Möchtest du nach deinem Schulabschluss erst einmal etwas anderes erleben? Dann hast du viele Möglichkeiten. Eine davon ist WWOOFing. In diesem Artikel erfährst du, was dahintersteckt, wie es abläuft – und was der Unterschied zu einem Farmstay ist.

Farmarbeit (WWOOF)
Inhalte der Seite:
Das bedeutet WWOOFing
WWOOF steht für „World Wide Opportunities on Organic Farms“. Es handelt sich also um ein globales Netzwerk, das Freiwillige an Biohöfe vermittelt.
Als WWOOFer arbeitest du einige Stunden am Tag auf einem ökologischen Hof mit. Du hilfst zum Beispiel bei der Ernte, kümmerst dich um die Tiere oder unterstützt bei Reparaturen.
Im Gegenzug bekommst du Unterkunft und Verpflegung gestellt, aber kein Geld. Es geht also um die Erfahrung und den Lerneffekt. Die Dauer kannst du individuell mit deinem Gastgeber oder deiner Gastgeberin besprechen – in der Regel sind wenige Tage bis mehrere Wochen möglich.
Für wen eignet sich ein WWOOF?
WWOOFing könnte für dich das Richtige sein, wenn du …
- positiv:mindestens 18 Jahre alt bist,
- positiv:nach der Schule etwas Neues erleben möchtest,
- positiv:dich für Umwelt, Landwirtschaft oder Nachhaltigkeit interessierst,
- positiv:praktisch veranlagt bist,
- positiv:kein Problem mit körperlicher Arbeit hast,
- positiv:mit kleinem Budget reisen willst.
Falls das nicht auf dich zutrifft, könnte vielleicht ein Farmstay besser zu dir passen.
So findest du ein passendes WWOOF
Mitglied werden
Du registrierst dich über die deutsche WWOOF-Website oder die deines Wunschlandes und zahlst eine kleine Jahresgebühr. Dann hast du Zugriff auf alle Gastgeber und Gastgeberinnen, die sogenannten Hosts. Eine Liste aller WWOOF-Organisationen gibt es auf wwoof.net.
Biohof auswählen
Als Nächstes suchst du über die Plattform eine oder mehrere passende Farmen. Viele organisieren sich mehrere kurze Aufenthalte nacheinander, um verschiedene Eindrücke sammeln zu können. Lese dir die Erfahrungsberichte anderer WWOOFER zu den Höfen durch. Ist dein Interesse geweckt, kannst du Kontakt zu deinen Wunschhöfen aufnehmen und deinen Aufenthalt fix machen.
Aufenthalt vorbereiten
Kläre mit deinen Hosts, welche persönlichen Gegenstände du für deinen Aufenthalt benötigst. Um deine Anreise und deine Freizeitpläne musst du dich selbst kümmern. Falls du dein WWOOF im Ausland verbringen möchtest, solltest du an eine Auslands- und Krankenversicherung denken.
Vorteile und Herausforderungen eines WWOOFs
Diese Vorteile bringt ein WWOOF mit sich:
- positiv:Praxis statt Theorie: Pflanzen, Ernten, Kochen – du bekommst viele neue Skills ganz einfach „learning by doing“.
- positiv:Nachhaltige Erfahrung: Du bekommst Einblick in ökologische Landwirtschaft und oftmals auch in eine nachhaltige Lebensweise.
- positiv:Kultureller Austausch: Je nach Ort lebst du mit Einheimischen und lernst andere Sichtweisen, Kulturen oder Sprachen kennen.
- positiv:Berufliche Orientierung: Im Idealfall entdeckst du neue Interessen und findest heraus, in welche Richtung du beruflich gehen möchtest.
Ein WWOOF kann aber auch mit Herausforderungen verbunden sein:
- negativ:Körperliche Arbeit: Mach dir bewusst, dass die Arbeit ungewohnt, körperlich anstrengend oder auch schmutzig sein kann.
- negativ:Einfache Unterkünfte: Erwarte keine Luxushotels. Die Zimmer auf den Höfen sind oft einfach gehalten. Internet ist nicht immer unbedingt vorhanden.
Tipp:Tipp: Damit dein WWOOF zum Erfolg wird, sprich vorher mit deinen Hosts. Welche Aufgaben sollst du konkret übernehmen? Passt die Verpflegung zu deiner Ernährung? Wie sähe ein typischer Tagesablauf aus? Am besten schicken sie dir ein paar Fotos von der Farm und deiner Unterkunft, damit du dir ein Bild machen kannst.
Farmstay als Alternative
Die Definition eines Farmstay ist nicht so klar geregelt wie bei einem WWOOF. Manche Farmstays kannst du als organisiertes Paket über einen Veranstalter buchen, andere werden von den Höfen direkt ausgeschrieben. Ökologie spielt hier eine weniger große Rolle. Die Aufenthalte können also auf konventionellen oder touristischen Höfen stattfinden. Darunter fallen zum Beispiel auch Pferdehöfe. Außerdem liegt der Fokus weniger auf Austausch, sondern mehr auf Aktivität und Freizeit. Es gibt Angebote, bei denen du für Kost und Logis arbeitest. Bei anderen zahlst du für deine Unterkunft und Verpflegung selbst und darfst dafür so viel mithelfen, wie du Lust hast. Die Kosten sind sehr unterschiedlich.
Farmstay könnte für dich das Richtige sein, wenn du …
- positiv:das Landleben ohne Arbeitspflicht kennenlernen willst,
- positiv:dich nicht so sehr für ökologische Landarbeit interessierst, aber gerne in der Natur bist,
- positiv:ein größeres Budget zur Verfügung hast,
- positiv:unter 18 Jahre alt und damit für WWOOFing noch zu jung bist.
Fragen und Antworten zum WWOOFing
Bei einem WWOOF steht der Austausch, das Lernen und Mithelfen im Vordergrund. Du bekommst für deine Arbeit kein Geld. Beim Work and Travel jobbst du, um deine Reise zu finanzieren. Diese Jobs gibt es häufig auf Farmen, aber zum Beispiel auch in der Gastronomie.
Von Frankreich über Japan bis Kanada – das WWOOF-Netzwerk deckt über 130 Länder ab. Dabei gibt es nationale WWOOF-Organisationen, die jeweils ihr eigenes Online-Portal haben. Viele starten mit einem WWOOF-Aufenthalt in Deutschland, um es auszuprobieren.
Du bezahlst eine Mitgliedsgebühr. In Deutschland beträgt diese zum Beispiel rund 35 Euro pro Jahr. Hinzu kommen Anreisekosten, eventuell Auslands- und Krankenversicherung sowie deine Freizeitausgaben.
Das hängt davon ab, wie dein WWOOF-Aufenthalt organisiert ist. In den meisten Fällen hast du keinen Anspruch auf Kindergeld, da ein WWOOF rechtlich nicht als Ausbildung oder Freiwilligendienst gilt. Wenn es sich aber um einen klar geregelten Überganszeitraum von weniger als 4 Monaten handelt und du danach ein Studium oder eine Ausbildung planst, bleibt der Anspruch häufig bestehen.
WWOOFer arbeiten in der Regel 5 halbe Tage pro Woche. Die genaue Stundenanzahl kann sich von Land zu Land leicht unterscheiden. In den meisten Ländern beträgt die Wochenarbeitszeit aber etwa 25 Stunden pro Woche.
Tipp:Tipp: In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der WWOOF-Landesorganisation, der du beitreten möchtest oder bei der du bereits Mitglied bist, findest du ausführlichere Infos zum Thema Arbeitszeit.
Da ein WWOOF oft nur einige Wochen lang dauert, gibt es normalerweise keinen zusätzlichen Urlaub. Allerdings muss dir mindestens ein freier Tag pro Woche zugestanden werden, meistens sind es sogar 2.
Downloads und Links
Ergänzende Downloads
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