Bewerbungen gemeinsam meistern

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Der Bewerbungsprozess ist für viele junge Menschen eine neue und herausfordernde Erfahrung. Als Eltern möchten Sie Ihr Kind unterstützen und ihm Sicherheit geben.

Eine gelungene Begleitung im Bewerbungsprozess bedeutet, Ihr Kind zu stärken, ohne ihm den Weg abzunehmen. Indem Sie bewusst im Hintergrund bleiben, ermöglichen Sie Ihrem Kind, Verantwortung zu übernehmen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Gemeinsame Vorbereitung, praktische Übungen und organisatorische Unterstützung schaffen Sicherheit und fördern sein Selbstvertrauen.

Die Rolle der Eltern: Begleiten im Hintergrund

Wenn Sie Ihr Kind beim Bewerbungsprozess unterstützen möchten, kommt es vor allem auf die richtige Haltung an. Ihre Rolle verändert sich: Weg vom aktiven Mitgestalten hin zum begleitenden Unterstützen im Hintergrund. Sie sind da, wenn Ihr Kind Sie braucht, Sie hören zu, machen Mut und stärken sein Selbstvertrauen.

Diese begleitende Rolle gibt Ihrem Kind emotionale Sicherheit. Es spürt, dass es ernst genommen wird, fühlt sich ermutigt und erhält den Raum, eigene Erfahrungen zu sammeln. So entsteht eine Unterstützung, die stärkt, ohne einzuengen. Das ermöglicht es Ihrem Kind, selbstbewusst und gut vorbereitet in das Bewerbungsgespräch zu gehen.

Tipp:Tipp: Schon bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen können Sie als Eltern Ihr Kind gezielt begleiten. Unterstützen Sie es dabei, eigene Stärken und Interessen zu benennen und die Unterlagen klar zu strukturieren. Am besten werfen Sie gemeinsam einen Blick auf die Bewerbung und prüfen diese auf Vollständigkeit, Verständlichkeit und formale Anforderungen. Welche Unterlagen in eine Bewerbung müssen, können Sie der Übersicht Bewerbungsunterlagen: Das gehört rein entnehmen.  

Hinweis: Dieser Podcast wurde aus dem eingestellten Portal planet-beruf.de in das neue meinBERUF-Portal übernommen.

Auf was müssen junge Menschen bei ihrer Bewerbung achten? Rebecca Scharpf erklärt, welche häufigen Fehler bei der Bewerbung vermieden werden sollten und wie Eltern oder Lehrkräfte im Bewerbungsprozess unterstützen können.

planet-beruf Sprecher 2: Der Podcast von planet-beruf.de für Eltern, Lehrkräfte und BO-Coaches

planet-beruf Sprecherin 1: Kurz erklärt: Bewerbung aus der Sicht von Personalverantwortlichen

planet-beruf Sprecher 2: Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte, liebe Lehrkräfte und Berufsorientierungscoaches: Schön, dass Sie in diesen Podcast reinhören. Ich spreche heute mit Rebecca Scharpf über das Thema Bewerbung. Sie arbeitet bei der GEBRÜDER PETERS AusbildungsGmbH in Ingolstadt. Dort wird im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung ausgebildet. Frau Scharpf sichtet als Personalreferentin die eingehenden Bewerbungen und kennt sich daher mit dem Bewerbungsprozess bestens aus.

planet-beruf Sprecher 2: Hallo Frau Scharpf, danke, dass Sie sich Zeit nehmen!

Rebecca Scharpf: Hallo!

planet-beruf Sprecher 2: Ganz allgemein gefragt: Welche Erwartungen werden an junge Menschen bei einer Bewerbung gestellt?

Rebecca Scharpf: Also für uns ist es wichtig, dass die jungen Leute Interesse haben und dass sie das auch mit der Bewerbung schon ein bisschen rüberbringen. Das heißt zum Beispiel, im Anschreiben schon darlegen, warum sie sich für diesen Beruf entschieden haben, vielleicht auch warum für unser Unternehmen.

Ansonsten auch natürlich, dass ein bisschen auf die äußere Form geachtet wird. Also, dass die Bewerbung erstmal vollständig ist, das Anschreiben schön formell geschrieben ist, der Lebenslauf übersichtlich ist. Also das sind so bisschen die Basics.

planet-beruf Sprecher 2: Verstehe, auf diese Punkte sollte man achten. Gibt es denn häufige Fehler bei der Bewerbung, die vermieden werden können?

Rebecca Scharpf: Also gerade zum Punkt Daten ist auch ganz wichtig, dass die eigenen Daten stimmen, auch einfach schauen, welche Stellen sind tatsächlich auf der Website ausgeschrieben, beziehungsweise welche Berufe werden überhaupt angeboten. Dass man auch einfach im Anschreiben zum Beispiel drauf achtet, dass wirklich das korrekte Unternehmen angesprochen wird oder die richtige Ansprechperson, die steht ja auch oft bei den Bewerbungen mit dabei.

planet-beruf Sprecher 2: Okay, also die Daten sollten auf jeden Fall stimmen, damit man keinen schlechten ersten Eindruck macht. Wie können Erziehungsberechtigte oder Lehrkräfte unterstützen?

Rebecca Scharpf: Also natürlich ist da schon mal eine Hilfe für die jungen Leute, wenn jemand zeigt, wie verfasse ich das Anschreiben, ansonsten ist es natürlich auch wichtig, dass man den Schülern und Schülerinnen Einblick gibt: Was könnte das Unternehmen jetzt interessieren? Und da können Eltern sowie auch Lehrkräfte einfach unterstützen. Und die kennen ja auch die Schüler und Schülerinnen ein bisschen und können sagen: Guck mal, du hast diese und diese Stärken, das wird zum Beispiel in der Stellenausschreibung auch gefordert, dann beziehe dich doch im Anschreiben darauf.

planet-beruf Sprecher 2: Wenn Sie gerade vom Anschreiben sprechen: Gibt es hierzu noch etwas Wichtiges zu sagen?

Rebecca Scharpf: Man merkt zum Beispiel auch bei den Schulen, die Anschreiben beispielsweise sind dann formell sehr schön und haben alles Wichtige drin, aber da geht dann oft diese Persönlichkeit so ein bisschen verloren, deswegen ist da vielleicht wichtig, so ein bisschen die Balance zu halten. Dann ist lieber die Form nicht ganz perfekt, aber dafür wird im Text ein bisschen mehr auf den Schüler oder den Bewerber eingegangen.

planet-beruf Sprecher 2: Verstehe, Ihnen ist also die persönliche Note im Anschreiben wichtiger als ein sonst makelloses Dokument. Eine letzte Frage noch an Sie, Frau Scharpf: haben Sie noch Tipps für Bewerberinnen und Bewerbern, oder für die Personen, die im Bewerbungsprozess unterstützen?

Rebecca Scharpf: Das Wichtigste ist erstmal zu wissen, was kann ich gut, was sind meine Stärken, was möchte ich auch für mich, wo sehe ich mich auch in Zukunft? Auch wenn ein Praktikum mir nicht gut gefallen hat, ist es trotzdem eine Erkenntnis, aus der man schließen kann: Okay der Beruf oder das Berufsfeld ist nicht meins. Die Anforderungen, die in den Stellenbeschreibungen stehen, sind ja oft so das Optimum, da einfach nicht abschrecken lassen - natürlich sollte es ungefähr in die Richtung gehen. Vielleicht ganz allgemein: Das Thema Berufswahl  kann oft ein bisschen überfordernd wirken. Aber die Ausbildung, für die man sich entscheidet, ist ein erster Schritt, da kommt noch ganz viel nach, also da einfach offen sein und einfach versuchen, einfach mal machen!

planet-beruf Sprecher 2: Vielen Dank für das Gespräch und die hilfreichen Informationen!

Rebecca Scharpf: Danke auch! Tschüss!

planet-beruf Sprecher 2: Tschüss!  

planet-beruf Sprecherin 1: Zusätzliche Informationen und Unterstützungsangebote finden Sie unter diesem Podcast in den Weiterführenden Informationen.

Unterstützen Sie Ihr Kind beziehungsweise Ihre Schülerinnen und Schüler, ihren eigenen Weg zu finden - von der Schule in den Beruf.

Praktische Tipps für die gemeinsame Vorbereitung

Durch diese gemeinsamen Übungen wird Ihr Kind nicht nur fachlich vorbereitet, sondern gewinnt auch an Selbstvertrauen – und schafft damit die Basis für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Eine gute Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch beginnt zu Hause. Gemeinsam mit Ihrem Kind können Sie typische Gesprächssituationen durchspielen, um es darauf vorzubereiten. Rollenspiele eignen sich besonders gut, um den Ablauf eines Bewerbungsgesprächs realistisch zu üben. Dabei übernehmen Sie die Rolle der Personalverantwortlichen und stellen typische Bewerbungsfragen, während Ihr Kind seine Antworten formuliert und sich selbst präsentiert.

Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die eigenen Stärken, Interessen und Ziele klar zu benennen. Kurze Übungen wie eine 1-minütige Vorstellung („Wer bin ich und warum bewerbe ich mich?“) bringen Ordnung in die Gedanken Ihres Kindes und verhelfen ihm zu mehr Selbstvertrauen. Auch der Umgang mit schwierigen Fragen, etwa nach Schwächen oder fehlender Erfahrung, lässt sich gemeinsam vorbereiten.

Neben den Inhalten spielt das Auftreten eine große Rolle. Achten Sie gemeinsam auf Körpersprache, Blickkontakt und eine ruhige Stimme. Kurze Videoaufnahmen oder Übungen vor dem Spiegel können Ihrem Kind helfen, das eigene Auftreten besser wahrzunehmen. Geben Sie dabei wertschätzendes und konstruktives Feedback, das ermutigt statt verunsichert.

Der Umgang mit Lampenfieber ist ein zentrales Thema. Sprechen Sie offen über Nervosität und machen Sie deutlich, dass Aufregung und Unsicherheit völlig normale Gefühle sind. Kleine Atemübungen oder feste Rituale vor dem Gespräch können helfen, Ruhe zu bewahren und sich innerlich zu sammeln.

Neben der inhaltlichen Vorbereitung können Sie Ihr Kind auch organisatorisch unterstützen. Dazu gehört beispielsweise, die Bewerbungsunterlagen auf Vollständigkeit zu überprüfen und das Bewerbungsgespräch gemeinsam zu planen. Besprechen Sie die Anfahrt oder die technischen Voraussetzungen bei digitalen Gesprächen, damit Ihr Kind an dem Tag des Termins nicht unter Zeitdruck gerät. Sprechen Sie auch über angemessene Kleidung und über die Wichtigkeit eines gepflegten äußeren Erscheinungsbildes, ohne bevormundend zu wirken. Ihr Kind muss sich wohlfühlen, das hat oberste Priorität.

Wichtig ist, die Verantwortung bewusst beim Kind zu belassen. Sie können es an Termine erinnern oder bei der Vorbereitung unterstützen, sollten aber nicht alles übernehmen. So lernt Ihr Kind, organisatorische Aufgaben selbstständig zu bewältigen.

Warum Zurückhaltung im Bewerbungsgespräch wichtig ist

Auch wenn die Unterstützung aus Elternsicht gut gemeint ist, kann die Anwesenheit beim Bewerbungsgespräch für Ihr Kind eher nachteilig sein. Denn: Aus Sicht des potenziellen Arbeitgebers ist das Bewerbungsgespräch ein zentrales Instrument, um die Persönlichkeit, Motivation und Selbstständigkeit Ihres Kindes kennenzulernen. Wird ein solches Gespräch von Eltern vor Ort begleitet, kann das unbeabsichtigt den Eindruck erwecken, dass diese Selbstständigkeit bei Ihrem Kind noch nicht ausreichend vorhanden ist. Zudem erschwert die Teilnahme von Eltern eine offene Gesprächsatmosphäre. Ihr Kind könnte gehemmt wirken oder sich weniger authentisch präsentieren, wenn vertraute Personen bei dem Bewerbungsgespräch anwesend sind.

Tipp:Tipp: Wenn Sie als Eltern bewusst darauf verzichten, Ihr Kind in das Bewerbungsgespräch zu begleiten, ist das kein Zeichen mangelnder Unterstützung, sondern für Vertrauen. Sie geben Ihrem Kind die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Nach dem Bewerbungsgespräch richtig begleiten

Nach einem Bewerbungsgespräch ist Ihr Kind häufig erschöpft, aufgeregt oder unsicher, wie es gelaufen ist. Geben Sie ihm zunächst Raum, seine Eindrücke zu verarbeiten und mit Ihnen zu teilen. Hören Sie aufmerksam zu, ohne sofort zu bewerten oder zu korrigieren. Offene Fragen wie „Wie hast du dich gefühlt?“ oder „Was ist dir besonders gut gelungen?“ fördern eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem vorangegangenen Gespräch.

Tipp:Gut zu wissen: Anschließend können Sie gemeinsam überlegen, was gut funktioniert hat und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Dabei sollte der Fokus auf Stärken und positiven Erfahrungen liegen. Kritik ist hilfreich, wenn sie behutsam und konstruktiv formuliert wird und nicht entmutigt.

Unabhängig vom Ausgang des Gesprächs ist Ihre Unterstützung als Eltern wichtig. Ein Bewerbungsgespräch ist immer auch eine Chance, etwas zu lernen. Ermutigen Sie Ihr Kind, die Erfahrung als Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu sehen. So helfen Sie dabei, Selbstvertrauen aufzubauen und künftige Gespräche noch souveräner zu meistern.

Erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Kind bei Absagen und Rückschlägen während der Berufsorientierung unterstützen können.

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