Studium

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In diesem Video erfährst du alles rund ums Studium in Deutschland. Du bekommst Einblicke in die verschiedenen Studienformen, die Voraussetzungen und wie du einen passenden Studienplatz findest.

Anna, Max und Johannes erzählen von ihrem Orientierungsstudium an der TH Nürnberg. Dabei können die 3 verschiedene Studiengänge ausprobieren. Danach können sie entscheiden, ob ein Studium das Richtige für sie ist und welche Fachrichtung am besten zu ihnen passt.

In diesem Video lernst du, mit welchen Kosten du während eines Studiums rechnen kannst und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

In diesem Video erfährst du, welche Anlaufstellen es gibt, wenn du über einen Studienwechsel oder -abbruch nachdenkst. Je nach Situation stehen dir verschiedene Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Möchtest du mehr über das Masterstudium erfahren? In diesem Video erzählen dir Studierende, warum sie sich für den Master entschieden haben.

Erfahre hier, was vier junge Menschen bei ihrer Hochschulwahl motiviert hat.

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In diesem Podcast sprechen Nina und Veronika Riedl, Referentin von hochschule dual, über das duale Studium, welche Vorteile und Herausforderungen es bietet und wie man den Einstieg erfolgreich meistert.

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Jingle: abi», dein Podcast für die Berufsorientierung,

abi»: Theorie und Praxis, Studium und Berufserfahrung, das Beste aus zwei Welten in einem Paket – klingt gut, dann bleib dran, denn unser Thema heute ist das duale Studium. Egal, ob du einen technischen, wirtschaftlichen oder sozialen Beruf im Blick hast, das duale Studium bietet dir ein gutes Gleichgewicht aus Lernen und Arbeiten. Ich bin Nina und spreche heute mit Veronika Riedl, Referentin von hochschule dual im bayerischen Zentrum für innovative Lehre, über das duale Studium, darüber, was es ausmacht, welche Vorteile und Herausforderungen es bietet und wie man den Einstieg erfolgreich meistert. Hallo, Frau Riedl, schön, dass Sie da sind. Wir wollen uns ja heute über das duale Studium unterhalten und können Sie vielleicht zunächst mal erklären, was genau ein duales Studium ist und wie es abläuft.

Veronika Riedl: Ja, also auch herzlichen Dank für die Einladung heute. Also, das duale Studium bedeutet, dass man studiert und gleichzeitig auch bei einem Unternehmen Praxiszeiten hat, wie diese Praxiszeiten sich gestalten oder wie, sagen wir mal, wie der Ablauf ist, wie viele Tage man an der Hochschule ist und wie viele Tage man die Praxis hat beim Unternehmen, das ist relativ unterschiedlich, und das kann unterschiedlich auch gestaltet werden. Bei uns ist es überwiegend an den bayerischen Hochschulen so, dass man da immer die Vorlesungszeit an der Hochschule ist, also da wirklich regulär mit allen anderen Studierenden studiert und dann in den Semesterferien, also in den vorlesungsfreien Zeiten, beim Unternehmen ist und dort seine Praxisphase hat.

Es gibt auch die Modelle, dass man das in drei Monatszyklen abwechselt, drei Monate da, drei Monate da, das gibt es auch; es gibt auch tagesweise Wechsel oder genau in der Woche. So läuft es eigentlich ab, und der große Mehrwert, der Inhalt ist beim dualen Studium, dass man eben Studium und Praxis miteinander verbindet, und zwar auch so, dass man natürlich die Zeiten verbindet, dass man auch vertragliche Regelungen hat miteinander, wie die Hochschule und das Unternehmen zusammenarbeitet, und auch, wie man es inhaltlich gut verzahnt, dass das, was man an der Hochschule lernt, auch reflektierenderweise oder einfach gucken kann, wie man das umsetzt im Unternehmen, und das, was man im Unternehmen lernt, wie kann man das wiederum in die Hochschule tragen. Also dieser Theorie-Praxis-Transfer, diese Reflexion zwischen diesen beiden Lernorten, das ist, so glaube ich, der Kern des dualen Studiums.

Genau also, es gibt das praxisintegrierende und das ausbildungsintegrierende. Das ausbildungsintegrierende hat es ja schon im Namen, da ist eine Berufsausbildung mit integriert, das heißt, man studiert im Bachelor, man macht nebenbei oder integriert eben auch eine duale Berufsausbildung, wo man auch die Prüfung dann bei den entsprechenden Berufskammern ablegt, und hat am Ende zwei Abschlüsse – also einmal einen Studienabschluss, den Bachelor, und einmal den von der Berufsausbildung. Dann gibt es noch das praxisintegrierende Studium, und das ist inhaltlich eigentlich gleich aufgesetzt. Also, man hat auch Praxis, und man hat Studium. Die Praxiszeiten sind jetzt nicht auf eine Berufsausbildung ausgelegt.

abi»: Das duale Studium birgt viele Vorteile, aber sicherlich auch die eine oder andere Herausforderung, gerade vielleicht auch zum klassischen Hochschulstudium. Können Sie uns dazu noch was erläutern?

Veronika Riedl: Ja, gerne. Also Vorteile gibt es natürlich auch viele, also gerade im dualen Studium. Ich würde mal sagen, der größte Vorteil, der manchmal auch wirklich vergessen wird, ist, dass man einfach dadurch, dass man einen Praxispartner hat und auch die Praxis erlebt und auch lernt, für was man lernt, also man setzt es gleich um, gibt es einen wahnsinnigen Motivationsschub. Man lernt viel leichter, das ist dieses Learning by Doing. Durch die Praxis lernt sich einfach viel leichter, und man weiß auch, für was man lernt, und bekommt einfach auch schon mit, wie es denn läuft im Unternehmen. Und das ist einfach diese Kompetenzentwicklung, die man einfach da hat durchs duales Studium; die ist immens und unterscheidet sich einfach stark als wenn man nur immer dieses Wissen aufbaut. Es ist einfach so, dass man natürlich auch in die Praxis geht. Also, das ist ein großer, großer Vorteil.

Und dann gibt es natürlich auch noch so Vorteile wie, dass man finanzielle Sicherheit hat, also man bekommt jeden Monat Vergütung, egal ob man an der Hochschule ist oder direkt im Betrieb ist. Ein großer Vorteil, gibt einem Sicherheit. Man hat natürlich unglaublich gute Karrierechancen, weil man einfach die Arbeitswelt schon kennt, weil man auch ganz anders studiert. Also, man weiß einfach, wenn man da wählt, welchen Schwerpunkt man möchte, dann kennt man die Arbeitswelt schon und weiß, ah, da will ich hin, den Schwerpunkt nehme ich, da bin ich gut drin. Man kann ganz anders agieren als Studierender und hat natürlich auch schon innerhalb seine Netzwerke, bekommt Unterstützung vom Betrieb. Und das ist einfach alles, was sehr stark auch die Motivation fördert und die Freude am Studium.

Natürlich ist der Nachteil, dass eine sehr hohe Belastung da ist durchs duale Studium. Natürlich ist es auch so, dass man gebundener ist. Man sagt, man geht mit einem Praxispartner dreieinhalb Jahre lang oder viereinhalb Jahre gemeinsam den Weg. Im besten Fall gibt's noch die Übernahme, und dann bleibt man länger miteinander zusammen. Also, man kann nicht jede Semesterferien woanders ein Praktikum machen, sondern ist natürlich immer bei einem. Das kann man natürlich auch als Nachteil sehen. Und natürlich ist man dann, wenn man in den vorlesungsfreien Zeiten beim Unternehmen ist, um dort seine Praxisphasen zu machen, kann man natürlich nicht dann die Semesterferien hat man dann einfach nur, sind auf die Urlaubstage beschränkt und sind dann nicht, keine Ahnung, die drei Monate voll, sondern man hat halt dann die Urlaubstage von zwei, drei Wochen, die man dann da nur nehmen kann. Also ich denke, das sind die zwei Sachen, die man so ein bisschen, diese Vor- und Nachteile, die man miteinander ein bisschen abwägen muss.

abi»: Und können Sie noch was zum Bewerbungsprozess sagen? Was gibt's da zu beachten?

Veronika Riedl: Ja, der Bewerbungsprozess. Es ist natürlich wichtig, dass man frühzeitig beginnt. Die Unternehmen suchen wirklich ein Jahr vorher, also das ist wirklich auch so wie bei der dualen Berufsausbildung. Man sollte gut ein Jahr vorher starten und sich halt Überlegungen machen. Dann gilt es natürlich, sich zu überlegen, welchen Studiengang, welche Hochschule einem gefällt und auch, in welches Unternehmen man gern gehen möchte. Das gilt es einfach, auch zu überlegen und auszusuchen und auch, welches Modell man möchte, ob man lieber das ausbildungsintegrierte Studium machen möchte, also das Verbundstudium, so nennen wir es in Bayern, oder eben das praxisintegrierte Studium, das ist das Studium mit vertiefter Praxis, nennen wir's, das muss man halt vorher, das sind diese Überlegungen, die vorher zu treffen sind.

Und wenn man die Entscheidung dann getroffen hat, dann gilt es, sich einmal bei der Hochschule zu bewerben, also für den Studiengang und auch dort mitzuteilen, dass es dual stattfinden soll, und dann auf der anderen Seite sich ein Unternehmen auch zu suchen, mit dem man das duale Studium gemeinsam machen kann – das ist sozusagen ein paralleler Weg.

abi»: Aber ist es nicht oft auch so, dass man sich erst das Unternehmen sucht und sich dann da direkt bewirbt und dann dieses Auswahlverfahren und so weiter durchläuft und man sich dann einfach nur noch in der Hochschule einschreiben muss?

Veronika Riedl: Sowohl als auch, also das ist der Weg. Es ist schon ein paralleler Weg, aber natürlich liegt man den Fokus. Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, ich möchte unbedingt an die Hochschule München und den und den Studiengang, und ich möchte in München bleiben, dann bewerbe ich mich an der Hochschule und suche mir ein Unternehmen, das in München mit mir das duale Studium macht. Also dann ist es schon der Fokus auf der Hochschule und auf den Ort. Und wenn ich ziemlich frei bin, weil ich sage, ich möchte bei einem sehr großen Unternehmen sein, hab da so einen Favoriten, dann kann man sich beim Unternehmen bewerben, und dann sagen die meistens, wir kooperieren mit der Hochschule xy und dass man sich dort eben einschreiben muss.

abi»: Also, ich habe jetzt herausgehört, wichtig ist auf jeden Fall, sich frühzeitig zu bewerben. Und was würden Sie aus Ihrer Erfahrung heraus jetzt Abiturientinnen, Abiturienten noch raten, die ein duales Studium in Erwägung ziehen?

Veronika Riedl: Ich würde ihnen auf jeden Fall raten, wenn sie im Freundeskreis jemanden haben, der dual studiert, einfach mit dem auch ins Gespräch zu gehen und sich da zu informieren. Und wirklich, wirklich würde ich ihnen empfehlen, sich die Hochschulen anzugucken.

abi»: Und Sie haben es vorhin anklingen lassen: Das duale Studium ist nicht für jede oder jeden was. Also ist auch so eine realistische Selbsteinschätzung wichtig, dass man die eigene Belastbarkeit hinterfragt und natürlich immer praktische Erfahrungen sammelt. Das hilft auch weiter.

Veronika Riedl: Genau, man sollte es mit der Praxis sehr mögen. Man sollte sich nicht so schwer tun mit dem Lernen. Man sollte auch zielorientiert sein, genau, und auch diese Neugierde und sollte einfach auch dieses auf Praxis-Lust-Haben, das ist einfach darauf bezogen, dass man natürlich einen Preis bezahlt, und der ist, dass man natürlich in den Semesterferien im Unternehmen ist.

abi»: Wie können sich Interessierte informieren?

Veronika Riedl: Man muss jetzt zum einen ja die Hochschule finden und zum anderen den Praxispartner, und das Herzstück jetzt von Hochschul Dual ist natürlich unsere Datenbank. Also da kann man sich sehr gut informieren in unserem Studienplatzportal, unter www.hochschule-dual.de. Da findet man alle Hochschulen, und dann findet man auch Praxispartner; und darüber hinaus kann man natürlich auf anderen Webseiten ganz gut gucken. Studysmarter gibt's ja auch. Also, da gibt es verschiedene Webseiten, wo man schauen kann. Man kann auch direkt auf die Webseiten der Hochschulen, kann auch direkt dort an den Hochschulen anrufen und sich beraten lassen.

abi»: Herzlichen Dank, Frau Riedl, für Ihre Zeit und die informativen Ausführungen. Das war's für heute mit unserer Folge zum Thema duales Studium. Ich hoffe, du hast viele interessante Einblicke gewonnen und vielleicht sogar eine neue Perspektive auf deine berufliche Zukunft. Wenn du dich für ein duales Studium interessierst, findest du weitere Beiträge zum Thema auf abi.de > Orientieren und ganz besonders im Topthema „Studium oder Ausbildung – oder beides?". Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktives > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.

In diesem Podcast unterhalten sich Corinna und Dr. Michael Lindner, Coach und Dozent an der TH Köln, über gutes Zeitmanagement im Studium sowie Möglichkeiten, wie man die Zeit besonders sinnvoll nutzen kann.

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Jingle: abi» – dein Podcast für die Berufsorientierung

abi»: Nur mal schnell auf TikTok, und schon sind die Minuten und Stunden dahingeflogen, während die lange Aufgabenliste immer noch wartet. Dir kommt das bekannt vor? Dann bist du jetzt genau richtig bei dieser Folge des abi» Podcasts, in der ich, Corinna, mich mit Dr. Michael Lindner über gutes Zeitmanagement im Studium unterhalte. Herr Dr. Lindner ist aktuell Coach und Dozent an der TH Köln und in der Vergangenheit auch schon an weiteren Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gewesen. Er bietet regelmäßig Seminare für Studierende zum Thema Zeit- und Selbstmanagement an. Ihr dürft euch auf Tipps und Hintergründe zu diesem Thema freuen, und ich sage herzlich willkommen, Herr Dr. Lindner! Schön, dass Sie heute dabei sind!

Dr. Michael Lindner: Ja, danke auch von meiner Seite.

abi»: Das große Thema Zeitmanagement im Studium: Was ist das eigentlich, und wozu brauche ich als Studentin oder Student ein gutes Zeitmanagement?

Dr. Michael Lindner: Zeitmanagement heißt ganz einfach gesprochen, dass ich bewusst mit meiner Zeit umgehe, dass ich also in der Lage bin, meine Zeit zu strukturieren, und dass ich auch dann natürlich Zeit finde für das, was wirklich wichtig ist. Warum brauche ich das als Student oder als Studentin? Das ist für viele, die jetzt am Anfang des Studiums stehen, erst mal noch nicht so ganz klar. Ich erlebe das immer selbst. Ich arbeite als Dozent an Hochschulen. Ich erlebe das mit Erstsemestern, Zweitsemestern. Da ist für viele das Studium so ein kleiner Schock. Es wird plötzlich sehr viel mehr, es wird anspruchsvoller, man muss die Zeit selbst strukturieren, man ist nicht mehr so in einem Korsett wie in der Schule, und das ist eine große Umstellung. Deswegen ist Zeitmanagement wichtig, dass ich in der Lage bin, mein Studium auch auf eine effiziente Art und Weise zu absolvieren, dass ich in der Lage bin, mein Studium auch voranzubringen, und nicht das Gefühl habe, dass ich allen Sachen hinterherlaufen muss.

abi»: Okay, und jetzt, wenn Sie sagen, es ist gerade zu Beginn des Studiums erst mal relativ schwierig, mit all diesen neuen Dingen zurechtzukommen, und vielleicht auch mit den Eindrücken, die man da hat, und dem Workload, wie viel Planung und vor allem, welche Form der Planung ist denn sinnvoll im Studium und dann auch darüber hinaus?

Dr. Michael Lindner: Es gibt für mich sozusagen zwei große Themen beim Zeitmanagement. Wir haben das Thema Planung, und wir haben das ganze Thema Motivation/Psychologie. Die hängen ein bisschen miteinander zusammen. Aber es sind zwei verschiedene Töpfe, wenn man so will. Beim Thema Planung... Wir werden noch zur Prokrastination kommen. Das hat ja viel mit Motivation zu tun.

Aber jetzt erst mal zum Thema Planung, was auf jeden Fall sinnvoll ist, ist sowas wie ein einfaches Zeitmanagement im Sinne von Timeboxing, dass ich mir also im Studium so einen Stundenplan mache, dass ich nicht nur im Blick habe, was muss ich denn an Vorlesungen machen, sondern zum Beispiel mir auch bestimmte Lernzeiten plane. Diese Planung kann sehr unterschiedlich aussehen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass Menschen das sehr unterschiedlich ausfüllen, und das ist auch vollkommen okay. Es gibt Leute, die sehr detailliert planen und für die das total super ist, und es gibt andere, die eher eine gröbere Planung bevorzugen, und beides kann funktionieren.

Also, wie viel Planung ist notwendig im Studium, um darauf zu antworten, ich würde immer vorschlagen, dass es sinnvoll ist, gerade Fächer, die ein bisschen schwieriger sind oder wo ich mich als Student so ein bisschen schwer tue, die frühzeitig auch planerisch zu erfassen, in dem Sinne, dass ich mir zum Beispiel dann Zeiten nehme, wann ich diese Fächer wiederhole, wann ich mich vorbereite, dass ich gerade diese Fächer dann im Blick halte.

Also Timeboxing ist für mich eine der der Techniken. Eine andere Technik, die ich auch sehr schätze, die im Studium auch sehr wichtig ist, sind so einfache Fokussierungstechniken. Pomodoro ist eine Technik, die sehr häufig eingesetzt wird, die ich auch immer wieder empfehle. Pomodoro bedeutet arbeiten in kleinen Zeitabschnitten, 25 Minuten fokussiertes Arbeiten, fünf Minuten Pause, wieder 25 Minuten arbeiten und fünf Minuten Pause. Dieses kleinschrittige Vorgehen hat den Vorteil, dass man die Hürde für den Einstieg herabsetzt. Ich muss jetzt nicht sagen „Oh Gott, jetzt muss ich zwei Stunden lernen“, sondern sind es erst mal nur 25, und da setze ich mich dran, und dann geht das weiter.

abi»: Da sind Sie jetzt auch gleich schon auf Methoden eingegangen, die man gerade als Studentin, als Student anwenden könnte und was ich nochmal mitgenommen habe für das Thema Planung, was ich jetzt sehr, sehr wichtig finde: Es ist einfach sehr individuell, und man sollte sich vielleicht auch von der Planung gar nicht so sehr stressen lassen, weil man sich die Dinge anschauen muss, für die man selbst eben die Planung braucht.

Dr. Michael Lindner: Also ich empfehle immer eine Minimalplanung, für viele Studierende ist es einfach schon so ein kleiner Aha-Effekt. Die haben hier einen Kalender, da einen Kalender, und da sind die Geburtstage drin, und da sind meine Arzttermine drin, und was weiß ich, und ich empfehle einfach, diese Kalender mal zusammenzufügen. Also das kann ich in Form eines klassischen analogen Buchkalenders machen, oder ich arbeite digital mit dem Apple-Kalender, mit dem Google-Kalender oder was auch immer.

abi»: Jetzt haben wir über Möglichkeiten gesprochen, die Zeit besonders sinnvoll zu nutzen. Was halten Sie denn für den Zeitfresser, und wie kann ich das als Studentin oder Student vielleicht vermeiden, diesen Zeitfresser in meinem Leben zu haben?

Dr. Michael Lindner: Das ist keine große Überraschung. Der größte Zeitfresser ist Social Media und Internet. Da sind so diese kleinen Unterbrechungen, die sich einschleichen. Computer spielen kommt dann auf den zweiten Platz. Das sind so die typischen Zeitfresser. Das hat sehr viel mit Aufschiebeverhalten zu tun, also Social Media, online shoppen oder was auch immer, diese kleinen Ablenkungen sind Zeitfüller, wenn ich eigentlich was anderes machen sollte, und dann lande ich dann doch irgendwo auf meiner Lieblingsseite, anstatt mich dann mit dem Stoff zu beschäftigen. Und das hat sehr viel mit Prokrastination zu tun.

Was hilft dagegen? Was hilft gegen diese Zeitfresser? Ein planerisches Vorgehen kann helfen. Das ist das eine, was ich schon gesagt habe. Was ich auch auf jeden Fall empfehle ist sowas wie Pomodoro, diese Arbeitszeiten ganz bewusst mal klein zu setzen, so in kleinen Sequenzen zu arbeiten. Es gibt noch eine dritte Technik: Gewohnheiten aufbauen, also Lerngewohnheiten aufbauen, das heißt, dass ich zum Beispiel mir angewöhne, zu ein und derselben Zeit auch aufzustehen unter der Woche. Wir brauchen es nicht übertreiben: Unter der Woche zur selben Zeit aufzustehen und vielleicht zur selben Zeit auch lernen. Dass ich bestimmte kleine Rituale einsetze, um das Lernen zu starten. Ich lerne immer in der Bibliothek oder ich habe ein bestimmtes Setting, wo ich lerne, oder dass ich zum Beispiel mir so kleine Lerngewohnheiten mache.

Was ganz hilfreich sein kann, ist, dass ich sage, ich lerne jeden Tag 15 Minuten an einem Thema und ich mache konkret: „Das muss ich dann ausfüllen“, „Ich fasse Folien zusammen“, „Ich löse eine Aufgabe“ und so weiter und baue damit eine Gewohnheit auf, und das ist eine Lerngewohnheit, und das hilft vielen Studierenden sehr, dann dieses Aufschieben und diese Zeitfresser zu unterbinden.

abi»: Ja, das klingt doch schon mal nach einem ganz guten Tipp, und ich glaube, es ist auch nochmal wichtig zu sagen an der Stelle, dass diese Zeitfresser nicht nur Studierende betreffen, sondern natürlich auch alle anderen. Also wir sind da auch nicht vor gefeit. Deswegen kann ich da jetzt auch was mitnehmen, und vielleicht auch der eine oder andere Hörer, die Hörerin.

Sie haben schon einige Male jetzt das Wort prokrastinieren erwähnt, und ich würde jetzt gerne in aller Kürze - Sie haben es auch schon angerissen – aber ich würde gerne in aller Kürze wissen, warum prokrastinieren Menschen, und was hilft ganz konkret dagegen?

Dr. Michael Lindner: Also prokrastinieren, also das Aufschieben, „pro cras“, also „für morgen“, das Aufschieben von Aufgaben auf morgen, und morgen wird es dann wieder auf morgen verschoben. Also das chronische oder gewohnheitsmäßige Aufschieben, das ist das, was mit prokrastinieren gemeint ist.

Woran liegt's? Es gibt ganz interessante psychologische Forschung dazu. Also das Thema ist ganz gut verstanden, und es lässt sich ganz grob so zusammenfassen: Prokrastinieren ist häufig eine Reaktion auf Unlust und Frustrationsgefühle: Ich bin mit einem Thema beschäftigt, was mir keine Lust macht, weil es vielleicht irgendwie besonders langweilig ist oder wo ich andere Arten von Frustrationsgefühlen habe. Also, es ist ein Thema, wo ich weiß, dass ich in der Prüfung nicht besonders glänzen werde. Das ist sind so Klassiker, dass ich diese Unlustgefühle, wenn ich mich dann damit beschäftigen soll oder möchte, versuche zu vermeiden, indem ich etwas anderes tue. Und das kann alles Mögliche sein.

Ja, früher, ich habe mit meiner Mutter gesprochen, die hat mal gesagt, ich habe früher vor der Prüfung war meine Studentenbude war immer total geputzt. Der Klassiker, es ist Aufschiebeverhalten. Ich mache was, was mir so einen kleinen Push gibt. Die Wohnung ist sauber, ich fühle mich besser, und heute haben wir natürlich alle Möglichkeiten, uns abzulenken. Die sind einen Klick einfach entfernt, und diese Ablenkung, Prokrastination hängt dann eben auch mit bestimmten Gewohnheiten auch zusammen. Ich mache dann halt etwas anderes. Ich fange an zu surfen, Computerspielen, Social Media oder whatever. Also das ist so der psychologische Hintergrund.

Das Ganze kann auch noch mal chronisch gehen. Also, das kann auch chronisch sein. Das kann sich psychologisch in einer Art sich ausprägen, wenn es Richtung Depression geht, dass da auch Prokastinationsverhalten mit verbunden ist. Aber es gibt auch die, sagen wir mal, nicht klinische Form. Das ist diese Reaktion auf Unlusterfahrung.

abi»: Das steckt dahinter, und Sie haben jetzt Techniken natürlich schon genannt, aber gibt es da auch eine Abhilfe?

Dr. Michael Lindner: Also, was ich jetzt aus meinen Kursen kenne, das sind sehr simple Lerngewohnheiten, die da sehr gut helfen, dass ich zum Beispiel in dem schwierigen Fach, in dem ich bin, wirklich was ganz Kleines mache. Ich hatte mal eine Studierende, die hatte eine sehr umfangreiche Prüfung, wo sie Wissen reproduzieren musste. Klassischer Prokrastinationsfall. Es macht einfach keinen Spaß, sie musste viel Wissen reproduzieren. Es ging nicht darum, das zu verstehen, und die Abhilfe, die wir gefunden haben, war, wir haben eine Gewohnheit aufgebaut, nämlich, dass sie pro Tag zwei Seiten in dem großen, umfangreichen Lehrbuch liest einfach. Diese Gewohnheit erst mal etablieren, also wirklich jeden Tag zu machen. Okay, und die Beobachtung ist, dass es dann häufig mehr wird. Aber der der Witz dabei ist, wenn ich so eine Gewohnheit aufbaue, kann ich dieses Unlustgefühl überwinden dadurch, dass ich plötzlich so kleine Erfolgserlebnisse habe. Ich lese, mehr als ich mir vorgenommen habe. Ich verstehe plötzlich etwas. Diese positiven Gefühle, die ich dann habe, diese kleinen Erfolgserlebnisse, die können einen dann dazu führen, das Prokrastinationsverhalten zu überwinden.

Gewohnheitsaufbau ist eines, das Thema Pomodoro, ich komme wieder zurück, ist für mich so eine Erste-Hilfe-Kit gegen Prokrastination. Ich setze das auch manchmal ein, ganz gerne. Auch das würde ich einfach mal so empfehlen, das mal probieren, mit Gewohnheiten arbeiten, und das wären so meine beiden Tipps gegen Prokrastination.

abi»: Ja, dann vielen Dank, dass Sie einen Teil dieses großen Wissens rund ums Zeitmanagement mit uns und den Hörerinnen und Hörern geteilt haben. Ich bedanke mich für ihre Zeit.

Dr. Michael Lindner: Danke auch.

abi»: Weitere Tipps, die dir dein Studium erleichtern, beispielsweise Checklisten zu Lernmethoden oder einem optimalen Studienstart, findest du auf abi.de, insbesondere in der Rubrik „Ausbildungs- und Studienstart“. Weitere Podcasts findest du auf abi.de „Interaktiv > Podcasts“. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion, Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.

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Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.

abi»: Was erwartet dich, wenn du ein Studium beginnst? In dieser Folge des abi» Podcasts spreche ich mit Ricardo über seine ersten Tage an der Hochschule. Er studiert Lateinamerikanische Betriebswirtschaftslehre mit Doppelabschluss an der Münster School of Business der FH Münster und befindet sich im zweiten Semester. Sein Studienstart ist also noch gar nicht so lange her und war ein, wie er es nennt, großer Schritt. Über seine ersten Eindrücke an der Hochschule, was er unterschätzt hat und was ihm zum Studienstart leichtgefallen ist und warum er alles für grundsätzlich machbar hält, erzählt er in dieser abi» Podcast-Folge. Lieber Ricardo, herzlich willkommen, schön, dich heute begrüßen zu dürfen!

Ricardo: Danke!

abi»: Wie hast du denn deine ersten Tage an der Hochschule noch in Erinnerung?

Ricardo: Natürlich waren die ersten Tage sehr, sehr aufregend. Bei mir war es ja auch verbunden mit einem Umzug, also ich komme ja ursprünglich aus der Gegend von München. Und dann natürlich die ersten Tage an der Hochschule, wo man natürlich erst mal das Gebäude kennenlernt, die ganzen Lehrkräfte und die Leute, die involviert sind, und so weiter. Dann auch die Kommilitonen, natürlich, das war auch sehr interessant. Und da kennt man natürlich keine Leute, und da ist man sehr gespannt natürlich, auf was für Leute man dann hier trifft. Dann gab es ja die Orientierungswoche, die ja auch bei den meisten sehr begehrt ist, sehr beliebt ist. Da haben wir dann auch viele coole Aktivitäten gemacht, um sich natürlich besser kennenzulernen, um die Uni kennenzulernen und die Stadt und so weiter. Ich habe es sehr, sehr gut in Erinnerung, ein sehr guter Empfang hier in Münster. War eine coole Woche, ein cooler Start!

abi»: Sehr cool! Dann hast du jetzt schon die zweite Frage, die ich an dich hätte, fast vorweggenommen. Ich wollte dich nämlich jetzt fragen, oder, ich frage dich jetzt auch direkt: Was war die erste Veranstaltung an der Hochschule, die du besucht hast?

Ricardo: Es ging los mit der Orientierungswoche, die ja vier bis fünf Tage ging, ungefähr. Die erste Veranstaltung an sich war eine Infoveranstaltung, wo es allgemein nochmal darum ging, was den Studiengang noch mal ausmacht. Dann auch die ganzen Lehrkräfte, die vorgestellt wurden und, genau, einfach noch mal so organisatorische Dinge, die vorab geklärt werden mussten. Und danach wurde eigentlich recht viel unter uns Kommilitonen selber gemacht, sodass wir uns besser kennenlernen konnten. Und nach der ersten Woche ging es dann auch schon mit den ersten Vorlesungen los.

abi»: Was fandest du denn zu Beginn deines Studiums besonders herausfordernd?

Ricardo: Also jetzt aus persönlicher Sicht würde ich sagen, besonders herausfordernd war auf jeden Fall die Wohnungssuche. Ich glaube, das habe ich vielleicht zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Ich war nämlich noch ein halbes Jahr im Ausland davor unterwegs, und die Wohnungssuche, auch aus dem Ausland dann, gestaltet sich ja dann doch ein bisschen schwieriger. Und ich habe tatsächlich den ersten Monat hier bei einer Freundin von meiner Mutter gewohnt. Und ich musste dann während dieses ersten Monats noch eine Wohnung suchen hier in Münster. Und das parallel zu den ganzen neuen Eindrücken und zu dem Studienstart et cetera. Das war wahrscheinlich so die größte Herausforderung damals. Aber hat letzten Endes auch alles geklappt. Jetzt bin ich super angekommen hier, passt alles perfekt.

abi»: Okay, und hast du jetzt dann eine Wohnung gefunden oder eine WG? Wie hat sich das dann geklärt?

Ricardo: Mittlerweile wohne ich in einem Studentenapartment hier, also alleine auch.

abi»: Okay, hast du denn da Unterstützung bekommen bei der Wohnungssuche?

Ricardo: Ja, also, es gibt ja diverse Plattformen und auch Ansprechpartner. Aber letzten Endes geht dann auch viel über Kontakte. Natürlich, man braucht auch ein bisschen Glück und Geduld, vor allem, also, das habe ich gelernt. Also, ich habe tatsächlich, glaube ich, ein, zwei Monate dann schon hier gebraucht, bis ich dann eine Wohnung gefunden hab. Aber ja, wie gesagt, es gibt immer Lösungen, und letzten Endes findet man dann auch welche.

abi»: Okay gut. Jetzt haben wir die Herausforderungen direkt schon mal zu Beginn gehabt. Schönere Frage gleich: Was fiel dir denn leichter als erwartet?

Ricardo: Puh, leichter als erwartet. Ich denke, das ist ja schon noch mal ein großer Schritt, alleine in der fremden Stadt, bisschen weiter weg von zu Hause, hier das ganze neue Umfeld und das auch alleine zu bewerkstelligen, ist ja auch kein Selbstläufer, sag ich mal. Aber es ist dann doch recht einfach gelaufen. Also, ich denke, all die Bedenken, die man sich vorab macht, lösen sich mehr oder weniger dann schon in Luft auf. Es ist alles machbar, wirklich. Und es gibt einem natürlich auch Mut, vielleicht auch Selbstbewusstsein, dass man die Dinge ja auch alle bewerkstelligen kann. Insofern, das ist mir echt leichtgefallen, dann auch neue Kontakte hier zu knüpfen.

abi»: Okay, also, das heißt das Ankommen vor Ort und die Kontakte zu knüpfen, war leicht.

Ricardo: Genau richtig!

abi»: Sehr schön. Wenn du dich an die Zeit kurz vor deinem Studienstart erinnerst: Hattest du konkrete Erwartungen an die ersten Tage, und wenn ja, könntest du sagen, dass sie zutrafen?

Ricardo: Also, ich würde sagen, an die ersten Tage jetzt nicht konkret. Also Erwartungen insgesamt an die Stadt, an die Uni, an das Studienprogramm an sich – das auf jeden Fall. Ähm, das ist aber, denke ich, ein längerfristiger Prozess, wo sich dann herauskristallisiert, ob die Erwartungen eben zutreffen oder nicht. Und aber, da kann ich sagen, nach zwei Semestern auf jeden Fall. Die meisten Erwartungen wurden so erfüllt. Ich wurde jetzt nicht großartig überrascht bei bestimmten Inhalten, also passt alles perfekt. Für mich hätte es wirklich nicht besser laufen können, jetzt auch nach zwei Semestern.

abi»: Gibt es denn etwas, was du vor dem Studienstart gerne gewusst hättest?

Ricardo: Ja, gute Frage. Also, bei mir war der Fall ein bisschen anders: Und zwar, ich habe ja nach meinem Abitur erst mal eine Ausbildung gemacht, zweieinhalb Jahre als Bankkaufmann. Insofern habe ich da vielleicht auch noch mal andere Voraussetzungen gehabt als Leute, die direkt jetzt von der Schule kommen. Prinzipiell ist natürlich immer zu beachten, beim Studium an sich ist einfach viel mehr Eigenverantwortung gefragt. Das heißt, du musst einfach dich selbst, also dir deiner Verantwortung bewusst sein, diese auch wahrnehmen, und dann eben auch entsprechend dich um die ganzen Sachen kümmern. Also seien es jetzt so Sachen wie zum Beispiel, ja, du meldest dich für alle Vorlesungen an, du meldest dich für alle Prüfungen an. Du hast halt keinen, der dir über die Schulter schaut und der dich dann ständig darauf hinweist, ob du die ganzen Sachen gemacht hast, ob du auch in der Deadline bist und so weiter. Da ist schon wirklich Eigenverantwortung gefragt und auch vorausgesetzt. Aber auch da, also, wenn man sich dessen bewusst ist und, ich sage mal, sich die Sachen aufschreibt und auch im Kopf hat, dann ist es alles machbar. Da werden dann auch keine Hindernisse auftreten.

abi»: Du machst den Eindruck, als wären die Dinge grundsätzlich machbar.

Ricardo: Ja, das ist schon eine Sache, die ich auch gelernt habe. Ich meine, wahrscheinlich würde jeder, der in der Entscheidungsphase ist, gerade nach dem Abitur, nach der Schule damit konfrontiert, welche Bedenken man auch hat in Zukunft. Aber letzten Endes ist es wirklich so: Also, die meisten Bedenken, die man hat, die sind, sind alle umzusetzen, sag ich mal, und viele lösen sich auch in Luft auf. Deswegen finde ich schon, man muss auch Mut machen, auch sich zu trauen, sage ich mal, gerade im jungen Alter rauszugehen, sag ich mal, auch neue Sachen zu machen, auch aus dem Elternhaus mal rauszugehen, den nächsten Schritt zu machen, alleine auszuziehen, in eine fremde Stadt zu gehen. Also, das sind alles Sachen, die ich, wo ich jetzt im Nachhinein erst merke: Okay, das hat mir so viel gebracht und wird mir wahrscheinlich auch in Zukunft viel bringen. Ja, genau. Wahrscheinlich deswegen sage ich das immer mit dem „machbar“.

abi»: Ja, aber das ist doch cool! Du hast auch schon direkt die letzte Frage, die ich habe – ich stelle sie dir trotzdem –, fast schon beantwortet, und zwar: Welchen Tipp kannst du künftigen Erstsemestern mitgeben?
Ricardo: Gut recherchieren, vor allem auch Kontakt aufnehmen. Also das war auch eine Sache, die mir damals sehr geholfen hat: Ich habe wirklich Kontakt schon mit Professoren im Vorfeld aufgenommen, aber auch mit bereits Studierenden. Und dann, wenn man die Entscheidung getroffen hat – wie soll ich sagen: durchziehen. Die ersten paar Tage oder auch Wochen, ist es, finde ich, enorm wichtig, den Mut zu haben, aus sich rauszugehen und auch auf Leute zuzugehen, also sowohl auf Professoren als auch auf Studierende als auch auf Kommilitonen, und da schon die ersten Kontakte zu knüpfen. Weil, das wird später sehr, sehr viel Wert sein im weiteren Verlauf des Studiums. Aber auch da, wie gesagt, das wird sich alles von alleine ergeben, und da würde ich mir keinen großen Kopf machen.

abi»: Sehr cool! Ich nehme das jetzt als dein Schlusswort.

Ricardo: Perfekt.

abi»: Vielen herzlichen Dank, Ricardo, fürs Mitmachen.

Ricardo: Ja, danke dir, Corinna.

In diesem Podcast informieren Corinna Grümpel und Matthias Nowak vom Studentenwerk Würzburg über Finanzierungsmöglichkeiten im Studium.

Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)

Jingle: abi» - dein Podcast für die Berufsorientierung.

abi»: Ich will studieren. Bei den einen ist es dieser feste Wunsch, der die jungen Menschen dazu bewegt, sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten für ihr Vorhaben auseinanderzusetzen. Bei den anderen steht der Entscheidung für ein Studium möglicherweise die Sorge vor nicht stemmbaren Kosten im Weg. Aber welche Kosten kommen in einem Studium überhaupt auf zukünftige Studierende zu? Welche Möglichkeiten gibt es, ein Studium zu finanzieren, und wo finden Studieninteressierte Unterstützung zu diesem Thema? Für die heutige Folge des abi» Podcasts habe ich mich mit Matthias Nowak vom Studentenwerk Würzburg unterhalten. Herr Nowak schön, dass Sie da sind!

Matthias Nowak: Ja, herzlich willkommen, gerne!

abi»: Das große Thema Studienfinanzierung, gleich die erste Frage. Was bedeutet das eigentlich? Was muss in einem Studium überhaupt finanziert werden?

Matthias Nowak: Vordergründig geht es natürlich bei dem Thema Studienfinanzierung zunächst mal um die Lebenshaltungskosten, die ein Student monatlich hat. Wie kann ich meine Lebenshaltungskosten im Studium bestreiten, und was kommt da tatsächlich auf mich zu?

abi»: Ja, genau darauf werden wir heute eingehen. Was kommt auf Studierende zu? Jetzt habe ich aber erst mal eine Nachfrage. Könnten sie bitte noch mal den Unterschied zwischen einem Studium und einer Ausbildung beziehungsweise einem dualen Studium mit Hinblick auf die Finanzierung darstellen?

Matthias Nowak: Jemand, der eine normale Berufsausbildung aufnimmt, wird in der Regel ja für diese Ausbildung bezahlt. Bei einem dualen Studium ist das ähnlich, denn das ist in der Regel eine Kombination aus einem Studium und einer beruflichen Ausbildung beziehungsweise einem Studium und einer Erwerbstätigkeit für eine Firma. Auch hier wird man entsprechend bezahlt, während tatsächlich der normale Student, der an einer Hochschule studiert, selber gucken muss, wie er seinen Lebensunterhalt finanziert.

abi»: Danke, dass sie diesen Unterschied noch mal herausgestellt haben. Nun stellen sich, die Hörerinnen und Hörer ja die Frage, wie teuer kann denn jetzt so ein Studium werden?

Matthias Nowak: Das wird tatsächlich ermittelt, in regelmäßigen Abständen von der Bundesregierung zusammen mit dem deutschen Studierendenwerk, und die letzte dieser Erhebungen hat 2021 stattgefunden. Die durchschnittlichen monatlichen Lebenshaltungskosten eines Studenten betragen circa 842 Euro im Monat. Wenn man das dann hochrechnet auf ein Bachelorstudium mit sechs Semestern, dann ist man bei über 31.000 Euro. Wenn man dann nach dem Bachelor noch ein Masterstudium absolviert, dann ist man bei mindestens zehn Semestern in der Regel und bei Kosten von über 52.000 Euro.

abi»: Eine ganze Menge Geld erst mal. Vielleicht haben sie noch ein paar Beispiele. Sie haben jetzt gesagt Lebenshaltungskosten, aber was genau zählt denn da alles so rein? Was kann sich ein Hörer/eine Hörerin darunter vorstellen?

Matthias Nowak: Der größte Posten, der da reinfällt, sind tatsächlich die Mieten, dann natürlich der tägliche Einkauf, Verpflegung, auch mal das Ausgehen. Dazu gehören natürlich auch Studienmittel, die man kaufen muss. All das fällt in diese Lebenshaltungskosten mit rein.

abi»: Ja, jetzt weiß ich, was da in etwa auf mich zukommt als angehender Studi, und jetzt frage ich mich natürlich, welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es da?

Matthias Nowak: Die wichtigste Finanzierungsquelle sind, das wird niemanden wundern, nach wie vor die Eltern. Zweitwichtigste Finanzierungsquelle ist die eigene Arbeit. Das kann sinnvoll sein, während des Studiums neben dem Studium zu arbeiten. Man wird nur nie in der Lage sein, alleine aus eigener Arbeit ein Studium zu finanzieren und gleichzeitig dieses Studium halbwegs in einer vernünftigen Zeit zu Ende zu bringen. Nach wie vor die wichtigste Finanzierungsquelle ist eigentlich das BAföG, also die staatliche Unterstützung während des Studiums. Es gibt die Möglichkeit, auf Studiendarlehen zurückzugreifen, Stipendien in Anspruch zu nehmen, und einen Punkt hatten wir schon angesprochen: das duale Studium, bei dem man sich eben für die Dauer des Studiums an einen Betrieb bindet und von diesem dann finanziert wird.

abi»: Also verschiedene Möglichkeiten. Wie finde ich denn heraus, welche Form der Studienfinanzierung jetzt für mich ganz konkret passt?

Matthias Nowak: Man sollte tatsächlich den Blick mal auf alle Möglichkeiten werfen, wobei ich eines immer vorneweg sagen würde: Studiendarlehen sind momentan relativ leicht in Anspruch zu nehmen, aber man sollte tatsächlich ein solches Darlehen immer erst als allerletzte Finanzierungsmöglichkeit in Betracht ziehen, weil diese Darlehen eben immer die teuerste Form der Studienfinanzierung sind. Ich würde grundsätzlich jedem empfehlen, in jedem Fall einen BAföG-Antrag zu stellen, denn nur so weiß man tatsächlich verlässlich schwarz auf weiß: „Ja, ich habe einen Anspruch“ oder „Nein, ich habe keinen Anspruch“. Ansonsten Stipendien: Wenn man tatsächlich von den Studienleistungen her, ich sag mal, über dem Durchschnitt liegt, dann macht es auch Sinn, sich mit dem Thema Stipendien zu beschäftigen.

abi»: Genau das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen. Sie sind schon darauf eingegangen, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, beispielsweise eben Stipendien oder BAföG, gibt es für Studieninteressierte und Studierende? Und jetzt noch ein Nachtrag. Was müssen junge Menschen tun, um diese Unterstützung zu bekommen? Vielleicht können sie dazu noch was sagen.

Matthias Nowak: Also, man muss einen entsprechenden BAföG-Antrag stellen. Da eine ganz wichtige Sache vorne weg, man sollte sich sehr frühzeitig um diesen BAföG-Antrag kümmern. Sobald man weiß, wo man studieren wird, sollte man beim zuständigen Studentenwerk, das für den BAföG-Vollzug zuständig ist, den Antrag stellen. Denn die Bearbeitung gerade eines ersten BAföG-Antrages dauert relativ lange, und je früher man den Antrag stellt, umso eher ist der Antrag bearbeitet und die Gelder fließen. Bei Stipendien ist es so, dass es hier die verschiedensten Möglichkeiten gibt. Es gibt Stipendien, wo man sich selber bewerben kann. Es gibt Stipendien, wo man vorgeschlagen werden muss. Da sollte man tatsächlich mal gucken, welche Stipendienorganisationen an der Hochschule jeweils vertreten sind. Das kann man sehr schön meistens über die Webseite herausfinden. Vor allem steht dort auch zu den einzelnen Stipendienorganisationen jeweils, wer der zuständige Vertrauensdozent ist, an den man sich mit seinen Fragen wenden kann und der einen dann auch unterstützt bei dem Verfahren, um in den Genuss eines Stipendiums zu kommen.

abi»: Okay, vielen Dank. Haben sie noch weitere Anlaufstellen für Unterstützung? Also wo ich mir jetzt eine Beratung holen kann, wenn ich sage, ich weiß jetzt gar nicht, wie ich das angehen soll, wie ich zum Beispiel mit so einem BAföG-Antrag umgehen soll?

Matthias Nowak: Also grundsätzlich empfehlen wir immer – und das gibt es an nahezu allen Hochschulen im Rahmen der Erstsemestereinführungstage – Veranstaltungen zum Thema Studienfinanzierung, die wir selber betreiben, beziehungsweise häufig schon im Vorfeld des Studiums auch an den einzelnen Schulen oder für die Schulen gesammelt, entsprechende Veranstaltungen. Die sollte man in jedem Fall mal wahrnehmen und sich da anhören, was so alles für Möglichkeiten bestehen. Ansonsten tatsächlich immer die Empfehlung, vor Ort beim zuständigen BAföG-Amt beraten lassen. Wir verstehen uns insoweit auch als Studienfinanzierungsberater und versuchen auch bei denen, die vielleicht keinen BAföG-Anspruch haben, ihnen den Weg zu einer anderen Finanzierungsmöglichkeit zu weisen. Und es gibt ja durchaus, sage ich mal, manchmal Möglichkeiten, die nur sehr wenigen Studenten zur Verfügung stehen, häufig dann Studenten, die in besonderen Lagen sind, die eventuell eine Behinderung haben oder Studenten mit Kind. Auch hier haben wir entsprechend erfahrene Berater, die hier Wege in die Studienfinanzierung weisen können.

abi»: Also man bekommt Unterstützung, wenn man sie möchte ...

Matthias Nowak: Richtig.

abi»: Herr Nowak. Wir sind schon durch mit den Fragen. Haben sie denn noch irgendwas, was sie jungen Menschen in Sachen Studienfinanzierung mitgeben möchten?

Matthias Nowak: Eine wichtige Sache. Ich möchte an der Stelle noch mal wirklich Werbung machen für das BAföG. Das BAföG ist kompliziert. Ja, das Verfahren kann langwierig sein, ja, aber es ist nach wie vor die beste Fremdfinanzierung. Das, was man an BAföG-Finanzierung bekommt, ist zur Hälfte geschenkt, nur die andere Hälfte muss zurückgezahlt werden, und auch hier gibt es eine entsprechende Obergrenze. Niemand muss mehr als 10.010 zurückzahlen, egal wie viel er tatsächlich an BAföG-Darlehen erhalten hat, also auch das, was bei einem Studiendarlehen zum Beispiel das Problem ist. Eine mögliche Überschuldung kann im Rahmen des BAföG nicht funktionieren oder kann nicht vorkommen im Rahmen des BAföG. Von daher meine Empfehlung: immer in jedem Fall einen Antrag stellen.

abi»: Das nehme ich jetzt einfach mal mit als Ihr Schlusswort. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unseren Hörerinnen und Hörern einiges zum Thema Studienfinanzierung zu erklären. Dankeschön dafür!

Matthias Nowak: Dankeschön.

abi»: Weitere Beiträge zum Thema Studienfinanzierung findest du auf abi.de > Ausbildungs- und Studienstart > Studienfinanzierung. Schau hier auch mal unter Stipendium nach, denn hier erfährst du auch von Stipendien, die nicht nur nach guten Noten, sondern persönlichem Engagement vergeben werden. Weitere Podcasts findest du auf abi.de > Interaktiv > Podcasts. Das war dein abi» Podcast. Redaktion und Produktion Corinna Grümpel für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit.

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