Einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren, kann herausfordernd sein. Genau wie zu Hause brauchst du Essen, ein Dach über dem Kopf und musst irgendwie von A nach B kommen. In Deutschland kannst du einen Nebenjob oder Minijob annehmen, um neben deinem Praktikum oder Studium etwas dazuzuverdienen. Aber wie sieht es im Ausland aus – und ist ein Nebenjob im Ausland überhaupt eine gute Idee?

Nebenjob im Ausland
Inhalte der Seite:
So wirkt sich dein Nebenjob auf deine Haupttätigkeit aus
„Nebenjob“ bedeutet, dass du eigentlich eine andere Beschäftigung hast, für die du ursprünglich ins Ausland gegangen bist. Das kann dein Studium sein, deine Ausbildung, ein Freiwilligendienst oder ein Praktikum. Nur selten wird das hoch vergütet – da kommt ein Zuverdienst gerade recht. Mit Glück profitierst du gleich doppelt: In deinem Nebenjob trainierst du weiter deine Sprach-Skills und erweiterst dein Netzwerk.
Wenn du den Zusatzverdienst nicht zwingend zum Leben brauchst, sollte der eigentliche Grund für deinen Auslandsaufenthalt immer Vorrang haben. Schließlich hast du nicht allzu viel von deinem Praktikum, wenn du dich nach der Nachtschicht übermüdet zur Uni quälst. Achte also darauf, dass dein Nebenjob und deine Haupttätigkeit sich gut ergänzen.
Außerdem kann es sein, dass sich dein Zuverdienst auf andere Einkünfte auswirkt: Bei vielen Fördermöglichkeiten gibt es Verdienstgrenzen und manche Stipendien verbieten dir sogar nebenberufliche Tätigkeiten. Recherchiere vorher also genau, ob dir durch einen Nebenjob Nachteile entstehen.
Tipp:Gut zu wissen: Nicht jeder Nebenjob ist automatisch ein Minijob. In Deutschland nennt man so geringfügige Beschäftigungen bis zu einem Einkommen von 603 Euro, für die besondere rechtliche Bedingungen gelten. Minijobs gibt es nur in Deutschland – mehr Infos dazu findest du auf unsere Seite Nebenjob während der Ausbildung. Wenn du im Ausland einen Nebenjob annimmst, gelten aber eventuell ähnliche Rahmenbedingungen.
Vor Arbeitsantritt: Lass dich beraten
Bevor du einen Nebenjob im Ausland annimmst, solltest du dich in jedem Fall mehrfach rückversichern, um Probleme zu vermeiden. Allgemeine Hilfe erhältst du zum Beispiel bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Für Detailfragen wendest du dich aber am besten direkt an die jeweils für dich zuständigen Ansprechpartner:
Darfst du neben deiner Haupttätigkeit im Ausland überhaupt einer Nebenbeschäftigung nachgehen? Und falls ja unter welchen Voraussetzungen? Das solltest du unbedingt mit deinem Praktikumsbetrieb, deinem eigentlichen Arbeitgeber oder deiner Hochschule absprechen. Im Bestfall bekommst du hier auch ein paar gute Tipps für deinen Nebenjob.
Wenn du zum Beispiel ein Stipendium bekommst oder BAföG erhältst, kann sich dein Zusatzeinkommen darauf auswirken. Gerade Teilstipendien wie Erasmus+ lassen sich aber meist mit einem Nebenjob kombinieren. Sichere dich trotzdem stets ab und kläre mit dem Ansprechpartner deiner Finanzierungsmöglichkeit, ob dir Nachteile entstehen könnten.
Bei einem Nebenjob im Ausland ist nicht immer klar, ob er sozialversicherungspflichtig ist. Und falls er es ist, kann je nach Dauer unterschiedlich sein, ob du Sozialabgaben in Deutschland oder deinem Gastland zahlen musst. Wie es in deinem Fall ist, klärst du am besten direkt mit deiner Krankenkasse daheim in Deutschland.
Bei vielen Nebenjobs musst du gar keine Steuern zahlen. Falls doch, gibt es sehr oft Abkommen zwischen Deutschland und deinem Gastland. Diese regeln, wo du deine Steuern abführen musst. Am besten kann dir hier das Finanzamt deines Heimat-Wohnorts helfen.
Tipp:Gut zu wissen: Du gehst für ein halbes Jahr ins Ausland und nimmst deinen heimischen Nebenjob einfach mit? In Zeiten von Remote Work und Home-Office ist das gar nicht so ungewöhnlich. Allerdings ist die Sache nicht ganz so einfach, wie sie klingt: Außerhalb der EU brauchst du oft ein Arbeitsvisum, um einer Tätigkeit nachzugehen, selbst wenn du offiziell in Deutschland arbeitest. Steuern und Sozialversicherung musst du trotz deutschem Arbeitgeber manchmal in dem Land abführen, in dem du wohnt – und mit etwas Pech kommen weitere rechtliche Probleme dazu. Wenn du planst, deinen Nebenjob mitzunehmen, solltest du dich also ganz genau informieren, welche Auswirkungen das für dich hat.
Nebenjobs in der EU
Du hast dich gut informiert und entschieden, dass du einen Nebenjob haben willst. Die ersten Stellenangebote sind rausgesucht, die Bewerbungen willst du direkt rausschicken. Aber halt: Gibt es da nicht noch ein paar Formalien zu beachten?
Die schlechte Nachricht: Ja. Die gute Nachricht: Solange dein Auslandsaufenthalt in der EU stattfindet, sind es erstaunlich wenige.
In der EU darfst du frei in jedes EU-Land reisen und überall eine Arbeit annehmen. Rechtlich gelten dabei die Bestimmungen deines Arbeitgeberlandes – diese sind aber oft sehr ähnlich zu denen in Deutschland. Zum Beispiel hast du auch in einem Nebenjob ein Recht auf Urlaub und es gilt der Mindestlohn. Dieser ist allerdings meist geringer als in Deutschland. In Frankreich beträgt er etwa knapp 12 Euro, in Spanien etwas mehr als 8 und in Portugal sogar nur 6 Euro.
Umfangreiche Infos zu den Arbeitsbedingungen und Gesetzen jedes EU-Landes findest du auf der Seite der Europäischen Arbeitsbehörde.
Nebenjobs außerhalb der EU
Wenn du die EU verlässt, wird es oft deutlich komplizierter. Oft musst du ein Arbeitsvisum beantragen, falls du für deine Haupttätigkeit noch keines hast – und wenn du schon eines hast, gilt das oft nur für deinen spezifischen Job oder dein Praktikum.
Etwas einfacher ist es, wenn du studierst: Mit einem Studentenvisum kannst du zum Beispiel in Kanada oder dem Vereinigten Königreich einen Nebenjob annehmen. In anderen Ländern wie Japan brauchst du kein zusätzliches Visum, um neben dem Studium zu jobben – musst dir aber beim Einwohnermeldeamt eine Erlaubnis einholen.
Darfst du einen Nebenjob annehmen, gelten die Gesetze des jeweiligen Gastlandes für dich. Nicht immer gibt es einen Mindestlohn und auch der Arbeitnehmerschutz ist in Ländern wie den USA geringer Ist das auch in deinem Gastland so, solltest du deine Nebeneinkünfte als Bonus sehen und sie nicht fest für deinen Lebensunterhalt verplanen.
Informiere dich am besten schon bis zu einem Jahr vor deinem Auslandsaufenthalt über die Arbeitsbedingungen in deinem Gastland. Infos findest du zum Beispiel in den Länderinformationen auf der Webseite des Auswärtigen Amts.
Downloads und Links
Ergänzende Downloads
Hier gibt es momentan keine Downloads – schau später wieder vorbei!

