Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

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Du hast die Schule abgeschlossen und weißt noch nicht genau, wie es weitergehen soll? Oder du möchtest dich sozial engagieren und gleichzeitig Erfahrungen fürs Leben sammeln? Dann könnte das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) genau das Richtige für dich sein! Was dich im FSJ erwartet und wie du deinen passenden Einsatzplatz findest, erfährst du hier im Überblick.

Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr?

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist wohl das bekannteste Bildungs- und Orientierungsjahr in Deutschland und umfasst die Arbeit in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung. Das sind (soziale) Einrichtungen, die nicht für den finanziellen Gewinn, sondern für das Wohl der Allgemeinheit arbeiten. Der Freiwilligendienst dauert mindestens 6 Monate und maximal 18 Monate (in besonderen Ausnahmefällen bis zu 24 Monate).

Wo kann man ein FSJ machen?

Im FSJ arbeitest du in einer Einrichtung, zum Beispiel in einem Kindergarten oder Pflegeheim, und unterstützt dort das Team im Alltag. Die Einrichtung ist wiederum einem Träger unterstellt. Der Träger ist eine Organisation wie die Caritas oder das Deutsche Rote Kreuz, die das FSJ organisiert und begleitet. Einrichtung und Träger arbeiten zusammen, aber du bist hauptsächlich in der Einrichtung im Einsatz.

Ein FSJ kannst du in folgenden Bereichen absolvieren:

  • Soziales: Kitas, Pflegeheime, Krankenhäuser
  • Kultur: Theater, Museen, Kulturzentren
  • Sport: Sportvereine, Schul-AGs
  • Politik: Gedenkstätten, Bildungsinitiativen
  • Denkmalpflege: Restaurierung, Archivarbeit
  • Digital/Innovativ: Medienpädagogik, Lernförderung

Tipp:Gut zu wissen: Neben der praktischen Tätigkeit in der Einsatzstelle gehören sogenannte Bildungstage zu einem FSJ. Bei einem Freiwilligendienst von 12 Monaten sind das 25 Tage, an denen du dich in Seminaren fortbilden und mit anderen Freiwilligen austauschen kannst. Die Bildungstage werden von deinem Träger organisiert und finden über das Jahr verteilt statt. Wann genau, variiert je nach Bundesland und Träger.

Für wen ist das FSJ geeignet?

Du kannst ein FSJ absolvieren, wenn folgende Eigenschaften auf dich zutreffen:

  • positiv:Du hast die Vollzeitschulpflicht erfüllt. Je nach Bundesland beträgt diese 9 oder 10 Schuljahre.
  • positiv:Du bist mindestens 16 Jahre und jünger als 27 Jahre alt.
  • positiv:Du möchtest dich sozial engagieren.
  • positiv:Du willst die Zeit zur beruflichen Orientierung nutzen.
     

Was bringt mir ein FSJ?

Der Freiwilligendienst bringt dich persönlich weiter:

  • Du findest mehr über deine Stärken heraus.
  • Du sammelst praktische Erfahrungen.
  • Du verbesserst deine Soft Skills, wie zum Beispiel Kommunikationsgeschick und Teamfähigkeit.
  • Du kannst neue Kontakte knüpfen.
  • Du kannst dich beruflich orientieren.

Tipp:Gut zu wissen: Falls du studieren möchtest, lohnt es sich, wenn du bereits vor dem Freiwilligendienst nach einem Studienplatz suchst. Dein Platz an der Hochschule bleibt dir erhalten. Bei bestimmten Studiengängen erkennt die Hochschule das FSJ als Vorpraktikum an oder rechnet dir die Freiwilligenarbeit als Wartezeit an. Frag dazu bei deiner Hochschule nach.

Wie finde ich ein passendes FSJ?

Einsatzstelle suchen

Ein FSJ beginnt meistens zwischen August und September. Du solltest dich etwa 6 Monate vorher bewerben. Es gibt aber zahlreiche Einsatzstellen, bei denen du auch kurzfristig mit einem Freiwilligendienst beginnen kannst. Einsatzstellen für ein FSJ gibt es in ganz Deutschland. Du findest diese beispielsweise über die Einsatzstellensuche für ein FSJ.

Kontakt aufnehmen

Meistens bewirbt man sich bei dem Träger oder direkt bei der Einsatzstelle. Du entscheidest dich also erst dafür, wo du deinen Dienst leisten möchtest, und nimmst dann Kontakt mit der Stelle auf. Von ihr bekommst du alle weiteren Informationen zu deiner Bewerbung.

Bewerben

Für die Bewerbung brauchst du meistens:

Manchmal wird auch ein Motivationsschreiben verlangt.
 

Entscheiden

Wirst du zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, kannst du dir vor direkt Ort ein Bild von der Einsatzstelle machen. Wenn es für beide Seiten passt, steht deinem FSJ nichts mehr im Weg.

Häufige Fragen zum Freiwilligen Sozialen Jahr

Das FSJ ist ein unentgeltlicher Dienst: Du engagierst dich ehrenamtlich bei deiner Einsatzstelle. Ein Gehalt erhältst du nicht. Als Anerkennung bekommst du aber ein Taschengeld. Die Höchstgrenze beträgt derzeit 676 Euro im Monat (Stand 2026). Dazu gibt es einen Freiwilligenausweis, der bestimmte Vergünstigungen ermöglicht. So erhältst du zum Beispiel günstigere Monatstickets für öffentliche Verkehrsmittel oder ermäßigten Eintritt in Museen, Kinos oder Schwimmbäder. Außerdem erhältst du manchmal Geld- oder Sachleistungen für Verpflegung, Unterkunft oder Arbeitsbekleidung. Bei allen Diensten hast du Anspruch auf Kindergeld und sie werden dir auf die Rente angerechnet.

Für die Dauer des Freiwilligen Sozialen Jahres bist du sozialversichert. Das heißt: Du bist Teil der gesetzlichen Krankenversicherung und besitzt den gesetzlichen Unfallschutz. Deine Beiträge für die Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung übernimmt deine Einsatzstelle für dich.

Freiwilligendienste gelten gegebenenfalls als Wartesemester. Zudem kann der Dienst das Vorpraktikum abdecken, das vor allem bei sozialen Studiengängen Pflicht ist – Voraussetzung ist, dass du ihn bei einer entsprechenden Einrichtung absolvierst. Gleiches gilt für Pflegepraktika. Ein Freiwilligendienst kann auch bei der Zulassung zu den (bundesweit) zugangsbeschränkten Studiengängen Human-, Zahn-, Tiermedizin und Pharmazie angerechnet werden. Solltest du vor Dienstbeginn bereits einen Studienplatz haben oder währenddessen eine Zusage bekommen, bleibt dir der Platz sicher. Weitere Infos unter anderem zu Rückstellung und Platzvergabe gibt es bei hochschulstart.de.

Bei einem FSJ digital wird der Freiwilligendienst mit einem digitalen Projekt verbunden. Du lernst, digitale Medien sowie Online-Plattformen zum Lernen und Zusammenarbeiten sinnvoll einzusetzen – und bringst dein Wissen in medienpädagogischen Projekten (beispielsweise an Schulen) ein. Das FSJ digital wird vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) gefördert und findet ausschließlich in Einsatzstellen in Baden-Württemberg statt.

Natürlich! Die Koordinierungsstelle Inklusion und Diversität setzt sich dafür ein, dass niemand aufgrund von Behinderung, Geschlechtsidentität, Sexualität, ethnischer oder sozialer Herkunft oder aufgrund des Schulabschlusses ausgeschlossen wird. Alle dürfen mitmachen.

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