Kriterien bei der Arbeitgeberwahl

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2 Jobangebote, aber nur 1 passt wirklich zu dir. Die Wahl deiner 1. Arbeitsstelle beeinflusst nicht nur dein Gehalt, sondern deinen ganzen Berufsalltag. Hier erfährst du, worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt.

Unternehmenskultur: Was das Unternehmen ausmacht

Die Unternehmenskultur beschreibt die Werte, Einstellungen und Ziele eines Unternehmens. Sie prägt deinen Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit im Team.

Merkmale der Unternehmenskultur sind zum Beispiel:

Manche Unternehmen legen großen Wert auf Nachhaltigkeit, Diversität oder Innovation. Diversität bedeutet Vielfalt im Team, zum Beispiel bei Herkunft, Geschlecht oder Lebenserfahrung. Innovation steht für neue Ideen und Weiterentwicklung. Andere legen mehr Wert auf Qualität oder Kundennähe. Informiere dich, wofür das Unternehmen steht und ob du dich mit den Werten identifizierst.

Eine Hierarchie beschreibt, wie Aufgaben und Entscheidungen in einem Unternehmen verteilt sind. Sie zeigt, wer Entscheidungen trifft und wer wem Anweisungen gibt. Flache Hierarchien ermöglichen kurze Entscheidungswege und mehr Eigenverantwortung. Mehrstufige (steile) Hierarchien setzen auf feste Rollen und geregelte Abläufe. Überlege, welche Arbeitsweise besser zu dir passt.

Manche Unternehmen pflegen einen offenen, lockeren Austausch. Andere setzen auf feste Regeln: Fragen laufen über bestimmte Ansprechpersonen, oder E-Mails haben einen offiziellen Ton. Überlege, welcher Stil dir mehr Sicherheit gibt.

Informiere dich, wie das Unternehmen von außen wahrgenommen wird, etwa von Kundinnen und Kunden oder der Branche. Lies zum Beispiel Bewertungen, Presseberichte oder Branchenartikel. Auch Bewertungsportale wie Kununu oder Glassdoor geben dir einen ersten Einblick, wie Mitarbeitende das Unternehmen erleben. Wenn du magst, sprich auch mit deinen Eltern oder anderen vertrauten Personen darüber. Ein 2. Blick von außen kann helfen.

Schon im Bewerbungsprozess erhältst du oft einen 1. Eindruck von der Unternehmenskultur: Achte darauf, wie mit dir gesprochen wird und ob Absprachen eingehalten werden.

Tipp:Tipp: Schau dir auch die Website oder die Social-Media-Kanäle des Unternehmens an. Achte darauf, welche Werte im Mittelpunkt stehen und ob sie glaubwürdig wirken.

Arbeitsklima: So erlebst du den Arbeitsalltag

Das Arbeitsklima entsteht durch die tägliche Zusammenarbeit von Mitarbeitenden und Führungskräften. Es beeinflusst, wie dein Berufsalltag aussieht und ob du dich bei deiner Arbeit wohlfühlst.

Überlege dir, welche Arbeitsbedingungen dir wichtig sind:

Manche Menschen schätzen ein enges Team mit Betriebs-Events oder informellen Verabredungen auch außerhalb der Arbeitszeit, zum Beispiel ein gemeinsames Treffen nach Feierabend oder ein Sommerfest. Andere ziehen es vor, Arbeit und Privatleben klar zu trennen. Das kann heißen, Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen auf Social Media zu vermeiden oder sich nicht in der Freizeit zu verabreden.

Achte darauf, wie Führungskräfte mit Mitarbeitenden umgehen. Je nach Führungsstil bekommst du klar gesetzte Vorgaben oder aber viel Freiraum und Eigenverantwortung. Manche Vorgesetzte legen beispielsweise genau fest, wie eine Aufgabe erledigt wird, andere sagen dir nur das Ziel und lassen dir freie Hand beim Weg dorthin.

Regelmäßiges Feedback hilft dir, dich weiterzuentwickeln. Fehler gehören zum Lernen dazu. Wichtig ist, wie ein Unternehmen damit umgeht. Ein Praktikum oder Probetag gibt dir dazu oft einen realistischeren Eindruck als das Vorstellungsgespräch. Wenn sich im Gespräch die Gelegenheit ergibt, kannst du auch fragen, was passiert, wenn mal etwas schiefläuft.

Achte darauf, dass die Aufgaben zu deinen Stärken und Interessen passen. Das hilft dir, motiviert zu arbeiten und Spaß an der Arbeit zu haben.

Von außen lässt sich das Arbeitsklima schwer einschätzen. Nutze Praktika, Werkstudentenjobs oder Probetage für einen ersten Eindruck. Finde heraus, wie das Team zusammenarbeitet und ob offen Feedback ausgetauscht wird.

Perspektiven für deine berufliche Zukunft

Die 1. Arbeitsstelle legt die Grundlage für deine berufliche Zukunft. Entwicklungsmöglichkeiten helfen dir, voranzukommen, neue Fähigkeiten zu erwerben und den nächsten Karriereschritt zu gehen.

Setze dich mit diesen Punkten auseinander:

Manche Unternehmen legen feste Karrierestufen fest, zum Beispiel vom Trainee über die Junior- bis zur Senior-Position. Häufig gelten klare Kriterien, wann der nächste Schritt möglich ist. Andere Betriebe geben dir mehr Freiraum, deinen Weg zu gestalten und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Schulungen, Seminare oder digitale Lernangebote helfen dir, dein Fachwissen auszubauen. Achte auf Weiterbildungsbudgets oder Freistellungen für Fortbildungen.

Überlege, ob du lieber früh Verantwortung übernehmen oder schrittweise hineinwachsen möchtest.

Onboarding bezeichnet deine ersten Wochen im Unternehmen, in denen du eingearbeitet wirst und das Team kennenlernst. Beim Mentoring steht dir eine erfahrene Person zur Seite, die dich berät und unterstützt. Ein strukturierter Einstieg mit festen Ansprechpersonen hilft dir, dich schneller im Unternehmen zurechtzufinden.

Du erfährst häufig bereits in Stellenanzeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten ein Arbeitgeber anbietet. Im Vorstellungsgespräch kannst du zudem gezielt nach Einarbeitung und Weiterbildungsangeboten nachfragen.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Arbeit ist ein wichtiger Teil deines Lebens. Gleichzeitig ist ausreichend Zeit für Familie, Freundschaften und Hobbys wichtig. Eine gesunde Balance trägt langfristig zu deiner Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei.

Frage dich, wie du dir deinen Alltag vorstellst:

Die wöchentliche Arbeitszeit wirkt sich auf deine Freizeit aus. In Vollzeit sind in Deutschland meist 35 bis 40 Wochenstunden üblich, gesetzlich erlaubt sind laut Arbeitszeitgesetz maximal 48 Stunden pro Woche. Achte auch auf deine Urlaubstage: Bei einer 5-Tage-Woche stehen dir gesetzlich mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, viele Unternehmen bieten aber mehr, zum Beispiel 28 bis 30 Tage. Informiere dich außerdem über die Regelung für Überstunden (Auszahlung oder Freizeitausgleich).

Manche Arbeitgeber bieten neben Vollzeit auch Teilzeit oder flexible Arbeitsmodelle an. Wähle, was zu deiner Lebenssituation passt. Berücksichtige dabei: Finanzielle Eigenständigkeit ist wichtig für deine Lebensplanung. Um wirtschaftlich unabhängig zu sein, brauchst du in der Regel eine Vollzeitstelle. Bei Teilzeit verdienst du weniger. Prüfe deshalb genau, ob das Geld für deinen Lebensunterhalt reicht.

Der Arbeitsort entscheidet, ob du umziehen musst oder pendeln kannst. In großen Städten gibt es oft mehr Jobs und Netzwerke, auf dem Land sind dafür die Lebenshaltungskosten niedriger. Prüfe auch die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), falls dies relevant für dich ist.

Überlege, ob dir Homeoffice wichtig ist oder du lieber vor Ort arbeitest. In manchen Berufen gehören außerdem Dienstreisen zum Alltag.

Die richtige Balance sieht für jeden Menschen anders aus. Nimm dir Zeit, herauszufinden, welche Kriterien dir wichtig sind, und sprich sie offen im Bewerbungsgespräch an.

Sicherheit und Vergütung

Viele Menschen wünschen sich Sicherheit für ihren Beruf und ihr Leben. Ein stabiler Arbeitsplatz, gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung spielen daher eine wichtige Rolle.

Überlege dir zum Beispiel, was dir bei diesen Punkten wichtig ist:

Ein unbefristeter Vertrag gibt dir Planungssicherheit. Frag bei befristeten Verträgen ruhig direkt nach, ob eine Übernahme realistisch ist.

Ein verlässliches Fixgehalt sorgt für finanzielle Sicherheit. Variable Anteile wie Boni oder Gewinnbeteiligungen (du bekommst einen Anteil vom Firmenerfolg) können ein niedrigeres Grundgehalt attraktiver machen. Im Vorstellungsgespräch kannst du auch vorsichtig erfragen, wie Gehaltserhöhungen bei diesem Arbeitgeber grundsätzlich ablaufen.

Zusatzleistungen wie betriebliche Altersvorsorge, Gesundheitsangebote oder ein Jobticket können den Berufsalltag attraktiver machen.

Informiere dich über die wirtschaftliche Stellung des Unternehmens, zum Beispiel über Nachrichten, Branchenberichte oder Bewertungsportale.

Gerade beim Berufseinstieg lohnt sich ein Blick auf das Gesamtpaket: Ein attraktives Gehalt gleicht ein unpassendes Arbeitsumfeld nicht aus.

Wichtig:Tipp: Wenn fast alles passt, nur das Gehalt noch nicht deinen Vorstellungen entspricht: Das lässt sich oft ändern. Im Beitrag Gehaltsverhandlungen beim Berufseinstieg erfährst du, wie du dein Gehalt realistisch einschätzt und selbstbewusst verhandelst.

So findest du heraus, was dir wirklich wichtig ist

Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse: Manchen ist der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen wichtig, anderen Karrierechancen oder flexible Arbeitszeiten. Jeder Mensch gewichtet die Kriterien unterschiedlich.

Denk noch einmal an die Kriterien aus den vorherigen Abschnitten und ordne sie für dich ein:

  • Must-have: Darauf willst du nicht verzichten, weil du sonst nicht zufrieden wärst.
  • Nice-to-have: Das wäre schön, aber ist nicht entscheidend.
  • Dealbreaker: Das möchtest du unter allen Umständen vermeiden. Ein Dealbreaker muss dabei nicht das Gegenteil eines Must-haves sein. Feste Arbeitszeiten sind dir zum Beispiel nicht wichtig, Arbeit am Wochenende wäre aber ein Dealbreaker.

Wenn du deine Prioritäten kennst, kannst du verschiedene Arbeitgeber besser vergleichen und eine passende Entscheidung treffen.

Tipp:Tipp: Schreib dir deine 3 wichtigsten Kriterien auf. Prüfe bei jedem Angebot, ob deine Must-haves erfüllt werden und ob es Dealbreaker gibt. So bekommst du einen schnellen, ehrlichen Vergleich, statt dich von einem einzelnen attraktiven Detail blenden zu lassen.

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