Ihr Kind befindet sich aktuell im Studium und Sie haben das Gefühl, dass etwas nicht stimmt? Wirkt Ihr Kind beispielsweise unmotiviert und beschwert sich öfter über die Uni? Häufen sich die Fehlzeiten oder verschlechtern sich die Prüfungsergebnisse? Erfahren Sie, woran Sie erkennen, dass Ihr Kind an einen Abbruch oder Wechsel denkt und wie Sie es dabei unterstützen können.

Studienwechsel oder Abbruch: So können Eltern helfen
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Unzufrieden mit dem Studium – daran erkennen Sie es
Folgende Indizien können bedeuten, dass Ihr Kind mit der Uni oder mit dem Studium unzufrieden ist:
Ihr Kind
- negativ:ist häufiger krank als früher
- negativ:hat mangelhafte Prüfungsergebnisse oder hat sich sich generell verschlechtert
- negativ:scheint nicht wirklich im Unialltag angekommen zu sein
- negativ:kennt den eigenen Stundenplan nicht
- negativ:besucht nicht alle vorgesehenen Veranstaltungen
- negativ:hat kaum Kontakt zu Kommilitoninnen und Kommilitonen
Wenn eine oder mehrere dieser Anzeichen zutreffen, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Kind reden. Lassen Sie sich erklären, was genau nicht passt.
Falls sich herausstellt, dass nicht das Studium die Ursache ist, sondern Ihr Kind eher persönliche Schwierigkeiten hat, finden Sie auf der Seite Probleme während des Studiums: Was jetzt? Tipps und Ansprechpartner, um es auch dabei gut zu unterstützen.
Tipp:Tipp: Verweigert Ihr Kind den Dialog, kann Ihnen eventuell ein Gespräch mit Freunden oder den Dozenten Aufschluss geben. Bedenken Sie allerdings, dass dies auch als Vertrauensbruch empfunden werden kann und den Kontakt zu Ihrem Kind eher verschlechtern könnte. Bieten Sie stattdessen an, gemeinsam eine Sprechstunde an der Universität zu besuchen, und wenden Sie sich nur dann an Freunde, wenn Sie sich ernsthafte Sorgen machen.
Das können Sie als Eltern tun
Wenn es sich bestätigt, dass Ihr Kind das Studium abbrechen will, können verschiedene Gründe dahinterstecken. Je nachdem, ob das Studium, die Uni oder persönliche Themen das Problem sind, haben Sie als Eltern verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten:
Wenn ihr Kind sein Studienfach mag, aber die Uni wechseln möchte, können folgende Gründe dahinterstecken:
- zu wenig Praxisbezug
- schlechte Organisation
- falsche Spezialisierung
- mangelhafte Betreuung durch Dozenten
- komplizierte Infrastruktur, beispielsweise zu lange Wege von Vorlesung zu Vorlesung, weil es keinen zentralen Campus gibt oder der Anreiseweg zur Uni zu lang ist
- zu große Entfernung zur Familie
Wenn die neue Uni tatsächlich bessere Studienbedingungen oder eine bessere Spezialisierung im Studienfach Ihres Kindes bietet, sollten Sie dem Wechselwunsch nicht im Weg stehen. Stattdessen können sie Ihrem Kind helfen, die nötigen Vorbereitungen zu treffen, zum Beispiel:
- bereits erbrachte Studienleistungen anerkennen lassen
- sicherstellen, dass alle Zulassungskriterien der neuen Uni erfüllt werden
- Bewerbungsverfahren und Fristen einhalten
- Finanzierung klären und bei Bezug das Amt für Ausbildungsförderung („BAföG-Amt“) informieren
- Krankenkasse informieren
Wichtig ist, dass der Uniwechsel keine Kurzschluss-Entscheidung, sondern ein gut überlegter und geplanter Schritt ist. Somit können unnötige Wartesemester oder Wiederholungen von Studieninhalten vermieden werden.
Ist Ihr Kind unzufrieden mit dem aktuellen Studienfach und möchte etwas anderes studieren? Das ist prinzipiell keine schlechte Nachricht. Denn dahinter steckt der Wunsch nach mehr Zufriedenheit und nach einem Beruf, der besser zu den Vorstellungen Ihres Kindes passt.
Wichtig ist allerdings, dass der Neuanfang gut überlegt und sichergestellt ist, dass das neue Studienfach auch wirklich passt. Damit kann ein erneuter Abbruch und die damit einhergehende Enttäuschung vermieden werden. Folgende Fragen können dabei helfen:
- Bringt Ihr Kind die nötigen Voraussetzungen für den neuen Studiengang mit?
- Sind die Studieninhalte und der Studienablauf klar?
- Bei einer neuen Uni: Passen auch die Studienbedingungen und die Betreuung durch Dozenten? Hier kann der Kontakt zu Studierenden der Uni Aufschluss geben – ob online oder direkt vor Ort. Auch Berufsmessen und Infotage der Unis eignen sich hierfür.
Tipp:Tipp: Auf der Plattform BERUFENET gibt es umfassende Informationen zu Studienfeldern und Studienfächern.
Prüfen Sie zunächst, ob der Abbruchwunsch wirklich am Studium liegt, oder ob Probleme mit der Uni oder persönliche Schwierigkeiten dahinterstecken.
Falls sich herausstellt, dass das Studium wirklich nicht das Richtige für Ihr Kind ist und es definitiv abbrechen möchte: Das ist nicht das Ende der Welt. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie, Ihrem Kind Verständnis entgegenzubringen. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten für den nächsten Schritt:
- Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, ein neues Studium ins Auge zu fassen, bei dem eventuell vorherige Studieninhalte von Nutzen sein können oder sogar angerechnet werden. Über verwandte Studienfächer und Studienfelder kann die Plattform BERUFENET Aufschluss geben. Auch die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit kann Sie und Ihr Kind beraten.
- Kostenlose Tools zur Berufsorientierung wie Check-U oder andere Orientierungstests können bei einer Neuorientierung helfen.
- Vielleicht ist auch eine Ausbildung die bessere Alternative zu einem Studium? Auf der Seite Ausbildung, Studium oder beides? Können Sie und Ihr Kind sich über die Vor- und Nachteile von Ausbildung und Studium informieren.
- Ideal für eine Neuorientierung kann auch eine Überbrückungszeit sein. Ob freiwilliges Praktikum, Jobben oder ein Freiwilligendienst – es gibt viele Möglichkeiten für Ihr Kind, sich eine Auszeit zu gönnen und trotzdem wertvolle Fähigkeiten für einen späteren Neuanfang zu erwerben.
Beratung für Sie als Eltern
Bei allen Fragen rund um das Thema Studium, Abbruch und Neuorientierung können Sie sich auch an die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit wenden. Insbesondere, wenn Sie selbst keinen akademischen Hintergrund haben, kann die Berufsberatung eine wertvolle Unterstützung für Sie als Eltern sein.
Eigene Vorstellungen und Wünsche zurückstellen
Es ist verständlich, dass Sie als Eltern nur das Beste für Ihr Kind wollen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Ihre Vorstellungen und Wünsche bezüglich der Berufswahl Ihres Kindes sich nicht unbedingt mit denen Ihres Kindes decken müssen. Es geht um die beste Lösung für den jungen Menschen, auch wenn es nicht die erste Wahl für Sie als Eltern ist.

