Ein gewisses Maß an Aufregung vor einer Prüfung ist normal und kann sich sogar positiv auf die Motivation und Konzentration auswirken.

Schülerinnen und Schüler mit Prüfungsangst begleiten
Inhalte der Seite:
Prüfungsangst erkennen
Prüfungsangst ist mehr als bloße Nervosität – sie kann Leistungen mindern und das Selbstvertrauen von Schülerinnen und Schülern schwächen. Entscheidend ist, dass die Warnsignale frühzeitig erkannt werden, damit Betroffene rechtzeitig Unterstützung erhalten.
Nehmen Sie Anzeichen wahr: Achten Sie auf körperliche Symptome wie Zittern, Schwitzen, schnelle Atmung oder Nervosität vor und während Prüfungen. Auch Rückzug, Vermeidung von Prüfungssituationen oder starke Leistungsabfälle können Hinweise auf Prüfungsangst sein. Betroffene Schülerinnen und Schüler wirken häufig angespannt. Sie stellen ungewöhnlich viele Kontrollfragen oder zeigen Blackouts trotz guter Vorbereitung.
Suchen Sie das Gespräch: Suchen Sie bei Verdacht auf Prüfungsangst das Gespräch mit betroffenen Schülerinnen und Schülern in einer ruhigen Atmosphäre. Fragen Sie nach Sorgen oder Belastungen rund um Prüfungen und signalisieren Sie, dass Schwierigkeiten offen angesprochen werden können.
So unterstützen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler
Als Lehrkraft können Sie Betroffene mit verschiedenen Methoden unterstützen:
Geben Sie klare Informationen:
Besprechen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern genau den Ablauf, das Spektrum der Inhalte und die Formate der Prüfung. Das reduziert Unsicherheit und erleichtert die Vorbereitung.
Üben Sie Prüfungssituationen:
Simulieren Sie diese ungewohnte Situation vorab mit Ihrer Klasse. Stellen Sie dabei typische Aufgabenformate und setzen Sie einen festen Zeitrahmen. Das macht die tatsächliche Prüfung vertrauter und hilft, mehr Sicherheit im Umgang mit Zeitdruck zu gewinnen.
Schaffen Sie eine ruhige Prüfungsumgebung:
Sorgen Sie für eine störungsfreie Atmosphäre ohne Unterbrechungen. Beispielsweise können Sie den Ablauf zu Beginn klar erklären, die verbleibende Zeit sichtbar notieren und während der Prüfung auf zusätzliche Hinweise oder Gespräche verzichten. Eine ruhige Umgebung hilft, Anspannung zu reduzieren und die Konzentration zu fördern.
Bauen Sie bewusst Entspannungstechniken in den Unterricht ein:
Dazu gehört beispielsweise die 4-7-8-Atemtechnik: 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden die Luft anhalten und anschließend 8 Sekunden langsam ausatmen. Ebenso eignet sich eine kurze Form der Progressiven Muskelentspannung, bei der die Schultern für etwa 5 Sekunden angespannt und danach wieder bewusst gelockert werden.
Solche Übungen können Schülerinnen und Schüler unauffällig auch während einer Prüfung anwenden, um Stress abzubauen und ihre Konzentration zu stabilisieren.
Stellen Sie verschiedene Lernmethoden vor:
Gezielte Methoden können Prüfungsangst deutlich reduzieren. Wenn Schülerinnen und Schüler den Stoff strukturiert wiederholen, Inhalte aktiv abrufen und in überschaubaren Etappen lernen, fühlen sie sich besser vorbereitet und sicherer. So können Sie beispielsweise mit einem Wochenlernplan arbeiten, in dem einzelne Themen auf feste Tage verteilt werden, oder regelmäßig kurze Abfragephasen mit Karteikarten einbauen.
Wann professionelle Hilfe wichtig ist
Wenn Sie anhaltend starke Prüfungsangst bei einer Schülerin oder einem Schüler beobachten, sprechen Sie mit den Eltern und vermitteln Sie professionelle psychologische Begleitung.
Warnzeichen für professionellen Unterstützungsbedarf:
- Angst besteht über mehrere Monate
- Vermeidungsverhalten nimmt zu (Fehltage, Prüfungsabbruch)
- Deutliche körperliche Beschwerden (zum Beispiel Panikattacken)
- Starker Leistungsabfall trotz Unterstützung
Anlaufstellen:
- Schulpsychologischer Dienst
- Beratungslehrkräfte
- Kinder- und Jugendpsychotherapie
- Externe Beratungsstellen
Downloads und Links
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