Übergang von Arbeitslosengeld zu Bürgergeld

Was sich ändert, wenn Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld endet und Sie Bürgergeld brauchen.

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Arbeitslosengeld und Bürgergeld – wichtige Unterschiede

Wenn Ihr Arbeitslosengeld ausläuft und Sie noch keine Arbeit gefunden haben, können Sie beim zuständigen Jobcenter Bürgergeld beantragen. Dabei müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen: Bürgergeld: Voraussetzungen, Einkommen und Vermögen

Arbeitslosengeld und Bürgergeld unterscheiden sich erheblich:

Arbeitslosengeld wird aus den Beiträgen der Arbeitslosenversicherung finanziert. Wie viel Arbeitslosengeld Sie erhalten, richtet sich hauptsächlich nach Ihrem letzten, durchschnittlichen Arbeitsentgelt.

Bürgergeld (auch: Grundsicherung für Arbeitsuchende) wird aus Steuergeldern finanziert. Es sichert das Existenzminimum ab. Das Bürgergeld setzt sich aus einem festgelegten Regelbedarf und den Bedarfen für Unterkunft und Heizung zusammen. Die Kosten für Ihren Wohnraum übernimmt das Jobcenter grundsätzlich nur in angemessener Höhe. Zusätzlich können Sie unter gewissen Voraussetzungen weitere finanzielle Hilfen für sogenannte Mehrbedarfe erhalten.

Wichtig: Wenn Ihr Arbeitslosengeld ausläuft, schließt sich daran nicht automatisch Bürgergeld an. Bitte stellen Sie deshalb rechtzeitig einen Antrag auf Bürgergeld bei Ihrem zuständigen Jobcenter.

Was sich für Sie ändert – ein Überblick

Hinweis: Das Merkblatt Bürgergeld können Sie am Ende der Seite herunterladen. Beachten Sie dazu auch das dort verlinkte Hinweisblatt.

Höhe der finanziellen Unterstützung

Während das Arbeitslosengeld 60 oder 67 Prozent des letzten Nettogehaltes beträgt, richtet sich die Höhe des Bürgergelds nach Ihrem Bedarf für den Lebensunterhalt und den Kosten für Unterkunft und Heizung.

Dabei ist auch wichtig, mit wie vielen Personen Sie zusammenleben. Das ist Ihre Bedarfsgemeinschaft. Bei der Berechnung werden Einkommen und Vermögen der Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt.

Anrechnung von Einkommen und Vermögen

Einkommen und Vermögen werden auf Ihr Bürgergeld angerechnet. Das bedeutet: Wenn Sie zum Beispiel über verwertbares Vermögen verfügen, müssen Sie gegebenenfalls erst einmal einen Teil davon für Ihren Lebensunterhalt verwerten. Vermögen ist dann verwertbar, wenn es für den Lebensunterhalt benutzt werden kann – zum Beispiel, indem Gegenstände oder Wertpapiere verkauft werden. Wenn Sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, wird auch das Einkommen und Vermögen der anderen Personen aus der Bedarfsgemeinschaft berücksichtigt.

Während des ersten Jahres des Bezuges von Bürgergeld (Karenzzeit) gelten bezüglich des Vermögens besondere Regelungen.

Erfahren Sie mehr über die Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen sowie die Karenzzeit im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 9.
Anrechnung vorrangiger Leistungen

Vorrangige Leistungen sind Hilfen von anderen Trägern, die Ihnen und Ihrer Familie zustehen. Dazu gehören zum Beispiel Kindergeld, Renten oder Unterhaltsvorschuss. Diese Hilfen müssen Sie bei anderen Stellen beantragen (zum Beispiel Familienkasse oder Jugendamt). Damit sind Sie auf weniger Bürgergeld angewiesen oder können es vielleicht sogar vermeiden.

Erfahren Sie mehr über vorrangige Leistungen im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 8.1.3.
Zeitpunkt der AuszahlungArbeitslosengeld erhalten Sie am Monatsende für den vergangenen Monat. Bürgergeld wird zu Monatsbeginn für den kommenden Monat an Sie ausgezahlt.
Dauer des BezugsWährend das Arbeitslosengeld grundsätzlich nach einem Jahr endet (Ausnahmen gibt es für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer), erhalten Sie Bürgergeld so lange, wie Sie die finanzielle Unterstützung benötigen. In der Regel wird das Bürgergeld für 12 Monate bewilligt. Anschließend müssen Sie einen Weiterbewilligungsantrag stellen. Mehr erfahren Sie auf der Seite: Bürgergeld: Auszahlung und Dauer.
Ansprechpartner

Zuständig für das Bürgergeld sind die Jobcenter vor Ort.  Diese laden Sie zum Beispiel zu Terminen für die Arbeitsvermittlung und Beratung ein oder Sie können in der Leistungsabteilung vorsprechen.

Alle Termine beim Jobcenter unterliegen der sogenannten Meldepflicht: Sie müssen diese Termine wahrnehmen. Das ist Teil Ihrer Pflichten, wenn Sie Bürgergeld erhalten.

Angabe persönlicher Daten

Wer Bürgergeld bezieht, muss dem Jobcenter alle relevanten Daten und Unterlagen zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass Sie verpflichtet sind, über Ihre finanziellen und persönlichen Verhältnisse Auskunft zu geben. Erfahren Sie mehr über Ihre Mitwirkungspflichten im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 3.3.

Dabei schützt Sie das Sozialgesetzbuch vor einer unzulässigen Verwendung Ihrer persönlichen und finanziellen Daten. Wenn Sie Bürgergeld beantragen, werden nur die dafür notwendigen Daten in Dateien/Akten erfasst und gespeichert. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite: Schutz Ihrer persönlichen Daten

Einzahlungen in die RentenkasseDas Jobcenter führt keine Rentenversicherungsbeiträge für Sie ab. Das heißt, dass während des Bezugs von Bürgergeld eine Lücke bei der Beitragszahlung für Ihre Rente entsteht. Ihr Jobcenter informiert aber die Rentenversicherung über die Dauer des Bezuges von Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte.
Anpassung des Wohnraums 

Die Kosten für Ihre Unterkunft und die Heizung werden übernommen. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass die Höhe der Kosten angemessen ist. Angemessen heißt, dass der Wohnraum nicht zu groß oder zu teuer ist.

Besondere Regelungen gelten während des ersten Jahres des Bezuges von Bürgergeld (Karenzzeit).

Erfahren Sie mehr über angemessene Kosten und die Karenzzeit im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 8.7.

Mögliche Leistungsminderungen

Es ist wichtig, dass Sie Ihre Pflichten erfüllen und Meldeaufforderungen des Jobcenters nachkommen. Ansonsten drohen Ihnen Leistungsminderungen. Das bedeutet, dass finanzielle Leistungen gekürzt werden können. Wichtige Informationen dazu finden Sie auf der Seite: Bürgergeld: Rechte, Pflichten, Minderungen

Erfahren Sie mehr über Ihre Pflichten und mögliche Leistungsminderungen im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 3 und Kapitel 12.

Häufige Fragen rund um das Bürgergeld

Sie müssen jede Art von zumutbarer Arbeit annehmen. Das gilt auch für Minijobs oder Arbeitsgelegenheiten („Ein-Euro-Jobs“).

Eine vermeintlich zumutbare Arbeit kann abgelehnt werden, wenn Sie dafür einen wichtigen Grund haben und diesen nachweisen können. Nicht annehmen müssen Sie Arbeiten, die gegen Gesetze verstoßen oder Angebote, die unter dem Mindestlohn liegen.

Nicht zumutbar sind Tätigkeiten, zu denen Sie körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage sind oder die Ihnen die Rückkehr in Ihren bisherigen Beruf erschweren, weil beispielsweise besondere körperliche Fertigkeiten bei der Ausübung der neuen Tätigkeit verloren gehen würden.

Bei weiteren Fragen berät Sie Ihr Jobcenter.

Sprechen Sie Ihre Ansprechpartnerin oder Ihren Ansprechpartner an, wenn Sie Fragen zur Betreuung Ihrer Kinder oder von pflegebedürftigen Angehörigen haben: Sie oder er nennt Ihnen weitere Anlaufstellen, die Ihnen weiterhelfen können.

Wenn Sie Anspruch auf Bürgergeld für erwerbsfähige Leistungsberechtigte haben, unterstützt Sie das Jobcenter bei der Kranken- und Pflegeversicherung. Erfahren Sie mehr über den Versicherungsschutz im Merkblatt Bürgergeld, Kapitel 11 und auf der Seite: Kosten für Gesundheit und Versicherung

Das Jobcenter unterstützt Sie mit vielen weiteren Angeboten. Dabei stehen Sie und Ihre persönlichen Anliegen im Mittelpunkt.

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Jobcenter und erfahren Sie mehr zu 

  • einem persönlichen Coaching,
  • Unterstützung in schwierigen Lebenslagen (zum Beispiel bei Überschuldung oder bei Suchtproblemen),
  • Hilfen für besondere Personengruppen (etwa Menschen über 50 Jahre, Alleinerziehende) oder
  • die Vorbereitung auf Ihren zukünftigen Job, zum Beispiel durch eine Aus- und Weiterbildung oder Umschulung