Elektrotechnik studieren: Ein Studium im MINT-Bereich

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Johanna (20) hat bei ihrem Vater erlebt, wie viel Elektrotechnik-Wissen auch im Alltag bewirkt. Heute studiert sie selbst im 4. Semester dual Elektrotechnik und Informationstechnik.

Vorteile des dualen Studiums

Auf der Suche nach dem passenden Studiengang hat sich Johanna bei der „CampusThüringenTour“ über die regionalen, MINT-orientierten Hochschulen und Universitäten informiert. „Ich möchte finanziell eigenständig leben“, erzählt sie. Deshalb fiel ihre Wahl auf ein duales Studium an der Hochschule Schmalkalden. Ihren Lebensunterhalt kann sie vollständig durch ihr Einkommen als duale Studentin finanzieren. Außerdem war es ihr wichtig, bereits in dieser Zeit Teil der Arbeitswelt zu sein. Dadurch erkennt sie unmittelbar, welchen Stellenwert die theoretischen Studieninhalte für ihre berufliche Zukunft haben. Zusätzlich profitiert sie während der vorlesungsfreien Zeit von einem regulären Urlaubsanspruch im Betrieb, wie eine reguläre Auszubildende.

Studienalltag mit Abwechslung 

Johanna nimmt von Montag bis Donnerstag am regulären Studienalltag teil. In den Semesterferien und jeden Freitag arbeitet sie studienbegleitend in einem Betrieb. Sie empfindet die Abwechslung von Theorie und Praxis als sehr hilfreich: „Ohne die theoretischen Inhalte der Vorlesungen würde mir der Überblick bei praktischen Aufgaben fehlen, und durch die Praxis kann ich die Inhalte besser verinnerlichen.“

In den ersten 3 Semestern belegte Johanna Grundlagenfächer. „Der Fokus liegt auf Mathematik, Physik sowie den Grundzügen der Elektrotechnik sowie Informatik und digitale Schaltungen“, erzählt sie. Zusätzlich besuchte sie auch nichttechnische Fächer wie etwa Englisch oder Betriebswirtschaftslehre (BWL).

In den folgenden Semestern kommen Wahlfächer hinzu, die verschiedene Spezialisierungsrichtungen ermöglichen: „Durch regelmäßige Projekte und Einblicke in die Bereiche kann ich mein neues Wissen mit der Praxis abgleichen.“

Studien- und Berufswahl im MINT-Bereich

Auch wenn du noch nicht ausreichend Vorkenntnisse im MINT-Bereich mitbringst, empfiehlt Johanna, es bei Interesse dennoch auszuprobieren. Sie selbst hatte in der Oberstufe zwar viele naturwissenschaftliche Fächer belegt, aber kaum praktische technische Erfahrung gesammelt. Diese Lücke schloss sie vor allem durch praxisnahe Inhalte im dualen Studium, zum Beispiel den direkten Umgang mit elektrischen Schaltungen und Messgeräten im Betrieb.

Johanna,
20, studiert Elektrotechnik und Informationstechnik

„Wenn euch diese Inhalte interessieren, schreckt nicht vor den augenscheinlichen Hürden zurück. Es ist viel Arbeit, aber machbar und die Komplexität lässt sich gut herunterbrechen. Die Professoren und Dozenten sind sehr unterstützend und helfen bei Fragen gern.“

Zudem sind die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sehr vielseitig: Studierende können sich auf verschiedene Schwerpunkte spezialisieren, zum Beispiel im Informatikbereich, der Energie- oder Automatisierungstechnik: „Man kann sich aber auch mit physiklastigeren Inhalten, wie optischer Nachrichtentechnik und Materialwissenschaften auseinandersetzen.“ 

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Berufsaussichten wider: Elektrotechnik gilt aktuell als eine der gefragtesten Ingenieurdisziplinen. Wie leicht du mit einer bestimmten Fachrichtung eine passende Stelle findest, hängt von der Region und der Nachfrage vor Ort ab. Das erlebt Johanna auch bei Mitstudierenden aus verwandten Studiengängen.

Johanna selbst interessiert sich am meisten für die Arbeit im FPGA-Design und möchte sich in diesem Bereich weiterbilden. Dabei entwirft sie mithilfe von Codes digitale Schaltungen für komplexe Anwendungsbereiche. Einen Masterabschluss strebt sie auf jeden Fall an. Außerdem zieht sie es in Betracht, im Ausland mehr Studien- und Praxiserfahrung zu sammeln.

Tipp:Hinweis: Ein Studium im MINT-Bereich bietet dir gute Berufsaussichten und eine sichere Zukunft. Arbeitskräfte sind hier sehr gefragt und du hast viele Karrieremöglichkeiten. Erfahre mehr im Beitrag MINT-Berufe.

Johannas Tipps

Johannas Tipp an alle, die dual studieren wollen: „Schaut zuerst nach Praxispartnern und informiert euch anschließend über die möglichen Hochschulen. So schränkt sich die Auswahl schneller ein.“ Zudem hatte sie bereits in ihrer Schulzeit Praktika in den Unternehmen absolviert, bei denen sie sich später für ihr Studium beworben hat. Sie empfiehlt außerdem, Kontakt zu Professorinnen und Professoren zu pflegen, ein Schnupperstudium zu machen und sich mit Studierenden vor Ort über den Alltag in der Stadt auszutauschen. So ist man später von nichts wirklich überrascht.

Das Wichtigste zum Studium

Das grundständige Studienfach Elektrotechnik vermittelt grundlegende wissenschaftliche und praktische Kenntnisse in Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Es führt zu einem ersten Hochschulabschluss. Im Grundstudium stehen vor allem Mathematik und Physik im Fokus, dazu Grundlagen der Elektrotechnik, Informatik und digitale Schaltungen. In den höheren Semestern kannst du dich auf verschiedene Vertiefungsrichtungen spezialisieren, unter anderem Automatisierungstechnik, Energietechnik, Fahrzeugelektronik, Embedded Systems oder Informationstechnik. Je nach Hochschule unterscheiden sich die angebotenen Vertiefungen.

Duales Studium. Je nach Hochschule und Studiengang gibt es unterschiedliche Modelle: Beim Blockmodell wechseln sich mehrwöchige Theorie- und Praxisphasen ab, beim Wochenmodell verbringst du einzelne Wochentage im Betrieb und den Rest an der Hochschule. Dazu kommen oft Praxissemester und Projektarbeiten, die du gemeinsam mit deinem Praxispartner durchführst.

Je nach Hochschule und Studienmodell dauert ein duales Elektrotechnik-Studium in der Regel zwischen 3,5 und 4,5 Jahren (7 bis 9 Semester).

Voraussetzung ist in der Regel die allgemeine oder gegebenenfalls die fachgebundene Hochschulreife. Bei dualen Studiengängen brauchst du meist einen Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag mit einem geeigneten Unternehmen (sogenannter Praxispartner). Darüber hinaus solltest du Interesse an Mathematik, Physik und Technik mitbringen sowie Freude an analytischem und lösungsorientiertem Denken. Auch Teamfähigkeit ist wichtig, da du im Studium und im Betrieb eng mit anderen zusammenarbeitest.

Für duale Studiengänge bewirbst du dich meist zuerst bei einem Praxispartner-Unternehmen und danach an der Hochschule. Die Bewerbungsfristen liegen oft deutlich früher als bei einem regulären Studium, teils schon ein Jahr vor Studienbeginn. Informiere dich daher frühzeitig bei den Unternehmen und Hochschulen über die jeweiligen Fristen.

Neben deinem Schulabschluss spielt bei der Bewerbung meist auch ein Auswahlverfahren beim Praxispartner eine Rolle, etwa ein Vorstellungsgespräch oder ein Eignungstest. Manche Hochschulen führen zusätzlich ein eigenes Auswahlverfahren durch.

Nach dem Bachelorabschluss stehen dir viele Wege offen: Du kannst direkt in den Beruf einsteigen, dich auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisieren, beispielsweise auf Automatisierungstechnik oder Energietechnik. Auch ein Masterstudium ist möglich, etwa um dich auf ein Forschungs- oder Führungsgebiet vorzubereiten. Wenn du bereits im Berufsleben stehst, kannst du dich außerdem berufsbegleitend weiterbilden, unter anderem zur Fachingenieurin oder zum Fachingenieur in einem Spezialgebiet.

Wichtig:Info: Weitere Informationen zum Studiengang Elektrotechnik findest du im BERUFENET.

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