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Praktikum
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Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.
abi»: Einfach mal machen und ausprobieren: So könnte das Motto eines Praktikums lauten. Praktische Erfahrungen in einem Tätigkeitsbereich, einem Beruf und verschiedenen Unternehmen zu sammeln, kann ungemein förderlich für die Berufsorientierung sein. Wie ein Praktikum jungen Menschen bei der beruflichen Orientierung hilft und was Praktikantinnen und Praktikanten tun können, um das Beste aus ihrer Praxiserfahrung herauszuholen, beantwortet dir diese abi» Podcast-Folge, in der ich mich mit der Berufsberaterin Frau Anna Katharina Hirseland unterhalten habe. Viel Spaß dabei, und jetzt erst mal herzlich willkommen, Frau Hirseland!
Anna Katharina Hirseland: Danke für die Einladung.
abi»: Frau Hirseland, warum ist es sinnvoll, in der beruflichen Orientierung Praktika zu absolvieren?
Anna Katharina Hirseland: Oh, da gibt es sogar ganz viele Gründe, warum ein Praktikum sinnvoll sein kann. Zum einen ermöglicht ein Praktikum Einblicke in den beruflichen Alltag. Man hat Ideen von seinen Interessen und bestenfalls auch von den eigenen Fähigkeiten, die man mitbringt. Aber um zu überprüfen, wie dieser Berufsalltag tatsächlich abläuft und ob die eigenen Vorstellungen der Realität entsprechen, ist so ein Praktikum ganz wunderbar, um erste Einblicke in diesen Berufsalltag erhalten zu können. Und durch das Praktikum kann man dann eben herausfinden, was bedeutet das überhaupt, in einem bestimmten Beruf zu arbeiten, wie sind Arbeitsabläufe in einem Unternehmen, und welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten gibt es überhaupt, die damit verbunden sind, mit dem Beruf, den ich mir vorstellen könnte.
Man kann darüber hinaus Erfahrungen sammeln, einerseits über sich selbst, aber auch über die Arbeit, die im Praktikum vollzogen wird, die vielleicht auch für den Beruf später wichtig sind. Und man hat dann auch die Möglichkeit, eigene Stärken und eigene Schwächen nochmal zu reflektieren und zu erkennen, wo brauche ich vielleicht noch mal andere Fähigkeiten, oder welche Fähigkeiten darf ich noch ausbauen, um in meinem Beruf, den ich mir dann ausgewählt habe, noch erfolgreicher sein zu können. Ein dritter Punkt, den es noch gibt, sind die Netzwerke, die ich mir während eines Praktikums aufbaue. Es ist gerade jetzt zu Zeiten des Fachkräftemangels so, dass ganz oft auch Ausbildungsverhältnisse aus einem Praktikum heraus entstehen. Es ist eigentlich ganz schön, weil sowohl der Arbeitgeber als auch der Schüler oder die Schülerin merken, ja, es funktioniert mit den beiden ganz gut zusammen, von beiden Seiten dann eine positive Erfahrung, sodass dann eben auch ein positiver Faktor daraus entstehen kann, dass man vielleicht sofort einen Ausbildungsplatz oder einen Job später in der Tasche hat.
Ein Praktikum kann dann eben auch helfen, vielleicht nochmal als vierter und letzter Punkt, einfach Annahmen über einen Beruf oder eine Branche zu bestätigen, zu validieren oder auch vielleicht sogar zu revidieren, also, dass man merkt, okay, ich hatte jetzt in dem Moment Vorurteile, die lassen sich überhaupt nicht bestätigen. Es könnte doch ein Job für mich sein, den ich vorher gar nicht so in Betracht bezogen habe. Oder man bestätigt halt, die Realität des Berufsalltags passt mit dem überein, was ich mir vorgestellt habe.
abi»: Okay, Dankeschön schon mal. Also das heißt, es spricht ja wirklich viel dafür, mal ein Praktikum zu machen.
Anna Katharina Hirseland: Genau.
abi»: Was würden Sie denn sagen: Zu welchen Zeitpunkten sind Praktika empfehlenswert für Schülerinnen und Schüler?
Anna Katharina Hirseland: Da darf man tatsächlich so ein bisschen differenzieren. In manchen Schulen ist es ja so, dass das Praktikum sowieso ab Klasse zehn schon in den Lehrplan mit eingebaut ist. An anderen Schulen beginnen die Praktikumsphasen ab Klasse elf und zwölf. Die Chancen sollte man auf jeden Fall nutzen, sich für Praktika zu entscheiden, die vielleicht schon den Interessen entgegenkommen. Man darf aber ruhig auch gerne noch die Ferien nutzen, wenn man sich dazu motivieren kann. Es gibt auch ganz oft die Möglichkeit, in den Herbstferien oder in den Osterferien beispielsweise einfach mal die Wochen zu nutzen und verschiedene Berufe noch mal kennenzulernen, und dann ist eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt für die berufliche Orientierung, um dann eben auch später die Bewerbungsfristen einhalten zu können.
abi»: Wenn sie dann ein Praktikum antreten, wie können sich junge Menschen optimal auf die Erfahrung vorbereiten?
Anna Katharina Hirseland: Also, um sich vorzubereiten, hilft es, genau, sich gut zu informieren: Wer ist mein Ansprechpartner oder meine Ansprechpartnerin in dem Unternehmen? Man hat sich vielleicht auch schon mit den Arbeitszeiten vertraut gemacht, die einem bevorstehen werden. Das heißt, man erscheint pünktlich, man informiert sich vorher schon, wie wird mein Arbeitsweg sein während des Praktikums? Wie kann ich das organisieren, morgens pünktlich zum Praktikumsbetrieb hinzukommen? Muss ich gegebenenfalls noch mal vielleicht auch eine Fahrgelegenheit, eine Mitfahrgelegenheit, organisieren? Welche Kleidung benötige ich im Unternehmen, oder gibt es spezielle Vorgaben, die ich vielleicht vorher erfragen sollte? Dann ist es auch immer ganz gut, das Handy vielleicht an den Tagen des Praktikums aus zu lassen oder wenigstens stumm zu schalten, also nicht zu viel zu nutzen. Genau, vor allem während des Praktikums ist es einfach wichtig, präsent zu sein und viel Interesse und Eigeninitiative zu zeigen.
abi»: Ganz viele Tipps, das ist super. Jetzt sind sie schon darauf eingegangen: Die nächste Frage ist: Was kann ich als Praktikantin oder Praktikant tun, um das Beste aus dem Praktikum herauszuholen? Wenn sie noch etwas haben, was sie anfügen möchten? Jetzt sehr gerne.
Anna Katharina Hirseland: Genau, also, das Wichtigste ist eigentlich, dass man die Neugierde behält, dass man Lust auf Neues hat und die Eigeninitiative zeigt. Und ich glaube, man sollte sich auch keine Gedanken machen, ob man vielleicht in ein Fettnäpfchen treten könnte oder nicht, weil wichtig ist einfach, dass man freundlich bleibt, Fehler vielleicht auch zugeben kann, aber dass man vor allem aktiv bleibt im Praktikum.
abi»: Ja, das heißt, man lernt viele Softskills auch, oder darf schon mal viele Softskills anwenden.
Anna Katharina Hirseland: Ja, genau das ist ja auch das Schöne, dass man vielleicht auch im Nachgang einfach mal um ehrliches Feedback bitten kann, vielleicht auch eine Beurteilung erfragen darf. Und dann, im besten Fall erhält man natürlich auch eine Referenz, die man dann den Bewerbungsunterlagen zufügen kann.
abi»: Das ist natürlich ein weiterer Nutzen, den man aus einem Praktikum ziehen kann. Sprechen wir mal über die Vergütung. Wann werden denn Praktika vergütet, und welche Rechte und Pflichten habe ich?
Anna Katharina Hirseland: Die regulären Schulpraktika werden in der Regel nicht vergütet. Es ist so, dass man ab dem 18. Lebensjahr dem Mindestlohn unterliegt, also, dass dann, wenn man außerhalb der Schule ein Praktikum absolviert, dieses Praktikum vergütet werden könnte. Genau, früher war das tatsächlich anders, da wurden keine Praktika vergütet. Es ist aber so, dass man schon einen gewissen Kostenaufwand für ein Praktikum haben könnte, wenn es vielleicht Fahrtkosten sind, die der Arbeitgeber aber nicht übernimmt, oder wenn man vielleicht doch nochmal eine Unterkunft organisieren müsste. Das muss man dann mit dem Arbeitgeber klären, inwieweit der dann entgegenkommen könnte. Aber längere Praktika werden inzwischen in der Regel vergütet.
abi»: Und können Sie noch was zu Rechten und Pflichten während des Praktikums sagen?
Anna Katharina Hirseland: Genau, man unterschreibt in der Regel, also gerade bei längeren Praktika, einen Praktikumsvertrag, das heißt, man hat auch Tage zur Verfügung, die man sich frei nehmen kann, im Prinzip Urlaubstage. Und man ist dann auch über den Arbeitgeber versichert, in dem Moment, also hat eine Unfallversicherung, falls was passieren sollte.
abi»: Jetzt stellen wir uns mal vor, ich bin eine Schülerin, die gerade festgestellt hat, dass ihr die Tätigkeit und vielleicht sogar der Praktikumsbetrieb gut gefallen. Wie könnte es jetzt weitergehen?
Anna Katharina Hirseland: Das ist erst mal richtig schön, wenn man so gestärkt aus einem Praktikum rausgeht, dass man für sich validiert hat, das, was ich mir vorgestellt habe, entspricht auch tatsächlich der Realität, und ich könnte mir das für meinen späteren beruflichen Weg gut vorstellen. Dann gibt es einmal die Möglichkeit zu schauen, wie ist das Verhältnis mit dem Praktikumsunternehmen: Hat man da so gute Kontakte geknüpft, dass sich vielleicht im Abschlussgespräch Gelegenheit bietet, anzugeben, dass man sich durchaus vorstellen könnte, im Unternehmen zu bleiben? Oder, im besten Fall, wird man vielleicht sogar tatsächlich angesprochen, ob man sich nicht eine Ausbildung oder eine weitere berufliche Karriere im Unternehmen vorstellen könnte. Man hat sonst auch immer die Möglichkeit, sich natürlich auf andere Ausbildungsstellen in diesem Bereich zu bewerben. Und da könnte man auch immer gerne sich an die Berufsberatung beispielsweise wenden, die dann mit Rat und Tat zur Seite steht, natürlich auch noch verschiedene Arbeitgeber kennen in diesem Bereich, die vielleicht eine Ausbildung anbieten. Dann wäre der nächste Schritt, sich einfach fleißig zu bewerben.
abi»: Das ist das Positivbeispiel. Jetzt gibt es natürlich auch noch die andere Seite. Was raten sie jungen Menschen, die durch ein Praktikum herausgefunden haben, was sie nicht machen möchten, aber noch keine Alternative kennen?
Anna Katharina Hirseland: Auch da würde ich jetzt erst mal versuchen, das Ganze positiv zu sehen. Das heißt, es ist im ersten Augenblick natürlich eine Enttäuschung, dass das, was man sich vorgestellt hat, einfach nicht den eigenen Interessen entspricht. Andererseits bietet das auch eine Chance, andere Bereiche noch mal zu betrachten und neue Chancen zu sehen, um nochmal andere berufliche Felder kennenzulernen. Auch da kann man sich nochmal an seine Berufsberaterin oder an seinen Berufsberater wenden, um nochmal neu anzusetzen, zu überlegen, welche Alternativen könnte man sich noch vorstellen? Welche beruflichen Felder hat man vielleicht auch noch gar nicht im Blick gehabt? Und auch dann kann ich immer dazu ermutigen zu sagen: Okay, ich lerne vielleicht einfach noch mal andere Felder kennen und gehen nochmal in weitere Praktika.
abi»: Oder man schaut auch einfach mal auf abi.de.
Anna Katharina Hirseland: Oder auf abi.de, selbstverständlich.
abi»: Ja, vielen Dank, liebe Frau Hirseland, für die vielen Antworten und die Tipps und Hinweise. Danke, dass Sie heute dabei waren.
Anna Katharina Hirseland: Gerne, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
abi»: Sehr schön! Weitere Beiträge zum Thema Praktikum findest du auf abi.de, beispielsweise im Top Thema „Berufsorientierung mit Praktika“. Bewerbungstipps für ein Praktikum gibt es auf abi.de in der Rubrik Bewerbung > Praktikum und Nebenjob. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecherin 1: Berufswahl - Mein Weg: Der Podcast von planet-beruf.de für Schülerinnen und Schüler
planet-beruf.de Sprecher 2: Tipps für dein Praktikum - einfach erklärt
planet-beruf.de Sprecherin 1: Hallo, schön, dass du reinhörst! In dieser Folge erklärt Kim Stember, warum es wichtig ist, Praktika zu machen. Sie gibt außerdem Tipps, wie du einen Praktikumsplatz findest, und wie du dich auf ein Praktikum vorbereitest. Frau Stember arbeitet im Personalwesen und ist verantwortlich für die Auszubildenden in ihrem Unternehmen. Das ist die ASO GmbH in Lippstadt in Nordrhein-Westfalen, ein Betrieb, der unter anderem Sensoren für Sicherheitseinrichtungen baut, die Berührungen wahrnehmen.
Hallo Frau Stember! Vielen Dank für Ihre Zeit!
Kim Stember: Hallo.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Gut, steigen wir ein ins Thema Praktikum. Können Sie mir einmal kurz sagen, wofür ein Praktikum oder auch mehrere Praktika gut sind?
Kim Stember: Ja, also generell ist es gut ein Praktikum zu machen, einfach um praxisnahe Erfahrungen sammeln zu können. Man kann das theoretische Wissen in der Praxis einfach anwenden und auch wirklich in einem realen Arbeitsumfeld mitarbeiten. Die Schüler können natürlich auch viele verschiedene Berufsfelder erkunden, verschiedene Praktika machen und so herausfinden, welche Tätigkeit ihnen am besten so liegt, was ihnen gefällt, was ihnen nicht so gefällt. Ein Praktikum ist ja generell nicht nur eine Chance für die Praktikanten, einfach Berufserfahrung zu sammeln, sondern, glaube ich das Wichtigste, sich selbst weiterzuentwickeln, über sich hinauszuwachsen. Ich glaube, da ist ein Praktikum immer hilfreich, auch wenn man am Ende dann vielleicht für sich herausgefunden hat, dass das gar nicht so der Weg ist, den man selber einschlagen will, aber auch das ist ja eine gute Erkenntnis.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Mhm.
Kim Stember: Aber auch aus der Sicht der Unternehmen bringt es natürlich auch immer etwas, Praktikanten einzustellen. Die Praktikanten können oft auch neue Ideen oder Perspektiven mitbringen. Aber auch - für die Unternehmen wahrscheinlich der wichtigste Punkt -, dass Praktika es ermöglichen, einfach potenzielle zukünftige Mitarbeiter kennenzulernen. Da hat man schon einmal den ersten leichten Berufseinstieg.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Okay, man hat also eigentlich mehrere Vorteile, wenn man sich da mal umguckt!
Kim Stember: Genau, ja.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Inwiefern unterstützen Praktika bei der persönlichen Weiterentwicklung?
Kim Stember: Die Schüler können lernen, im Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Also einfach so die Soft Skills ein bisschen zu entwickeln.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Können Sie einmal kurz darstellen, welche verschiedenen Arten von Praktika es gibt?
Kim Stember: Ja, genau, also es gibt verschiedene Arten von Praktika, die unterscheiden sich dann in Bezug auf die Dauer oder die Zielsetzung. Da gibt's zum Beispiel Pflichtpraktika, die von den Schulen angeboten werden für einen bestimmten Zeitraum. Aber genauso freiwillige Praktika, die von den Schülern zum Beispiel in den Ferien durchgeführt werden können. Genau, dann gibt’s auch noch so etwas wie Berufsorientierungspraktika oder Berufsfelderkundungstage, wo die Schüler dann in den Betrieb kommen können.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Hm, also eine ganze Menge! Haben Sie denn Tipps oder Hinweise, wie man einen Praktikumsplatz findet, wie man einen bekommt und was man vielleicht dabei beachten sollte?
Kim Stember: Genau, also unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Interessen ist es wahrscheinlich am besten da einfach zu schauen, und sich über die Unternehmen in der eigenen Region so ein bisschen zu informieren. Man kann dann da die Unternehmen gezielt ansprechen, ob die Praktika anbieten. Vielleicht einfach dort anrufen oder auch zum Beispiel auf Ausbildungsmessen direkt mit den Unternehmen in Kontakt treten, da gezielt nach einem Praktikum fragen. Da gibt’s natürlich auch oft Karriereseiten, auf denen man sich schon informieren kann. Genau.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Mhm, das klingt gut. Wie kann man sich denn auf ein Praktikum vorbereiten?
Kim Stember: Man kann natürlich sich die Unternehmenswebseite anschauen. Genauso gut kann man sich auf den sozialen Medien bisschen umschauen, wir sind zum Beispiel auch immer sehr aktiv auf Instagram. Ja, vielleicht gibt's auch noch aktuelle Nachrichten, irgendwie passend zu der Branche oder vielleicht zum Unternehmen selber. Genau, ich glaube, dann ist man schon sehr gut auf ein Praktikum einfach vorbereitet.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Gibt es denn bestimmte Verhaltensregeln, die man im Praktikum auch schon einhalten sollte? Damit man auch, eben wie Sie vorhin gesagt haben, vielleicht ist es ja der potenzielle Arbeitgeber, damit man da einen guten Eindruck hinterlässt.
Kim Stember: Ja auf jeden Fall, also so ein paar Verhaltensmuster sollte man mitbringen: Dass man generell pünktlich ist, aufmerksam zuhört, einfach neugierig ist auf den Beruf, den man sich da ausgesucht hat.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Wenn jetzt das Praktikum vorbei ist, wie bereiten denn dann Jugendliche am besten das Praktikum nach? Sie haben es vorhin schon mal so ein bisschen gesagt: Auch wenn es nicht so gut gefallen hat, kann man trotzdem daraus was Positives mitnehmen.
Kim Stember: Genau, also gerade bei einem Pflichtpraktikum von der Schule oder Berufsschule ist es ja oft so, dass auch eine Praktikumsmappe angefertigt wird, das kann man natürlich auch in Absprache mit dem Unternehmen machen und kann dann da einfach genau aufführen, was zum Beispiel gemacht worden ist, was einem vielleicht gut oder auch nicht so gut gefallen hat. Genau, dass man einfach auch offen damit umgeht, ob der Berufszweig jetzt was für einen ist oder nicht, da kann man ja auch ganz offen sagen, wie einem das Praktikum so gefällt.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Super! Danke für das Interview!
Kim Stember: Sehr gerne! Danke auch, dass wir dabei sein durften.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Tschüss.
Kim Stember: Tschüss.
planet-beruf.de Sprecherin 1: Willst du mehr zum Thema Praktikum wissen? Schau dich um in der Rubrik Praktikum. Hier findest du viele hilfreiche Tipps und Infos für dein nächstes Praktikum.
Mach dich schlau! Es lohnt sich.
Textversion des Podcasts zum Lesen (Audio-Transkript)
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Berufsorientierung gemeinsam gestalten – der Podcast von planet-beruf.de für Lehrkräfte und BO-Coaches
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Vor- und Nachbereitung eines Praktikums
planet-beruf.de Sprecher/in 1: In einem Praktikum gewinnen Schülerinnen und Schüler persönliche Einblicke in die Arbeitswelt. Zudem erfahren sie mehr über ihre eigenen Stärken und Interessen. Lehrerinnen und Lehrer sind dabei wichtige Wegbegleiter. Sie unterstützen die Vor- und Nachbereitung der Praktika aktiv und sind als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gefragt.
Wie Sie dabei vorgehen können, verrät Yvonne Hollmann, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord, jetzt im Podcast.
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Frau Hollmann, wie genau können sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften und BO-Coaches auf ein Praktikum vorbereiten?
Yvonne Hollmann: Als erstes müssen natürlich Schüler und Eltern und im Austausch mit den Lehrern besprechen, was für einen Praktikumsplatz suche ich denn. Was sind denn gegebenenfalls Interessenslagen oder auch Berufswünsche. Also, man muss als Erstes darüber nachdenken, was möchte ich wo machen? Und dann ist es wichtig, rechtzeitig mit der Praktikumssuche bzw. der Bewerbung um ein Praktikum zu beginnen. Zumindest mal ein Telefonat oder Gespräch mit dem Berufsberater, das man weiß, wenn der Praktikumsplatz zum Beispiel im Juni feststehen soll, dann müsste ich mich schon drei bis vier Monate vorher darum kümmern, damit der Platz dann auch sicher ist.
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Das Wunschpraktikum ist gefunden. Können Lehrkräfte und BO-Coaches ihre Schülerinnen und Schüler jetzt bei der Suche nach einem passenden Betrieb unterstützen?
Yvonne Hollmann: Ja, da sind wir Berufsberater der Agentur für Arbeit sehr oft das Brückenglied. Es ist natürlich für Eltern und Lehrkräfte im Ablauf immer etwas schwieriger Kontakt zu den Betrieben aufzunehmen. Lehrkräfte sowieso, die haben ja während ihrer gesamten Arbeitszeit am Tag kaum Reserven, um noch Unternehmen abzutelefonieren, die eventuell Praktikumsplätze anbieten. Also bieten wir als Berufsberatung an, dass wir diese Brücke bauen können. Wir haben den Arbeitgeberservice bei uns im Haus. Den können wir direkt kontaktieren und danach fragen, welches Unternehmen bietet einen Praktikumsplatz an. Oder wir wissen dann schon in der Region, welche Betriebe suchen denn noch händeringend Auszubildende und das sind dann auch die Betriebe, die definitiv Praktikumsplätze anbieten.
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Ist es sinnvoll, als Lehrkraft oder BO-Coach Jugendliche während des Praktikums zu begleiten?
Yvonne Hollmann: Das finde ich total sinnvoll, weil während des Praktikums wird den Schülern sehr oft bewusst, dass sie unter Umständen, ja erst einmal nur dabei stehen. Viele erwarten vom Praktikum, dass sie sofort eingesetzt werden und mitarbeiten können. Aber es liegt ja auf der Hand, dass das nicht in allen Bereichen funktioniert, weil eine gewisse Berufserfahrung und auch natürlich für einige Tätigkeiten ein ganz spezielles Wissen notwendig ist.
Daher sollte man sich darauf einstellen, und dass kann man im Vorfeld auch mit den BO-Coaches und mit den Lehrkräften durchsprechen, dass ein Praktikum erst einmal beobachten bedeutet. Wenn es dann deutlich mehr Aufgabenübertragung gibt, ist das toll. Aber das wäre meine Idee für die Lehrkräfte und BO-Coaches, dass sie die Schüler darauf vorbereiten, dass sie erst einmal nur mitlaufen können.
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Das Praktikum ist zu Ende. Wie können Lehrkräfte und BO-Coaches die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Unterricht einordnen?
Yvonne Hollmann: Ja, also ich schlage dann immer vor, dass man zum Beispiel einen Praktikumshefter führt. Das man also für diese Zeit, natürlich in Absprache mit dem Unternehmen, Notizen macht zu den Arbeitsabläufen, zu dem was einem Schüler im Praktikum aufgefallen ist. Und dann ist es wichtig in der Reflexionsphase, also wenn die Schüler zurückkommen in die Schule, dass man wirklich das Ganze auswertet und zwar detailliert, sich nicht nur eine Unterrichtsstunde dafür nimmt, sondern ein bisschen Zeit, dass man das was man gelernt, gesehen und gehört hat im Unternehmen überträgt auf Erfahrungen. Also, dass die Lehrkräfte mit den Schülern darüber sprechen: Was können wir denn jetzt daraus lernen?
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Frau Hollmann, abschließende Frage. Gibt es etwas, was Sie den Lehrkräften, BO-Coaches und Jugendlichen mit auf den Weg geben wollen?
Yvonne Hollmann: Mir ist ganz wichtig, dass man sich mit dem Thema Praktikum rechtzeitig auseinandersetzt. Wir erleben das immer wieder, dass das Praktikum in einer Woche beginnen soll – es gibt ja auch zeitliche Vorgaben von der Schule für ein Pflichtpraktikum – und die Schüler bis drei, vier Tage vor dem Termin, zu dem das Praktikum stattfinden soll, keinen Platz haben. Und dann erst zu uns kommen in die Berufsberatung und sagen: „Mensch, ich brauch noch einen Betrieb.“ Das ist dann auch für uns eine Herausforderung so kurzfristig etwas zu organisieren.
planet-beruf.de Sprecher/in 1: Frau Hollmann, vielen Dank für das Gespräch.
planet-beruf.de Sprecher/in 2: Angebote und Veranstaltungen der Berufsberatung zur Berufsorientierung finden Sie im Portal für Lehrkräfte und BO-Coaches auf planet-beruf.de unter Berufsberatung und BiZ. Sie möchten das Thema Praktikum im Unterricht besprechen? Nutzen Sie dafür die Unterrichtsidee: Praktikumsplatz finden als Orientierung.
Außerdem: Tipps und Infos für Ihre Schülerinnen und Schüler zum Thema Praktikum finden Sie im Portal für Schülerinnen und Schüler unter Praktikum. Eine gute Vorbereitung ist auch das Tool 100Fachbegriffe unter Alle Tools auf einen Blick. Hier lernen die Jugendlichen schon im Vorfeld ihres Praktikums wichtige Fachwörter zum Beispiel für Maschinen, Werkzeuge und Tätigkeiten kennen.
Helfen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern, ihren eigenen Weg zu finden – von der Schule in den Beruf!

