Viele Eltern fragen sich, ob ein Auslandspraktikum während der Ausbildung der richtige Weg für ihr Kind ist. Ines Dynowski, Berufsberaterin bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), stellt geeignete Programme vor. Außerdem erklärt sie, welche Vorteile ein Auslandspraktikum bietet und wie Sie Ihr Kind bei der Planung unterstützen können.
Chancen eines Auslandspraktikums
Nach dem Berufsbildungsgesetz können Auszubildende einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Die Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht überschreiten. Ein solcher Aufenthalt bietet Ihrem Kind vielfältige Chancen.
Während des Auslandsaufenthalts kann Ihr Kind seine Sprachkenntnisse verbessern. Im Betrieb und im Alltag wendet es die Fremdsprache regelmäßig an und gewinnt dadurch mehr Sicherheit. Einige Programme bieten zusätzlich vorbereitende Sprachkurse an.
Laut Ines Dynowski fördert ein Auslandsaufenthalt besonders die persönliche Entwicklung. Junge Menschen lernen, ihren Alltag selbstständig zu organisieren, sich auf neue Situationen einzustellen und flexibel zu reagieren.
Zitat:„Geben Sie Ihrem Kind so viel Freiraum wie möglich, um selbst zu organisieren und zu planen.“ – Ines Dynowski, Berufsberaterin bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung
Darüber hinaus lernt Ihr Kind die kulturellen Gegebenheiten vor Ort und andere Arbeitsweisen kennen. Diese Erfahrungen können ihm helfen, sich später besser in einem internationalen Arbeitsumfeld zurechtzufinden.
Besonders bei einem global tätigen Unternehmen kann ein Auslandspraktikum die beruflichen Chancen verbessern. „In einem Unternehmen, das international tätig ist, kann das auf jeden Fall ein zusätzlicher Pluspunkt sein“, erklärt Ines Dynowski.
Herausforderungen eines Auslandspraktikums
Ein Auslandspraktikum bringt auch Herausforderungen mit sich. Sprechen die Menschen vor Ort weder Deutsch noch Englisch, kann es sprachliche Hürden geben. Auch Heimweh ist möglich, besonders wenn Ihr Kind zum 1. Mal längere Zeit von zu Hause weg ist. Während des Auslandsaufenthalts kann es zudem Unterrichtsstoff in der Berufsschule verpassen, den es anschließend nachholen muss. Den Umgang damit sollte Ihr Kind frühzeitig mit der Berufsschule abstimmen, um den bestmöglichen Zeitraum zu finden. Auch finanziell gibt es einiges zu bedenken: Die Förderzuschüsse decken nicht immer alle anfallenden Kosten, etwa für die Reise und die Unterkunft.
Auch die Rückkehr kann eine Umstellung sein. Ihr Kind braucht unter Umständen etwas Zeit, um im Alltag, im Betrieb und in der Berufsschule wieder anzukommen. Geben Sie ihm diese Zeit und sprechen Sie mit ihm über seine Erfahrungen.
Schritt für Schritt: Von der Idee zum Auslandspraktikum
Wenn sich Ihr Kind für ein Auslandspraktikum während der Ausbildung interessiert, erleichtert eine frühzeitige Planung die Organisation. Der Fahrplan zeigt Ihnen, welche Schritte anstehen und worauf Sie dabei besonders achten sollten. Ausführliche Informationen zu Kosten, Praktikumssuche, Vorbereitung und Beratung finden Sie in den folgenden Abschnitten. Ines Dynowski empfiehlt Ihnen und Ihrem Kind außerdem die Informationsbroschüre Dein Weg ins Auslands-Praktikum.


