschauen. Wenn dich eine Stelle dann interessiert, bewirbst du dich direkt über das Online-Bewerbungsformular.
Angelo: Aber jetzt erklär das mal ein bisschen genauer! Was ist denn ein Online-Bewerbungsformular?
Nina: Okay, pass auf: Du hast doch bestimmt schon mal ein Kontaktformular auf einer Internetseite gesehen. Ein Online-Bewerbungsformular ist so was Ähnliches. Du findest es auf der Webseite oder dem Bewerbungsportal der Unternehmen. Dort haben sie ihre freien Stellen ausgeschrieben. Mit dem Bewerbungsformular kannst du dich dann direkt auf die Stelle bewerben. Es hat Eingabefelder, in die du dann deine Daten einträgst. Auch deine Bewerbungsunterlagen kannst du dann dort hochladen.
Angelo: Ach so was! Na klar, das hab ich schon mal gesehen.
Nina: Manche Online-Bewerbungsformulare enthalten auch Fragen, mit denen du dich dann selbst einschätzen musst. Dabei geht es dann um deine Kenntnisse, Fähigkeiten oder auch Soft Skills, also, ob du zum Beispiel teamfähig bist. Mach dir also am Besten vorher bewusst, was du gut kannst und beantworte die Fragen ehrlich. Wenn du das Formular fertig ausgefüllt hast und absendest, bekommst du eine Eingangsbestätigung per Mail. Du kannst dann im Bewerbungsportal den Status deiner Bewerbung abfragen, also ob deine Bewerbung zum Beispiel gerade bearbeitet wird.
Angelo: Das heißt also, ich fülle das Bewerbungsformular aus und schicke es ab. Das war’s?
Nina: Naja, ganz so schnell geht das nicht, Angelo! Denk an deine Bewerbungsunterlagen, die musst du ja noch vorbereiten.
Angelo: Ach so! Stimmt, das hätte ich jetzt schon fast wieder vergessen. Das sind doch dann in der Regel das Anschreiben, der Lebenslauf und wichtige Zeugnisse, oder?
Nina: Genau! Und wenn du magst, ein Bild von dir. Deine Unterlagen brauchst du als PDF-Dateien. Wie du die erstellst, steht im Link in den "Weiterführenden Informationen" am Ende der Seite.
Angelo: Klar, das mach ich.
Nina: Und am besten ist es, wenn noch jemand drüberschaut, bevor du alles hochlädst.
Angelo: Da hast du wahrscheinlich Recht. Und wie geht‘s danach weiter?
Nina: Wenn du dann soweit bist, füllst du das Online-Formular aus und trägst deine ganzen persönlichen Daten ein, also Name, Geburtsdatum und was sonst noch so verlangt wird. Dann kannst du deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse hochladen. Und Angelo: Geh sorgfältig vor und nimm dir auch genügend Zeit!
Angelo: Okay, aber dann kann ich alles abschicken, richtig?
Nina: Ja, wenn alles passt, dann kannst du es natürlich abschicken!
Angelo: Wow, das waren schon ganz schön viele Infos! Danke, Nina. Aber ich wette, einen letzten guten Tipp hast du bestimmt noch für mich, oder?
Nina: Verwende wichtige Schlüsselbegriffe, wenn du deine Kenntnisse und Erfahrungen beschreibst. Also, wenn du in einem Praktikum zum Beispiel mit einer bestimmten Software gearbeitet hast, solltest du den vollen Namen der Software unbedingt nennen. Oder wenn du zum Beispiel mit einer speziellen Maschine gearbeitet hast und damit gut umgehen kannst, weil so machst du auf dich aufmerksam und das erhöht dann deine Erfolgschancen, weil die Unternehmen nach diesen Begriffen suchen.
Angelo: Okay, Schlüsselbegriffe. Das hab ich verstanden. Dankeschön, mach's gut!
Nina: Na gerne. Bis bald!
So, ich würde sagen, jetzt steht deiner Online-Bewerbung nichts mehr im Weg, oder? Wenn du noch mehr Infos mehr brauchst, findest du sie unter Digital bewerben.
Klick dich rein! Es lohnt sich.
In diesem Podcast sprechen Nina und Angelo über das Online-Bewerbungsformular und worauf du achten solltest.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Nina: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Angelo: Online-Bewerbungsformulare - einfach erklärt
Nina: Hey Leute, ich bin’s, Nina!
Angelo: Und ich bin Angelo!
Nina: Heute geht's um Online-Bewerbungsformulare. Angelo möchte sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Stimmt's, Angelo?
Angelo: Ja, genau. ich würde mich gerne als Medienkaufmann Digital und Print bewerben. Ich weiß nur noch nicht ganz genau, wie ich meine Bewerbungsunterlagen verschicken soll.
Nina: Deine Bewerbung musst du aber meistens nicht mit der Post versenden. Soll ich dir erklären, wie das online mit Bewerbungsformularen geht?
Angelo: Super, ja. Da könnte ich echt ein bisschen Hilfe gebrauchen.Wie bewerbe ich mich denn online mit einem Bewerbungsformular?
Nina: Okay, fangen wir mal ganz von vorne an. Einige Unternehmen haben Online-Bewerbungsportale. Du kannst dich dort anmelden und dir offene Stellen anschauen. Wenn dich eine Stelle dann interessiert, bewirbst du dich direkt über das Online-Bewerbungsformular.
Angelo: Aber jetzt erklär das mal ein bisschen genauer! Was ist denn ein Online-Bewerbungsformular?
Nina: Okay, pass auf: Du hast doch bestimmt schon mal ein Kontaktformular auf einer Internetseite gesehen. Ein Online-Bewerbungsformular ist so was Ähnliches. Du findest es auf der Webseite oder dem Bewerbungsportal der Unternehmen. Dort haben sie ihre freien Stellen ausgeschrieben. Mit dem Bewerbungsformular kannst du dich dann direkt auf die Stelle bewerben. Es hat Eingabefelder, in die du dann deine Daten einträgst. Auch deine Bewerbungsunterlagen kannst du dann dort hochladen.
Angelo: Ach so was! Na klar, das hab ich schon mal gesehen.
Nina: Manche Online-Bewerbungsformulare enthalten auch Fragen, mit denen du dich dann selbst einschätzen musst. Dabei geht es dann um deine Kenntnisse, Fähigkeiten oder auch Soft Skills, also, ob du zum Beispiel teamfähig bist. Mach dir also am Besten vorher bewusst, was du gut kannst und beantworte die Fragen ehrlich. Wenn du das Formular fertig ausgefüllt hast und absendest, bekommst du eine Eingangsbestätigung per Mail. Du kannst dann im Bewerbungsportal den Status deiner Bewerbung abfragen, also ob deine Bewerbung zum Beispiel gerade bearbeitet wird.
Angelo: Das heißt also, ich fülle das Bewerbungsformular aus und schicke es ab. Das war’s?
Nina: Naja, ganz so schnell geht das nicht, Angelo! Denk an deine Bewerbungsunterlagen, die musst du ja noch vorbereiten.
Angelo: Ach so! Stimmt, das hätte ich jetzt schon fast wieder vergessen. Das sind doch dann in der Regel das Anschreiben, der Lebenslauf und wichtige Zeugnisse, oder?
Nina: Genau! Und wenn du magst, ein Bild von dir. Deine Unterlagen brauchst du als PDF-Dateien. Wie du die erstellst, steht im Link in den "Weiterführenden Informationen" am Ende der Seite.
Angelo: Klar, das mach ich.
Nina: Und am besten ist es, wenn noch jemand drüberschaut, bevor du alles hochlädst.
Angelo: Da hast du wahrscheinlich Recht. Und wie geht‘s danach weiter?
Nina: Wenn du dann soweit bist, füllst du das Online-Formular aus und trägst deine ganzen persönlichen Daten ein, also Name, Geburtsdatum und was sonst noch so verlangt wird. Dann kannst du deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse hochladen. Und Angelo: Geh sorgfältig vor und nimm dir auch genügend Zeit!
Angelo: Okay, aber dann kann ich alles abschicken, richtig?
Nina: Ja, wenn alles passt, dann kannst du es natürlich abschicken!
Angelo: Wow, das waren schon ganz schön viele Infos! Danke, Nina. Aber ich wette, einen letzten guten Tipp hast du bestimmt noch für mich, oder?
Nina: Verwende wichtige Schlüsselbegriffe, wenn du deine Kenntnisse und Erfahrungen beschreibst. Also, wenn du in einem Praktikum zum Beispiel mit einer bestimmten Software gearbeitet hast, solltest du den vollen Namen der Software unbedingt nennen. Oder wenn du zum Beispiel mit einer speziellen Maschine gearbeitet hast und damit gut umgehen kannst, weil so machst du auf dich aufmerksam und das erhöht dann deine Erfolgschancen, weil die Unternehmen nach diesen Begriffen suchen.
Angelo: Okay, Schlüsselbegriffe. Das hab ich verstanden. Dankeschön, mach's gut!
Nina: Na gerne. Bis bald!
So, ich würde sagen, jetzt steht deiner Online-Bewerbung nichts mehr im Weg, oder? Wenn du noch mehr Infos mehr brauchst, findest du sie unter Digital bewerben.
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In diesem Podcast lernst du von Valentina und Florian, wie du ein Auswahlverfahren meisterst, wie Eignungs- und Einstellungstests ablaufen und wie du dich am besten darauf vorbereitest.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Valentina: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
Florian: Auswahlverfahren meistern - einfach erklärt
Valentina: Hey Leute, hier ist Valentina. Florian ist heute auch mit dabei.
Florian: Hallo auch von mir!
Valentina: Wir unterhalten uns heute über den Ablauf von Eignungs- und Einstellungstests und wie man sich am besten darauf vorbereitet. Also, gut aufgepasst!
Florian: Ich dachte immer, ich bewerbe mich bei einem Betrieb, gehe zum Vorstellungsgespräch und mit etwas Glück habe ich dann die Stelle. Welche Rollen spielen denn da jetzt Eignungs- oder Einstellungstests?
Valentina: Das ist tatsächlich nicht immer so, Florian! Es kann sein, dass du dich auf eine Stelle bewirbst und vom Betrieb zu einem Eignungs- oder Einstellungstest eingeladen wirst. Das ist eine Art von Auswahlverfahren. Mit so einem Test wollen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber herausfinden, ob du dich für deinen Wunschberuf eignest.
Florian: Ach so, verstehe. Wie läuft denn so ein Test genau ab?
Valentina: Bei einem Einstellungstest bekommst du Aufgaben aus ganz verschiedenen Bereichen, die du in einer bestimmten Zeit bearbeiten musst. Je nachdem, wo und für welchen Ausbildungsberuf du dich bewirbst, können die Bereiche ein bisschen unterschiedlich sein. Meistens geht es aber um Deutsch, Mathe, Technisches Verständnis, Konzentration und Fragen zu deinem Allgemeinwissen.
Florian: Puh, wie in der Schule! Heißt das jetzt, dass ich für so einen Test vorher richtig lernen muss?
Valentina: Erst mal tief durchatmen! Ein bisschen Aufregung ist natürlich ganz normal. Und du bist nicht in der Schule, also wirst du auch nicht benotet! Aber es lohnt sich, wenn du dich gut auf den Test vorbereitest. Schließlich geht es ja um deinen Wunschberuf. Und du möchtest dem Betrieb zeigen, dass du die oder der Richtige bist!
Florian: Ja klar, da hast du recht! Hast du denn irgendwelche Tipps, wie ich mich auf so einen Test am besten vorbereite?
Valentina: Auf jeden Fall, Florian. Am besten ist es, wenn du dir Testmaterial zum Üben besorgst. Übungsmaterial findest du zum Beispiel in der Orientierungshilfe zu Auswahltests der Bundesagentur für Arbeit, auf Downloads zur Bewerbung.
Was ich dir empfehlen kann: Frische dein Allgemeinwissen auf! Am besten informierst du dich über aktuelle Themen in Zeitschriften und in den Nachrichten. Dann solltest du die Testsituation einmal durchspielen und dir eine Zeit für die Aufgaben setzen. So wie bei einem richtigen Test. Stell dir zum Beispiel für 20 Fragen zum Allgemeinwissen einen Timer für 25-30 Minuten.
Florian: Okay, das werde ich so auf jeden Fall machen. Und ganz allgemein, was sollte ich denn vorher noch beachten?
Valentina: Sei am besten fit und ausgeschlafen. Wie bei einem Vorstellungsgespräch gilt natürlich auch hier: Sei pünktlich! Lieber ein bisschen zu früh als zu spät. Zieh dir ein Outfit an, das du auch beim Vorstellungsgespräch tragen würdest und in dem du dich wohlfühlst. Und erkundige dich vorher, wo genau du hinmusst!
Florian: Danke, Valentina. Das hilft mir jetzt schon mal weiter! Ich denke, wenn ich diese Tipps befolge, dann schaffe ich das schon. Aber was mach ich denn, wenn ich im Test nicht alle Fragen beantworten kann?
Valentina: Das kann natürlich passieren. Aber keine Panik! Wenn du nicht alle Aufgaben schaffst, ist das kein Beinbruch. Manchmal kannst du auch gar nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen. Wenn du nicht weiterkommst, mach einfach mit der nächsten Aufgabe weiter.
Florian: Super, da bin ich jetzt auf jeden Fall beruhigt und mach mir nicht mehr so viele Gedanken. Du hast mir heute echt weitergeholfen, Valentina!
Valentina: Gerne, gerne.
Wenn du noch mehr Infos und Tipps zum Thema Eignungs- und Einstellungstests brauchst, dann gehe auf Eignungs-und Einstellungstests. Hier findest du auch Möglichkeiten, um dich auf deinen Auswahltest vorzubereiten.
Klick dich rein! Es lohnt sich.
Übergangszeit
In diesem Podcast erzählt Fabian als Mitarbeiter des weltwärts-Freiwilligendienstes, welche Optionen es für eine „Auszeit vor dem Studium“ gibt und wie du das Passende für dich finden kannst. Außerdem berichtet Ida von ihren Erfahrungen beim FSJ digital beim DRK.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl-Podcast. Wissenswertes für deinen Weg ins Studium.
studienwahl.de: Oft wünschen sich junge Menschen nach dem Schulabschluss ja erst mal eine Auszeit. Hast du dir das auch schon mal überlegt? Es gibt viele Möglichkeiten, wie du die gestalten kannst. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Freiwilligendienst, einem Au-pair-Aufenthalt oder einfach nur ein Praktikum? Über die verschiedenen Angebote und wie man das Richtige für sich finden kann, spreche ich heute mit Fabian. Er arbeitet für die Koordinationsstelle des weltwärts-Freiwilligendienstes. Außerdem ist Ida zu Gast im Studienwahl-Podcast. Sie macht gerade ihr FSJ Digital beim DRK. Für den digitalen Schwerpunkt wird sie dabei in der Kreissparkasse Eichsfeld eingesetzt. Hallo Ida, hallo Fabian! Schön, dass ihr dabei seid.
Ida: Hallo.
Fabian: Hallo!
studienwahl.de: Ida, magst du uns kurz beschreiben, was du in deinem FSJ Digital eigentlich so machst?
Ida: Klar, gerne. Mein FSJ Digital, das ist quasi aus der Zusammensetzung von der Kreissparkasse Eichsfeld und dem DRK Landesverband Eichsfeld. Aktuell bin ich gerade in der Sparkasse und ich bereite da eben viele Projekte vor zum Thema Soziale Medien. Also, ich gehe in Regelschulen und Gymnasien und erkläre denen quasi, wie sie mit Sozialen Medien umzugehen haben. Also ich erzähle nicht nur, was schön an diesen Sachen ist, sondern eben wo drin auch Gefahren bestehen können, zum Beispiel eben bei Cybermobbing oder Fake News und so weiter. Und das kam auch bisher richtig gut an und die Schülerinnen und Schüler hatten richtig Spaß bei dem Projekt und haben auch richtig gut mitgearbeitet. Außerdem habe ich jetzt auch gerade noch ein Projekt laufen, das nennt sich „Mein Smartphone & ich“ und da lade ich mir dann so circa 10 bis 15 Seniorinnen und Senioren ein. Dann entdecken wir quasi gemeinsam die Welt des Smartphones. Sei es jetzt nur eine Nachricht über WhatsApp schreiben oder Fotos in den Status senden oder eben: Wie benutze ich Kalenderapps auf meinem Smartphone? usw. und aktuell, was jetzt gerade noch ganz frisch kommt, aber was erst im nächsten Jahr anläuft, ist quasi ein Projekt für die Grundschule zum Thema finanzielle Bildung. Das bereite ich eben auch so vor.
studienwahl.de: Ja, klingt auf jeden Fall vielseitig. Warum hast du dich denn für die Auszeit vor dem Studium entschieden?
Ida: Ich wusste ganz lange nicht, was ich machen sollte. Und ich war auch komplett perspektivlos, weil ich war die ganze Zeit so im Abi-Stress und erst mal Abi hinter mich bringen und dann mal gucken. Viele von meinen Freundinnen und Freunden, die waren halt so, ja, die wissen schon ganz genau, was sie machen wollen. Und ich war die ganze Zeit so: Ja, ich muss überlegen, ich, ich lasse mir da noch Zeit und im Endeffekt wusste ich dann immer noch nicht, was ich machen will. Und dann habe ich gedacht: Machst du doch erst mal ein FSJ. Ich wusste jetzt noch nicht genau wo. Also, mich hat auch so Sachen wie Tierheim, hat mich auch interessiert und dann habe ich eben dieses Angebot schon gefunden und ich habe mir gedacht: Naja, FSJ Digital, das hört sich doch cool an! Ich bin sowieso sehr verbunden mit den Sozialen Medien. Also ich nutze das ja auch jeden Tag und gerade in meiner Generation sind ja Soziale Medien total auf dem Höchststand. Deswegen habe ich das einfach gemacht als Auszeit, bis ich dann halt was Richtiges sozusagen anfange.
studienwahl.de: Fabian, was sind denn aus deiner Sicht Gründe, weshalb junge Leute nicht direkt in ein Studium oder in die Ausbildung starten wollen?
Fabian: Ja, das eine hat Ida ja schon gerade gesagt, dieses sich orientieren, ne? Also wenn ich jetzt mit der Schule fertig bin, ist die Frage vielleicht: Wie geht es weiter? Da hilft natürlich so eine Auszeit, die eigenen Interessen und Ziele zu erkunden. Bevor ich jetzt eine immer größere Entscheidung treffe, wie es zukünftig mit mir weitergeht beruflich. Das andere ist auch schon angeklungen, was Ida zu ihren Freundinnen und Freunden gesagt hat: Vielleicht habe ich ja auch schon konkrete eigene Pläne und möchte die aber noch mal ein bisschen abtasten oder schauen: Ist das wirklich auch das Richtige für mich? So eine Art Berufsorientierung. Und das kann ich zum Beispiel mit einem Praktikum machen oder auch im Freiwilligendienst, um ja Einblicke in ein Arbeitsfeld, ein potenzielles, zu gewinnen. Und ich arbeite beim weltwärts-Freiwilligendienst, da kann man das im Ausland machen, noch mal in einem ganz anderen Land und dann in neuem Kontext auch sein. Und da lerne ich mich und meine Interessen vielleicht auch noch mal ganz anders kennen. Ansonsten kann natürlich auch eine Auszeit im Vordergrund stehen. Wenn ich jetzt über mehrere Jahre ja in der Schule war und viel Lern-Input bekommen habe, möchte ich vielleicht, bevor ich jetzt neuen theoretischen Input, sei es durch eine Ausbildung oder ein Studium bekomme, vielleicht auch einfach mal eine Auszeit mir nehmen. Und das wäre natürlich dann auch ein guter Zeitpunkt, so wenn ich gerade die Schule abschließe, das da zu machen.
studienwahl.de: Jetzt hast du schon ein paar genannt, welche Arten von Auszeiten es alles gibt.
Fabian: Also ich könnte vielleicht auch noch ergänzen neben Praktikum und Freiwilligendienst gibt es natürlich auch noch Workcamps, gibt es Sprachreisen, gibt es Work and Travel, gibt es Au-pair.
studienwahl.de: Wo kann man sich denn darüber informieren?
Fabian: Da gibt es natürlich unterschiedliche Online-Plattformen, auf denen ich mich informieren kann. Natürlich, über Social Media machen das auch viele, gerade jüngere Leute. Es gibt dieses klassische Word-to-Mouth im Freundes- und Bekanntenkreis, das mir eine Person erzählt: „Ach übrigens, ich habe einen Freiwilligendienst gemacht oder ein Praktikum. Und das hat mir geholfen. Das war super.“ Ja, ansonsten gibt es natürlich auch Beratungsstellen wie: Jugendzentren bieten das manchmal an oder Berufsberatungen. Um mal eine Plattform jetzt zu nennen, das wäre „Rausvonzuhaus“. Da kann ich mich ein bisschen führen lassen. Also wenn ich zum Beispiel schon weiß, ich möchte einen Freiwilligendienst machen, dann kann ich da anklicken und dann werden mir die verschiedenen Angebote gezeigt. Oder wenn ich noch gar nicht weiß, was ich machen möchte, werde ich so anhand von Fragen durchgeführt. Da werden so ein bisschen meine Interessen abgefragt und dann setzt so ein Filter ein und am Ende bekomme ich ein Ergebnis – „Für dich wäre ein Freiwilligendienst gut.“ oder „Für dich wäre eine Sprachreise das Richtige.“ – anhand von dem, was ich eingegeben habe. Und ansonsten, wenn ich das lieber mal vor Ort machen möchte, mich beraten lassen möchte: Es gibt sogenannte Jugendbildungsmessen, auch die sind immer in verschiedenen Städten. Das kann man ganz leicht recherchieren, auch online. Da sind dann viele Anbieter auf einem Ort. Ich kann direkt sehen, die haben auch von Sprachreisen, Praktika über Freiwilligendienste bieten die unterschiedliche Sachen an. Ich kann ins direkte Gespräch gehen und das wäre eine sehr konkrete und praktische Möglichkeit, mich auch zu informieren.
studienwahl.de: Ida, du hast jetzt ja schon beschrieben, dass du ein bisschen reingepurzelt bist in dein FSJ Digital. Hätte es denn jetzt grundsätzlich auch Alternativen gegeben? Also hättest du dir vorstellen können, ins Ausland zu gehen, zum Beispiel.
Ida: Ins Ausland wäre ich auch gerne gegangen. Also ich habe auch mal mit dem Gedanken gespielt, 1 Jahr in Kanada eben so eine Reise sozusagen zu machen. Nur als ich das dann so bei meinen Eltern angeteasert habe, waren die direkt so: „Was? Alleine ins Ausland? Und du bist doch noch so jung, bist du dir wirklich sicher?“ Und na klar, wenn man da jetzt mit 17 diesen Gedanken hat, dann verspielt man den halt auch ganz schnell wieder, weil erstens ich habe auch nicht genug Geld, diese Reise irgendwie erst mal zu bewerkstelligen und dann frisch aus der Schule, deswegen. Also es lag jetzt einerseits auch daran, dass es meine Eltern mir nicht erlaubt haben und dass ich selber auch zu große Angst hatte, aber im Nachhinein hätte ich es mich, glaube ich, doch eher trauen müssen. Also ich glaube, im Nachhinein wäre das auch eine coole Alternative gewesen.
studienwahl.de: Was gefällt dir denn jetzt aktuell an deinem FSJ Digital am besten?
Ida: Mir gefällt am besten, dass ich viele eigene Projekte machen kann. Sei es jetzt vom DRK aus Projekte oder von der Sparkasse aus Projekte. Es ist einfach cool, dass die mich sozusagen erst mal machen lassen. Also klar hat immer noch jemand ein Auge darauf und gibt mir auch noch Input zu einzelnen Sachen. Aber zum Beispiel „Mein Smartphone & ich“, das kann ich sozusagen alleine auf die Beine stellen. Und da habe ich jetzt keine von meinen Kolleginnen und Kollegen, die dann sagen „Ja, aber mach das nicht, lieber so“ oder „Du darfst das jetzt nicht machen, weil...“ die helfen mir einfach richtig gut dabei. Man hat schon sehr viel Rückhalt. Ich finde das einfach richtig schön.
studienwahl.de: Was war denn die größte Herausforderung bisher?
Ida: Größte Herausforderung war auch jetzt so, mich zu überwinden, vor so einem Publikum zu sprechen. Sei es jetzt eben Regelschule oder Gymnasium, wo 14-Jährige vor dir sitzen oder jetzt eben in dem Seniorenkurs. Ich habe mir da selber auch sehr viel Druck gemacht, dass die jetzt eben was von Grund auf Schlechtes von mir denken und erst mal skeptisch in die ganze Sache reingehen. Und mich dann so zu überwinden und zu sagen „Jo, ich gehe da jetzt hin und ich halte da jetzt einen Vortrag vor denen oder ich gestalte jetzt eben eine Unterrichtsstunde mit denen.“ Das hat mir auch also richtig viel geholfen, dass ich jetzt auch selbstbewusster und vielleicht ein bisschen extrovertierter werde. Ich glaube, am Anfang von meinem FSJ, da war ich so eine stille kleine Maus. Ich hatte Angst vor den meisten Sachen, weil ich immer dachte, wenn ich jetzt irgendwas falsch mache. Aber im Endeffekt habe ich einfach nur gelernt, ich kann nichts falsch machen, ich muss es einfach nur gut verkaufen und gut rüberbringen, sozusagen.
studienwahl.de: Ja, und selbst wenn man Fehler macht, die gehören ja auch einfach dazu.
Ida: Genau.
studienwahl.de: Fabian kannst du uns noch weitere Vorteile nennen, die Freiwilligendienste oder Auszeiten im Ausland mit sich bringen?
Fabian: Was gerade natürlich schon gesagt wurde, das ist ganz wichtig, so die persönliche Entwicklung und übergreifend würde ich sagen im Ausland vor allen Dingen neue Perspektiven. Also ich bewege mich ja außerhalb der gewohnten Umgebung und Kultur. Es herrscht ein anderes Mindset, es werden Dinge anders betrachtet, organisiert, angegangen. Und da kann ich persönlich natürlich auch dann viel lernen von den Leuten und auch über mich selbst dann, wie ich darauf reagiere. Natürlich ist auch immer die Frage: Wer lernt von wem und wie viel? Also was nehmen die Menschen vor Ort denn von mir mit, von meinem Input, von meiner Persönlichkeit und was ich von ihnen? Aber im besten Falle würde ich sagen, entstehen auch Freundschaften und Netzwerke fürs Leben. Also das hören wir auch ganz oft, zum Beispiel bei weltwärts-Freiwilligen, dass die noch lange nach ihrem Dienst Kontakt haben zu den Mitarbeitenden vor Ort, zu Freundinnen und Freunden, dass da wirklich tiefe Freundschaften entstehen. Diese Unabhängigkeit, Selbstständigkeit. Je nachdem, gehe ich über einen Anbieter oder organisiere ich mir das selbst? Allein dann diese Planung und Durchführung stärkt natürlich dann auch die so Fähigkeiten wie Eigenverantwortung, Problemlösung auch dann vor Ort. Wie reagiere ich auf Dinge? Und wenn man jetzt noch wirklich on the paper Sachen erwähnen möchte, bieten natürlich staatlich anerkannte Freiwilligendienste auch den Vorteil, dass sie als Ausbildungszeit anerkannt werden. Also wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es auch weiterhin Kindergeld. Das Thema Finanzen klang ja gerade schon an, also da kann ich dann weiterhin oder meine Eltern, je nachdem wie es aufgeteilt ist, Kindergeld beziehen oder auch, das ist natürlich immer mit der jeweiligen Hochschule dann zu klären: Kann so ein staatlich anerkannter Freiwilligendienst auch als Wartezeit oder auch als Pflichtpraktikum anerkannt werden. Also wenn ich im Studium bin, Ida, es ist noch nicht zu spät. Du kannst auch noch gerne weltwärts machen oder auch nach dem Bachelor, geht auch beides.
Ida: Okay.
studienwahl.de: Was sind denn so deine persönlichen Vorteile, Ida, die du noch siehst?
Ida: Einerseits, dass ich halt sehr gut vernetzt bin. Also ich habe viele neue Leute kennengelernt und viele neue Kontakte sozusagen geknüpft, wo ich jetzt auch so Verbindungen habe zu verschiedenen Schulen, Sozialarbeiterinnen, die eben auch bei manchen Projekten gut unter die Arme greifen können. Oder es gibt eben noch ein weiteres Angebot für Smartphonekurse von einem anderen Unternehmen. Die habe ich jetzt auch in der Zeit mittlerweile kennengelernt. Das heißt, ich kann mit der auch sozusagen vernetzen. Und vom DRK aus habe ich vier Seminarwochen gehabt und da habe ich eben viele andere FSJlerinnen und FSJler kennengelernt. Die haben natürlich eher so in die Richtung Pflege oder Krankenhaus ihr FSJ gemacht. Aber da sind eben auch viele Freundschaften entstanden und mit manchen werde ich dann auch noch weiterhin Kontakt halten oder ab und zu mal schreiben, wie es läuft.
studienwahl.de: Jetzt ging es eben schon darum, dass man das ja irgendwie planen muss. Fabian, was sind so deine Tipps? Worauf muss ich auf jeden Fall achten, wenn ich die Planung angehe?
Fabian: Ich würde sagen, am Anfang auch die Frage des Warums. Warum möchte ich denn eine Auszeit nehmen? Warum möchte ich vielleicht ins Ausland? Das ist, denke ich, sehr sinnvoll, das zu haben, also Thema Selbstreflexion und Ziele zu setzen. Dann die Recherche, über die haben wir jetzt ja schon gesprochen. Das Thema Budget ist auch schon angeklungen, damit verbunden auch die Dauer. Wie lange kann/möchte ich denn ins Ausland? Wie viel Geld habe ich zur Verfügung und matcht das mit dem Programm oder meinen Zielen? Es kommt natürlich darauf an, was ich machen möchte. Wenn ich viel reisen möchte vor Ort, dann mache ich vielleicht eher Work and Travel und dann organisiere ich mir vielleicht mehr selber. Wenn ich jetzt aber, wie gerade angeklungen ist, eher jemand bin, der ich weiß noch nicht. Und viel Respekt zum ersten Mal vielleicht allein im Ausland. Und wie schaffe ich das? Dann ist vielleicht so ein organisierter Freiwilligendienst das Bessere und das Richtige für mich, weil ich da einen organisierten Rahmen habe. Ich habe Organisationen, die machen eine Vorbereitung, ein Zwischenseminar mit mir, eine Nachbereitung, ich habe eine Einsatzstelle vor Ort, ich habe eine Gastfamilie oder WG, in der ich wohne. Ich habe einen Mentor/Mentorin, also da bin ich dann ganz anders eingebettet. Und das sich so bewusst zu machen, dass es auch einfach verschiedene Angebote gibt, je nachdem welcher Typ ich jetzt bin. Ich glaube, das ist auch noch mal sehr wichtig. Ansonsten sind natürlich Sachen wie Versicherungen, Auslandskrankenschutz-Versicherung: Wie lange gilt die? etc. Was ist da abgedeckt? Das Thema Gesundheit: Gibt es gewisse Pflichtimpfungen bei der Einreise? Also sich da auch von dem Hausarzt/Hausärztin oder anderen beraten lassen. Das ganze Thema Aufenthalt vor Ort ist natürlich auch wichtig. Also wie wohne ich? Thema Finanzen: Was sind die Kosten vor Ort? Womit muss ich rechnen? Was ist die Infrastruktur vor Ort jetzt für Transport etc. Also gibt es da Apps zum Beispiel oder erfolgt das klassisch mit, je nachdem wo ich bin, Kleinbussen etc. Wie läuft das dann ab? Visum natürlich: Was gilt da? Welches brauche ich? Welches ist das Richtige für mein Vorhaben? Ist es ein Touristen- oder ein Arbeitsvisum? Was sind da die Vorgaben? Wenn ich darauf angewiesen bin natürlich: Thema Barrierefreiheit. Ist natürlich auch ein wichtiger Punkt. Und ansonsten: der Reisezeitraum. Also wenn ich jetzt sagen wir mal, ein bisschen reisen möchte, eher, wenn ich jetzt nicht an einem Ort bin für länger, klimatisch, wann ist der richtige Zeitpunkt? Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt natürlich auch berücksichtigen. Gibt es Regionen, in denen ich aufpassen muss? Worauf muss ich aufpassen? Und natürlich so dieser Klassiker, so gewisse No Gos vor Ort oder kulturelle Fettnäpfchen. Man wird nicht alles vermeiden können, das ist klar. Aber das gehört einfach dazu. Und last but not least würde ich vielleicht sagen so auf dieser persönlichen oder psychischen Ebene, wenn man möchte. Ich denke, je nachdem, wohin ich gehe und was, mir schon bekannt ist oder auch nicht, gehört ein Kulturschock auch dazu. Also sich darauf auch einstellen, das ist auch normal. Die Frage ist natürlich dann, wie gehe ich damit um? Da hat jede Person natürlich andere Bedürfnisse und dementsprechend vielleicht greifen andere Methoden. Aber ansonsten offen sein, würde ich auch sagen. Offen für Neues. Neugierig wirklich sich zu fragen: Also was läuft denn da anders und warum? Versuchen zu verstehen und von den Menschen vor Ort zu lernen. Und eine Prise Gelassenheit ist, glaube ich, auch immer sehr gut. Also ich muss nicht alles verstehen und werde vielleicht auch nicht alles verstehen. Und es reicht vielleicht auch einfach mal Dinge so wahrzunehmen und zu akzeptieren, wie sie sind.
studienwahl.de: Einfach mitzunehmen. Möchtet ihr noch was ergänzen? Ein Fazit zu euren Erfahrungen?
Fabian: Also ich kann nur sagen, ich habe selbst damals auch einen Freiwilligendienst gemacht. Ich habe dadurch sehr viele neue Perspektiven und Eindrücke gewonnen, habe viel auch über mich selbst gelernt, über die Interaktion dann mit den Menschen vor Ort und wie ich darauf reagiere. Also es war eine sehr spannende, lehrreiche Zeit. Auch nicht immer einfach, das gehört auch dazu. Für mich war es in dem Moment auch genau das Richtige und jede/jeder, die/der sich jetzt davon angesprochen fühlt, kann ich es nur ans Herz legen.
Ida: Ich kann das auch nur zustimmen. Also ich würde es prinzipiell jedem empfehlen, erst mal ein FSJ oder ein Auslandsjahr zu machen, weil wann hat man mal wieder die Möglichkeit? Ich höre das schon immer prinzipiell bei jedem älteren Menschen im Kopf, von wegen: Ja sich selber finden und ein Auslandsjahr oder ein FSJ zu machen, ist das nicht voll die Zeitverschwendung? Aber für mich persönlich war es absolut keine Zeitverschwendung. Ich habe so viel über mich selbst gelernt. Ich habe so viele andere Leute kennengelernt. Ich bin so an mir gewachsen, dass ich jetzt sage: Ja, ich bin bereit, den nächsten Schritt sozusagen zu wagen. Also ich habe von meinem FSJ-Träger so viel Rückhalt bekommen und so viel Zuspruch, dass die quasi gesagt haben Ida, du brauchst gar nicht schüchtern zu sein, zeig dich der Welt. Und ich finde, das kann man eben mit so einem Auslandsjahr oder mit einem FSJ eben sehr gut erreichen, dass man sich quasi einfach selber verwirklicht und sein eigenes Ich sozusagen besser kennenlernt. Und ich finde, das hat mir das FSJ einfach gebracht, dass ich mich selbst besser kennengelernt habe.
studienwahl.de: Ja, also ich würde auch sagen, es lohnt sich auf jeden Fall, so einen Schritt zu gehen. Auch wenn man eben Hemmungen hat. Wie Fabian vorhin ja aufgezählt hat, könnte man sich ja einfach eine Checkliste schreiben: Was muss ich berücksichtigen? Woran muss ich denken? Dass man so für sich die groben Eckpunkte vorab geklärt hat und dann einfach trauen. Und ein bisschen Aufregung gehört natürlich dazu und auch vielleicht Heimweh oder Unsicherheiten. Dafür ist man ja auch ein junger Mensch. Und ich denke, das Umfeld weiß auch darum, dass es genauso ist.
Fabian: Genau.
studienwahl.de: Dann danke ich euch für das schöne Gespräch.
Fabian: Danke auch.
studienwahl.de: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Ida: Mir auch.
studienwahl.de: Wenn du jetzt noch mehr zum Thema Auszeit vor dem Studium erfahren möchtest, warten auf studienwahl.de noch weitere spannende Beiträge. Dort findest du Erfahrungsberichte vom Freiwilligen Sozialen Jahr beim Fußballverein, vom 9-monatigen Au-pair-Aufenthalt bei einer Gastfamilie in Irland oder dem Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr. So vielseitig wie unsere eigenen Interessen sind wohl auch die Angebote für eine solche Auszeit. Ich hoffe, du findest für dich die passende Option.
studienwahl.de: Das war der Podcast von studienwahl.de. Redaktion und Produktion: Anne Kreitlein für den Meramo Verlag, im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.

