Übung: So sehen mich andere

Dieser Artikel beschreibt:

Für deine Berufswahl ist es wichtig, deine eigenen Stärken einzuschätzen und zu erfahren, wie andere sie wahrnehmen. Erst der Vergleich von Eigen- und Fremdwahrnehmung zeigt dir, welche Stärken dich wirklich auszeichnen. Das hilft dir, Berufe zu finden, die zu dir passen.

Eigeneinschätzung: Wie sehe ich mich selbst?

Du kennst deine Stärken und Interessen am besten – zumindest in vielen Bereichen. Überlege:

  • Was macht mir Spaß?
  • Worin bin ich stark?
  • In welchen Situationen fühle ich mich wohl – und wann nicht?

Diese Fragen helfen dir dabei, dich selbst besser zu verstehen und erste Berufsideen zu entwickeln. Wenn du deine Stärken noch genauer erkunden möchtest, unterstützt dich die Übung So entdeckst du deine Stärken dabei, deine Erfahrungen systematisch auszuwerten.

Tipp:Tipp: Wenn du mehr zu deinen Kompetenzen wissen möchtest, probiere Check-U: Der Berufsorientierungstest aus. Er zeigt dir außerdem, welche Berufe zu deinem Profil passen.
Anschließend unterstützen dich die Berufsberatung und die Beratung für berufliche Rehabilitation und Teilhabe (Reha-Beratung) dabei, deine Testergebnisse zu verstehen und mit passenden Berufen abzugleichen.

Fremdeinschätzung: Wie sehen mich andere?

Andere Menschen nehmen oft Stärken an dir wahr, die dir selbst nicht auffallen – zum Beispiel Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft, Genauigkeit oder kreative Denkweise. Frage deshalb mehrere Personen aus deinem Umfeld, etwa Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern, Trainerinnen und Trainer oder Lehrkräfte:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Wobei wirke ich unsicher?
  • Welche Fähigkeiten sollte ich noch ausbauen?

Je konkreter die Beispiele, desto hilfreicher ist die Rückmeldung.

Eigen- und Fremdeinschätzung vergleichen

Vergleiche deine eigene Einschätzung mit den Rückmeldungen anderer:

  • Wo passt es zusammen?

    Übereinstimmungen zeigen dir echte Stärken, auf die du bauen kannst.

  • Wo gibt es Unterschiede?

    Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung sind normal und können dir neue Perspektiven eröffnen.

    Vielleicht hältst du dich für schüchtern, aber andere nehmen wahr, wie gut du Referate halten kannst.

    Oder du hältst dich nicht für kreativ, während andere dich als ideenreich erleben.

Du kannst deine eigene Einschätzung und das Feedback anderer schriftlich vergleichen. Zum Beispiel in einer Liste oder Tabelle, oder im Gespräch mit Mitschülerinnen und Mitschülern, Lehrkräften oder einer Beratungsperson. So ordnest du unterschiedliche Sichtweisen ein und entwickelst ein realistischeres Bild deiner Stärken. Das hilft dir, passende Berufsfelder einzugrenzen:

  • Überlegst du zum Beispiel, einen technischen Beruf zu ergreifen, prüfe, ob andere dein mechanisch-technisches Verständnis ähnlich einschätzen wie du. 

  • Interessierst du dich für soziale Berufe, achte darauf, ob andere dich als hilfsbereit und einfühlsam erleben. 

  • Für kreative Berufe wie Medien oder Gestaltung kann es hilfreich sein zu wissen, wie andere dein kreatives Talent oder deine Ideen einschätzen.

Wichtig:Wichtig: Eigen- und Fremdeinschätzung sind nie vollständig - und sie können auch danebenliegen. Nutze sie als Orientierung, nicht als feste Vorgabe. Am wertvollsten ist der Blick auf viele Perspektiven zusammen: deine eigene Einschätzung, das Feedback anderer und objektive Hinweise, zum Beispiel aus Check-U oder etwa Rückmeldungen aus einem Praktikum, Nebenjob oder schulischen Praxisprojekten.

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