Je nach Region können außerdem landesweite oder regionale Veranstaltungen, beispielsweise die Woche der Aus- und Weiterbildung (Bayern), einbezogen werden.
Recherche (Gruppenarbeit)
Jede Gruppe erhält 1 oder 2 Formate und recherchiert:
- Was ist das Ziel?
- Was erwartet die Teilnehmenden?
- Für wen eignet sich das Angebot?
- Welche Vorteile bietet es?
- Wie kann man teilnehmen?
Dabei können die Schülerinnen und Schüler auch folgende Fragen beantworten:
- Ermöglicht das Angebot eher einen Einblick in Ausbildung, Studium oder beide Bildungswege?
- Welche praktischen Erfahrungen können gesammelt werden?
- Ist das Angebot regional oder bundesweit verfügbar?
Die Ergebnisse werden auf einem Plakat oder digital festgehalten.
Erkundungs-Challenge
Für leistungsstärkere Gruppen oder als Alternative zur reinen Literaturrecherche können die Schülerinnen und Schüler ihre Erkundung aktiv selbst gestalten: Statt nur Informationen zu einem vorgegebenen Format zusammenzutragen, entwickeln sie eine eigene Erkundungsmission zu einem Berufsfeld ihrer Wahl. Dazu nehmen sie eigenständig Kontakt zu einem Unternehmen, einer Hochschule oder einer Ausbildungsstelle auf und führen ein kurzes Interview (persönlich, telefonisch, per Videocall oder schriftlich). Die Lehrkraft unterstützt bei der Kontaktaufnahme und stellt bei Bedarf einen Interviewleitfaden zur Verfügung. Die Ergebnisse werden wie gewohnt dokumentiert und in die Präsentation eingebracht.
Präsentation/Austausch
Die Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor. Gemeinsam entsteht eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten der Berufs- und Studienorientierung.
Dabei kann gemeinsam herausgearbeitet werden, dass unterschiedliche Formate verschiedene Ziele verfolgen: Digitale Angebote vermitteln erste Einblicke, Workshops und Betriebserkundungen ermöglichen praktische Erfahrungen, während Hochschulangebote den Studienalltag kennenlernen lassen. Gemeinsam wird deutlich, dass die Kombination mehrerer Angebote ein umfassenderes Bild möglicher Bildungs- und Berufswege vermittelt.
Reflexion (Einzelarbeit)
Die Schülerinnen und Schüler überlegen anschließend:
- Welche Angebote interessieren mich besonders?
- Warum passen diese Angebote zu meinen Interessen?
- Welche Einblicke fehlen mir noch?
- Welche Angebote möchte ich im kommenden Schuljahr nutzen?
- Welche Fragen habe ich noch zu meinem Berufs- oder Studienwunsch?
Die Ergebnisse können in einem Berufswahlportfolio oder Lerntagebuch festgehalten werden.
Mit den recherchierten Inhalten können die Schülerinnen und Schüler einen persönlichen Erkundungsplan erstellen:
Welches Angebot möchte ich nutzen?
Wann möchte ich teilnehmen?
Was möchte ich herausfinden?
Welche Angebote kann ich miteinander kombinieren?
KI-gestützte Selbstreflexion
Zur Vertiefung der Reflexion können die Schülerinnen und Schüler ein KI-gestütztes Tool zur Interessens- und Kompetenzanalyse nutzen, zum Beispiel einen Chatbot wie ChatGPT oder Online-Fragebogen. Sie gleichen die Vorschläge des Tools mit den recherchierten Angeboten ab und halten Übereinstimmungen und überraschende Ergebnisse fest. So wird die klassische Reflexion um einen datengestützten Perspektivwechsel ergänzt.
Weitere Anregungen für die Unterrichtspraxis
- Digitale Berufsorientierungsangebote regelmäßig in den Unterricht einbinden.
- Kooperationen mit regionalen Unternehmen, Hochschulen sowie Netzwerken wie SCHULEWIRTSCHAFT aufbauen.
- Betriebserkundungen oder Workshops als Ergänzung zum Schülerbetriebspraktikum nutzen.
- Ausbildungs- und Studienmessen gemeinsam vorbereiten und nachbereiten.
- Ehemalige Schülerinnen und Schüler einladen, um über ihren Ausbildungs- oder Studienweg zu berichten.
- Regionale Ansprechpartner wie Kammern, Berufsinformationszentren, Hochschulen oder SCHULEWIRTSCHAFT bei der Planung von Angeboten einbeziehen.
Tipp:Info: Das bundesweite Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT bringt Schulen und Unternehmen zusammen, um junge Menschen praxisnah bei der Berufsorientierung zu unterstützen. Mit rund 400 regionalen Netzwerken vermittelt es Kontakte zu Betrieben und stellt Lehrkräften Materialien wie Checklisten, Leitfäden und Praxisbeispiele für die Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Verfügung.
Weiterführende Beratung
Verweisen Sie auf die Berufsberatung für Schülerinnen und Schüler der Bundesagentur für Arbeit. Sie unterstützt junge Menschen dabei, unterschiedliche Angebote der Berufs- und Studienorientierung kennenzulernen, ihre Erfahrungen zu reflektieren und fundierte Entscheidungen zwischen Ausbildung, Studium oder weiteren Bildungswegen zu treffen.