Wege ins Ausland im Studium 

Du hast dich für ein Auslandssemester entschieden? Informiere dich hier darüber, wie du einen Studienplatz im Ausland bekommst. Außerdem findest du Tipps und Hinweise zur Finanzierung.

Es gibt viele gute Gründe, die für einen Auslandsaufenthalt im Studium sprechen. Hier sind einige davon:

  • du vertiefst deine Kenntnisse in einer anderen Sprache,
  • du lernst eine fremde Kultur kennen und knüpfst Kontakte,
  • deine Persönlichkeit entwickelt sich weiter,
  • du wirst selbstständiger und
  • viele Arbeitgeber schätzen Auslandserfahrung.

Das kommt darauf an, was du mit dem Auslandsaufenthalt erreichen willst.

  • Ein Sprachkurs für ein sprachwissenschaftliches Studium ist in der Regel zu Studienbeginn sinnvoll.
  • Möchtest du deine Studienkenntnisse vertiefen, bietet sich das vierte oder fünfte Semester an.
  • Willst du für deine Abschlussarbeit im Ausland recherchieren? Dann ist natürlich die Vorbereitungsphase für die Arbeit der optimale Zeitpunkt.

Gut zu wissen: Bei internationalen Studiengängen sind der Zeitpunkt und die Dauer oft vorgeschrieben. Das steht dann in der Prüfungsordnung.

Die Studienberatung deiner Hochschule hilft dir gerne weiter. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD)  informiert zum Auslandsstudium. Und auch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit kann dich bei Fragen rund um das Studium im Ausland unterstützen.

Viele Hochschulen haben Austauschprogramme mit Hochschulen in anderen Ländern. Über eine solche Kooperation ins Ausland zu gehen hat viele Vorteile. Meistens ist es so leichter, sich Leistungen aus dem Auslandssemester anrechnen zu lassen. Außerdem ist es organisatorisch weniger Aufwand für dich.

Innerhalb von Europa hilft dir zudem das Erasmus+-Programm.

Welche Partner deine Hochschule hat, weiß das Akademische Auslandsamt. Dieses findest du an deiner Hochschule. Dort kannst du dich auch beraten lassen.

Dann musst du dir selbstständig eine Hochschule suchen – als sogenannter „Freemover“. Der Organisationsaufwand erhöht sich dadurch für dich. Du musst selbstständig den Kontakt herstellen, dich bewerben und die Anrechnung deiner Leistungen organisieren. Außerdem musst du Studiengebühren zahlen, wenn an deiner Wunschhochschule welche anfallen.

Gut zu wissen: Ein Auslandssemester komplett selbst zu organisieren, ist sehr viel Arbeit. Du solltest daher mindestens ein Jahr vor deiner Abreise damit anfangen.

Ja. Gründe für ein komplettes Studium im Ausland können etwa besondere fachliche Ausrichtungen sein. Auch der Ruf oder internationale Ranking bestimmter Hochschulen können bei der Entscheidung eine Rolle spielen.

Natürlich entscheiden sich aber auch manche für diesen Weg, um Zulassungsbeschränkungen an deutschen Hochschulen zu umgehen. So gibt es in anderen Ländern zum Teil keinen N.C. auf Fächer wie Medizin.

Gut zu wissen: Du solltest dich vorher unbedingt absichern, dass der Abschluss in Deutschland auch anerkannt wird.

Das ist ein Programm der Europäischen Union. Es fördert unter anderem Praktika und Studienaufenthalte im europäischen Ausland. Voraussetzung ist, dass der Aufenthalt zwei bis zwölf Monate dauert.

Mit Erasmus+ kannst du einen monatlichen Geldbeitrag als Zuschuss bekommen. Dieser richtet sich nach den Lebenshaltungskosten in dem Land, in das du gehst. Es funktioniert wie ein Stipendium – du musst also nichts zurückzahlen. Du brauchst keine Studiengebühren zu bezahlen, falls an deiner ausgewählten Hochschule welche anfallen. Außerdem bekommst du Hilfe bei der Planung und Organisation deines Auslandsaufenthalts. Leistungen aus dem Ausland werden dir bei Erasmus+ in der Regel anerkannt.

Für das Programm bewirbst du dich beim Akademischen Auslandsamt deiner Hochschule. Mehr Informationen findest du auf www.erasmusplus.de und www.studienwahl.de.

Ja, wenn du mindestens sechs Monate oder ein Semester im Ausland studierst, ist BAföG möglich. Innerhalb der EU und der Schweiz kann das Studium auch von Anfang an gefördert werden, also nicht nur für ein Auslandssemester.

In Nicht-EU-Staaten geht das nicht. Dort gilt: Gehst du über eine Kooperation deiner Hochschule ins Ausland, kannst du für die Dauer des Aufenthalts gefördert werden. Freemover werden maximal ein Jahr lang gefördert.

Wie beim Inlands-BAföG gibt es einen Teil als Zuschuss und einen Teil als zinsloses Darlehen, das du zurückzahlen musst. Den Antrag solltest du mindestens sechs Monate vor deinem Auslandsaufenthalt stellen.

Alle wichtigen Informationen zu den Voraussetzungen und zum Antrag findest du unter www.bafög.de.

Gut zu wissen: Lasse deinen Anspruch prüfen, auch wenn du bisher kein BAföG bekommst. Für das Auslands-BAföG gelten andere Förderungsregeln.

Viele Organisationen, aber auch Hochschulen, Unternehmen oder Länder vergeben auch Stipendien für Auslandsaufenthalte. Manche richten sich an eine große Zielgruppe. Andere sind für einen eingeschränkten Kreis bestimmt, zum Beispiel Studierende eines bestimmten Faches.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat dazu eine Stipendiendatenbank zusammengestellt. Mit etwas Recherche ist bestimmt auch für dich das passende Stipendium dabei.

Es gibt Studiengänge, die international ausgerichtet sind. Das kann je nach Hochschule etwas anderes bedeuten. Oft werden einzelne Veranstaltungen, manchmal der komplette Studiengang in anderen Sprachen gehalten. Häufig ist auch ein längerer Auslandsaufenthalt an einer Partneruniversität Pflicht. In einigen Fällen kannst du dabei auch einen deutschen und einen ausländischen Abschluss erwerben. Man spricht dann vom internationalen Doppelabschluss.

Umfassende Informationen zum Studium im Ausland findest du beim Deutschen Akademischen Austauschdienst.

Erfahrungsberichte zum internationalen Studium findest du unter abi>>.