Au-pair

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Als Au-pair lebst du im Ausland in einer Gastfamilie, betreust dort die Kinder und hilfst bei leichten Haushaltstätigkeiten. Im Gegenzug dazu erhältst du Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld. Außerdem zahlt dir deine Gastfamilie einen Sprachkurs vor Ort – je nach Land anteilig oder komplett.

Ein Au-pair-Aufenthalt dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten. Für die Urlaubssaison ist auch eine kürzere Dauer von einigen Wochen möglich.

Für wen eignet sich ein Au-pair-Aufenthalt?

Ein Au-pair-Aufenthalt eignet sich für junge Leute, die…

  • positiv:zwischen 18 und 30 Jahre alt sind,
  • positiv:ein paar Monate oder ein ganzes Jahr im Ausland verbringen möchten und 
  • positiv:gern mit Kindern arbeiten.

Außerdem sollte dir das Leben in einer fremden Familie Spaß machen und du solltest Interesse für eine andere Sprache und Kultur mitbringen. Grundkenntnisse in der Landesprache des Gastlandes sind Voraussetzung.

Arbeitsalltag eines Au-pairs: Rechte und Pflichten

Als Au-pair bist du keine Nanny und keine Haushaltshilfe, sondern primär ein Familienmitglied. In der Rolle eines älteren Geschwisterkindes übernimmst du die Betreuung der jüngeren Geschwister und hilfst bei leichten Haushaltstätigkeiten wie Geschirrspülen, Wäschewaschen oder Bügeln.

Typische Tätigkeiten eines Au-pairs

  • Kinder zur Schule oder in den Kindergarten bringen
  • Kinder von der Schule oder dem Kindergarten abholen
  • Essen für die Kinder zubereiten
  • mit den Kindern spielen und ihnen bei den Hausaufgaben helfen
  • mit den Kindern spazieren gehen oder in den Park gehen
  • Wäschewaschen
  • Geschirrspülen
  • Bügeln
  • leichte Hilfe beim Putzen wie Staubwischen oder Staubsaugen – allerdings bist du keine Putzkraft!

Je nach Gastfamilie können auch leichte Gartenarbeiten oder Tierbetreuung anfallen wie Gassi gehen mit dem Hund, Tiere füttern oder Reiten. Siehe dazu auch den Erfahrungsbericht Au-pair: Leben und lernen auf der grünen Insel.

Wichtig:Achtung: Ein Au-pair-Aufenthalt ist kein Urlaubsjahr! Da du geregelte Arbeitszeiten hast, kannst du nur begrenzt reisen und Freizeitaktivitäten wahrnehmen.
 

In welchen Ländern ist ein Au-pair-Einsatz möglich?

Ein Au-pair-Einsatz ist nicht in allen Ländern der Welt üblich. Gute Chancen hast du in den USA, Australien, Neuseeland sowie in West- und Nordeuropa. In Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika ist es dagegen schwieriger.

Wie läuft die Bewerbung für Au-pair?

Am besten kontaktierst du eine Vermittlungsagentur, wenn du dich für einen Einsatz als Au-pair interessierst. Seriöse Vermittlungsagenturen für Au-pair-Aufenthalte findest du beispielsweise auf der Webseite der Aupair Society oder bei WeAupair. Weitere Infos und Tipps erhältst du außerdem im Webportal Rausvonzuhaus.

Nicht empfehlenswert ist die Bewerbung bei Gastfamilien auf eigene Faust. Du kannst aus der Ferne nicht wirklich überprüfen, ob es sich um eine seriöse Gastfamilie handelt. Auch bei Problemen wärst du völlig auf dich allein gestellt.

Vermittlungsagenturen prüfen sowohl Au-pair-Bewerberinnen und -Bewerber als auch die Gastfamilien, die ein Au-pair aufnehmen möchten, ganz genau. Du kannst also davon ausgehen, dass dein Aufenthalt bei der Familie, die dir empfohlen wird, seriös ist. Außerdem werden die Interessen und Vorstellungen der Bewerberinnen und Bewerber und der Gastfamilien vorher abgefragt und miteinander abgeglichen. Die Chance, dass deine Gastfamilie und du gut zueinander passen, ist also verhältnismäßig hoch. Wenn du beispielsweise ein Stadtmensch bist und gern bei einer Familie in einer Großstadt leben möchtest, wirst du nicht aufs Land geschickt.

Tipp:Tipp: Vermittlungsagenturen achten auch darauf, dass der kulturelle Hintergrund beider Parteien gut zueinander passt. Magst du beispielsweise Theater oder liebst Sport, solltest du das in deinem Bewerbungsschreiben erwähnen. Je besser deine Interessen mit denen deiner Gasteltern harmonieren, desto besser passt ihr zueinander.
 

Mögliche Kosten für deinen Au-pair-Aufenthalt

Je nach Vermittlungsagentur und Land können verschiedene Kosten auf dich zukommen:

  • Vermittlungsgebühren (abhängig von der Vermittlungsagentur)
  • Reisekosten (An- und Abreise, Reisekosten für eigene Freizeitaktivitäten)
  • Visum (abhängig vom Land)
  • Kosten für einen Sprachkurs (je nach Land tragen die Gasteltern die Kosten für einen Sprachkurs ganz oder anteilig)
  • Krankenversicherung
  • Reiseversicherung
  • zusätzliche Kosten für Unternehmungen oder Verpflegung, wenn dir dein Taschengeld nicht ausreicht

Um deine Krankenversicherung und deine Reiseversicherung musst du dich selbst kümmern. Für deine Unfall- und Haftpflichtversicherung sind deine Gasteltern zuständig.

Arbeits- und Urlaubszeitregelung für Au-pairs

Die Anzahl an Arbeitsstunden für Au-pairs variieren je nach Land. In einigen Ländern wie in Deutschland oder den USA gibt es offizielle Regeln zur Arbeitszeit. In den USA sind das beispielsweise maximal 45 Stunden pro Woche. Andere Länder haben kein offizielles Au-pair-Programm und damit auch keine Arbeitszeitregelung.

Mit Verweis auf den Au-pair-Grundgedanken der Gegenseitigkeit solltest du als Au-pair jedoch nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten – Kinderbetreuung eingeschlossen. Auch stehen dir bei einem 12-monatigen Aufenthalt als Au-pair 4 Wochen Urlaub zu.

Auf der Seite AuPairWorld findest du eine Tabelle mit den typischen Arbeitszeiten für die einzelnen Gastländer.

Tipp:Tipp: Achte darauf, dass Regelungen wie Urlaub und Arbeitszeit schriftlich in deinem Au-pair-Vertrag festgehalten sind. Dann wissen beide Parteien über ihre Rechte und Pflichten Bescheid.

Vorteile und Herausforderungen

Ein Au-pair-Aufenthalt hat wie alle Gap-Year-Programme Vor- und Nachteile.

Die Vorteile sind:

  • Du lernst eine andere Kultur und Sprache kennen.
  • Du machst durch die Kinderbetreuung vielfältige pädagogische Erfahrungen, die dir später in der Ausbildung, im Studium, im Beruf oder bei deinen eigenen Kindern nützlich sein können.
  • Du lernst, unabhängig von Freunden und Familie auf eigenen Beinen zu stehen und entwickelst eigene Lösungsansätze für Herausforderungen.

Mögliche Herausforderungen könnten sein:

  • Dir fehlen deine Freunde und deine Familie.
  • Dir fällt es schwer, die Landessprache zu lernen.
  • Du tust dich schwer mit deinen Gastkindern.
  • Du musst zu viel arbeiten und hast kaum Freizeit.
  • Du musst deinen Tagesablauf gut strukturieren, um nebenbei ausreichend Zeit für deine Ausbildungs- oder Studienbewerbung zu finden.
     

Häufige Fragen zu Au-pair-Aufenthalten

Ja, ein Au-Pair-Aufenthalt steht allen offen – unabhängig vom Geschlecht.

Ein Au-pair-Aufenthalt dauert in der Regel ein zwischen 6 und 12 Monate. Je nach Land kannst du eventuell auch verlängern. Frage dazu am besten deine Vermittlungsagentur und achte auf eine eventuelle Visumspflicht.

Bei Problemen mit deinen Gasteltern solltest du zunächst das direkte Gespräch suchen. Bleibe dabei fair in deinen Formulierungen. Eventuell könnt ihr so Missverständnisse gleich ausräumen. Auch der Kontakt zu anderen Au-pairs kann helfen, Zusammenhänge und Aufgaben besser zu verstehen. Erkundige dich, ob es vielleicht einen Au-pair-Stammtisch in der Nähe gibt oder tausche dich online mit anderen Au-pairs aus. Wenn gar nichts hilft, suche den Kontakt zu deiner Vermittlungsagentur. Eventuell kannst du auch die Familie wechseln oder den Aufenthalt ganz abbrechen.

Deine Gastfamilie ist dazu verpflichtet, dir im Rahmen des Au-pair-Programmes ganz oder zumindest anteilig einen Sprachkurs zu finanzieren und dir die Zeit zum Besuch des Kurses einzuräumen. Du solltest auch jede Gelegenheit wahrnehmen, mit Einheimischen Zeit zu verbringen und die Sprache zu sprechen. Auch ist der Kontakt mit Kindern erfahrungsgemäß eine tolle Option, sich schnell in die Landessprache einzufinden.

Stelle vor dem Aufenthalt sicher, dass du über eine Krankenversicherung verfügst, die auch in deinem Gastland greift. Generell gilt, dass du natürlich auch mal krank sein darfst und dass sich deine Gasteltern in dem Fall um dich kümmern müssen. Bist du allerdings länger krank, solltet ihr gemeinsam mit deinen Gasteltern und der Vermittlungsagentur nach einer Lösung suchen.

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