Tipps für Eltern: Studien- und Berufswahl begleiten

Ihr Kind steht vor einer großen Herausforderung: Den passenden Beruf oder das passende Studium zu finden. Dabei sind Sie als Eltern wichtige Partner. Wir informieren Sie, wie Sie Ihr Kind unterstützen können und welche finanziellen Fördermöglichkeiten es gibt. Erfahren Sie auch, welche Ansprechpartner/-innen es bei Problemen in Ausbildung oder Studium gibt.
 

Sie können Ihrem Kind bei seiner Entscheidung beratend zur Seite stehen – denn Sie kennen es am besten. Sprechen Sie mit Ihrem Sohn bzw. Ihrer Tochter frühzeitig über seine Talente und Begabungen – am besten schon zwei Jahre vor dem Ausbildungs- oder Studienbeginn. Regen Sie dazu an, über mögliche Berufe und Studiengänge nachzudenken, die zu den Stärken passen.

Informieren Sie sich, indem Sie Elternabende der Berufsberatung, der Schulen oder Ausbildungsmessen besuchen. Auch während der Bewerbungsphase können Sie Ihrem Kind begleitend zur Seite stehen. Es kann von Ihren Erfahrungen bestimmt profitieren.

Viele weitere Tipps finden Eltern und Erziehungsberechtigte in den Informationsportalen planet-beruf.de und abi.de.

Bei Fragen hilft die Berufsberatung Ihrem Kind und Ihnen gerne auch persönlich weiter.

Vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei).

Der Ausbildungsberuf oder das Studium sollte zu den Stärken und Interessen Ihres Kindes passen. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, worin es besonders gut ist. Sehen Sie sich zum Beispiel gemeinsam auf einer Ausbildungsmesse um. Vielleicht ergibt sich im Kontakt zu den Firmen die Gelegenheit, ein Praktikum zu machen.

Will Ihr Kind eine Ausbildung machen, dann kann es das Selbsterkundungstool  zur Orientierung nutzen. Für welche Berufe Ihr Kind gut geeignet ist, lässt sich mit dem Berufswahltest (BWT) des Berufspsychologischen Services (BPS) herausfinden.

Will es studieren, dann kann die Beratungsfachkraft der Agentur für Arbeit einen studienfeldbezogenen Beratungstest des BPS vorschlagen.

Im Internet finden sich weitere Eignungstests und Self-Assessments zur Studienorientierung .

Sprechen Sie auch mit den Lehrkräften Ihres Kindes. Diese kennen seine schulischen Stärken. Besuchen Sie mit Ihrem Kind das Berufsinformationszentrum (BiZ) und vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

Der Weg bis zur beruflichen Entscheidung kann lange dauern und Berufswünsche können sich ändern. Das ist ganz normal. Bleiben Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter im Gespräch. Ermuntern und begleiten Sie Ihr Kind, bis die Entscheidung getroffen ist.

Folgende Angebote zur Finanzierung bzw. Unterstützung können unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden:

  • Kindergeld oder steuerlicher Kinderfreibetrag:

Sie haben bis zum 25. Lebensjahr Ihres Kindes Anspruch auf Kindergeld. Vorausgesetzt, Ihr Kind ist in der Ausbildung oder im Studium und ledig. Sie können anstelle des Kindergeldes auch den steuerlichen Kinderfreibetrag wählen.

  • BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz):

Ist es Ihnen nicht möglich, die schulische Ausbildung oder ein Studium zu finanzieren? Dann kann Ihr Kind BAföG beantragen. Wie viel Geld Ihr Kind erhält, hängt von Ihrem Einkommen und Vermögen ab.

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB):

Ihr Kind macht eine duale Ausbildung und muss zum Beispiel dafür umziehen. Dann können Sie bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf BAB stellen. Mithilfe des BAB-Rechners können Sie prüfen, ob Anspruch besteht. Gerne beraten wir Sie, welche weiteren Voraussetzungen für den Erhalt zu erfüllen sind.

Zur finanziellen Unterstützung einer Ausbildung oder eines Studiums können eventuell auch Stipendien genutzt werden. Einen Überblick finden Sie im Stipendienlotsen, der Stipendiendatenbank der Bundesregierung.

Voraussichtliche Arbeitsmarktchancen haben oft einen Einfluss auf die Studien- und Berufswahl. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt auch kurzfristig wieder ändern kann. Als sicher gilt, dass Fachkräfte – ob mit Ausbildung oder Studium – auch in Zukunft gefragt sein werden. Ein Ausbildungs- oder Studienabschluss ist heute oft die erste Eintrittskarte in das Berufsleben. "Zukunft" im Beruf ist in der Regel mit lebenslangem Lernen und regelmäßiger Weiterbildung verbunden.

Über Trends auf dem Arbeitsmarkt informieren zum Beispiel branchen- und berufsspezifische Veröffentlichungen der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Auch zum Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker gibt es eine Reihe von Broschüren. Auch hier gilt: Eine Entwicklung, die sich für die Vergangenheit nachweisen lässt, kann die Zukunft nicht vorhersagen. Sie können sich gerne auch über die Berufsberatung und das BiZ über aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt informieren.

Ihr Kind möchte die Ausbildung oder das Studium abbrechen? Dann ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind in dieser schwierigen Situation unterstützen. Vielleicht können Sie gemeinsam eine Lösung finden und einen Abbruch vermeiden. Wenn Sie Hilfe brauchen, wenden Sie sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit.

Je nachdem, welchen Bildungsweg Ihr Kind wählt, gibt es unterschiedliche Ansprechpartner/-innen:

  • Bei drohendem Ausbildungsabbruch hilft die Ausbildungsberatung der Industrie- und Handelskammern (IHK) bzw. der Handwerkskammern. Diese kann mit Ihrem Kind und dem Ausbildungsbetrieb sprechen. Auch die Berufsschule kann behilflich sein. Wenden Sie sich dort an die jeweiligen Beratungslehrkräfte oder Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.
  • Für den Fall eines drohenden Studienabbruchs gibt es ein breites Beratungs- und Unterstützungsangebot. Erste Anlaufstelle sind die Studienberaterinnen und Studienberater der Hochschulen und ein Netzwerk aus vielen weiteren Beratungsstellen. Auch die Beraterinnen und Berater für akademische Berufe sowie die Hochschulteams der Agenturen für Arbeit helfen gerne weiter, wenn es Probleme im Studium gibt - vereinbaren Sie einen Termin unter 0800 4 5555 00 (kostenfrei).