Für viele bedeutet das Studium auch die erste eigene Unterkunft. Oft aber bleibt vor Studienbeginn wenig Zeit für die Wohnungssuche. Wer sich schon vorher mit dem Wohnungsmarkt auskennt, findet sich später besser zurecht. Deshalb erfährst du hier, welche Wohnungsformen für Studierende geeignet sind und worauf du achten musst.

Wohnen während des Studiums: Tipps und Möglichkeiten
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Deine erste Studi-Wohnung: Miete und Kosten
Wenn du eine Studierendenwohnung mietest, kommen monatliche Kosten auf dich zu. Erfahre hier alles über Miete und Wohnfinanzierung.
Beim Abschluss eines Mietvertrags für eine Wohnung solltest du 4 Begriffe kennen:
- Kaltmiete: die reine Miete für den Wohnraum.
- Nebenkosten: Gebühren für beispielsweise Wasser, Heizung, Hausreinigung oder Müllentsorgung.
- Warmmiete: die Summe aus Kaltmiete und Nebenkosten.
- Mietkaution: eine Art Pfandgebühr für deine Wohnung. Deine Vermieterin oder dein Vermieter nutzt sie als Absicherung vor Schäden oder Mietschulden. Du bezahlst sie einmalig zu Beginn deines Mietvertrags. Ihre Höhe beträgt in der Regel 3 Kaltmieten. Wenn du ausziehst und alles okay ist, bekommst du die Kaution zurück.
Ein Beispiel:
- Kaltmiete: 500 Euro
- Nebenkosten: 150 Euro
- Warmmiete: 500 Euro + 150 Euro = 650 Euro
- Kaution: max. 3 x 500 Euro = 1500 Euro
Wichtig:Wichtig: Die Kosten für Strom oder einen Internetanschluss sind in den Nebenkosten normalerweise nicht enthalten. Du zahlst sie monatlich zusätzlich zu deiner Warmmiete. Die Höhe hängt von den Verträgen ab, die du wählst. Deine monatlichen Kosten könnten dann beispielsweise so aussehen: Strom (etwa 30 Euro) + Internet (etwa 25 Euro) + Warmmiete (650 Euro) = etwa 715 Euro
Informiere dich, wie hoch der durchschnittliche Mietpreis in deinen Wunsch-Hochschulstädten ist. Er wird oft pro Quadratmeter berechnet. Das hilft dir weiter, weil:
- du vor deiner Einschreibung einschätzen kannst, welche Stadt für dich bezahlbar ist
- du vorab erkennst, ob eine Wohnung in einer Stadt verhältnismäßig teuer oder günstig ist.
- du so ein Gefühl dafür bekommst, wie hoch weitere Lebenshaltungskosten sind und du somit besser einschätzen kannst, wie viel Geld
- du insgesamt im Monat brauchst. In Städten mit teuren Wohnungen ist es möglich, dass auch Freizeitmöglichkeiten oder Dienstleistungen mehr kosten.
Infos dazu findest du auch auf Immobilien-Websites. Sie veröffentlichen meist jedes Jahr einen Mietspiegel. Auch Statistiken zu den höchsten Mietpreisen sind eine gute Informationsquelle.
Es gibt eine Empfehlung, wie hoch die Warmmiete im Verhältnis zu deinen Einkünften sein sollte. Im Optimalfall sind das 30 bis 40 Prozent. So bleibt dir genug Geld übrig für weitere Fixkosten wie:
- Lebensmittel
- Strom, Internet, Rundfunkgebühren
- Semesterbeitrag
- Freizeitaktivitäten
Wenn sich abzeichnet, dass das Studium finanziell eine Belastung für dich werden könnte, kannst du Unterstützungen in Anspruch nehmen. Welche, erfährst du in diesem Beitrag zur Studienfinanzierung.
Wohnungen für Studierende: Ein Überblick
Du kennst dein Budget und weißt, wie viel Geld du für eine Wohnung ausgeben möchtest? Dann geht es jetzt an die Wohnungssuche. Für Studierende gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Ein Studierendenwohnheim ist oft die günstigste Alternative. Viele Zimmer sind bereits möbliert, sodass du kein Bett, keinen Schrank oder Tisch extra kaufen musst. In Wohnheimen gibt es meist Zimmer als Teil einer Wohngemeinschaft (WG) oder kleine Appartements, häufig mit Gemeinschaftsküchen und -räumen.
Für einen Wohnheimplatz bewirbst du dich bei deinem zuständigen Studierendenwerk.
Tipp:Gut zu wissen: Die Nachfrage nach Zimmern im Studierendenwohnheim ist oft sehr hoch. Dadurch sind die Plätze begrenzt und oft gibt es Wartezeiten. Diese können mehrere Semester betragen.
Für viele Studierende ist das Wohnen in einer WG die beliebteste Wohnform. In der Regel sind die WG-Zimmer günstiger als eine eigene Wohnung, und man kommt schnell mit neuen Menschen in Kontakt.
Freie WG-Zimmer werden häufig auf Internetseiten oder in sozialen Netzwerken ausgeschrieben. Manchmal findest du auch Aushänge in der Hochschule, der Mensa oder in Uni-Bibliotheken.
Mit einer eigenen Wohnung startest du unabhängig ins Studium. Du gestaltest deinen Alltag selbst und nutzt alle Räume, wie du möchtest. Auch hast du in einer 1-Zimmer-Wohnung oft mehr Platz als in einem WG-Zimmer.
Anzeigen für freie Wohnungen findest du auf Immobilien-Websites, aber auch in Tageszeitungen oder auf Aushängen in der Hochschule. Vermieterinnen und Vermieter verlangen häufig eine Bürgschaft deiner Eltern, Einkommensnachweise oder eine Schufa-Auskunft. So stellen sie sicher, dass du deine Miete zuverlässig zahlen kannst.
Tipp:Gut zu wissen: Eine eigene Wohnung zu mieten ist fast immer die teuerste Wahl. Meistens musst du eigene Möbel kaufen und in manchen Fällen sogar eine eigene Küche.
Eine Zwischenmiete ist ein zeitlich befristeter Vertrag, zum Beispiel, wenn Studierende ein Semester im Ausland verbringen und das eigene Zimmer untervermieten. Die Konkurrenz ist hier oft kleiner und du musst keine eigenen Möbel mitbringen. Dafür musst du aber nach 3 bis 12 Monaten auch schon wieder raus aus der Wohnung. Die Zeit kannst du aber nutzen, um in Ruhe nach einer dauerhaften Bleibe zu suchen. Angebote für Zwischenmieten findest du oft auf Online-Portalen oder Websites.
Alternative Wohnmöglichkeiten im Studium
Neben den gängigen Unterkünften für Studierende gibt es weitere Alternativen:
„Wohnen für Hilfe“ ist eine Wohnpartnerschaft zwischen Studis und Menschen, die zu Hause Unterstützung benötigen. Das sind beispielsweise:
- Senioren
- Familien
- Alleinerziehende
- Menschen mit Behinderungen
Verantwortlich für „Wohnen für Hilfe“ sind die Studierendenwerke. Sie haben das Projekt ins Leben gerufen, um bei Wohnungsnot Studierende zu unterstützen. Diese Wohnalternative kann so aussehen:
- Das für dich zuständige Studierendenwerk vermittelt dich an eine ältere Person, die allein lebt.
- Du bekommst in ihrer Wohnung ein Zimmer.
- Als Gegenleistung hilfst du der Person im Alltag (etwa beim Putzen, im Garten, bei Arztbesuchen). Was genau deine Pflichten sind, besprecht ihr vor deinem Einzug.
- Der monatliche Zeitaufwand richtet sich meist nach der Zimmergröße. Ist dein Zimmer 14 Quadratmeter groß, leistest du also pro Monat im Schnitt 14 Stunden Hilfe.
- Du zahlst lediglich einen Beitrag zu den Nebenkosten (zum Beispiel Strom oder Heizung).
Tipp:Gut zu wissen: Nicht alle Studierendenwerke sind an „Wohnen für Hilfe“ beteiligt. Erkundige dich, ob dein zuständiges Studierendenwerk bei dem Projekt mitmacht. Weitere Informationen findest du auf der Seite des Deutschen Studierendenwerks.
Unterkünfte in Vororten oder städtischen Landkreisen sind manchmal etwas günstiger. Pendeln kann also eine Option sein, wenn die Mieten in deiner Wunschstadt zu teuer sind oder du dort keine Wohnung findest. Wichtig ist aber eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln – vor allem, wenn du kein eigenes Auto besitzt.
Ein Studium zu beginnen bedeutet nicht, dass du zwingend umziehen musst. Befindet sich in deiner Heimatstadt eine Universität, kannst du auch zu Hause wohnen bleiben und dort dein Studium beginnen. So sparst du viel Geld. Viele Studierende sehen den Auszug von zu Hause aber als einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Dein Elternhaus zu verlassen, kann also auch deine persönliche Entwicklung voranbringen.
Manche Städte lösen die Wohnungsnot mit ganz eigenen kreativen Projekten. In Berlin zum Beispiel gibt es die Studentendörfer Schlachtensee und Adlershof – spezielle Studierendenwohnheime, die wie große Wohngemeinschaften aufgebaut sind. Informiere dich, ob es ähnliche Projekte auch in der Wunschstadt gibt. Mehr Infos zu den Studentendörfern findest du auf ihrer Webseite.
Häufig gestellte Fragen zum Wohnen im Studium
Starte die Wohnungssuche, sobald du dich für einen Studienort entschieden hast oder für einen Studiengang zugelassen bist. In beliebten Städten kann es 3 bis 6 Monate dauern, bis du eine Wohnung findest.
Studierende finden am besten eine passende Wohnung, indem sie mehrere Wege gleichzeitig nutzen: Online-Portale, Immobilien-Websites, soziale Netzwerke oder Aushänge in den Hochschulen sind gute Anlaufstellen. Auch direkte Kontakte oder Bekannte vor Ort können dir weiterhelfen.
Beginne so früh wie möglich mit der Wohnungssuche und beschränke dich nicht auf einen bestimmten Stadtteil. Sei auch offen für andere Wohnsituationen wie Zwischenmiete oder „Wohnen für Hilfe“. Suche außerdem im Umland nach Unterkünften, von wo aus du pendeln könntest.
Das hängt von der Nachfrage nach Wohnheimplätzen ab. Die Wartezeit kann mehrere Monate betragen. Bewirb dich also so früh wie möglich, um deine Chancen zu erhöhen.
In der Regel brauchst du einen Immatrikulationsnachweis oder einen anderen Beleg, dass du studierst. Manchmal gelten auch Alters- oder Semestergrenzen. Kirchliche Träger erwarten teilweise, dass du einer christlichen Konfession zugehörig bist.
Ja, auch in Studierendenwohnheimen gibt es barrierefreie Unterkünfte. Manche Wohnheime bieten auch zusätzliche Services für Studierende mit Behinderungen an. Weitere Infos findest du in diesem Beitrag: Studieren mit Behinderungen.

