Im Studium auf Probleme zu stoßen, kann vorkommen. Lies nach, welche Möglichkeiten du hast und wo du Hilfe bekommst.

Probleme während des Studiums: Was jetzt?
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Probleme im Studium klar erkennen: So klappt‘s
Manchmal fühlen sich Studierende mit ihrem Studium nicht wohl. Dir geht es auch so? Dann mache eine Bestandsaufnahme. Was ist an der jetzigen Situation positiv? Wo wünschst du dir Veränderungen? Der erste Schritt ist, die Probleme klar zu benennen. Schreibe dafür deine Gedanken am besten auf. Folgende Gründe sind denkbar:
- Die Inhalte gefallen dir nicht.
- Du fühlst dich über- oder unterfordert.
- Aufbau, Methoden und Organisation des Studiums liegen dir nicht.
- Du wünschst dir eine stärkere wissenschaftliche oder angewandte Orientierung.
- Du hast Probleme mit deinen Dozierenden.
- Du findest keinen Anschluss.
Du hast deine Schwierigkeiten erkannt? Super! Nun ist der zweite Schritt zu überlegen, wie du die Probleme angehst. Auch hier hast du verschiedene Möglichkeiten. Vielleicht bringt dir ein Studienwechsel die Freude zurück? Oder du lernst neue Leute kennen, etwa über den Hochschulsport oder ehrenamtliche Arbeit?
Tipp:Tipp: Nimm dir Zeit mit deinen Entscheidungen. Gerade die Anfangsphase eines Studiums ist oft überfordernd. Lass die neuen Eindrücke auf dich wirken, gib dir Raum, eigene Lernmethoden zu entwickeln und gehe dann in Ruhe die Themen an, die dir Schwierigkeiten bereiten. Deine Situation wird auch nach ein paar Monaten nicht besser? Dann kann es das Richtige sein, das Studium zu wechseln oder abzubrechen (Exmatrikulation).
Wenn du alleine nicht weiterkommst, schau dir die Hilfsangebote unter #6 an.
Tipp:Tipp: In manchen Studiengängen ist es möglich, im laufenden Studium auf ein Teilzeit-Modell zu wechseln. Dadurch lässt sich ein Studium in schwierigen Situationen besser mit deinem Leben vereinbaren, ohne dass du es gleich abbrechen musst. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten - was genau, liest du in unserem Beitrag zum Studieren in Teilzeit.
So kannst du deine Leistungen verbessern
Der Stoff ist zu anspruchsvoll oder du hast schlechte Noten? Es gibt verschiedene Wege, um deine Leistungen zu verbessern – wie zum Beispiel:
- Das gemeinsame Arbeiten in Lerngruppen ist oft eine große Hilfe. Gleichzeitig kannst du Kontakte knüpfen.
- Viele Hochschulen bieten Kurse oder Tutorien an, um Inhalte zu wiederholen und zu üben.
- Die eigenständige Organisation des Lernens ist für viele Studierende anfangs eine Herausforderung. Hinterfrage deine Lernmethoden und passe sie gegebenenfalls an.
- Auch im Studium gibt es Nachhilfemöglichkeiten. Du bekommst sie ganz klassisch über einen kommerziellen Anbieter. Oder du fragst eine Studentin oder einen Studenten aus dem höheren Semester um Unterstützung – eventuell kann dir eine Hochschullehrkraft jemanden empfehlen.
Tipp:Gut zu wissen: Ein großer Berg an Lernstoff wirkt mit einem guten Zeitplan kleiner. Oft bieten Hochschulen Seminare zum Thema Zeitmanagement, Selbstorganisation und Prüfungsvorbereitung an.
Schwierigkeiten mit Dozierenden: Das kannst du tun
Hast du Probleme mit den Dozierenden an deiner Hochschule? Diese Schritte helfen dir weiter:
Bitte um einen Termin bei deiner oder deinem Dozierenden. Vieles lässt sich im Zweiergespräch besser klären als im Seminar. Sag in Ruhe, was du denkst. Geht es um Noten, lass dir die Beweggründe erläutern. Oft hilft es, wenn du weißt, was deine Dozentin oder dein Dozent von dir erwartet.
Falls die Situation sich nicht bessert, gibt es vielleicht vergleichbare Seminare oder Vorlesungen mit anderen Dozierenden. Zu Beginn des Semesters ist es oft möglich, den Kurs nachträglich noch zu wechseln.
Studiengang oder Uni wechseln: Wann ist das sinnvoll?
- negativ:
Dir gefallen die Inhalte deines Studiengangs nicht.
- positiv:
Ablauf, Methoden und Organisation eines Studiums sagen dir aber zu.
Sind es ganz bestimmte Module, die dir Probleme bereiten? Bist du mit deiner Studienrichtung an sich zufrieden? Dann lohnt es sich, nach ähnlichen Studiengängen zu suchen. Oft unterschieden sich die Angebote nur in Details oder sind etwas anders aufgebaut. Gibt es keine passende Lösung an deiner aktuellen Hochschule, weite die Suche auf andere Unis aus.
Tipp:Gut zu wissen: Wenn du in einen sehr ähnlichen Studiengang wechselst, ist es meistens möglich, bisherige Leistungen anrechnen zu lassen.
Du bist mit deinem Fach generell unzufrieden, aber möchtest weiterhin studieren? Dann starte neu mit der Orientierung. Diese Fragen helfen dir:
- Was hat dir bei deinem ersten Anlauf gefallen?
- Welche Inhalte haben dich gestört?
- Gibt es eine Fachrichtung, die du schon einmal ins Auge gefasst hast?
Weitere Tipps findest du in dieser Anleitung: So findest du den passenden Studienplatz.
Hinweis: Dieses Video wurde aus den eingestellten Portalen abi.de bzw. planet-beruf.de in das neue meinBERUF-Portal übernommen.
In diesem Video erfährst du, welche Anlaufstellen es gibt, wenn du über einen Studienwechsel oder -abbruch nachdenkst. Je nach Situation stehen dir verschiedene Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Wichtig:Tipp:Wichtig: Brich deinen Studiengang erst ab, wenn du eine Alternative gefunden hast. Ein fließender Übergang in ein neues Fach oder eine neue Hochschule vermeidet Lücken im Lebenslauf.
Studium ganz abbrechen: Ausbildung als Alternative
Du arbeitest lieber praktisch, statt nur Theorie zu lernen? Du möchtest neu erworbenes Wissen gleich einsetzen? Dann ist eine Ausbildung eine gute Alternative für dich – entweder in einem Betrieb oder eine schulische Ausbildung.
Tipp:Gut zu wissen: Das Studium abzubrechen und sich für eine Ausbildung zu entscheiden, ist kein Makel. Viele Unternehmen stellen gern Studienabbrecher ein: Sie bringen bestimmte Erfahrungen und Kenntnisse mit, die viele Vorteile haben – insbesondere dann, wenn sich die Inhalte aus dem Studium mit der Ausbildung überschneiden. Zum Teil kannst du deine Ausbildung sogar verkürzen.
Du solltest diese Entscheidung auf keinen Fall überstürzt treffen, sondern dir zuerst darüber klarwerden, weshalb du überhaupt über einen Abbruch nachdenkst. Gefallen dir die Inhalte deines Studiengangs nicht? Fühlst du dich in der neuen Stadt nicht wohl? Hast du Probleme mit der Menge des Lernstoffs? Gegebenenfalls gibt es nämlich andere Lösungen, etwa indem du dich einer Lerngruppe anschließt oder an deinen Lernmethoden arbeitest. Die Studien- oder Berufsberatung kann dich hierbei unterstützen. Wenn du aber nach einigen Monaten immer noch unter der Situation leidest und keine Verbesserung eingetreten ist, dann hast du gute Gründe für eine neue Orientierung.
Wenn du deiner Familie und Freunden deutlich machst, dass du dir den Schritt gut überlegt und gute Gründe dafür hast, beweist du damit, dass du verantwortungsvoll handelst. Dies schafft eine gute Basis für konstruktive Gespräche.
Solltest du mit der Studienwahl zweimal danebenliegen, empfiehlt es sich, professionellen Rat einzuholen. Die Expertinnen und Experten der Studienberatung begleiten deinen Entscheidungsprozess für ein neues Fach und helfen dabei, erneute Fehler bei der Suche nach einer Alternative zu vermeiden.
Normalerweise entstehen durch einen Studienabbruch keine Nachteile bei der Bewerbung. Dennoch solltest du auf Rückfragen vorbereitet sein und deine Entscheidung gut begründen können.
Wo gibt es Hilfe und Unterstützung?
Für allgemeine Fragen gibt es an jeder Hochschule eine Zentrale oder Allgemeine Studienberatung. Sie ist für die ganze Hochschule zuständig und hilft dir auch bei der Organisation deines Studiums.
Die Studienfachberatung ist deine Kontaktstelle für Fragen zu:
- deinem Studiengang
- einem bestimmten Modul
- einem Seminar
An den meisten Hochschulen gibt es eine Psychologische Beratungsstelle für Studierende. Dort bist du mit persönlichen oder psychischen Problemen im Studium aufgehoben – zum Beispiel bei Prüfungsangst. Die Gespräche sind vertraulich.
Außerdem bieten viele Hochschulen besondere Beratungsstellen, zum Beispiel für:
- Studierende mit Behinderung
- Studierende mit Kind
Schau dir an, welche Beratungsangebote es für Studierende an Hochschulen gibt. Das Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg gibt dir einen Einblick in die Beratungsarten und das Vorgehen.
Du kannst dich auch an deine örtliche Agentur für Arbeit wenden. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater helfen dir gerne weiter. Gerade, wenn du dein Studium abbrechen und dich neu orientieren möchtest, ist die Berufsberatung deine erste Anlaufstelle.
Melde dich gleich online für einen Beratungstermin an – und plane mit uns deine Zukunft:
Viele Studierendenwerke bieten eine Reihe an Beratungsangeboten und Dienstleistungen an. Dazu gehören:
- Sozialberatung
- psychologische Beratung
- Beratung für Studierende mit Behinderungen oder chronischer Erkrankung
- Rechtsberatung
- Kinderbetreuungseinrichtungen für Studierende mit Kind
- Härtefallfonds (Darlehensfonds) für Studierende mit finanziellen Probleme
Die Studierendenwerke unterstützen zudem durch Dienstleistungsangebote wie studentische Arbeitsvermittlung, Reisedienste, PC- oder Umzugswagenverleih.
Häufig bieten Hochschulen sogenannte Mentoring-Programme an.
Hinweis: Dieses Video wurde aus studienwahl.de in das neue meinBERUF-Portal übernommen.
In diesem Podcast erzählen die Medizinstudentinnen Olivia und ihre Mentorin Sarina von ihren Erfahrung mit dem Mentoring im Studium an der Universität des Saarlandes, geben Einblicke in den Ablauf des Programms und zeigen, wie beide Seiten davon profitieren können.
Textversion des Podcast zum Lesen (Audio-Transkript)
Jingle: Der Studienwahl-Podcast. Wissenswertes für deinen Weg ins Studium.
studienwahl.de: Willkommen zum Studienwahl-Podcast. Schön, dass du dabei bist. Der Start ins Studium ist aufregend, aber oft auch ganz schön überwältigend: neue Stadt, neuer Campus, neue Abläufe. Damit du dich schneller zurechtfindest, setzen viele Hochschulen auf sogenannte Mentoring-Programme. Dabei stehen dir erfahrene Studierende als Mentorinnen und Mentoren zur Seite, als Unterstützung, Orientierungshilfe und manchmal einfach als erste Anlaufstelle bei Fragen rund ums Studium. Ich bin Nina und in dieser Folge spreche ich mit Olivia und ihrer Mentorin Sarina. Beide studieren Medizin an der Universität des Saarlandes. Wir schauen gemeinsam darauf, wie das Mentoring-Programm dort abläuft, wo konkret geholfen wird und warum Mentoring für beide Seiten spannend ist. Hallo, Olivia. Hallo, Sarina. Schön, dass ihr da seid.
Sarina: Hi.
Olivia: Hallo.
studienwahl.de: Olivia, wie hast du denn von der Möglichkeit eines Mentoring-Programms erfahren? Du studierst ja Medizin. Und wie kam es dazu, dass Sarina dich unterstützt?
Olivia: Als ich die Zusage bekommen habe für meinen Studienplatz an der Uni, habe ich E-Mails bekommen und unter anderem dann auch die E-Mail, dass ich mich zu einem Mentoring-Programm anmelden kann. Und letztendlich habe ich das dann einfach gemacht und irgendwann kam dann die E-Mail von Sarina und sie hat mich gefragt, ob es auch okay ist, wenn wir anderweitig als über E-Mail kommunizieren. Und dann letztendlich hat es so seinen Lauf genommen.
studienwahl.de: Also war es relativ einfach, daran teilzunehmen. Gab es eine Art Bewerbungsverfahren oder irgendwelche Hürden, die es zu überwinden galt?
Olivia: Nein, überhaupt nicht. Also ich habe mich da einfach nur angemeldet und das war's dann eigentlich auch schon.
studienwahl.de: Und Sarina, du warst ja zu Beginn selbst Teilnehmerin an diesem Mentoringprogramm. Wie war dein Erstkontakt dazu und wie wurdest du darauf aufmerksam?
Sarina: Das war bei mir tatsächlich ziemlich ähnlich wie bei Olivia. Wenn man sich immatrikuliert, bekommt man eine E-Mail und in der E-Mail steht dann seitens der Uni, dass sie sich erstmal freuen, dass man jetzt an der Universität des Saarlandes eingeschrieben ist. Und dann haben sie da halt auf das Mentoring-Programm aufmerksam gemacht, und ich habe mich dann auch einfach angemeldet. Ich musste da, glaube ich, auch nur meine Kontaktdaten angeben, mehr auch gar nicht. Und dann hat sich später auch eine Mentorin bei mir gemeldet.
studienwahl.de: Und ist das Programm jetzt ausschließlich für Studierende der Medizin?
Sarina: Genau, das ist ein fachspezifisches Mentoring. Das bedeutet, dass jeder Studiengang mitmachen kann und es wird immer versucht, dann auch jemanden zu finden, der im eigenen Studiengang ist, weil das natürlich einfach deutlich sinnvoller ist, als wenn das jetzt Leute aus einem anderen Studiengang sind.
Olivia: Genau. Einfach auch, weil da natürlich auch die Expertise da ist und die bestmöglichste Unterstützung.
Sarina: Und man ist dann in kleinen Gruppen. Also es ist nicht eine Eins-zu-eins-Betreuung. Meistens so eins zu vier. Also ein Mentor und circa 4 Mentees.
studienwahl.de: Kannst du noch ein bisschen von deinen eigenen Erfahrungen berichten? Also anscheinend hat dir dieses Mentoring-Programm als Mentorin sehr weitergeholfen. Und was hat dich dann letztlich dazu bewogen, selbst Mentorin zu werden?
Sarina: Bei mir war das so, ich habe das als sehr positiv wahrgenommen, das eigene Mentoring. Und da wurde dann auch Werbung gemacht, dass man im nächsten Jahr selbst Mentor oder Mentorin werden kann. Und das habe ich eigentlich für mich dann direkt schon mit Ja beantwortet, dass ich das gerne machen würde. Also erstmal fand ich das eine total schöne Möglichkeit, dass man an der Universität ankommt und direkt so jemanden an der Hand hat, der schon deutlich weiter ist – einfach wie so ein Pate sozusagen, der ein bisschen hilft und ein paar Dinge durchspricht, die vielleicht anfangs noch ein bisschen überfordernd wirken dürften. Und deshalb fand ich das dann schön, dass ich dann im nächsten Jahr die Hilfe auch an neue Erstis weitergeben konnte.
studienwahl.de: Du sagtest jetzt: im ersten Jahr. Also läuft dieses Programm dann über zwei Semester?
Sarina: Das ist eigentlich sehr individuell. Generell wird uns da sehr viel Freiheit gelassen bei dem Mentoring. Also es gibt vorher eben einen Workshop, an dem man teilnehmen muss. Da wird man auf alles vorbereitet und wenn man den dann absolviert hat und die Kontaktdaten der Mentees bekommt, ist man in der Gestaltung sehr frei. Also wir haben das zum Beispiel so gemacht, dass wir unsere Mentees dann angeschrieben haben und eine Gruppe erstellt haben. Also eine Freundin von mir und ich hatten unsere Vierergruppen zusammengelegt, waren also 2 Mentorinnen und circa 8 Mentees. Wir haben uns online getroffen per Videochat, wo dann schon mal die ersten Fragen geklärt werden konnten. Und kurz vor Semesterstart sind wir dann auch mal zusammen auf dem Campus gewesen, haben uns den angeguckt. Und bei uns war das tatsächlich so, dass wir uns mit den Mentees so gut verstanden haben, dass daraus auch Freundschaften entstanden sind und wir uns dann auch die nächsten Semester immer mal wieder getroffen haben. Natürlich mit allen, um zu gucken, wie geht es allen? Und gibt es noch irgendwelchen Klärungsbedarf? Wie gesagt, da sind Freundschaften daraus entstanden, die jetzt auch noch bis heute halten.
studienwahl.de: Das ist sehr toll.
Sarina: Das muss natürlich auch sowohl von der Mentorenseite als auch von der Mentee-Seite passen, dass man sagt: Hey, wir verstehen uns gut, lass doch noch mal was zusammen machen. Aber es ist natürlich keine Pflicht.
studienwahl.de: Du hast es gerade schon angedeutet. Du hast vorher den Vorbereitungsworkshop durchlaufen. Kannst du zu dieser Vorbereitung noch was sagen?
Sarina: Also bei uns an der Uni ist es so: Man kann entscheiden, ob man an einem Online- oder an einem Präsenz-Workshop teilnehmen kann. Im September findet der statt und der Workshop bestand daraus, dass wir anfangs erstmal allgemeine Infos durchgegangen sind und darüber geredet haben: Was sind unsere Aufgaben als Mentoren und welche Voraussetzungen gibt es? Also es würde keinen Sinn machen, bei so einem Mentoring mitzumachen, wenn man kein Interesse an sozialer Interaktion hat. Das wurde uns einfach vorher noch mal mitgeteilt, dass wir uns selbst dazu entschieden haben sollten und ob wir denken, dass wir den Anforderungen entsprechen.
Und dann haben wir uns 2 wichtige Fragen gestellt. Und zwar: Welche Grenzen könnte es beim Mentoring geben und wie gehen wir damit um? Also zum Beispiel, wenn wir selbst uns überfordert fühlen, weil wir eigenen Unistress haben oder vielleicht auch, weil Mentees sich unangemessen uns gegenüber verhalten. Zum Beispiel wenn es Grenzüberschreitungen zwischen dem privaten und dem studentischen Leben gibt, die halt nicht gewünscht sind. Aber es kann ja zum Beispiel auch passieren, dass manche Mentees einfach nicht erreichbar sind, warum auch immer. Vielleicht, weil sie nicht zu Hause sind, im Urlaub oder kein Internet haben und einfach nicht antworten. Oder es vielleicht auch Fragen gibt zu formalen Abläufen, wo wir gar nicht die richtigen Ansprechpartner sind. Und da zum Beispiel, wenn man jetzt einen Fachwechsel gemacht hat, oder zu Prüfungsordnungen, wo wir uns auch nicht mit auskennen. Das haben wir einfach vorher besprochen. Und dann haben wir uns noch die Frage gestellt: Wer hilft uns denn bei bestimmten Anliegen, wenn wir mal nicht die richtigen Ansprechpartner sind? Und da haben wir dann noch mal eine Liste an die Hand bekommen mit ganz vielen wichtigen Ansprechpersonen, zum Beispiel in der Zentralen Studienberatung für formale Probleme oder auch den Prüfungssekretariat usw. Und das hat mir persönlich schon viel geholfen. Dann gab es noch eine Gruppenarbeit. Da haben wir uns so mit fünf, sechs Leuten ungefähr zusammengesetzt und besprochen, was wir denn alles in unseren Mentorings an Themen vermitteln wollen, was ich auch sehr gut fand, weil dann konnte man sich noch mal mit anderen Leuten austauschen. Und dann haben wir noch mal abschließend darüber geredet, wie man die Inhalte gut vermitteln kann.
Und es wurde ja generell sehr viel Freiheit gelassen. Es ging halt eher darum, wie man zum Beispiel in einer neuen Gruppe das Eis bricht, zum Beispiel durch eine Vorstellungsrunde oder so und wie man das Treffen gestaltet, um möglichst viele Informationen zu vermitteln. Auch wenn manche vielleicht anfangs ein bisschen schüchterner sind oder so, zum Beispiel indem man dann eine gezielte Frage-Antwort-Runde macht. Also da wurden uns einfach ein paar Tipps und Tricks mit an die Hand gegeben und dann haben wir uns gut vorbereitet gefühlt. Circa 2 Wochen später, Ende September, haben wir dann die Kontaktdaten von den Mentees bekommen.
studienwahl.de: Danke dir. Das klingt nach einer umfassenden Vorbereitung. Ja. Und Olivia, in welchen Bereichen kann dich denn Sarina besonders unterstützen? Wo hat es dir bislang am meisten gebracht? Kannst du da konkrete Beispiele nennen?
Olivia: Ja, also am Anfang. Vor allem dadurch, dass man natürlich gerade von der Schule kommt oder vielleicht auch ein Gap Year gemacht hat, aber im Prinzip das ganze Unileben noch gar nicht so richtig kannte, dann auch in eine neue Stadt gezogen ist, noch den Campus nicht kannte und noch niemanden auch an Menschen hatte in der neuen Umgebung. Praktisch hat mir persönlich das Mentoring-Programm bzw. dann auch Sarina explizit dabei geholfen, erste Kontakte zu knüpfen. Wie sie gerade auch schon angesprochen hat, haben wir eine Campus Tour gemacht und da hat man dann den Campus schon kennengelernt. Man wusste: Okay, hier ist die Bibliothek, hier ist die Mensa, was davor halt einfach noch nicht so richtig klar war. Außerdem, was mir auch sehr geholfen hat, ist einfach die ganzen Erfahrungsberichte auch zu bestimmten Kursen in der Uni, zu Professoren. Welche Vorlesungen sich lohnen oder auch nicht. Genau dann aber auch in Richtung Lerntechniken, was man anwenden kann oder was wenig Sinn macht. Und dann natürlich auch die ganze Gruppe an sich hat einem auch schon so erste soziale Kontakte in der neuen Umgebung. Das tat auch sehr gut, sich da auch auszutauschen und auch direkt. Wenn man dann den ersten Tag wirklich Uni hatte, dann stand man auch nicht ganz alleine da und kannte zumindest jemanden, an den man sich irgendwie wenden kann oder mit dem man sich austauschen kann. Dann direkt, was mir auch sehr positiv in Erinnerung ist: Sie hat uns auch immer geschrieben und noch viel Erfolg für Klausuren gewünscht. Also da war einfach immer so eine Unterstützung da und man hat gemerkt, dass man irgendwie immer jemanden im Rücken hatte, sag ich mal. Also dahingehend einfach sehr, sehr viel Unterstützung gehabt bzw. einfach den Start sehr erleichtert.
studienwahl.de: Das hilft da natürlich gerade am Anfang gewaltig und es bezieht sich auch nicht nur jetzt auf das soziale Umfeld, sondern auch auf fachliche Aspekte, oder? Ihr könnt euch auch über medizinische Fragen aus dem Studium austauschen.
Olivia: Ja, genau.
Sarina: Ja, auf jeden Fall.
studienwahl.de: Sarina, wie empfindest du euer Tandem? Läuft es so, wie du dir das vorgestellt hast? Was nimmst du daraus Positives mit? Auch vielleicht in Bezug auf dein Studium selbst.
Sarina: Also ich finde es eigentlich sehr gut, so wie das alles gelaufen ist. Natürlich weiß man vorher ja auch nicht, welche Leute man zugeteilt bekommt bei dem Mentoring. Und ich würde sagen, die Leute, die die Freundin von mir und ich zugeteilt bekommen haben, waren super. Es hat echt super gut gepasst. Und das ist natürlich auch schön, wenn man dann so lange noch gut miteinander klarkommt und sich trifft, sich austauscht, unterstützt. Genau da habe ich anfangs auch nicht so richtig damit gerechnet. Aber umso schöner ist es natürlich, wenn das dann klappt.
studienwahl.de: Also profitieren beide Seiten.
Sarina: Doch auf jeden Fall. Ich denke auch, dass generell bei diesen Mentoring-Programmen sowohl die Mentees als auch die Mentoren eigentlich einen enormen Nutzen daran haben, weil man lernt ja auch als Mentor vielleicht eine Gruppe zu leiten, was man vielleicht vorher noch nicht so gemacht hat. Man kann die sozialen und persönlichen Kompetenzen ja stärken. Sei es jetzt zum Beispiel Empathie zu zeigen, wirklich aktiv mal zuzuhören, Feedbackfähigkeit auch zu entwickeln. Und irgendwie hat man ja vielleicht auch eine kleine Vorbildfunktion für die Erstis, weil man ja schon weiter ist und einfach auch viel Fachwissen hat. Und was natürlich auch einfach schön ist: Wir sind alle in einem ähnlichen Alter. Dadurch, dass ich ja auch im dritten Semester direkt daran teilgenommen habe und da ist ja auch die Distanz viel kleiner, Fragen zu stellen jetzt seitens der Mentees, weil man einfach vermutlich nicht so viel Angst hat, als wenn das jetzt eine ältere Person wäre, vor der eben deutlich mehr Respekt da ist. Genau. Und was für uns auch schön war, dass eigentlich auch die Mentoren uns alle widergespiegelt haben, dass es ihnen Spaß gemacht hat. Es gab halt so einen Feedbackbogen und der wurde nachher ausgewertet und da war eigentlich das Feedback von beiden Seiten durchweg positiv.
Olivia: Ich finde auf beiden Seiten ist es ein sehr, sehr tolles Programm und würde es immer wieder machen.
Sarina: Genau. Und für uns ist es ja auch schön. Später im Berufsleben arbeiten wir ja sehr viel im Patientenkontakt und das ist natürlich dann auch gut, wenn man eben die sozialen Kompetenzen fördert, aber gleichzeitig auch berufliche Kompetenzen wie zum Beispiel die Organisationsfähigkeit weiterzuentwickeln, weil man Termine plant, Treffen plant. Und wir erhalten nachher auch ein Zertifikat über unser Ehrenamt. Und das können wir dann ja auch Bewerbungen beilegen, was ja auch eigentlich immer gut ankommt, wenn man so was mal gemacht hat.
studienwahl.de: Ja, dann danke ich euch sehr für eure Einblicke und dass ihr eure Erfahrungen so weitergebt und uns daran teilhaben habt lassen. Vielen Dank.
Olivia: Gerne.
Sarina: Gerne doch.
studienwahl.de: Das war unser Einblick in Mentoring im Studium. Wir haben gehört, wie wertvoll es sein kann, jemanden an der Seite zu haben, der den Studienalltag schon kennt. Sei es bei der Organisation, bei ersten Unsicherheiten oder einfach beim Ankommen im Studium. Gleichzeitig wurde deutlich: Auch Mentorinnen und Mentoren profitieren von dieser Rolle und wachsen daran. Wenn du jetzt neugierig geworden bist, wie Mentoring-Programme an Hochschulen noch aussehen können, dann schau dir gerne die weiteren Beiträge zum Topthema Mentoring im Studium an. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge. Das war der Podcast von studienwahl.de. Redaktion und Produktion: Dr. Nina Röder für den Meramo Verlag im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
Häufige Fragen zu Problemen während des Studiums
Informiere dich im Vorfeld über die Inhalte deines Wunschstudiums. Wirf dafür einen Blick in den Modulplan. Viele Hochschulen bieten außerdem ein Schnupperstudium an.
Es gibt keine feste gesetzliche Grenze, wie oft du in Deutschland einen Studiengang wechseln darfst. Allerdings entscheiden die Hochschulen selbst, ob sie dich in einen neuen Studiengang aufnehmen. Auch dein Anspruch auf BAföG fällt nach dem zweiten Wechsel weg.
Das kommt darauf an: Wechselst du spätestens am Ende des 3. Semesters, erhältst du weiterhin BAföG. Ab dem 4. Semester musst du einen wichtigen Grund angeben. Anerkannt werden beispielsweise gesundheitliche Probleme. Wenn du schon 2-mal gewechselt hast, bekommst du meistens kein BAföG mehr.
Ja, das ist jederzeit möglich. Denke daran, dich bei deiner Hochschule offiziell abzumelden. Sonst bist du weiter eingeschrieben und zahlst weiterhin Gebühren.
Deine Chancen auf dem Berufsmarkt sind weiterhin gut – auch, wenn du dein Studium vorzeitig beendest. Für viele ist eine Ausbildung die optimale Alternative. Auch Unternehmen schätzen junge Menschen, die verschiedene Erfahrungen gesammelt haben . Studienabbrecher sind je nach Fachrichtung sogar begehrte Bewerbende für eine betriebliche Ausbildung, da sie oft bereits theoretisches Fachwissen und eine hohe Motivation mitbringen. Eventuell kannst du die Ausbildungszeit sogar verkürzen. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel bestehen gute Karrierechancen.
Es gibt verschiedene Fälle, in denen Studierende ein Urlaubssemester beantragen können. Dazu zählen Gründe wie Krankheit, ein Praktikum, Kinderbetreuung oder ein Auslandsstudium. Die Anträge müssen immer rechtzeitig vor Semesterbeginn beim Studierendensekretariat gestellt werden. Nur in Ausnahmefällen (etwa Krankheit) ist auch eine Beantragung während des laufenden Semesters möglich. Zum Teil ist die Anzahl der möglichen Urlaubssemester begrenzt. Es kommen zudem nur bestimmte Voraussetzungen in Frage, die man nachweisen muss, damit der Antrag genehmigt wird. Erkundige dich also am besten direkt an deiner Hochschule nach den Regelungen.
Übrigens: Urlaubssemester sind keine Fachsemester, werden aber als Hochschulsemester gezählt.
Downloads und Links
Ergänzende Downloads
Hier gibt es momentan keine Downloads – schau später wieder vorbei!
Ergänzende Links
- Öffnet in neuem TabDeutsche Depressionshilfe: Hilfe bei psychischen Problemen
- Öffnet in neuem TabDeutsches Studierendenwerk: Beratungsangebote
- Öffnet in neuem TabNummer gegen Kummer
- Öffnet in neuem TabBKE Jugendberatung: Hilfe bei Problemen
- Öffnet in neuem TabSwitch zur Ausbildung
- Öffnet in neuem TabMentorinnen Netzwerk

